Erklärung zum Beschluss auf der BuVo-Sitzung vom 15. Mai 2013
Als Antragsteller zum Beschluss Barrierefreiheit von zentralen Webangeboten bei dem Bundesvorstand der Piraten, durfte ich diesen erläutern.
Anbei der erklärende Text, wie ich ihn vor der Sitzung vorbereitete.
Die farblich und kursiv unterlegten Teile wurden nicht vorgetragen, sondern waren nur vorbereitet für den Fall, dass es eine unerwartet schwierige Diskussion gegeben hätte.
Hinweis: Zur Diskussion ob WCAG 2 vs BITV2 verweise ich auf die Diskussion im Beitrag: Ist die Barrierefreiheit tot?
Der Antrag ist eigentlich recht simpel.
Es geht darum, dass wir unsere Webangebote so bereitstellen, dass sie möglichst jeder benutzen kann. Ohne Ausnahme und unabhängig davon wie, von wo, womit und unter welchen Bedingungen er sie nutzen kann und muss. Das ist derzeit nicht überall der Fall.
Leider ist es so, dass einige noch unerfahrene Entwickler, Designer, aber auch Agenturen zwar engagiert aber doch unerfahren sind.
Die zaubern was sehr schönes, was auch auf deren Bildschirmen oder Druckern gut ausschaut. Wenn man dann genauer hinschaut, oder eben mit einem anderen Gerät die Website benutzt, dann treten plötzlich Probleme auf.
Die meisten von uns haben Smartphones. Wenn eine Website barrierefrei ist, dann ist dessen Inhalt in der Regel auch auf einem Smartphone gut lesbar.
Das kann jeder testen.
Oder wenn ihr am Computer sitzt, legt doch einfach mal die Maus beiseite und versucht auf der Website zu navigieren.
Wenn eine Website Barrierefrei ist, ist sie einfach. Einfach für alle.
Wenn es das nicht ist, dann steckt da meist kein böser Wille hinter. Die Leute haben das getan, was sie konnten. Wir können dankbar sein, wenn es genug Leute gibt, die ehrenamtlich für uns arbeiten.
Aber gut gemeint ist nunmal nicht immer gut gemacht. Und wenn Leute unsere Angebote nicht nutzen können, nutzt auch nicht, dass der Macher nur das Beste wollte.
Wenn etwas von einer Agentur kommt, die dafür Geld bekam oder eine andere geldwerte Leistung erhielt, dann sieht die Sache auch noch anders aus. Dann ist das Pfusch.
Und mitunter auch nahe am Betrug. Nämlich dann, wenn Firmen behaupteten, etwas für uns zu machen was zugänglich für alle ist, was Barrierefrei ist, was es dann aber in Wirklich nicht ist.
Und das ist leider oft der Fall. Wer als Auftraggeber nicht aufpasst, gerät leicht an einen Pfuscher und wird über den Tisch gezogen. Das passiert leider auch heute noch häufig.Der Antrag gibt einen ganz klar definierten Rahmen vor.
Nämlich die BITV und dessen Test.
Das ist ein ganz klar definierter Katalog an Faktoren, Bedingungen und Tests. Die sind so einfach beschrieben, daß jeder, aber auch jeder diese nachvollziehen kann.
Und das ist kein Hexenwerk, sondern Qualitätsmanagement.
Auch das Testergebnis kann jeder verstehen. 90 von 100 Punkten ist gut. 95 von 100 ist besser. das kapiert jeder. Und da kann sich niemand rausreden.
Die BITV wurde für Behörden geschrieben.
Für Beamte.
Dann sollten wir das ja wohl auch hinkriegen.An die BITV können sich alle halten. Und jeder, der in Zukunft eine neue Website macht oder eine neue Gestaltung oder auch ein Webangebot wie jetzt die Plakatespendensite, kann da noch vor und während der Entwicklung nachlesen, worauf man achten muss.
Im Moment hängen die Freiwilligen, aber auch Beauftragte im Luftlehren Raum. Es gibt keinen Rahmen, was einzuhalten ist.
Keiner sagt es Ihnen!
Irgendjemand sagt “Mach mal!”. Aber nicht wie. Und als guter Pirat macht der oder die dann auch.
Aber dann, wenn es fertig ist, kommt plötzlich der böse Wiese an und pöpelt rum.Mit der Vorgabe, daß wir uns, genauso wie auch seit über 10 Jahren schon die Bundesbehörden, an die BITV halten, können wir nur gewinnen:
Die Leute, die für uns tolle Dinge machen, haben einen Rahmen und wissen worauf sie achten müssen.
Wir gewinnen, sauber strukturierte Websites, die getestet sind und nicht einfach nur mal dahingeschludert.
Wir gewinnen einige Millionen Leute, die ansonsten ausgegrenzt werden.
Und wir gewinnen damit, daß wir Geld sparen.Und wenn der PShop und die Plakatewebsite barrierefreier werden, könnten wir auch etwas mehr Geld verdienen. Wenn wir Aufträge an Agenturen vergeben, können wir das Testergebnis als Abnahmekriterium verwenden.
Schwanhild fragte mich heute nach der Wirtschaftlichkeit. Da muss ich mich erstmal entschuldigen. Ich hab sie darauf mit ein Haufen Infos und Links zugeworfen, die belegen, daß Barrierefreiheit auch wirklich Wirtschaftlich und Nachhaltig ist. Und das andere Behauptungen Unfug sind.
Sorry, ich wollte niemand bekehren. Die Antwort ist: Wenn wir das hier jetzt beschließen kostet es uns erstmal NICHTS.
Wen betrifft es:
Alle Webangebote, die in Zukunft neu beauftragt und vom BuVo verantwortet werden. Also auch Angebote von SGs.
www.piratenpartei.de ist bereits umgestellt.Also: kommende, neue Vorhaben.
Somit gibt es keine Pflicht, den PShop oder die Plakatewebsite zu reparieren.Es sei denn, ihr werdet das zusätzlich noch verlangen. Es wird uns aber was kosten, wenn wir es nicht tun. Auch monetär.
Shops, die nicht Barrierefrei sind, können von vielen Menschen nicht benutzt werden. Auch weil sie dann nicht so einfach benutzbar sind.
Diese Leute gehen dann woanders hin. Und kaufen nicht im PShop.Eigentlich ist der Antrag sehr konservativ und zurückhaltend. Aber ich weiss das wir mit ehrenamtlichen Leuten, die jetzt auf den Zahnfleisch kriechen, nicht einfach morgen alle Fehler und alle eingefahrenen Arbeitsweisen beseitigen können.
Deswegen hab ich den reduziert.
Vor ein paar Jahren hätte ich wegen so einem wachsweichen Antrag ziemlich heftig geflamt. Und ich weiß, daß ich aus der Szene mit Flames zu rechenn hab, weil ich die BITV befördere und nicht WCAG 2.Aber ich finde, wenn wir wenigstens damit anfangen uns für alles was neu kommt, diesen Rahmen zu geben, dann ist das ein Anfang.
Es geht auch darum, den Worten, Taten folgen zu lassen. Nicht nur parteiintern, sondern auch, darüber hinaus.
Barrieren auf einer Website sind ein Statement. Egal ob unbeabsichtigt oder nicht.
Danke.
Piraten-Burnout
Einige aktive Piraten werfen derzeit hin. Als Gründe werden oft Frust oder auch Mobbing angeführt.
Doch meines Erachtens spielt auch etwas anderes eine große Rolle: Erschöpfung bis zum Umfallen – Burnout.
Viele aktive Piraten arbeiten Tag und Nacht (selbst in ihren Träumen im Schlaf). Und sie geben sich keine Pause: Tagsüber geht man der normalenArbeit nach, abends die Partei, im Mumble, dann Treffen der SG X, der AG Y und dann noch dies und das. Und am Wochenende -fast jedes Wochenende- ist irgendwo eine AV, ein KPT, BzPT, ein LPT oder eben mal wieder ein BPT. Und wenn mal kein Parteitag ist, dann eine andere Veranstaltung oder ein anderes Treffen irgendeiner Gruppe. Und überhaupt hat man jemand versprochen mal diesen Antrag durchzulesen und jenen Artikel zu schreiben…
Ich beobachte das schon lange bei vielen Piraten. Und es macht mir große Sorge. Einige konnte ich davon überzeugen, mal kürzer zu treten. Andere nicht.
