Zusätzliches Treffen am 21.05.2012
Error 37 Rage, Error 3006 Rage, Diablo3 Rage!
Wahlerfolg der Piraten, schlecht für die Parteikasse
Beim Focus kann man gerade einen Artikel über das Problem, das die Piratenpartei aktuell mit der Parteinenfinanzierung hat lesen.
Kurz zusammengefasst, alle Parteien bekommen pro Wählerstimme einen gewissen Betrag ausgezahlt, dieser wird jedoch gedeckelt wenn die Partei nicht viel Geld in dem entsprechenden Jahr eingenommen hat. (bei den Piraten eine sehr grosse Abweichung, da wir sehr viel in Eigeninitiative gemacht haben und deswegen kein Geld verbucht werden konnte)
Der Bundesverband muss nur an die Landesverbände Geld, was an ihn über die Parteienfinanzierung ausgezahlt wurde überweisen. Dieses ist aber NICHT gedeckelt.
Der Bund kann damit kein Geld an die Landesverbände geben, die noch nicht an einer Wahl teilgenommen haben. (z.B. Bayern), in diesen stehen jetzt aber bald Wahlen an.
Geld von einem Landesverband an den anderen zu leihen ist (soweit ich mich noch erinnere) eine eher heikle Angelegenheit und ohne professionelle (sprich teure) Finanzberater kaum zu machen.
Wir haben jetzt schon die Forderung, dass sich nur Leute aufstellen dürfen, die den Wahlkampf selbst bezahlen können. Ist meiner Meinung nach gaaanz grosse Sch… Ich denke nicht, dass diese Forderungen durchgehen werden, aber einige Leute werden bei den Aufstellungsveranstaltungen wohl mehr zu kämpfen haben als andere und das finde ich gerade bei den Piraten schade.
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Podcast: “Occupy und Piraten: Wie lernen wir in politischen Bewegungen?”
Am 02. Mai waren @mueslikind und ich zusammen mit Occupy/”Echte Demokratie” jetzt zum Thema “Lernen in politischen Bewegungen” bei Radio Lora92,4 eingeladen.
Den Beitrag gibt es jetzt als Podcast zum Stream und Download.
Nachdem uns “Echte Demokratie jetzt” zum Gegner(sic!) erklärt hatten
war’s kontroverser als erwartet. Alex von Occupy sieht einen massiven
Widerspruch zwischen dem, was EDJ fordert und Liquid Democracy als
zumindest einer Verbesserungsmöglichkeit parlamentarischer Demokratie.
Hatte allerdings ein wenig den Eindruck er mag die Piraten gar nicht
verstehen.
Neben Miriams schöner Erklärung von Liquid Democracy gab es die Frage,
wie man sich bei den Piraten in München und überall beteiligen kann, wie unsere Arbeitsgruppen kommunal, landes- und bundesweit funktionieren und was es überhaupt gibt. Besonders interessant fand ich auch die
Hörerreaktionen, die recht gut zeigen, woran wir in unserer
Außendarstellung noch arbeiten müssen.
Die eigene Handschrift
Mit fünf konnte ich lesen und Buchstaben nachmalen.
In der Schule hab ich Schreibschrift schreiben gelernt. Schön. Schneller schreiben. Und irgendwie mocht ich eine Art altmodische Ästhetik daran.
Handschrift war irgendwann verboten. Bei mir hat sich die Frage nach falsch oder richtig kaum gestellt. Inhaltlich korrekt waren Hausaufgaben fast immer. Blätter wurden zerrissen, Aufsätze neu geschrieben, weil Buchstaben nicht der gelernten “Schreibschrift” entsprachen. Ein Strich zu weit rechts, zu weit links, eine Linie zu sehr gebogen, eine Lücke zu groß.
Ich schreibe heute selten, ungern und schlecht per Hand. Wenn ich mir nicht größte Mühe gebe, kann ich’s selbst nicht entziffern. Ich hasse “meine Handschrift”. Meine Unterschrift ähnelt der meiner Mutter. Vielleicht war das der Grund. Etwas erhalten. Nein. Machtdemonstrationen. Eine von vielen.
Leute fragen “warum hast du kein Selbstbewusstsein?”. Eine Frage wäre “warum hast du keine eigene Handschrift?”. Man mag davon halten was man will, manch einer interpretiert viel in die Handschrift rein. Sicher ist für mich, dass es ein Ausdruck von Individualität ist, der wohl bei mir – ich weiß nicht warum – unterdrückt werden sollte.
Wer sich jetzt am Gejammer hier stört schaue sich die Fakten an… mir läg einfach viel dran dass das sonst niemand seinen Kindern antut.
Diablo3 ist durchgespielt
Ne Truppe aus Korea hat es wohl schon gepackt Diablo 3 durchzuspielen. Also, alles in Ordnung, geht wieder in die Arbeit, es gibt nix mehr zu sehen.
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Landtag in NRW noch nicht Barrierefrei?
Ich bin gerade über diesen Bericht gestolpert (bzw wurde draufgestupst) und wundere mich gerade ein wenig.
Wie kann es sein, dass das Landtagsgebäude in NRW noch nicht Barriererfrei ist?
Direktes Update:
In diesem Bericht über Stefan Fricke (wer baut den Wikipedia Artikel?) hört es sich so an, als ob “nur” der Plenarsaal nicht Barrierefrei ist.

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Liste der Twitternden Landtagspiraten #piraten
Mathias Schindler hat gerade eine Liste aller ihm bekannten Piraten erstellt, die Twittern und in den Landtag gekommen sind.
Die Liste ist natürlich noch nicht vollständig, aber das dürfte schnell passieren, oder? ;)
(Ich hätte ja erwartet, dass er ne Wikiseite anlegt ;)
Update: die Wikiseite gibt es natürlich schon. Danke @nati0n
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20 Sitze für die Piraten in NRW
Laut Forschungsgruppe Wahlen und Infratest dimap haben die Piraten mit 7,8%* wohl 20 Sitze “geentert”** (siehe wahlrecht.de)
Wo es wie viele Stimmen gab kann man hier nachsehen, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Zahlen wirklich stimmen. (Es sind 3 Wahlbezirke Bielefeld gelistet!)
Ob der Rücktritt von Norbert Röttgen vom Vorstand jetzt nur eine Nebelkerze war um Schaden von der Partei abzuwenden oder ob er, wenn er es ehrlich meint auch von seinen anderen Aufgaben zurücktreten sollte, halte ich jetzt aber echt für “Stammtisch Mimimimi”.
Ach, aber alle Piraten, vergesst bitte nicht, dass NRW das 4. Ausnahmebundesland ist und das Ergebnis nur Zufall und durch Protestwähler zustande kam!
*eindeutiger Abwärtstrend, wir werden alle stääärben und so.
**sorry, musste sein, die Presse hat Heute irgendwie sehr wenig Piratenvokabular losgelassen. Irgendwie war der 4. Einzug wohl auch keine richtige Neuigkeit mehr. Ging alles eher nach “Wie erwartet haben die Piraten wieder ein paar Sitze ergattert.”
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“Wer die 10 Gebote nicht kennt, ist ungebildet”
Basics
Vorweg: Ich bin für Religionsfreiheit, ich bin dafür, dass die Menschen ihren Glauben individuell leben dürfen, sofern sie damit nicht andere Menschen einschränken. Für mich ist das allerdings kein Recht, das gesondert erwähnt werden muss, sondern blanker Menschenverstand. Dennoch ist es natürlich wichtig, dass dieses Recht auch im Gesetz verankert ist.
Religionen waren in der gesamten Menschheitsgeschichte mehr als ein Mal dafür verantwortlich, dass Kriege und Genozide die Welt erschüttert haben. Ich erwähne das deshalb, weil ich klarstellen will, wie explosiv das Pulverfass ist, auf dem die Religionen sitzen. Ich will damit nicht diffamieren, ich will nur Bewusstsein und Sensibilität einfordern.
Ich würde mich selbst als Agnostiker bezeichnen, klingt hochtrabend, lässt sich aber ganz kurz zusammenfassen: Ich weiß nicht ob es Gott [wahlweise anderen Namen einsetzen] gibt. Niemand weiß das und Menschen die sagen sie wüssten es, lügen. Das ist eine Erkenntnis zu der man, wenn man objektiv an die Sache ran geht, meiner Meinung nach kommen muss. Dennoch kann ich jeden verstehen, der aufgrund eines Gefühls oder einer Hoffnung an einen Gott [...] glaubt oder glauben will und das entsprechend lebt. So weit so gut.
Na, wenn der Kardinal das sagt…
Mit der Religion ist das so eine Sache, finde ich. Sie fordert für sich größtmögliche Toleranz ein, fordert, dass man an den alten Werten festhalten solle und die Kirche nicht verändern möge.
Das steht natürlich jedem zu, der eine Religion vertritt. Was meiner Meinung nach niemandem zusteht, ist das folgende Zitat von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising:
“Wer die zehn Gebote nicht kennt, muss als genau so ungebildet gelten, wie jemand, der nicht weiß, wer Mozart ist.”
[http://bit.ly/J74WxX (Absatz 3)]
Aha. Wie meint der Mann das denn nun? Dass man mal davon gehört haben sollte? Dass man 50% der 10 Gebote kennen sollte?
Man möge mich korrigieren, aber ich verstehe das tatsächlich so:
Wer nicht alle 10 Gebote kennt, sollte als ungebildet gelten. Okay. Da kann man jetzt schon sagen: 10 Gebote sind wirklich nicht die Welt, die kann man kennen. Wenn man will.
96% der Bevölkerung sind ungebildet
Man will aber offenbar nicht. Zumindest kommt man zu diesem Schluss, wenn man einer repräsentativen Umfrage, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Emnid, und den befragten 1008 Teilnehmern glauben möchte.
Die macht nämlich ganz deutlich: Das zweite Gebot „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“ kennen nur vier Prozent der Bevölkerung.
[http://bit.ly/J750hp (Absatz 4)]
Stellen wir mal eine kleine Rechnung auf:
- In Deutschland leben ca. 82.000.000 Menschen ( ≙ 100%)
- In Deutschland können maximal 4% der Menschen gebildet sein, weil sie alle 10 Gebote kennen ( ≙ 3.280.000 Menschen)
- In Deutschland sind 96% der Bevölkerung ungebildet ( ≙ 78.720.000 Menschen)
Fassen wir also zusammen:
Glaubt man den Worten von Kardinal Reinhard Marx, können maximal 4% der Menschen in Deutschland gebildet sein. Das bedeutet, dass 78.720.000 Menschen ungebildet sind.
Noch interessanter ist aber, dass daraus folgt, dass nur 3.280.000 Menschen gebildet sein können.
Total verrückt dabei ist, dass der römisch-katholischen Kirche in Deutschland im Jahr 2010 laut der Deutschen Bischofskonferenz 24.651.001 Mitglieder angehört haben. Das entspricht ca. 30% der deutschen Bevölkerung.
[ http://bit.ly/J754gR ]
Interessante Theorie, nicht? Ob sich die katholische Kirche damit nicht auch irgendwie selbst demontiert?
Warum nicht einfach mal so hinnehmen
Manchmal fragen mich Leute, warum mich solche Aussagen beschäftigen.
In diesem Fall hat das einen recht banalen Grund.
In 2010 hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid ebenfalls eine Studie erstellt. Damals ging es um folgendes:
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Mein persönliches Fazit aus diesen Zusammenhängen:
Wenn tatsächlich 11% der gläubigen deutschen Bevölkerung glauben, dass Gott [...] die Schuld an Naturkatastrophen trägt und es jeweils 4% ebendieser fertigbringen, ihren Schöpfer für Armut und Krieg verantwortlich zu machen, dann will ich ab morgen kein einziges der 10 Gebote mehr kennen.
Denn einen größeren Realitätsverlust kann es kaum geben.
Was bin ich ungebildet.
LG
Pinny
War das jetzt die Reanimation?
Artikel im Energy Blog über die Neureglung des Erneuerbare Energien Gesetz.
War das jetzt die Reanimation?
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Die Facebookparty vom Seehofer
Ich war nicht dabei, aber laut Freunden, die dort waren, waren es angeblich Piraten, Journalisten und Seehofer. (und die Journalisten haben angeblich dauernd die Interviewpartner wechseln müssen, da es andere Journalisten waren ;)
Ok, das dürfte “leicht” übertrieben gewesen sein, aber ein paar Witzchen müssen ja sein.
Und ja, der Mitgliedsausweis ist ein Witz, das Mitglied mit der Nummer 1337 gibt es schon.
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Neues Ladesystem für Elektroautos
Ein Konsortium aus 8 Automobilherstellern hat sich zusammengetan um ein neues Ladesystem für Elektroautos einzuführen. Erste Demos sollen nächste Woche auf einer Automobilmesse gezeigt werden und bis 2017 soll es allgemein eingebaut werden.
via: Energy Blog
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Internationaler Star Wars Tag
Heute ist der internationale Star Wars Tag!
Warum ist leicht beantwortet, heute ist der 4. Mai, das Datum, welches in der Trilogie (es gibt nur 3 Filme + Holiday Special!) am häufigsten erwähnt wird.
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Aluhut? – Formalfoo!
Als Antragsteller des Unterschriftenlistenantrags hier ein kurzer Kommentar zum Transparenzartikel in der Welt :
Am Samstag wurde beschlossen, dass für die Kandidatur zu einem Amt 20 bzw 10 Unterstützerunterschriften gesammelt werden müssen. Die Idee war, völlig aussichtslose Kandidaturen zu verhindern. Neben dem zugegeben unvorhersehbaren Effekt, dass sich plötzlich spontan Kandidaten beworben haben, weil sie die erforderlichen Unterschriften erreicht hatten, war die Idee auch sonst nicht zu Ende gedacht. So wurde in der ersten Fassung der GO keine Aussage darüber gemacht, was mit den Unterstützerunterschriften passieren soll. Auf Nachfrage (nach der ersten Vorstellung der Kandidaten) wurde beschlossen, dass die Listen als Anhang im Protokoll des Bundesparteitags stehen. Details, ob als Scan, Liste, oder ob nur die Anzahl der Unterstützerunterschriften (die jeweils aus Klarname, Akkreditierungnummer und Unterschrift bestanden) genannt werden, waren damit immer noch nicht geklärt.