Die meisten sagen, ja, du hast ja recht. Und sie merken auch selbst, daß sie längst auf dem Zahnfleisch kriechen. Aber das hindert dann andere trotzdem nicht daran, Termine zu setzen. Wenn man dann als Betroffener nicht mal von selbst eine Grenze zieht und sagt, ich kann nicht, da brauch ich Zeit für mich (oder es auch nicht begründet, muss ja nicht) , dann geht man trotzdem hin… Und es kommt zu einem Teufelskreislauf. Wenn man so am Boden ist, nutzt auch längst ein Placebo in Form eines “#flausch” in Twitter nichts mehr. (Wenn das nicht sogar gegenteilig wirken mag, weil man sich dann nur kurzzeitig freut und dann noch härter, noch selbstausbeuterischer arbeitet).
In dieser Verfassung in der man dann ist, sind auch längst alle mentalen und sozialen Barrieren und Filter weg. Die Folge ist, daß man sehr schnell missverständlich geschriebene oder gesagte Worte von anderen als Angriff oder eben hintergründig sieht. Man verliert auch die Befähigung, Rhetorik und nicht mit Smileys ausgezeichnete Späße als harmlos zu erkennen.
“Feinde! Feinde! Überall Feinde, um mich herum!”
Ein Patentrezept gegen dies gibt es nicht.
Wer engagiert ist, tappt sehr schnell in diese Falle und gelangt somit leicht in diesen Teufelskreis. Selbst erkennen tut man dies oft nur dann, wenn man bereits einmal vorher nahe oder im Burnout war und lernte die Zeichen an sich selbst zu deuten.
Um so wichtiger ist es, daß andere, die diese Zeichen erkennen, etwas sagen.
Menschen, Piraten, Freunde: Passt auf euch auf. Nehmt euch Zeit für euch selbst! Und wenn ihr seht, das andere sich überfordern, dann haltet sie auf! Wartet nicht, bis sie sich säbelzückend den Strick um den Hals legen und sich vor die gezündete Kanone werfen.
Auch wenn Wahlkampf ist und Beschlüsse oder Nachrichten ganz dringend Statements von euch erfordern – nehmt euch Zeit für euch selbst. In der Piratenarbeit keine Rolle spielt.
Die meisten von uns sind zu Piraten gekommen, weil sie enttäuscht von den Etablierten sind. Weil wir die Alltagskorruption und soziale Mißstände nicht mehr ignorieren wollen. Weil wir was tun wollen. Weil es Zeit ist, Dinge zu hinterfragen! Weil wir nicht nur an uns selbst denken, sondern auch an andere und die ganze Gesellschaft und darüber hinaus an die Zukunft. Kurzum: Wir sind zu den Piraten gekommen, weil wir was tun wollen für die Menschen und die Welt.
Wenn wir jedoch nur noch Piratenarbeit kennen, nur noch Politik, nur noch Organisation, Strategie und Formalfoo, wo bleibt dann unsere Verbindung zur Wirklichkeit? Zu den Menschen, zu der Welt? Wer nur Piratenarbeit kennt, verliert den Kontakt zur Wirklichkeit. Und verliert deswegen auch irgendwann das Gefühl dafür was wichtig ist und was nicht. Und wird möglicherweise so zu dem was wir eigentlich bekämpfen wollten.
Meines Erachtens kennzeichnet einen Piraten daher eines ganz deutlich: Seine Prioritäten. Nicht die Parteiarbeit, nicht irgendwelche Aktionen oder Piratenveranstaltungen sollten höchste Priorität haben. Sondern das private Umfeld. Die Familie. Und auch etwas die eigene Person.
Piraten, bitte beherzt dies. Wenn ihr euch gefrustet fühlt, wenn ihr meint es geht nicht mehr, dann nimmt eine Auszeit! Und eine Auszeit besteht nicht nur aus einem Tag oder nur einem Wochenende! Nehmt euch die Zeit die ihr braucht. Das kann ein verlängertes Wochenende ohne Computer (!), ohne Handy(!!!) am Baggersee sein. Es kann ein Urlaub in der Karibik sein. Oder auch mehrere Monate, in denen ihr einfach mal nichts piratiges tut. Einfach mal loslassen.

Bartholomew Roberts, Holzschnitt,
Lizenz: Public Domain
Wenn ihr euch festgelegt habt (z.B. weil ihr Kandidat seit) und all dies nicht machen könnt, dann solltet ihr euch wenigstens alternativ einen festen Termin geben: Einmal die Woche, zum Beispiel am Sonntag , ist frei. Piratenfrei. Keine Arbeit. Keine Termine, komme was da wolle! Es kann auch Wochentags sein. Und sei es der Mittwochabend, wo der BuVo tagt. Gebt diesen Tag einen Namen, z.B. Bartholomew Roberts Day. Damit er fest in Erinnerung ist und so nicht so einfach in Frage gestellt werden kann.
Ich verspreche euch, danach wird alles besser sein.
Aber egal was ihr tut. Findet etwas, damit ihr zu euch selbst findet. Damit ihr die Bodenhaftung nicht verliert und eure Energien wieder aufladen könnt.
Schritte zur Onlinebeteiligung bei den Piraten
Unreflektiert niedergeschrieben.
Was müssen wir Piraten als nächstes tun, um die von allen (auch den meisten Gegnern der sogenannten SMV) gewünschte Online-Partizipation zu erreichen?
- Marketing.
Hört auf mit den ach so tollen Bezeichnungen, Namen und Etiketten. SMV, LQFB, .. .Grütze! Lasst auch die Worthülsen weg, mit denen ihr intelligent klingende Sätze zusammentackert. Das kann die CDU besser. Oder Marketing. Aber es ist inhaltslos. - Wahlcomputer….uuuuuh!
Angst, ich zittere. Der CCC hat da mal was beweisen von wegen der Manipulierbarkeit der in einigen Ländern eingesetzt Wahlcomputer. Und der CCC ist heilig. Und sakrosant und allwissend. Sie sind die Mächte des Lichts. Und Wahlcomputer Teufelszeug. Das Wort allein… es ist wie… sagt man es, könnte es kommen! “Wahlcomputer…uuuuhhh”… Hilfe! Und außerdem “kenn ich da ein Dr. der Informatik aus Karlsruhe, dem hab ich von Liquid Feedback erzählt. Und der hat gelacht!”. Im Ernst, hört auch auf damit, Worte zu Symbolen zu machen. Schaut in die Materie rein, was wirklich dahinter steckt. Evaluiert und vergleicht. Aber pauschaliert nicht.
Glaubt nicht. Hört auf an Perfektion und an Absolutismen zu glauben. Hinterfragt alles. Aber fangt nicht an, eine eigene Religion zu erfinden. - Legt eure Prioritäten fest und macht Kompromisse!
Nicht alles, was jede Fraktion will hat wirklich höchste Priorität. Sicherheit, Usability, Gleiche Teilhabe für alle, Nachvollziehbarkeit der Abstimmungen? Was ist das wichtigste? Ja, es gibt keine hundertprozentig sicheren Systeme. Und doch gibt es Online-Banking. Komisch, nicht wahr? Dort wurde ein Kompromiss zwischen Sicherheit und Benutzbarkeit gefunden. Man hat etwas auf Sicherheit verzichtet um mehr Menschen reinzulassen.
Was ist wichtiger? Wollen wir tatsächlich eine hohe Sicherheitsstufe, wenn dies bedeutet, dass somit Menschen von der Teilhabe ausgeschlossen werden? Und ist die Nachvollziehbarkeit aller Teile des Systems von Laien wirklich so wichtig, dass auch deswegen Menschen von der Nutzung ausgeschlossen werden? Ich meine nicht.
Mit Urnen und einem realen Parteitag erfüllen wir nicht einmal die Sicherheitsanforderungen von Online-Banking. Durch GO-Anträge, Fakeanträge, Satzungsfu, aber auch interne Absprachen sind Parteitage leicht manipulierbar. Das wollen wir einfach als gottgegeben hinnehmen, aber bei Online-Abstimmungen muss es 100ig sein? - Transparente Politik bedeutet nicht Offenbarung des Wählers.
Transparente Politik ja bitte! Aber nicht auf Kosten der Mitbeteiligung. Klar wollen wir wissen, ob ein Antrag fremdgesteuert ist. Aber ist es dann bei einer Zahl von mehreren Tausend Stimmberechtigten wirklich relevant, wer konkret welche Stimme gab? Wirklich? Könnte es nicht sein, dass es viel interessanter wäre zu wissen, vom welchen Leuten ein Antrag kommt? Wir streiten uns zu recht um das Für und Wider der Anonymität der Stimmberechtigten. Genauso gut könnten wir darüber streiten, ob Postboten sich identifizieren müssten. Für den Fall nämlich, dass sie eine Briefbombe zustellten. - Transparente Prozesse.