Es mag sein, dass ein Parteitagsbesucher kein Problem damit hat, parteiintern einen Kandidaten zu unterstützen. Über eine Veröffentlichung im Protokoll wird aber nicht nur die Unterstützung auf dem BPT, sondern die Parteizugehörigkeit an sich öffentlich gemacht. Auch das mag für viele kein Problem sein. Ob der Name veröffentlicht wird, sollte aber vorher klar sein. Die Parteizugehörigekeit gehört zurecht zu den besonders schützenswerten personenbezogenen Daten(BDSG §3(9). Ausreden der “Spackaria”, was damit passiert wäre doch von vornherein klar gewesen, helfen da auch nicht weiter. Auf Nachfrage waren einige Unterstützer der Meinung, die Listen werden nachher vernichtet und das sei auch so kommuniziert worden.
Um Klarheit zu schaffen, habe ich am Sonntag einen weiteren Antrag gestellt, die GO um die Möglichkeit zu ergänzen, sich nachträglich aus dem Protokoll streichen zu lassen. Ziel der Änderung war schlicht, den Parteitag offziell abstimmen zu lassen, dass das Protokoll in dem Punkt nachträglich geändert werden darf. Da es vor den ersten Unterschriften keinen Beschluss gab, dass die Listen öffentlich gemacht werden, wäre das aus Datenschutzgründen sowieso möglich. Eine Abstimmung am BPT schafft hier Klarheit und Transparenz. Dass die Listen nun “im Stahlschrank landen“, wie die anderen Wahlunterlagen auch, ist wohl eher Ergebnis der Einsicht, dass die Namen der einzelnen Unterstützer, im Gegensatz zur Anzahl, irrelevant sind (analog zur geheimen Abstimmung, gerade bei Personenwahlen) . Ich finde diese Lösung am besten.
Es ging mir nicht darum, den Aluhut aufzusetzen und die Unterschriften aus dem Protokoll verschwinden zu lassen. Es sollte aber vorher Klarheit herrschen, was mit den Unterschriften passiert. Jeder muss die Möglichkeit haben, selbst zu entscheiden, ob sein Name öffentlich in Verbindung mit der Partei genannt wird. Dass hier am BPT von manchen eine Transparenz- und Nachweisbarkeitsdebatte rund um Klarnamenpflicht aufgemacht wurde ist außerdem völlig am Thema vorbei gegangen. Es geht auch nicht um den Widerspruch “anonym mitbestimmen” vs “Verantwortung übernehmen”. Klarnamen ja – wenn das vorher bewusst entschieden wurde!
Und das ärgert mich an dieser Sache am meisten. GO-Schlampereien und halb zu Ende gedachte Neuerungen. Stephan Urbach hat die Diskussion in dem Punkt sehr gut zusammengefasst “Ihr seid selbst schuld, wenn ihr euch Müll in die GO schreibt”. Und das ist nicht das erste Mal: 2011 hat der nachlässige Umgang mit der GO dazu geführt, dass mehrere Beschlüsse des Bundesparteitags anfechtbar waren
[014] Protokoll des Treffens vom 03.05.2012
66,6%
Bundesparteitag und so.
Am Wochenende des 28. und 29.04.2012 findet (bald dann fand) der erste Bundesparteitag in 2012 der Piratenpartei statt.
Da ging es nun also wirklich nicht zu, wie man es von einem Parteitag der bisher etablierten so kennt.
Die Piraten bringen es fertig, Festivalcharakter mit kompetenter Politik an zwei Tagen zu bündeln. Gute Sache, wie ich finde.
Ist Frau Weisband nicht zurückgetreten?
Was haben wir alles erlebt. Marina Weisbands Rücktritt, der nie einer war, Ponys, an denen bei Markus Lanz kaum ein gutes Haar gelassen wurde und leider sehr viel Nazikackscheisse. Zu letzterer komme ich dann später noch.
Der Bundesparteitag scheint alles in allem sehr gut organisiert. Die Technik läuft, die Akkreditierung hat reibungslos funktioniert und offenbar haben alle ein Plätzchen, an dem sie nächtigen können.
Die Versammlungsleitung erweist sich als kompetent, die Kandidatenliste für den Bundesvorstand könnte gemischter nicht sein.
Ganz offensichtlich besteht, da haben Berlin und das Saarland sicher ebenso ihren Teil dazu beigetragen wie die Umfragewerte auf Bundesebene, mittlerweile auch ein gewaltiges Medieninteresse an der Partei, was sich am heutigen, ersten Tag der Versammlung auch als nicht ganz unproblematisch gezeigt hat. Der Reihe nach.
66,6!
Hätte ich wetten müssen, wer der neue Bundesvorsitzende aus dem Hause Pirat wird, hätte ich gesagt, es bleibt bei Sebastian Nerz, der im letzten Jahr einen super Job gemacht hat. Pustekuchen. Es wurden Plätze getauscht.
Der bisherige Vorsitzende Sebastian Nerz erhielt 56,2 Prozent der Stimmen. Den Politischen Geschäftsführer des Landesverbands Hessen, Jürgen Erkmann, wählten 34 Prozent der Piraten. Julia Schramm erhielt 29,3 Prozent.
Bernd Schlömer, der bisher als stellvertretender Vorsitzender für die Piraten seinen Job gemacht hat, ist damit der neue Vorsitzende. Gewählt wurde er mit 66,6% – hoffen wir, dass das kein Omen ist. Oder eben gerade eines. Das Lustige dabei: Sebastian Nerz ist ab sofort der erste stellvertretende Vorsitzende. Es wurden also quasi nur Plätze getauscht. Da Sebastian auch im Vorfeld bereits angekündigt hat, dass er als Stellvertreter für Bernd amtieren würde, ist die ganze Sache sehr flauschig, was super ist.
Intransparentes Pack!
Es stimmt ja. Die Piratenpartei schreibt sich in größten Lettern die Transparenz auf’s Banner. Dass man dann während des Tages kurzerhand Filaufnahmen und Streams untersagt hat, mag auf den ersten Blick skurril wirken.
Auf den zweiten Blick steht aber die Wahrung der Grundrechte in nicht kleineren Buchstaben auf den Fahnen der Piraten. Deswegen sollte man nachvollziehen können, dass es während den Wahlgängen, und ausschließlich während diesen, Mitglieder gibt, die das Recht auf eine geheime Wahl wahrnehmen möchten. Sicher, es ist albern zu glauben, dass man auf einem Stream erkennen könnte, wer da was wählt und natürlich kann man da auch ganz entspannt, wie bei einem Bankautomaten eben auch, die Hand über die Stimmkarte halten. Vielleicht sollte man es aber auch als Signal verstehen, dass wir auf der einen Seite für weitgreifende Transparenz stehen, auf der anderen Seite aber auch für Bürgerrechte eintreten. Ich bitte also in versöhnlichem Ton darum, auch seitens der Medien zu verstehen, dass wir dieses Signal senden wollten. Um deeskalierend zu wirken: Im Laufe der Versammlung wurde über einen Geschäftsordnungsantrag beschlossen, dass die Streamingaufnahmen auf künftigen Parteitagen auch während Wahlgängen laufen dürfen, sofern keine Wahlvorgänge gezeigt werden. Also alles gut. :)
Sat.1 bashing!
Ich war ja mittelschwer empört. Da kommt ein Fernsehteam des Sat.1 auf unseren Parteitag und bringt ein Playmobilschiff mit. Allein das hat ja schon ein “Geschmäckle”, lies uns Playmobil doch wissen, dass sie darauf keine Lust haben, weil sie nicht bereit wären, Parteiwerbung zu machen. Wie albern oder nicht das nun ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Was ein Unding war, war, dass dieses Playmobilschiff gespickt mit rechten Parolen da stand und teilweise sogar in Piratenhänden gefilmt wurde. Das Ganze sollte dann also als Reportage verwendet werden, wie der zuständige Redakteur dann wissen lies und sich dafür entsprechend entschuldigte. Welchen Inhalt diese Reportage haben sollte, weiß kein Mensch. Vermutlich wäre diese Reportage zu unseren Gunsten ausgefallen, warum erkläre ich später, dennoch finde ich es eklig, mit einem so sensiblen Thema in dieser Form hausieren zu gehen, ohne es zumindest mit der Versammlungsleitung abgesprochen zu haben. Das führte dann auch während der Versammlung zum ersten, kleinen Eklat, der direkt eine Versammlungsunterbrechung zur Folge hatte. Was zu diesem Zeitpunkt auf Twitter los war, kann sich jeder denken. [WH00T?! ; ROFLCOPTER!!GTFO!!; M( ...]
Wer es jetzt noch nicht verstanden hat…
In der Piratenpartei gibt es einige Spinner. Nicht im Sinne von süßen, flauschigen Spinnern, sondern von ekelhaften Spinnern. Kacknazis, Homophobikern, Transphoikern, Sexisten und menschnverachtenden Poporaupen, die einfach keiner will. Und ich hatte fast Tränen in den Augen, als das was heute passiert ist, dann auch wirklich passiert ist.
Es war ja nun bekannt, dass Carsten Schulz – ein Mann der die Leugnung des Holocaust nicht weiter unter Strafe stellen will, wie auch Dietmar Moews – ein Mann der eine antisemitische Anschauung zum Judentum an den Tag legt, zum Bundesvorsitzenden kandidieren wollten. Nachdem es zu dem Eklat mit Sat.1 kam, hatte Carsten Schulz, zu Recht, offenbar nicht mehr die Eier, sich der Masse zu stellen. Besser so, wie ich finde. Dietmar Moews hingegen hat es echt fertig gebracht, sich trotz der vorher umfangreichen Kritik an seiner Person auf die Bühne zu stellen. Nicht nur das, er begrüßt zynischerweise sogar die Masse auf türkisch – ekelhaft. Und dann kam das, was ich mir so sehr erhofft habe. Sicher die Hälfte der in der Halle befindlichen Piraten und Interessierten stand auf und hat den Saal verlassen, während sie die roten Karten, die das Zeichen für die Ablehnung eines Antrags symbolisiert, in die Luft zu streckten. Wer das nicht tat, hat dem Herrn eben die Schuhe entgegengestreckt, was als Zeichen für politische Ablehnung gilt.
Desweiteren hat die Versammlung folgendes, erneut, beschlossen:
“Der Holocaust ist unbestreitbar Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grundsätzen der Partei.”
Dass Moews dann aber immernoch 0,9% der Stimmen erhalten hat zeigt, dass wir uns auch jetzt nicht auf die faule Haut legen dürfen. Es sind schlicht 0,9% zu viel, egal, ob sie aus Unwissenheit zu seiner Person votiert haben oder aus tatsächlicher Sympathie. Braunem Gesocks dieser Art müssen wir auch künftig zeigen, wo die Türe ist. Ein deutliches Signal konnte der erste Tag in Neumünster dennoch senden. Nazis und alles, was in eine diskriminierende Richtung geht, handelt oder denkt, ist bei uns nicht erwünscht. Wir sind kein Auffangbecken für trittbrettfahrende Misantrophen.
Was schade ist.
- Schade ist, dass Marina nicht mehr angetreten ist. So sehr ich sie manchmal kritisiere, einen tollen Job hat sie insgesamt dennoch gemacht.
- Schade ist, dass der Umgangston untereinander manchmal eklig ist.
- Schade ist, dass man oft nur wenig Verständnis füreinander aufbringt.
- Schade ist, dass man sich nicht ab und zu auch einfach mal auf die Erfahrung anderer verlässt.
Was geil ist.
- Geil ist, dass der neue Vorstand geil wird.
- Geil ist, dass die Piraten gerade richtig hart das Land rocken.
- Geil ist, dass die Versammlungsleitung einen gigantischen Job macht.
- Geil ist, dass ich mich, nach den letzten Wochen der häufigen Frustration heute wieder mal als richtiger, echter Pirat fühle und genau weiß, warum ich in diesem Laden daheim bin.
- Geil ist, dass die Kacknazis ein dickes Brett bekommen haben.
- Geil ist, dass es morgen nochmal einen Tag gibt.
Da die Kandidaturen noch laufen, werde ich morgen zum vollständigen Bundesvorstand bloggen, obwohl man das ja ohnehin den Medien entnehmen können wird.
Ein toller Tag. Macht Feierabend, Leute.
LG
Pinny
Häufige Fragen zum Volksbegehren
Fragen an meinen Bürgermeister zum Breitbandausbau und der Veröffentlichung von Protokollen
Sehr geehrter Herr Miehling,
ich hatte vor ca. 7 Wochen mit Ihrem Büro telefoniert, da ich mich erkundigen wollte ob es eine Möglichkeit gibt Sitzungsprotokolle auch digital zu erhalten. Es wurde mir mitgeteilt, dass Sie an einer Lösung arbeiten Protokolle zeitnah auf Ihrer Website veröffentlichen und anschließend dort archivieren zu können. Können Sie mir sagen, wie hier der aktuelle Status ist und wie der weitere Zeitplan aussieht?
Zum anderen hatten Sie auf der letzten Bürgerversammlung in Dorsbrunn davon berichtet, dass bis Mitte des Jahres in der gesamten Gemeinde flächendeckend Internetzugänge mit einer Bandbreite von mindestens 6.000 kbit/s verfügbar sein sollen. Gibt es hierzu bereits weitere Informationen und kann der Zeitplan eingehalten werden?
Sie hatten zwar gesagt, dass die Gemeinde selbst kein Risiko trägt falls nachher wenig Bedarf herrscht, dennoch fände ich ein Informationsschreiben an betroffene Bürger über die künftigen Anschlüsse sinnvoll, da im Moment die Telekom verstärkt für Ihre LTE-Tarife wirbt.Hat die beschlossene Breitband-Förderung des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen (http://www.nordbayern.de/region/weissenburg/80-prozent-forderung-1.2012055) Einfluss auf Ihre Pläne und sind individuelle Richtfunklösungen eventuell bald nicht mehr nötig? Angeblich soll der Glasfaserring ja auch noch dieses Jahr gebaut werden. Haben Sie hierzu weiterführende Informationen?
Mir freundlichen Grüßen
Daniel Gruber
Update #1:
Herr Miehling hatte sich innerhalb kürzester Zeit, obwohl es Wochenende war bei mir gemeldet. Herzlichen Dank hierfür.
Er befindet sich Momentan aufgrund eines Herzinfarkts Ende März noch bis zum 07. Mai im Krankenstand und bittet daher noch um ein wenig Geduld. Der zuständige Mitarbeiter für Breitband und Systemadministration ist momentan auch im Urlaub; Herr Miehling würde sich aber “schlau machen” und sich zeitnah bei mir melden.
Die Informationen hinsichtlich des Breitbandausbaus auf Landkreisebene, die über die Presse kommuniziert wurden, beeinträchtigen den von uns beschlossenen Ausbau nicht, stehen aber auch nicht im Widerspruch, da wir die von uns eingeleiteten Maßnahmen nur als Zwischenschritt ansehen.