Technisches Fu plus organisatorisches Bar, ergibt FuBar. Wir müssen über Prozesse und organisatorische Schritte reden. Und über allgemeine Rahmenbedingungen. Aber konkrete Umsetzungen der Technik ist nicht Thema von Parteitagen. Will ich ein Auto kaufen, rede ich nicht mit den Mechatroniker über die korrekte Größe der Motorkolben. Und der will das auch nicht. Zu recht. Bei den Prozessen jedoch, kann und soll jeder mitreden können.
Nur mal so runtergeschrieben.
Rotation Curation — ein Hype?
Was ist Rotation Curation?
Rotation Curation wurde von der schwedischen Werbeagentur Volontaire für das Swedish Institute und VisitSweden mit dem Namen Curators of Sweden entworfen. Ziel war und ist es, ein positives Images von Schweden zu generieren und damit Touristen anzulocken. Dies wird dadurch erreicht, dass jede Woche ein/e Bürger/in Schwedens für 7 Tage den offiziellen Twitter Account @Sweden bekommt und hier mehr oder weniger das schreiben darf, was er/sie möchte. Dieses Konzept wurde als Progressiv und Innovativ bezeichnet, weil es kaum Vorgaben gab. Die Tourismusbehörde gibt hier praktisch die Kontrolle aus der Hand, wie das Land international dargestellt wird. Daher wird es auch als demokratischste Form bezeichnet. Schweden hat damit erreicht, mit geringen Ausgaben für Werbung in die internationale Presse zu kommen. Das positive Image wurde damit befördert und das Land als ein innovatives Land positioniert. Kurzum ein großer Erfolg.
Wie das bei solchen Themen auf Twitter ist, werden diese gerne schnell von anderen aufgegriffen und übernommen. Ein kleine Zusammenfassung ist bei RotationCuration.com zu finden. Es sind da 77 Accounts gelistet. Die Pflege wurde scheinbar Anfang des Jahres eingestellt, denn ein paar mir bekannte Accounts wie beispielsweise @being_vodafone fehlen. Wenn man sich die genannten 77 Accounts näher ansieht, dann sind 42 davon tot. Eine Account fällt etwas aus der Reihe, @MunichLovesU, den er war von Anfang an nur auf 52 Wochen angelegt. Es bleiben über 50% der Accounts sind bereits wieder tot.
Warum Twitter?
Jetzt könnte man sich die Frage stellen: ist Twitter das richtige Medium? Ziel soll es sein, ein Land, eine Region, eine Stadt, eine Organisation, ein Thema durch die Augen von unterschiedlichen Menschen darzustellen und dadurch dem Rest näher zu bringen. Was wären die Alternativen zu Twitter? Blogs? Facebook? Google+? Youtube? Jede dieser und anderer Plattformen haben ihr Eigenheiten und damit in Beziehung auf eine gewisse Zielerreichung ihre Vor- und Nachteile. Die Zielerreichung für Schweden war und ist, dass Schweden international positiv für den Tourismus dargestellt wird, dass Tipps gegeben werden, wo man hingehen soll und was man besser meidet. Alles aus Sicht der Bürger selbst und ungefiltert. In meinen Augen, ist dieses Ziel auf Twitter nur kurzfristig erreicht. Twitter ist, wie die Agentur selber sagt, eine Echtzeitkommunikation, eine vergängliche Kommunikation. Twitter funktioniert gut, wenn es um sehr dynamische Themen geht. Twitter funktioniert nicht so gut, wenn es um nachhaltige Themen geht. Dies hat mehrere Gründe. Einer der Hauptgründe ist, dass allein die Suche auf Twitter nur ein paar Tage zurück reicht. Ein anderer ist, dass man in 140 Zeichen keine Essays schreiben kann und somit geht der Kontext, die Begründung und ähnliches schnell verloren. Twitter ist hoch dynamisch. Dafür hat Twitter den Vorteil, dass schnell und einfach eine große Gruppe an Menschen erreicht wird.
Warum kein Blog?
Es gibt ein Beispiel wo man dieses direkt vergleichen kann: @being_vodafone vs. Datev-Blog. Warum lässt sich das Vergleichen? Ganz einfach: der Twitter-Account wird von Mitarbeitern von Vodafone betrieben, die dazu Lust haben sich darzustellen. Der Datev-Blog wird von Mitarbeiter der Datev betrieben, die dazu Lust haben und die Datev darzustellen. In beiden Fällen haben die Mitarbeiter freie Hand und sie müssen nicht aus dem PR-Team sein. Bei Vodafone kann man nur durch den Twitter-Account scrollen und stellt fest: ja das sind normale Menschen, die das Gleiche machen wie andere auch. Bei der Datev kann man sich durch die Blog-Artikel klicken und stellt fest wie die Datev arbeiten. Es gibt Portraits zu einzelnen Menschen und ähnliches. Bei der Datev lernt man also die Datev, ihre Tätigkeitsfelder, die Mitarbeiter dahinter aus der Sicht der Mitarbeiter kennen. Bei Vodafone lernt man, es gibt Menschen.
Twitter wäre und ist interessant für Events. Jedoch ist hier Rotation Curation das falsche Mittel, hier ist das richtige Mittel das Hashtag, wie die aktuell laufende re:publica zeigt.
Was ist aus Marketing-Sicht also sinnvoller? Ich meine: das Blog.
Das Gleiche kann man analog auf Länder, Regionen, Städte und so weiter anwenden. Twitter ist wichtig für die Verbreitung, jedoch das falsche Medium für die Darstellung. Gerade mit den vielen toten Accounts kann man also sagen, dass Rotation Curation ein Hype ist, der bald auch wieder vorbei ist.
Wem gehören meine Daten?
Wem gehören meine Daten? Was sind meine Daten?
Der Verbraucherschutz hat unter dem Titel “Meine Daten” gehören mir einen Ratgeber zum Thema Daten und Datenschutz herausgebracht. Das Thema ist ebenso bei vielen politischen Vereinigungen auf der Agenda, insbesondere bei der Piratenpartei unter dem Grundsatz der informationellen Selbstbestimmung. Doch über was für Daten reden wir eigentlich?
Beim Verbraucherschutz verrät das Inhaltsverzeichnis, dass es um Daten im Internet, Datenspuren verursacht durch sogenannte Loyality-Cards, Telekommunikation, Soziale Netzwerke und Behörden und Institutionen geht. Auch bei den politischen Vereinigung könnte man, den Eindruck gewinnen, es geht nur um diese Gebiete. Dabei ist das Thema viel weiter gefasst.
Was ist mit Daten, die die Geräte sammeln, die wir tagtäglich nutzen. Bekannt geworden war damals, dass iPhone Ortungsdaten sammelt. Sind das meine Daten? Sind das Daten, die in diesem Falle Apple gehören? Sind das Daten, die den WLAN-Betreibern gehören? Sind das Daten, die den Netzbetreibern gehören. In diesem Fall, musste Apple nachbessern, dass der Nutzer ein Opt-in bekommt. Dann kam der Datenskandal, dass Google mit seinem Streetview ebenso WLAN-Daten gesammelt hat. Was ist mit diesen Daten wem gehören diese? In diesem Falle wurde diese Frage nicht weiter geklärt, außer dass sie wohl nicht Google gehören. Nur, welche Geräte sammeln tagtäglich Daten, ohne dass es so offensichtlich ist?
Wem gehören die Daten, die mein Fahrzeug sammelt?
Jedes Fahrzeug speichert seit Jahren Daten, wie den Kilometerstand. Jedes Fahrzeug speichert seit Jahren Daten über den Zustand des Fahrzeuges. Die Daten, die der Service und der ADAC auslesen kann, um festzustellen welche Probleme es gibt, den sogenannten Fehlerspeicher. Der Fehlerspeicher ist über eine standardisierte Schnittstelle zugänglich und jedes Fahrzeug in der EU ist verpflichtet, diese zur Verfügung zu stellen. Was kaum einer weiß: hier werden ebenso Abgasdaten gespeichert, eine Anforderung aus den USA. Wem gehören diese Daten? Dem Fahrer? Dem Fahrzeughalter? Dem Automobilhersteller?