Update #2:
Ich habe heute die angekündigten Antworten erhalten:
Sitzungsprotokolle
Der Markt Pleinfeld setzt seit kurzem ein neues „Ratsinformations-System“ (RIS) ein, welches (irgendwann) auch die Möglichkeit bereit stellt, die Protokolle zeitnah im Internet zu veröffentlichen. Leider läuft die Software noch nicht ganz rund, einige technische Voraussetzungen müssen noch geschaffen und auch einige rechtliche Aspekte müssen mit der Rechtsaufsichtsbehörde geklärt werden, bevor wir die Protokolle online stellen.
Deshalb möchte ich mich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau festlegen, ab wann die entsprechenden Unterlagen im Netz erscheinen werden bzw. wie der weitere Zeitplan aussieht.
Flächendeckender Internetzugang
Der Vertrag zum Ausbau der flächendeckenden Breitbandversorgung im Gemeindegebiet zwischen den Firmen Franz-Computer / RMS systems wurde am 16.04.2012 geschlossen. Ein früherer Vertragsabschluss war aufgrund gesetzlicher Vorschriften, welche während der sog. haushaltslosen Zeit gelten (d.h. bis zum Vorliegen des genehmigten gemeindlichen Haushalts 2012), leider nicht möglich.
Die beiden Betreiberfirmen haben allerdings ihr Wort vom „schnellen Start“ gehalten. Ich habe heute Vormittag erfahren, dass Veitserlbach und Teile von Ramsberg bereits versorgt werden. Der weitere Ausbau wird momentan sukzessive vorangetrieben. Entsprechende weitere Informationen erscheinen in der nächsten Ausgabe der Bürgerinfo.
50MBit-Netz im Landkreis
Die beschlossene Breitbandförderung des Landkreis für den sog. Glasfaserring hat momentan keinen Einfluss auf die Pläne der Marktgemeinde. Man sollte unterscheiden, dass hier zwei verschiedene Vorhaben (Kommune <–> Landkreis) vorliegen. Bzgl. des Hochgeschwindigkeitnetzes liegen mir momentan nur wenige Informationen vor. Ein genauerer Fahrplan liegt auch der Landkreisverwaltung scheinbar noch nicht vor, da keine genauen Termine in einem vor kurzem versandten Informationsschreiben an die Gemeinden genannt werden. Genaueres kann ich ggf. nach einer IT-Leiter-Besprechung Mitte/Ende Juni sagen. Deshalb wird die Gemeinde den og. Ausbau durch die beiden Firmen weiter vorantreiben.
Kandidatenliste für den Studentischen Konvent
[013] Protokoll des Treffens vom 19.04.2012
Dinge die mir auf den Sack gehen.
Meine Mutter hat mir als Kind immer gesagt, ich soll nicht so ungeduldig und grantig sein, wenn was nicht gleich so klappt, wie ich das will.
Ich glaube, meine Mutter kann heute etwas beruhigter schlafen. Aber es gibt schon einige Dinge, die mir wirklich unglaublich auf den Sack gehen.
Aktuell gehört dazu definitiv die Nazi, Holocaustleugner, Meinungsfreiheitsdebatte in der Piratenpartei.
Ich bin für Meinungsfreiheit, ich bin dafür, dass jeder Mensch seine Meinung kund tun kann und ich bin gegen Zensur.
Ich will, dass man den Mund aufmachen kann, sich trauen kann, auch in stürmische Gewässer zu segeln und sich sicher sein kann, dass es immer jemanden gibt, der einen zum richtigen Zeitpunkt zurück in den Hafen holt.
Das gilt ausnahmslos. Fast. Ein Oxymoron.
Wenn jemand behauptet, dass der Holocaust nie stattgefunden habe, kann ich diesen Menschen nicht weiter ernst nehmen.
Ich halte ihn dann vielleicht noch nicht mal für blöd oder unintelligent. Ich halte ihn eben für einen Trottel, einen nicht weiter relevanten Trottel, der offenbar nichts besseres zu tun hat, als zu polarisieren, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Da mache ich es mir zu einfach, denn eigentlich sollte man diesen Menschen mit aller Kraft entgegentreten. Ich habe aber in meinem Leben bisher weder jemanden getroffen der das getan hat, noch jemanden getroffen, der eine solche Aussage verteidigt hätte. Und eigentlich ist es dann ja auch so, dass jede Argumentation nutzlos sein muss. Denn wer bin ich, dass ich glauben könnte, ich könne ihn dann als Einzelperson vom Gegenteil überzeugen, obwohl ganze Wissenschaftsstäbe das lange getan haben. Der Holocaust fand statt, jede andere Behauptung ist lächerlich.
Ich will aber gar nicht so sehr auf den Holocaustleugner an sich eingehen.
Was mich für mich persönlich ärgert ist, dass wir kluge Köpfe in der Partei haben, die viel sinnvolles sagen und denken. Und sich in ihrem Streben nach Meinungsfreiheit in Fahrwasser begeben, die einfach nicht durchdacht oder hinterfragt genug sind.Mich ärgert, dass ich dann konsequent sein will, muss, und eigentlich nicht akzeptieren kann, dass sich jemand aus der eigenen Partei beinahe schützend vor einem Holocaustleugner aufbaut, im Namen der Freiheit! Im Namen der Piraten! Arrrr!
So eine Scheisse. Kann man da nicht einfach mal kurz nachdenken, differenzieren, reflektieren und dann zu dem Schluss kommen:
Nein! Das Recht den Holocaust zu leugnen kann ich nicht unter den Deckmantel der Meinungsfreiheit stellen. Punkt! War es nicht so, dass die eigene Freiheit dort enden sollte, wo ich die eines anderen beschneide?
Wie fühlt es sich wohl für die Opfer der Shoah an, wenn sie hören müssen, dass ihr Leid nie stattgefunden haben soll? Wie fühlt es sich wohl für die Kinder der Opfer an, wenn man ihnen sagt: “Keine Ahnung was da passiert ist. Aber einen Massenmord gab es da nie”. Wenn das die Interpretation der Meinungsfreiheit einiger in der Partei ist, dann, ja, sollte sich das Schiedsgericht da künftig strikter verhalten. Ich will keine direkte Position zu einem Parteiausschluss beziehen, ich habe auch keine Lust das “Gate” noch weiter auszubauen. Ich wünsche mir für die Zukunft einfach nur, dass sich jeder dieser Problematik bewusst wird. Meinungsfreiheit hat Grenzen, so schlimm das für einige sein mag.
Und damit ist dann nicht genug. Irgendjemand schreibt, wenn man den Kontext kennt, ist es zu relativieren, dass wir in der Partei kein Problem mit Nazis hätten.
Und das ist schlicht falsch. Es ist falsch gedacht und es ist falsch formuliert.
Ich habe in meiner Zeit als Pirat in den eigenen Reihen nie einen Nazi, Transphobiker, einen Sexisten oder Homophobiker getroffen. Aber das muss ich auch gar nicht. Denn die stellen sich ja selbst zur Schau.
Dann zu behaupten, wir hätten kein Problem mit Nazis ist für mich eine Farce. Es mag schon sein, dass wir keine Gruppen haben, die sich dem braunen Gesocks zugehörig fühlen. Es ändert aber nichts daran, dass die Aussagen, die manchmal fallen schlicht auch NS Propaganda hätten sein können.