Warum ist das relevant? Beispiel: am Anfang diesen Jahres hat der New York Times Redakteur John Broder den Tesla S getestet. Dabei ist er liegen geblieben und entsprechend gab es einen schlechten Review von ihm. Die Antwort von Elon Musk, seines Zeichens CEO von Tesla, lies natürlich nicht lange auf sich warten, denn Tesla hat das Fahrprofil des Testers mit aufgezeichnet, ohne Johns Wissen. Nur wem gehören diese Daten? Die Daten des Fahrprofils? Darf ich einfach solche Daten aufzeichnen?
Warum ist das relevant? Solche Daten-Logger gibt es inzwischen im Nachrüstmarkt oder sind teilweise ab Werk verbaut. Viele aktuelle Oberklassefahrzeuge haben Ortungssysteme verbaut, insbesondere die Fahrzeuge bei den Autovermietern. Wem gehören diese Daten? Im Transportgewerbe ist es heute im Rahmen des sogenannten Flottenmanagement, beispielsweise von MAN. Ähnliche Lösungen gibt es von einigen Anbietern. Da geht es meist um ein effektives Auftragsmanagement und die Möglichkeit, die oben genannten Fehlerdaten auszulesen, um frühzeitig und pro-aktiv Fahrzeugservice zu leisten. Wem gehören diese Daten? Dem Fahrer? Dem Fahrzeughalter? Dem Transportunternehmen? Dem Fahrzeughersteller?
Warum ist das relevant? Weil es sind beispielsweise die Ruhe- und Lenkzeiten. Es sind Daten wie, wie lange lief der Motor im Leerlauf und wie stark und wurde gebremst. Es sind Daten die den Fahrer und sein Fahrverhalten beschreiben und bewerten. Hier auch schon schön mit einer Klassifizierung, wie man es sonst von Kühlschränken kennt. Das ist im Transportgewerbe seit Jahren üblich. Gleiches wird bei der Polizei in England eingeführt bzw. läuft seit September 2012 unter dem Namen “One Box”. Ziel der Einführung ist es, dass die englische Polizei Geld sparen muss. Durch effizientes Fahren sind die Fahrer angehalten besser zu fahren. Auch hier gibt es ein Reporting des Fahrverhaltens an den Dienststellenleiter. Der Beamte, der “nicht richtig” fahren kann, wird dann entsprechend zu einer Nachschulung geschickt. Übergeordnet erhält der District-Leiter ein Reporting über die einzelnen Dienststellen. Auch hier die Fragen: Wem gehören die Daten? Dem Fahrer? Dem Halter? Der Behörde? Dem Fahrzeughersteller?
Warum ist das relevant? Es gibt bereits die ersten Versicherungen, die ebenso auf der gleichen Basis ihre Tarife anpassen wollen bzw. Anbieter, die dies entsprechend zur Verfügung stellen. Ähnliche Versuche gab es bereits in anderen Ländern und sei es unter der Argumentation für Fahranfänger günstige Tarife zur Verfügung zu stellen. Auch hier wieder die Frage: wem gehören diese Daten?
Meine Daten gehören mir ist in der heutigen Welt keine so einfach Aussage mehr. Denn wir müssen erst klären über welche Daten wir reden. Daten, die vor kurzem noch vollkommen harmlosen aussahen (Fehlerdatenspeicher), können plötzlich sehr wohl zu persönlichen Daten werden (Fahrverhalten). Ähnliches gibt es in vielen Bereichen, gerade in der Arbeitswelt. Es ist eben nicht mehr nur Facebook, Schufa, Payback und Einwohnermeldeamt über die wir uns Gedanken machen müssen. Es sind alle alltäglichen Dinge.
Telekom, Drosselkom und Netzneutralität
Letzte Woche hat die Telekom die News schlecht hin, verpackt in einer Pressemitteilung und dem Titel “Telekom ändert Tarifstruktur”, herausgelassen, die den gesamten Shitstorm der “Netzgemeinde” auf sich gezogen hat. Was war passiert? Die Telekom führt jetzt im Festnetz eine Drosselung für die Flatratetarife ein, so wie sie bereits im Mobilfunk üblich sind. Soweit so schlecht.
Es gab mal wieder einen lange nie dagewesenen Shitstorm gegen die Telekom, sei es von Markus Beckedahl in Form von Netzpolitik.org, sei es bei Heise, sei es bei Golem, sei es durch Sascha Pallenberg bei Mobilegeeks, und gar der Brandbrief von Wirtschaftsminister Philip Rösler.
Bei der Telekom geht es um Netzneutralität, weil die Telekom bietet parallel darüber Telefondienste und in Form von T-Entertain TV und Video on Demand-Dienste darüber an, die nicht mit zum Inklusivvolumen zählen, sondern extra. Parallel scheint die Telekom zu sagen, jeder andere darf auch extra, wie die Telekom im Mobilfunk bereits mit Spotify praktiziert.
Aber HALLO??? Gehen wir doch einfach mal einen Schritt zurück und was sehen wir? Bei Kabeldeutschland ist dies heute schon Praxis, siehe auch meinen Kurzbeitrag im Vergleich. Kabeldeutschland praktiziert bereits das, was die Telekom jetzt auch umsetzt. Bei Kabeldeutschland hat sich keiner gestört, weil da ist es erst bei 60GB pro Tag und auch nur für Filesharing. HALLO??? Reden wir jetzt über Netzneutralität oder über konkrete Werte bis wohin es noch OK ist und ab wann nicht mehr? Selbst die Piratenpartei enttäuscht an dieser Stelle massiv. Denn auch bei der Piratenpartei geht es nur um die Telekom in der Pressemitteilung.
Eure Doppelmoral und Kurzsichtigkeit kotzt mich an!!!
Telekom drosselt
Die Telekom möchte mit ihren neuen Tarifen eine Drosselung einführen. Dies könnte eine Gefahr für die Netzneutralität sein mit Blick auf ihr eigenes Angebot T-Entertain. Nur ist, die Telekom der erste Anbieter, der das tut? Mit Blick auf Kabeldeutschland: nein. Kabeldeutschland verletzt ebenso die Netzneutralität, seit Jahren und keinen stört es. Telefon geht bei Kabeldeutschland extra. Fernsehen geht bei Kabeldeutschland extra und Video on demand geht bei Kabeldeutschland extra.
| Dienst/Eigenschaft | Telekom ADSL16 (alt) | Telekom ADSL16 (neu) | Kabeldeutschland 16 |
|---|---|---|---|
| Preis | 34,95 Euro | 34,95 Euro | 24,90 Euro |
| max. Speed | 16 Mbps | 16 Mbps | 16 Mbps |
| Drosselung | - | ab 75 GB/Monat | ab 10 GB/Tag (durchgesetzt ab 60 GB/Tag) |
| max Speed (Drosselung) | - | 384 kbps | 100 kbps |
| Telefon | Festnetz Flat | Festnetz Flat | Festnetz Flat |
| Telefon Daten zählen | - | nein | nein |
| TV | T-Entertain | T-Entertain | Kabel Digital/Komfort/Premium |
| TV Daten zählen | - | nein | nein |
| Video on demand | T-Entertain | T-Entertain | Kabel Digital/Komfort/Premium |
| Video on demand Daten zählen | - | nein | nein |
Deutschland und die Elektromobilität
Deutschland, genauer die Bundesregierung, hat im August 2009 beschlossen, dass Deutschland Leitmarkt und -anbieter für Elektromobiliät werden soll. Für diese Entscheidung gibt es, wie immer, viele Gründe. Einer der wichtigsten Gründe, ist die Verpflichtung der Bundesregierung zur Reduzierung der CO2-Werte für Deutschland. Wie immer, ist dies natürlich auch durch die Industrie getrieben. Gerade Deutschland ist neben den USA und Japan der Standort für Automobilanbieter. Praktisch ist es so, dass weltweit viele namhaften Automobilhersteller ihre Fahrzeuge in Deutschland entwickeln und entwickeln lassen, sei es BMW, GM (Cadillac, Chevrolet, Opel, Vauxhall), Ford, Mercedes, Volkswagen (Audi, Bugatti, Lamborghini, Porsche, Seat, Skoda, Volkswagen). Selbst ein Toyota und andere lassen in Deutschland entwickeln. Denn Deutschland, ist im Bereich der Fahrzeugelektronik der Standort weltweit; in Deutschland ist das Know-How.
Nationale Plattform Elektromobilität (NPE)
Im Mai 2010 wurde dann entsprechend die Nationale Plattform Elektromobilität (NPE) ins Leben gerufen. Ziel soll werden, dass Deutschland im Jahr 2020 Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität ist. Der zweite Bericht der NPE im Mai 2011 spricht dann auch schon von einer Million Elektrofahrzeugen im Jahr 2020 auf deutschen Straßen. Um dieses Ziel zu erreichen, macht die Bundesregierung viel. Sie investiert mehrere Millionen aus dem Konjukturpaket II in die Förderung und hat 8 Modellregionen mit spezieller Förderung gebildet, weiterhin gibt es spezielle Förderprogramme. Waren es am Anfang noch 90 Millionen Euro, sind es zwischenzeitlich 500 Millionen Euro oder vielleicht doch eher 900 Millionen Euro? So genau weiß dies wahrscheinlich keiner am Ende des Tages. Hoffen wir, dass es der Sache dient.
Deutschland als Leitanbieter
Seit Jahren gibt es die Argumentation, die deutschen Fahrzeughersteller hätten die Elektromobilität verschlafen. Haben sie es wirklich? Die deutschen Automobilhersteller forschen und entwickeln seit Jahren an Elektroantrieben und alternativen Antriebskonzepten, wie der Wasserstoffantrieb. Bereits 1991 auf der IAA wurden verschiedene Fahrzeuge in ihren unterschiedlichen Entwicklungsstadien präsentiert. Allen voran war BMW bereits mit einem vollelektrischen Fahrzeug, dem BMW E1. Was hat sich seit dem getan? Auf der einen Seite wenig: Es gibt bis (fast) heute immer noch wenige Fahrzeuge von den verschiedensten Herstellern. Die ersten Hersteller von Elektrofahrzeugen war die PSA Group in Frankreich Mitte der 1990er Jahre. Doch was ist davon übrig geblieben? Wer kennt wen, der ein solches Fahrzeug fährt beziehungsweise fuhr? Richtig bekannt geworden sind die Elektrofahrzeuge erst mit dem Tesla Roadstar. Das Hauptproblem der Elektromobilität ist Speicherung der Energie, die Batterie. Die in den 1990er Jahren vorhandenen Batterietechniken, waren zu schwer und zu teuer pro speicherbarer Energiemenge. Die Automobilhersteller waren und sind keine Batteriehersteller. Deswegen ist es mit der Elektromobilität nicht vorwärts gegangen. Ein kleinen Durchbruch gab es durch die Batterien auf Lithium-Ion-Basis in Beziehung auf Gewicht und Preis bezogen auf die speicherbare Energiemenge. Aber auch hier liegen die Preise noch bei ca. 450 Euro pro Kilowattstunde. Der Preis wird sicherlich in den nächsten Jahren weiter fallen. Doch jetzt ist der Preis ein Ausschlusskriterium. Deswegen haben viele Hersteller die Produktion von Elektrofahrzeugen wieder eingestellt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass hinter den Kulissen weiterentwickelt wird.
Toyota war einer der ersten Fahrzeughersteller, die Aufgrund der Batterieproblematik gar nicht erst auf ein Elektrofahrzeug gesetzt haben. Toyota hat sich als einer der ersten Anbieter auf die Kombination von herkömmlichen Antriebsstrang mit Elektroantrieb konzentriert und dies konsequent zur Marktreife gebracht. Damit hat Toyota einen neuen Fahrzeugtyp begründet: das Hybrid-Fahrzeug. Dies war auch für Toyota eine sehr große Herausforderung. Inzwischen ist durch einen glücklichen Umstand Toyota der Leitanbieter bei Hybrid-Fahrzeugen. Das Projekt Prius wäre fast kurz vor dem Aus gewesen, denn der Prius hat war damals an der Profitabilitätsgrenze. Abgehoben hat das damals, weil in den USA für die dortigen Verhältnisse die Benzinpreise massiv gestiegen sind. Dies führte dazu, dass der Markt für SUVs einbrach und plötzlich Spritsparer gefragt waren. Es gab nur einen: den Toyota Prius. Inzwischen haben viele Hersteller nachgezogen und bieten ihrerseits Hybrid-Fahrzeuge an (Liste der Hybrid-Fahrzeuge im Zeitverlauf).
Nur wo sind die deutschen Anbieter? Warum ist das so schwer, wenn andere das auch können? Das erste Problem ist, dass eine Fahrzeugentwicklung auch heutzutage noch um die 4 bis 5 Jahre dauert. Fahrzeuge, die also heute (2013) auf den Markt kommen, werden bereits seit 2008 entwickelt. Der Entwicklungsstart des VW Golf VII, der 2012 vorgestellt wurde, lag also irgendwann in 2008, was zufälligerweise das Jahr war, wo der VW Golf VI erschien. Deutsche Fahrzeuge sind bei der elektronischen Integration ganz weit vorne. Entsprechend komplex sind Änderungen und Erweiterungen, wenn sie nicht von Anfang an eingeplant sind. Beispielsweise wird VW mit dem Golf VII und Golf VII Variant für Behördenfahrzeuge den sogenannten Sonderfahrzeugassistenten (SFA) anbieten. Die Entwicklung hat ca. 3 Jahre gedauert und im unteren 2-stelligen Millionenbereich gekostet. Hier geht es nur um ein Zusatzgerät, welches den Zugriff auf Fahrzeugfunktionen erlaubt und keinen Volleingriff wie bei der Integration eines Elektroantriebskonzeptes.
Eine Fahrzeugentwicklung nicht mal eben so gemacht wie bei jedem beliebigen Smartphone. Bei vielen Produkten ist es der Endkunde inzwischen gewohnt, dass mal ein Bug auftreten kann. Dann muss das jeweilige Gerät gegebenenfalls neu gestartet werden und es wird schon bald ein Softwareupdate geben. Das ist im Automobil nicht so einfach möglich. Bestimmte Basisfunktionen müssen beispielsweise zu fast 100% garantiert werden. Der Blinker darf nicht falsch blinken; das Tagfahrlicht muss immer an sein, außer das Ablendlicht ist eingeschaltet; das Bremslicht muss immer funktionieren und darf unter keinen Umständen eine Fehlfunktion haben. So gibt es viele Funktionen, die am und im Fahrzeug garantiert werden müssen. Viele dieser Funktionen interagieren inzwischen miteinander. Bei der Integration eines elektrischen Antriebsstrangs erhöht sich die Komplexität insofern, als dass jede Elektronik im Fahrzeug Strom benötigt und damit Energie kostet. Wegen der Probleme mit der Batterietechnik, muss also parallel der Energiebedarf verringert werden. Es muss möglich sein, Teilsysteme zum Strom sparen je nach Bedarf zu deaktivieren. Weiterhin müssen die Batteriezellen beim Bremsen ebenso effizient geladen werden, genannt Rekuperieren. Dieses Rekuperieren beeinflusst wiederum das Bremsverhalten und damit das Fahrverhalten, insbesondere in Kurven. In Situation wo wiederum Assistenzsysteme wie die Stabilitätsprogramme auch noch aktiv sind. Die hohe Integration und die hohen Qualitätsanforderungen sind Grund warum es scheinbar so langsam voran geht.
Im Großen und Ganzen sind die deutschen Hersteller auf einem guten Weg und an vielen internationalen Projekten zur Elektromobilität beteiligt, wie beispielsweise in China. Gerade in China zeigt sich, dass es auch hier viel langsamer voran geht, als gedacht. Ich denke, dass wenn jedes Modell von den deutschen Herstellen ebenso als Hybrid verfügbar sein wird, das Ziel als Leitanbieter erfüllt sein wird. Denn dann gilt wieder die gute, alte Regel: Deutsche Produkte werden wegen ihrer Qualität gekauft.
Deutschland als Leitmarkt
Ein weiteres Ziel ist es, Deutschland als Leitmarkt zu etablieren. Hier steht immer noch die Zahl von einer Million Elektrofahrzeugen im Raum. Jeder in der Branche hegt daran Zweifel und ist hinter vorgehaltener Hand der Meinung, dass Deutschland kein Leitmarkt sein wird. Der Leitmarkt wird China sein.
Ein Teil der Förderprogramme zielt daher auf den Aufbau einer Infrastruktur ab. Die Förderung der Infrastruktur richtet sich hier zum Großteil an die Energieanbieter. Ich denke dies ist der falsche Weg, wenn Deutschland ein Leitmarkt werden will. Die Förderung setzt an der falschen Stelle an und es fehlen gesetzliche Rahmenbedingungen.
Das “Tanken” eines Elektrofahrzeugs dauert seine Zeit. Daher ist es sinnvoll die Fahrzeuge da zu laden, wo sie viel herumstehen. Das klassische Tankstellenkonzept funktioniert hier nicht mehr. Autos stehen am Längsten in der Nähe der Wohnhäuser und der Arbeitsstätten.