Dann zu behaupten, dass das kein Problem wäre, setzt dem Ganzen die Krone auf. Doch! Es ist ein Problem. Und nur um der lieben Frieden willen, nur damit wir “in Ruhe arbeiten” können, dürfen wir das nicht ignorieren. Wir können diese Thematik weiter versuchen auszusitzen, oder uns künftig klar von Aussagen dieser Art distanzieren – inhaltlich wie personell.
Ich bin für beides. Und jeder einzelne, der Unfug dieser Art redet, ist ein Problem. Alles andere zu behaupten, bringt mich wieder zu Punkt I: Ich kann diese Menschen nicht ernst nehmen. Damit einher geht dann leider auf lange Sicht auch, dass ich meinen Respekt vor ihnen verliere.
Ich sage es also auch hier:
Kein Fußbreit den Faschisten!Weder in der Partei, noch irgendwo anders.
LG
Pinny
Zukünftige Treffen
Warum es wichtig ist zu kandidieren
Es ist für die Piraten wichtig, eine möglichst große Vielfalt an Kandidaten aufzustellen, die sowohl via Liste, als auch Direktmandat gewählt werden können. Ich bin überzeugt davon, dass wir bald größere Erfolge verzeichnen können, als der antiquierten Politik lieb ist. Diese Chance sollten wir uns nicht nehmen lassen und die Sitzreihen im Bundesplenum entsprechend orange besetzen.
Ich habe mich deshalb entschlossen, für den Wahlkreis Roth, respektive Nürnberger Land, als Direktkandidat anzutreten.
Ich will hier auch jeden dazu aufrufen sich zu überlegen, gleiches zu tun.
Liebe Grüße
Pinny
[012] Protokoll des Treffens vom 12.04.2012
FAIL! Re: Offener Brief der Jungen Piraten an die Piratenpartei
Die Jugendorganisation der Piraten hat diese Woche auf ihrer Webseite einen “Offener Brief an die Piratenpartei” veröffentlicht. Erstaunlich erst mal, dass man als Mitglied, das zumindest die Mailingliste regelmäßig liest, von einem geplanten gemeinsamen Brief überhaupt nichts wusste. Da ich den Brief auch absolut nicht unterstützten kann, werde ich nun wohl aktiv meine eher passive Mitgliedschaft beenden.
Neben der nicht vorhandenen internen Abstimmung über den als “gemeinsame Erklärung” dargestellten Beitrag gibt es einige Punkte, die ich daran als völlig daneben empfinde.
Wortwahl
Da wird von Sexismus geredet, und im ersten Beispiel stellt man gleich mal klar, dass man keine Ahnung hat, was damit gemeint ist, verwechselt man offensichtlich wie so oft mal wieder “anrüchige Bemerkungen” mit “Sexismus”. Wenn man sich drüber aufregen möchte sollte man zumindest etwas differenzieren, schon um zu zeigen, dass man selbst verstanden hat, wovon man eigentlich redet.
Argumenationskreisel
Auch sonst ist der Artikel zutiefst widersprüchlich. Während man sich später über die “starke Identifikation der Mitglieder mit ihrer Partei” beschwert, werden als Beispiele rassistischer Aussagen im ersten Abschnitt umgekehrt Aussagen einzelner (Neu)Mitglieder zitiert und argumentiert, in einer Partei, die sich ihrer starken Basis rühmt, dürfe das Argument es handle sich um Einzelfälle keine Rechtfertigung sein. Mit dieser Aussage führt man die spätere Forderung nach weniger Identifikation der Mitglieder mit der Partei ad Absurdum. Hier wird verlangt, dass sich die gesamte Partei (was ist das bitte überhaupt?) für das Verhalten Einzelner rechtfertigt. Auch wenn ich nicht ausschließen möchte, dass es in anderen Verbänden anders ist: Probleme mit Sexismus sind hier die absolute Ausnahme. Die jungen Piraten fordern eine “kritische Auseinandersetzung mit Diskriminierung innerhalb der Partei”. Tatsache ist, dass es genau diese schon gibt, und das ist auch gut so. Wie so eine kritische Auseinandersetzung aussieht, habe ich selbst als Opfer einer anrüchigen Bemerkung auf der München-Mailingliste erlebt. Die betreffende Aussage führte zu einem riesen Shitstorm. Und innerhalb der Partei habe ich das auch nie anders erlebt. Besonders angenehm war es in dieser Situation, dass solche Reaktionen eben nicht von irgendeinem Vorstand kommen, der der Presse irgendwelche Statements runterleitert, das nutzt mir als Betroffene gar nichts.
Imagerettungsversuche
Die provozierte Reaktion seitens der Presse war beachtlich. “Interne Streitereien”, “Rassismus, Sexismus und Diskriminierung innerhalb der Partei nicht unter Kontrolle” … die Reaktion des Bundesvorstands war, wie man es von einem Parteivorstand erwartet. Beschwichtigend, nichtssagendes Imagepolitblabla eines Pressebeauftragten. Alles in allem peinlich, was die Basis auch gleich mit einer eigenen Aktion quittiert hat (wo mal schnell aus Sexismuskritik – FAIL – reine Kritik an “Frauenfeindlichkeit” wurde).
Fazit
Rassismus, Sexismus und Diskriminierung sind meiner Ansicht nach im selben Maße Bestandteil der Partei(basis) , wie sie sich auch in der Gesellschaft widerspiegeln. Die Einzeigen, die was daran ändern können sind wir selbst als Mitglieder. Ich bin froh, dass wir das auch immer wieder selbst zeigen.
Artikel 4 und andere Lächerlichkeiten
Da stellt sich der Jockl (in Bayern die Kurzform für “Joachim”, für die Nordlichter) ernsthaft hin und erzählt einen davon, dass “Multikulti gescheitert” wäre.
Ja sauber, Herr Innenminister!
Zitat:
“Wer nicht fest mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes steht, kann kein verlässlicher Partner unseres Staates sein.”
Mit dem Spruch beruft sich der Herr Herrmann auch auf den Artikel 4 des Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.
Da steht unter anderem folgendes drin:
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Da hat er gut aufgepasst, der ehemalige Student der Rechtswissenschaften.
Was hat er denn noch gesagt?
Schau mer mal. Ach, da, 2010:
“Ein Kruzifix-Verbot ist völlig indiskutabel”
Spannend, alles. Aber kann es nicht sein, dass sich eine, wie Herrmann sagte, “andersdenkende Minderheit” dadurch in ihrer Religionsfreiheit beschnitten fühlt?
Und warum ist es dann eigentlich so, dass die Menschen in Deutschland am gestrigen Karfreitag nicht tanzen durften? Noch nicht mal Schach spielen war erlaubt! [Siehe http://bit.ly/H4pnGd ]
Und das Kopftuchverbot, da war der Herr Herrmann, der sich ja so sehr nach dem Respekt gegenüber dem Artikel 4 im GG sehnt, gleich dabei.
Aber wenn an den urbayerischen Mädchenrealschulen in jedem Klassenzimmer eine Nonne steht und ihren Unterricht hält, dann ist das sicher völlig in Ordnung, die tragen ja schließlich ihre Gewänder als Zeichen der Ehre und nicht als Zeichen der Unterschiede zwischen Mann und Frau. Und es ist sicher auch so, dass jede Frau, jede Lehrerin und jedes Mädchen ihr Kopftuch nur unter Zwang trägt.
Ich bin gar nicht ganz sicher, wessen Intergration da eigentlich gescheitert ist und scheitert.