Elektrofahrzeuge sind ideal für Kurzstrecken und sinnvoll für mittlere Strecken. Kurzstrecken finden meistens in den Großstädten statt. Elektrofahrzeuge sind also ideal für Großstädte. Das Problem ist, dass in Großstädten viele in Mehrfamilienhäusern wohnen. Die Fahrzeuge stehen dann entsprechend in Tiefgaragen, Stellplätzen und öffentlichen Straßen in der Nähe der Mehrfamilienhäuser. Jedoch keines der Förderprogramme setzt hier an. Es gibt gesetzliche Vorgaben in der Landesbauordnung, dass pro Wohneinheit entsprechend Stellplätze und Garagen zur Verfügung gestellt werden müssen. Genau hier wäre ein wichtiger Ansatzpunkt. Damit die Möglichkeit einer Ladeinfrastruktur geschaffen wird, sollte es verpflichtend oder zumindest gefördert werden, dass diese Stellplätze und Garagen mit Ladestationen ausgestattet sind. Beispielsweise ich habe keine Steckdose auf meinem Stellplatz in der Tiefgarage. Ein Anschluss ist nicht so leicht herstellbar, da die Elektrik durch Feuerschutztüren durchgeführt werden muss. Das Laden auf der Straße ist ebenso nicht möglich. Ich behaupte, dass kein in Deutschland aktuell gebautes Mehrfamilienhaus berücksichtigt die Problematik der Elektromobilität und Nachrüstung ist immer wesentlich teurer, wie die direkte Integration.
Ein weiteres Problem ist das Problem des Laden beim Arbeitgeber. Hier besteht erstens das gleiche Problem der Stellplatzproblematik wie bei den Wohnhäuser. Hinzu kommt: der Arbeitgeber darf den abgenommen Strom dem Arbeitnehmer nicht in Rechnung stellen. Wenn der Arbeitgeber den Strom in Rechnung stellt, dann wird er zum Stromanbieter. Als Stromanbieter benötigt man in Deutschland eine Lizenz von der Bundesnetzagentur. Wenn der Arbeitgeber den abgenommenen Strom nicht in Rechnung stellt, dann erhält der Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil, was wiederum dem Finanzamt nicht gefällt.
Gerade in diesem Bereich hat die Bundesregierung ihre Hausaufgaben zu erledigen.
Carsharing
Vielleicht gerade in Großstädten wird die Elektromobilität von alternativen Mobilitätskonzepten überholt, die wiederum Elektromobilität auch beinhalten können. Alternative Mobilitätskonzepte wie Car2Go, DriveNow, QuiCar und Zebramobil stellen im Mobilitätskonzept von Großstädten die nachhaltigere Lösung dar. Hierbei geht es darum, kein eigenes Auto mehr zu besitzen, sondern eines zu nutzen, wenn man es benötigt. Gerade in Großstädten mit einem gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr die günstigste und nachhaltigste Lösung für Umwelt und Nutzer. Aber auch hierfür benötigt es eine sinnvolle Ladeinfrastruktur in der Nähe der Wohnviertel und der Arbeitsstätten.
#BDA: Bundesweite Demonstrationen am 14.04.2013 / 27.04.2013
Aus aktuellem Anlass möchte ich auf folgendes hinweisen:
Das Bündnis “Nein zur Bestandsdatenauskunft“, ruft zu Demonstrationen und kreativen Aktionen gegen die Bestandsdatenauskunft an zwei bundesweiten Aktionstagen auf:
am Sonntag, den 14. April 2013, sowie am Samstag, den 27. April 2013.
Informationen, Hintergründe, Orte und alles weitere findet sich unter http://bda.protestwiki.de/ .
Das folgende Video von Bruno Kram spricht für sich:
http://www.youtube.com/watch?v=EbrohCq1_04
Das Recht auf Erinnerung
Vor einiger Zeit schrieb Andi Popp einen Artikel mit dem Titel „Das Recht auf Vergessen werden“. Dieser Artikel wurde als Blogartikel u.a. von der Piratenpartei Bayern veröffentlicht. Er griff dabei die Diskussion um den „digitalen Radiergummi“ auf. Es geht im Prinzip darum, dass Menschen in Rahmen der informationellen Selbstbestimmung die Möglichkeiten erhalten müssen, unangenehme oder unerwünschte Inhalte löschen zu lassen: Es kann nicht sein, dass man Jahre oder Jahrzehnte später noch Nachteile oder ehrrührige Situationen erleben muss, nur weil beispielsweise ein Foto von einer ausschweifenden Party, bei der man teilnahm, weiterhin im Netz abrufbar ist.
Ursprünglich soll das “Recht auf Vergessenwerden” auf den Rechts- und Politikwissenschaftler Viktor Mayer-Schönberger zurückgehen. Es soll jedoch auch in der EU-Datenschutzreform aufgenommen werden. (Quelle: Wikipedia).
Ich stimme mit Andi überein, dass bisherige Lösungsansätze nicht funktionieren. Die Idee eines digitalen Radiergummis, wie sie von einigen konservativen Politikern erzählt wird, ist und bleibt ein Märchen. Daran ändern auch keine halbgaren Proxylösungen, die von Professoren, welche auf gegenseitige Gefälligkeiten hoffen, für ihre Ministerin erstellt wurden.
Andi schlägt einen anderen Ansatz vor.
„Ein vernünftiger Ansatz muss daher darauf abzielen, den Menschen die Möglichkeiten zu geben, die Veröffentlichung sensibler Daten von vornherein zu verhindern.“
Menschen sollen per se Anonym im Netz sein. Es sollen nur mehr so viele Daten mit Personenbezug verwendet werden, wie es gerade notwendig ist.
„Wenn man jedoch von vornherein anonym ist, dann sind Daten, die veröffentlicht oder von Unternehmen (legal!) verschachert werden, kein so großes Problem mehr. Der Schritt aus der Anonymität wäre jederzeit möglich, und vor allem könnte man eigenverantwortlich darüber entscheiden.“
Die Idee ist sexy. Und sie wäre sogar technisch umsetzbar. Sie ist, wie der digitale Radiergummi, ein interessantes Konzept für eine programmiertechnische Fingerübung.
Doch die Idee übersieht den wichtigsten Faktor: Den Menschen. Oder genauer gesagt: Die anderen Menschen.
Es geht nicht
Ich als Einzelner habe ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das ist nicht abzustreiten. Und es ist auch nicht verhandelbar. Aber selbes Recht steht auch anderen zu. Die wichtige Frage ist: Wo fängt die „Selbstbestimmung“ denn konkret an?
Wenn andere Menschen mich sehen, merken sie sich möglicherweise mein Gesicht. Wenn wir uns unterhalten, dann vielleicht meinen Namen, vielleicht auch mehr. Die Unterhaltung, Dinge die man sich erzählt, die Kleidung, die Umstände wo und wann man sich getroffen hat.
Selbst wenn ich mein Gesicht oder meine Augenpartie verdeckt, ja selbst wenn ich eine Burka tragen würde, um mich weitestgehend anonym zu machen, es bleiben viele Informationen, welche von anderen Menschen gesehen, aufgefasst, interpretiert, verglichen, gewertet und gespeichert werden können.
All dies sind Informationen, die in einer Form gespeichert werden: Im Gedächtnis der beteiligten Personen.
Viele, ja sogar die meisten Dinge, die man zu Gesicht bekommt oder über andere Sinnesorgane aufnimmt, werden vom Gehirn automatisch und unbewusst bewertet und vergessen. Ob und welche Dinge vergessen werden, wird jedoch im Gehirn eines Menschen selbst entschieden.

Datenschutzbrille – Lizenz: CC-BY-CA 3.0
Als ich im Herbst 2012 auf dem Landesparteitag von Bayern war, wurde von einer Person auf dessen Recht auf informationelle Selbstbestimmung verwiesen. Er bat darum, auf dieser öffentlichen Veranstaltung keine Fotos von ihm zu machen. Um sich darüber hinaus gegen Panoramaaufnahmen der (öffentlichen) Veranstaltung abzusichern trug er eine „Datenschutzbrille“.
Durch die Brille und durch das Auftreten blieb er mir deutlich in Erinnerung. Zwar habe ich seinen Namen nicht gemerkt, ich habe jedoch keinen Zweifel dass viele, die schon länger dabei sind und diesen Text lesen, sofort den Namen nennen könnten.