Die von einem Großteil unserer Mitbürger mit Mirgationshintergrund, oder die vom Jockl, der offenbar mit seinem aus tiefbraunem Holz geschnitztem Prunkwagen noch immer nach dem Zubringer zur Inklusionsautobahn sucht.
Und ich dachte damals, als ich diesen Schrott gelesen habe, den er übrigens ebenfalls 2010 verzapft hat:
“Joachim Herrmann (CSU) mahnte allerdings bei muslimischen Zuwanderern «Respekt gegenüber unserer christlich-abendländischen Werteordnung» an. Herrmann kritisierte: «Bei manchen Muslimen gibt es hier zum Teil deutliche Defizite.»”
das ist halt ein Ausrutscher. Das hat er so im Affekt gesagt. Am Arsch. Der meint das wirklich ernst! Defizite! Mir brennt der Frack ab!
Da beruft sich im Jahre 2012 einer auf das Grundgesetz, will den Bürger glauben machen, er würde die Werte und Grundrechte einer modernen Gesellschaft vertreten, sich rechtstreu und integrationsbereit verhalten und behauptet dann allen Ernstes, es würde Defizite bei den Muslimen geben?!
Herr Herrmann:
Bitte nehmen Sie Ihren Hut und lassen Sie es endlich gut sein. Sie haben nichts verstanden. Sie verstehen den Artikel 4 des GG nicht. Da können Sie auch noch 34 Semester der Rechtswissenschaft hinter sich bringen.
Bei den Muslimen gibt es keine “Defizite”, sondern eine Kultur. Und auch wenn es Ihnen nicht passt: Sie gehört bereits zu Deutschland. Dass SIE sich dabei nicht integrieren wollen, ist Ihr Problem.
Liebe Grüße
Pinny
Stellungnahme zum “Schachverbot” am Karfreitag
Glücklicherweise haben wir im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Artikel 4 die Religionsfreiheit verankert. Am kommenden Freitag gilt in Bayern, wie jedes Jahr am Karfreitag, ein ganztätiges Tanzverbot. Dieses Tanzverbot ist nur ein Beispiel dafür, dass es zwar eine Freiheit der Religionsausübung gibt, man jedoch nicht frei von religiöser Bevormundung ist.
Wir leben in einer pluralistischen und vielfältigen Gesellschaft, in der eine klare Trennung von Staat und Religion angebracht wäre. Die Privilegierung der christlichen Kirchen durch den Staat ist nicht mehr zeitgemäß.
Zu welch absurder Situation keine klare Trennung von Kirche und Staat führen kann, zeigt uns diese Woche die Stadt Weißenburg. Jedes Jahr zur Karwoche finden die mittelfränkischen Schachmeisterschaften statt, dieses Jahr in Weißenburg. Da der Oberbürgermeister Jürgen Schröppel den erneuten Konflikt mit den christlichen Kirchen scheute, verknüpfte er die Erlaubnis am Karfreitag Schach zu spielen an die Zustimmung der Kirchen. Diese verwehrten dem Veranstalter jedoch die Austragung der Spiele. Nun finden die Meisterschaften in verkürzter Form statt und werden von einem Großteil der Teilnehmer boykottiert.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was hier schwerer wiegt. Dass die christlichen Kirchen sich am Schachspielen stören und deswegen jedem vorschreiben möchten, wie man seinen Feiertag eben nicht verbringen darf oder die Tatsache, dass Herr Schröppel hier Genehmigungen der Stadt Weißenburg erst von Gottes Gnaden absegnen lässt.
Ich möchte nochmals herausstellen, dass es sich um Schach handelt. Ich kann mir kaum eine Beschäftigung vorstellen, diesen sogennanten “stillen Feiertag” noch ruhiger zu begehen. Es ist auch bemerkenswert, dass die Meisterschaften bisher jedes Jahr am Karfreitag stattfinden konnten, nur nicht in Weißenburg.
Auch wenn es für den TSV 1860 als Veranstalter kein Trost sein wird, so freue ich mich dennoch, dass durch die Anmeldung der Kundgebung “Das Feiertagsgesetz Schachmatt setzen!” eine Möglichkeit geschaffen wurde, den Karfreitag bei einer Partie Schach genießen zu können. Die Kundgebung findet ab 15:00 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz in Weißenburg statt.
Für die Piratenpartei Weißenburg-Gunzenhausen
Daniel Gruber
Shitstorms,böse Tweets – Rassimusdebatten und ein Bärendienst
Shitstorms,böse Tweets – Rassimusdebatten und ein Bärendienst
Immer mal wieder tritt er ein, der Shitstorm im Twitter und anderen sozialen Netzwerken, bei der es darum ob jemand ein Rassist ist oder als solcher bezeichnet werden darf. Und ob es deswegen dann legetim sei, diesen zu unterstützen.
Mal wird das betreffende Opfer des Shitstorms, mal aber dreht sich dieser auch um auf den- oder diejenige, die ihn auslöste.
Im Falle von echten gemeldeten Rassismus kann dies natürlich auch eine der Strategien sein, um die Diskussion abzuwehren. Und den oder die Melderin schlecht zu machen.
Vgl: Wie wir echte Rassismusdebatten verhindern, http://hanhaiwen.wordpress.com/2012/03/30/wie-wir-echte-rassismusdebatten-verhindern/
Doch wir müssen vorsichtig sein. Gerade in sozialen Netzwerken!
Wenn jemand echten Rassismuss oder auch nur Alltagsdiskriminierung anprangert, wird dieser in der Tat leicht als Störer, Nervensäge, Berufsempörer, Buhmann oder Blockwart tituliert und angefeindet.
Die Frage die aber wesentlich ist, ist doch: Liegt wirklich Rassimus oder Alltagsdiskriminierung vor? (Ich mag mich hoffentlich durch diese Rückfrage nicht genauso verdächtig, ins obige Schema der Abwehrhaltung zu passen.)
Es kommt nun mal sehr häufig vor, dass sich Personen nicht richtig verstehen. Das aus dem Kontext gerissene Zitate falsch rüberkommen.
Jeder der schon Maildiskussionen hatte, weiß, was es schon anrichten kann, wenn an einer kritischen Stelle das Smiley-Zeichen fehlte. (Oder wenn der Empfänger der Mail dieses Zeichen nicht als Ersatzgestik erkannte). Ich kam bspw. durch eine Disput mit der Twitteruserin @sanczny zu diesem Thema. Wobei der Auslöser dann wiederum auf einen Shitstorm um eine Person zurückging, der für einige wegen unbedarfter Tweets als Rassist verurteilt wird.
Wie auch immer: Aus den kurzen, beiderseits ungehaltenen Tweets die wir einander zuwarfen kann sich jeder von uns beiden ein Bild des anderen aufbauen.
Und ich wette, jeder von uns beiden könnte anhand dieser Tweets und anderer Tweets die wir beide im Laufe der Twitternutzung irgendwann zu irgendeiner Sache schrieben, den anderen Rassismus nachweisen.
Jedenfalls könnten wir dieses Wort verwenden.
Unterstütze ich möglicherweise wirklich Rassisten, weil ich Menschen nach ihren Taten beurteilen will und Blabla im Twitter dagegen weniger Bedeutung zuordne? Oder ist @sanczny ein Rassist, weil sie Menschen auf 140 Zeichen reduziert und somit all dem Handeln und Menschsein einer Person, die sich eben nicht im Twitter wiederfinden als Unwichtig, als unwert, einstuft?