Ob man auf diese Weise seine eigene Anonymität fördert? Hier war das Gegenteil der Fall.
Das kann auch niemand Fremdes beeinflussen. Nur weil dieser jetzt wünscht, dass man ihn vergisst. Manche würden das ja gern wollen. Wenn man mit irgendwas ins Fettnäpfchen getreten ist. Als Bankräuber. Weil man Anwalt ist. Oder weil man jung ist und das Geld brauchte und deswegen für ein Boulevardblatt Skandalgeschichtchen besorgen und schreiben muss.
Würde es die Möglichkeit des digitalen Radiergummis geben, der auch auf das Gehirn von Menschen zugreift und den dazu notwendigen Schalter am Ende einer 100m Bahn legen würde, frage ich mich wer schneller danach rennen würde? Journalisten oder Politiker? Oder Barbara Streisand?
Eingriff in den persönlichen Datenraum
Der Artikel von Andi Popp handelt nicht über Menschen. Stattdessen geht es um das Internet, Social Media Plattformen und andere Angebote. Es wird über Technik geredet.
Dabei wird vergessen, dass all diese Angebote mehr oder weniger nur technische Hilfsmittel sind, mit denen letztlich doch Menschen miteinander agieren und kommunizieren. Kommunikation ist auch hier im Internet immer basieren darauf dass ein Sender Informationen abgibt. Empfänger –egal ob Nutzer von Facebook, Twitter oder E-Mail- empfangen diese und verarbeiten sie entsprechend ihrer Filter, des eigenen Kontextes und ihrer eigenen Wünsche. Bereits durch die Filterung und Einordnung geschieht somit beim Empfänger eine Verarbeitung. Dies bedeutet, dass die empfangenen Daten nunmehr auch Teil des individuellen Datenraumes der jeweiligen Person sind.
Technisch kann ich zwar das Sendemedium (die Plattform oder das Netzwerk) beeinflussen, bei der speichernden Stelle wird es jedoch schwer. Hat man eine weitgehend geschlossene Plattform oder Community wie Facebook, kann dessen Betreiber versuchen, die dort abgelegten Daten zu löschen.
Doch damit löscht er nicht etwa nur die Daten der Person die plötzlich anonym sein will. Wenn ein Empfänger die Daten zuvor bereits verarbeitete, dann greift der löschende Dienst auch in den individuellen, persönlichen Datenraum des Empfängers ein.
Das Klassenfoto
Machen wir dies einmal an einem alltäglichen Beispiel fest.
Als ich 1992 mein Abitur machte, wurden von mir und meinen Schulkameraden Abschlussfotos gemacht. Natürlich noch analog. Und wir alle erhielten schöne Abzüge davon. Es gibt verschiedene Plattformen, bei denen man Jahre später wieder mit seinen damaligen Kameraden in Kontakt kommen kann. So zum Beispiel stayfriends.de. (Gibt es übrigens jemand der noch keine Mail von Oliver Thiel bekommen hat?)
Auf diesen Plattformen wird dann auch oft von einem der Ehemaligen das inzwischen digitalisierte Klassenfoto hochgeladen. Man kann dann noch selbst oder in Zusammenarbeit mit den anderen Schulkameraden die Personen auf dem Bild taggen.
Über 20 Jahre später ist das eine sehr nützliche Sache. Wenn man selbst nicht mehr alle Personen zuordnen konnte, hat es halt jemand anders gemacht. Das ist eine super Sache. Allein würde ich die Namen nie wieder zusammenbekommen. Und das Klassenfoto ist Teil meiner damaligen Erlebniswelt: Das Betrachten weckt alte Erinnerungen und Gefühle. Erst recht, wenn dann auch noch die Namen dazu angegeben sind.
Gehört damit dieses Bild nicht auch zu mir? Ist es, wenn nicht direkter Teil von mir, dann doch ein Schlüssel zu persönlichen Lebenserfahrungen von mir?
Ginge es nach Andi Popp, hätte es diese Bilder gar nicht gegeben. Das Gebot der Datensparsamkeit wäre hier unerbittlich: Solche Bilder braucht man nicht, also werden sie nicht mehr gemacht. Und wenn es sie gibt, darf man sie nicht hochladen. Man darf seine eigenen Lebenserfahrungen, zu der eben auch andere Menschen gehören, nicht teilen.
Ginge es nach der Idee, dass jeder nachträglich seine Daten und Bilder löschen lassen könnte, wäre dies nicht weniger fatal. Man stelle sich vor, was mit Klassenfotos passiert, wenn ein „digitaler Radiergummi“ diese automatisch „korrigiert“:
Gepixeltes Klassenfoto von 1992
Zwar wäre ich auf dem Foto vielleicht nicht selbst verpixelt, aber der mich umgebende „Kontext“ wäre es. Und damit wäre ich ebenfalls betroffen. Wie oben bereits erläutert, ist die durch das Foto festgehaltene Situation als Ganzes ein integraler Bestandteil meiner Lebenserfahrung. Ein Eingriff in dieses Bild, um einzelne oder alle anderen Personen zu pixeln, würde Einfluss auf meine eigene Gefühlswelt nehmen.
Ein einseitiger Eingriff durch andere, die sich Jahre später vielleicht entscheiden, pauschal all ihre Datenspuren verpixeln zu lassen, würde ich daher als eine Beeinträchtigung meiner eigenen informationellen Selbstbestimmung auffassen.
Ähnliches gilt für fast alle Bilder, wo eine Gruppe von Menschen aufgenommen wurde.
Jeder der auf dem Bild abgebildeten Menschen hat ein Recht an dem Bild als Ganzes. Der Kontext, innerhalb dessen ein Bild aufgenommen wurde, ist immer Teil der Lebenserfahrung einer jeden Person. Eine einzelne Person kann und darf meines Erachtens nicht nachträglich versuchen, diese Lebenserfahrung durch ein Löschen oder ein Verschleiern zu beeinflussen.
Meines Erachtens würde ein Löschen oder ein Zurückholen von einmal ausgesendeten Informationen nur in einem einzigen Sonderfall möglich sein: Wenn noch kein Empfänger diese Information verarbeitet hat. Und dies schließt die automatische Verarbeitung und Filterung mit ein.
Worüber wir stattdessen reden sollten, ist die Art und Weise wie wir mit Bildern umgehen. Wie man sie teilt und verbreitet.
Die Digitalisierung des Menschen und des Bewusstseins
Wir benutzen als Gedächtnis einen weichen, biologischen Datenträger von derzeit unspezifischer Leistungs- und Speicherkapazität, welcher teilweise unzuverlässige Zugriffsmöglichkeiten auf einmal gespeicherten Daten hat. Ein schwabbliges Etwas von beschränkter Haftung.
Viele Menschen, insbesondere im zunehmenden Alter haben Probleme aufgrund von „Zugriffsproblemen“: „Verdammt, wie hieß der Typ da noch?!“ oder „Ich komme partout nicht auf den Begriff. Wie hieß das noch…“
Die Lebenswirklichkeit ändert sich fortwährend. Dinge, die noch vor wenigen Jahren als undenkbar erschienen, haben sich längst etabliert. Im Twitter fand ich vor kurzem folgenden treffenden Satz:
„Science-Fiction-Autoren müssen sich mit dem Schreiben beeilen. Ansonsten ist ihr Roman bei Fertigstellung nur noch eine Dokumentation.“
Bereits seit mehreren Jahren wird an Mensch-Maschine-Schnittstellen geforscht. Verschiedene Prototypen sind teilweise in Erprobung. Und dies nicht nur von wenigen Nerds, die sich selbst als Cyborgs oder Bodyhacker bezeichnen.
Die Schnittstellen betreffen dabei nicht allein die Verbesserung der Sensorik oder des Ersatzes von verletzten oder zerstörten Körperteilen. Forschungsthema betreffen auch Mittel und Wege zu finden, die menschliche Gedächtnisleistung zu verbessern.
Vor kurzem veröffentlichte die Duke-Universität in Durham im US-Bundesstaat North Carolina eine Forschungsarbeit, bei der es erstmalig gelungen war eine Gehirn-zu-Gehirn-Schnittstelle zu schaffen.
Unabhängig davon werden auch an verschiedenen anderen Forschungseinrichtungen Experimente mit neuralen Prothesen gemacht, die Funktionen ausgefallener Hirnregionen ersetzen sollen.
Keine Utopie, sondern nahe Realität ist der kommende Markt von Datenbrillen.