Und schon stecken wir in ein Dilemma, das oben so treffend beschrieben wurde. Wer ist Täter, wer ist Opfer? Wer ist Schuld? Wer wird gemobbt? Und wer urteilt am Ende?
Ich hab das Gefühl bei dem ganzen tun wir alle der ganzen Sachen einen Bärendienst.
Niemand von uns will Rassismus. Aber wir meinen doch eigentlich nicht den echten Rassismus, die echte Alltagsdiskriminierung und die tatsächliche Ausgrenzung?
All dieser Rassismus hat seine Wurzeln in Respektlosigkeit, in Intoleranz und in eigener Angst. Und begründet liegt er in Nicht-Wissen. Man kennt die Personen nicht, über die man sich aufregt. Man will sie mglw. gar nicht kennenlernen. Man kennt deren Kultur nicht, man kann sich nicht in diese rein versetzen.
Aber was tun wir?
Wir lesen ein paar Tweets. Die uns übel aufstoßen.
Von denen wir nicht wissen, unter welchen Bedingungen der Autor sie schrieb, in Rahmen welcher Antwort. Ob er dazu grinste oder gar ob er dabei weinte und verzweifelt war.
Erinnert ihr euch an den verzweifelten und frustrierten Tweet an Mohammed, den ein Saudi vor kurzem schrieb? Dieser Mensch muss nun um sein Leben fürchten, weil andere in seinen Tweet Gotteslästerung sahen. Wir hier im Westen verurteilen dies. Zu recht.
Aber gleichzeitig sehen auch hier einige nur die aneinandergereihten Worte bei bösen Tweets. Aber niemand sieht in den Kopf des Autoren.
Trotzdem maßen auch wir uns an, einen Urteil über diese Personen zu bilden. Aus 140 Zeichen. Ist das nicht auch eine Form von Rassismus? Nicht einer der gegen “Rassen” geht, sondern gegen Geisteshaltungen und Gefühlslagen. Wir verurteilen Menschen, die in was auch immer für einer Situation einen Bockmist in 140 Zeichen schrieben; Oder sei es gar eine ganze Mail oder auch einen längeren verzweifelten Brief wie das jener 51 Tatortautoren.
Ich schweife ab.
Worauf ich hinaus wollte war der Bärendienst. Wir verzetteln uns mit der Reaktion auf Tweets, E-Mails oder Blogartikeln, die missverständlich sind oder hetzend und rassistisch wirken. Und in unserer Aufregung und unserer vor uns selbst gerechtfertigten Wut verdammen und verurteilen wir diese. Wir verweisen darauf, daß kein Schritt zurückgewichen werden darf. Das dem Hass kein Weg bereitet werden darf und das die Anfänge gewehrt werden müssen.
Aber laufen gleichzeitig nicht die echten Rassisten feixend an uns und unserem aktuellen Objekt des Streites vorbei um ungestört und außerhalb unserer Wahrnehmen weiter ihr tun zu treiben?
In Tweets, Blogs und Mailinglisten wir gestritten wie als ob wir alle Mitglieder in einer Micronation sind. Die Realität dagegen, die echten Taten, die werden ausgeblendet?
Während in Bayern sich Piraten und deren Sympathisanten aufregen über einen Hausmeisterposten (!), gehen die skandalösen Zustände in bayrischen Unterkünften für Asylbewerber weiter.
Weiter geht auch die rigide Politik des Freistaats gegen Asylbewerber oder andere Opfer von Verfolgung. Man braucht nun nach den beiden Stichworten “Ausländeramt Bayern” zu suchen. Hier, aber auch anderswo kommt es zu wirklich gravierenden Formen der Alltagsdiskriminierung.
Dagegen aber gibt es kaum ein Protest.
Warum? Weil die Täter etwa nichts darüber tweeten? Weil diese sagen, dass sie es so und so tun müssen (z.B. Abschiebungen), weil es so im Gesetz steht?
Und bereiten wir nicht genau durch unser Wegsehen auf die wirklich Probleme denen ein Boden? Wenn wir gar sagen: Wir wollen den Menschen gar nicht kennenlernen, die Tweets reichen, sind wir dann nicht genauso schlecht, wie die echten Rassisten, die aus Unwissenheit über andere Menschen diese ausgrenzen?
Wo ist da die Grenze?
Wir müssen aufpassen, wie wir selbst handeln. Der Angst vor Rassismus darf nicht dazu führen, dass wir selbst das werden wovor wir Angst haben.
Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guter Vorsätzen. Der Vorsatz “Keinen Fußbreit dem Rassismus” sollte daher nicht dazu führen, dass wir Menschen Ausgrenzen, die wir nicht verstehen oder nicht mögen.
Wir müssen das Gegenteil tun.
Unser kürzlich gewählter Bundespräsident sagte zu dem Thema einen richtigen Satz: “Euer Hass ist unser Ansporn.”
Und genauso sollten wir es handhaben. Nicht Ausgrenzen, sondern reden. Kennenlernen! Überzeugen! Umarmen!
Oder als Pirat: Mehr flausch und weniger Hass.
Dieser Artikel wurde erstmalig auf G+ publiziert.
[011] Protokoll des Treffens vom 29.03.2012
y r u so sad?
Ich habe heut einige Tweets abgeschickt, die nicht ganz so zu dem Bild passen, das ich sonst so vermittle. “Stark”. “Nicht so leicht aus der Fassung zu bringen”… Zur Erklärung: Ich bin depressiv. Bei mir führt das nicht dazu, dass ich die ganze Zeit rumflenne (gab es früher, aber die Zeit ist vorbei) oder mir etwas antun möchte. Ich bin einfach die ganze Zeit am nachdenken. Ich grüble. Wenn es besonders schlimm ist, wie jetzt, schlafe ich grad mal vier Stunden pro Tag. In letzter Zeit ist einiges Gutes passiert, aber ich kann mich einfach nicht mehr freuen. Ungeduld, Wutausbrüche und immer wieder denken, denken, denken. Mein Weg, damit klar zu kommen: Arbeit. Unter Leute gehen, sich zusammenreißen, Arbeit, ablenken. Aufmerksamkeit. Ein Wahnsinnsgedächtnis, netzwerken. Sich nützlich machen. Zuhören. Hyperaktiv . Bloß keine Zeit finden, um sich mit sich selbst zu beschäftigen. Da es nicht mehr anders geht, nehme ich seit einer Woche (mal wieder) Antidepressiva. Anfangs zieht einen das fürchterlich runter, wie’s heut der Fall war. Viel nachzudenken. Glaubt nicht, dass ich das nicht registrier, dass ich ab und zu etwas komisch, seltsam bin, Leute irritiere, aber meine Art hat ja auch ein paar gute Seiten. Ich hoff, ich kann bald wieder 100% geben. Bis dahin: passt ein bisserl auf mich auf.
Anfrage des Sprachrohrs: “Finanzierung der Uni durch Drittmittel”
Ein Wort des Grußes von der Sinn an die Saar
Saarland:
CDU stabil, SPD mit Gewinnen, Grüne und Linke mit Verlusten, eine FDP
die in den „Sonstigen“ versinkt und ein phänomenaler Erfolg der PIRATEN.
Was drei Jahre doch so alles ausmachen können. Man erinnert sich dunkel
an die Äußerung eines bestimmten FDP-Politikers (an den man sich noch
dunkler erinnert) vor der Bundestagswahl 2009, eine Stimme für die
Piraten sei eine Stimme die in den Gulli geworfen sei.
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