Nachdem Google im vergangenen Herbst das Projekt Glass vorstellte und dabei nicht etwa nur eine weitere von bereits vielen Modellstudien zeigte, sondern ein an fassbares und weitgehend fertiges Produkt, ist die die Branche in Bewegung geraten.

Bild: Google Glass Prototyp
Waren es vorher nur Spezialgeräte wie Oculus Rift oder die Cinemizer OLED die nur dazu dienten, Grafiken, Spiele oder Filme anzuzeigen, hat Google bereits bekannte und etablierte Hardware zu einem formschönen Head-Mounted Display kombiniert. Ganz ähnlich wie Apple es vor einigen Jahren tat, als es den IPhone auf den Markt brachte.
Um den Zug für einen entstehenden Markt nicht zu verpassen, sind einige namhafte Unternehmen dabei, eigene Datenbrillen zu entwickeln oder die bisherigen Konzepte anzupassen. So unter anderem Sony, die vor kurzem einen eigenen Patentantrag für einen Datenbrille einreichte.
Durch Datenbrillen einerseits und Mensch-Maschine-Interfaces andererseits werden die gesellschaftlichen Normen verändert. Mit der Verbreitung der Smartphones haben wir uns bereits daran gewöhnt, dass überall und jederzeit Fotografien gemacht werden können. Und dass Menschen ihre aktuellen Erlebnisse, ob banal oder sensationell, jederzeit kommentieren und weltweit publizieren können.
Was wird passieren, wenn die Datenbrillen kommen?
Die eingangs erwähnten „Zugriffsprobleme“ auf den vergessenen Namen eines Gegenübers sind allein für sich genommen schon ein Anreiz für die Datenbrille. Eine einfache Funktion, welches die Brille interessant und attraktiv macht für jeden. Wer wird schon dieser Verlockung wiederstehen?
Festzuhalten bleibt jedoch eines: All diese Entwicklungen sind nur Hilfsmittel. Hinter der Optik, hinter dem Apparat ist und bleibt ein Mensch. All diese Hilfsmittel helfen nur dabei, das zu tun, was das Gehirn ohnehin leisten könnte: Sich genau an jede Einzelheit zu erinnern.
Es darf nicht sein
Diese beiden Entwicklungen – Gehirnschnittstellen und Datenbrillen – legen Grundlagen, die in obiger Diskussion über Datenschutz eine wichtige Rolle spielen.
Konzepte zur Datenverhinderung oder die fixe Idee eines (durch Gesetzeskraft durchgesetzten) digitalen Radiergummis werden auch Einfluss auf die anstehenden Entwicklungen haben. Die bisherige Trennung zwischen Daten, die auf einem digitalen Gadget gespeichert sind und Daten, die Teil unseres Gehirns und unserer Erlebniswelt sind, wird zunehmend aufgehoben.
Wenn im Rahmen der informationellen Selbstbestimmung einer Person in den persönlichen Datenraum einer anderen Person eingegriffen werden muss, ist dies nicht tolerierbar. Erst recht, wenn nicht mehr getrennt werden kann, wo Mensch beginnt und Maschine aufhört.
Selbst wenn wir die Utopie der Mensch-Maschine-Schnittstellen vernachlässigen: Schon jetzt haben wir die oben beispielhaft angegebene Situation um die Bilder aus der Jugend. Mit welchem Recht will jemand darauf beharren, dass ich mein Gedächtnis nicht mehr auffrischen darf, indem ich andere zu Rate ziehe und um das Taggen alter Bilder bitte? Mit welchem Recht werden Menschen, die ein schlechteres Erinnerungsvermögen haben als andere, daran gehindert, dieses zu verbessern?
Ich will mich erinnern! Will dran zurückdenken können, was war. Und will dieses mit anderen teilen. Mein Leben, meine Erfahrungen, meine Bilder. Ich will ein Recht auf meine Erinnerung.
Auch dann wenn die Menschen, an die ich mich erinnere, dies nicht wollen und stattdessen ein „Recht auf Vergessen“ fordern.
Legen wir nun allerdings die Grundlagen für ein restriktives Datenschutzregime, welches die Manipulation von Dritten auf durch technische Hilfsmittel erlangte Daten zulässt, bedeutet dies genau das: Den Eingriff in das Erinnern, Denken und Erleben von Menschen. Heute noch wenig und überschaubar. In der Zukunft jedoch, wenn Mensch-Maschine-Schnittstellen real geworden sind, fatal und mit unabsehbaren Konsequenzen.
Wir müssen diskutieren
Meines Erachtens müssen wir weg von den Ideen, die auf Datenverhinderung, Datenmodifikation oder auf Verbote setzen. In einer Welt, wo sich jeder plötzlich alles ganz genau merken kann und das Gehirn nichts mehr vergisst, greifen Konzepte, die lediglich den Verbots- oder den Einsatzrahmen technischer Hilfsmittel betreffen, nicht mehr. Es geht um das, was Menschen mit Informationen anfangen. Nicht darum, auf welche Weise sie diese erlangen.
Daher brauchen wir eine geänderte Sicht darauf, wo persönliche und private Daten beginnen und enden.
Möglicherweise wird Google Glass ähnlich wie Google Streetmap ein Testballon werden. Gegen den es Widerstände geben wird. Doch nachdem Google Streetmap den Weg bereitet hat, fanden dieselben Angebote bei Microsoft Bing und anderen Anbietern ein fruchtbares Feld. Die Menschen hatten sich daran gewöhnt und mit den Füßen abgestimmt. Allen Bedenkenträgern zum Trotz.
Ähnliches wird mit Google Glass passieren: Die Menschen werden mit den Füßen abstimmen. Wenn es cool ist, wird es gekauft. Die ersten Nutzer werden als verrückte Spinner gesehen, als Exoten oder als Feinde der Privatsphäre. Die nächste Generation der Nutzer, vielleicht nur zwei Jahre später, wird drauf pfeifen und die verschiedenen Produkte selbstverständlich nutzen.
Wir als Piraten beschäftigen uns auch mit den modernen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Daher liegt es ganz besonders an uns, diese Diskussion zu führen. Wenn wir jetzt nicht darüber beginnen zu diskutieren, wird die Entscheidung eben mit den Füßen getroffen. Vielleicht wird das ohnehin geschehen.
Doch jetzt haben wir noch die Chance, uns darauf vorzubereiten und diese Themen zu diskutieren.
Morgen wird es zu spät sein.
Piratenkleider 2.16
Ab sofort steht eine neue Version zur Verfügung.
Es wurden seit der letzten stabilen Version einige Bugfixes im CSS behoben und neue Features eingebaut:
- Bugfixes: Darstellung in Chrome und iOS korrigiert
- Bugfixes: Umbruch bei überbreiten Inhalten (wieder) korrigiert
- Bugfixes: Viele verschiedene Schönheitskorrekturen. Insbesondere dank @stoppegp
- Updates: Links zu verschiedenen Piraten-Websites
- Feature: Neue Farbkombinationen (Piraten USA und Ungarn)
- Feature: Optionales Easter Egg.
Ein paar Worte in spezieller Sache:
Benutzer des Themes haben mit dieser Version die Option unter Takelage->Sonstiges, einen Aprilscherz einzuschalten. Was das konkret für Folgen hat, zeigt sich am 1. April. Wer den Code interpretieren kann, wird sicherlich leicht herausfinden, was dann passiert.
Spicken kann aber jeder.
Habt ihr genug Mumm, es einzuschalten ohne vorher zu schauen?
Dann tut es! Zeigt, dass ihr Piraten seit! Und zieht es dann am 1. April mit durch.
Eine Bitte an all diejenige, den den Code interpretieren und es anschauen können: Bitte nehmt anderen nicht die Überraschung und die Freude. Wenn euch es nicht gefällt, lasst es einfach abgeschaltet und macht kein Tohuwabohu darum. Genau deswegen, weil ich jeden die Wahl lassen möchte und die eigene Entscheidung belassen will, hab ich es per Default eben nicht aktiviert. Und aus eben denselben Grund schreib ich es hier.
Kein Link dem #LSR – LSR blocken
Das “Leistungsschutzrecht” ist ein gefährliches Gesetz. Auch in der aktuell beschlossenen abgeschwächten Form:
1. Pressedefinition
Es zementiert den Anspruch von Presseverlegern darauf, allein als Presse zu gelten. Presse ist das, was Presseverleger herausgeben. In Folge dessen können auch nur noch Presseverleger den rechtlichen Schutz in Anspruch nehmen, welchen redaktionelle und journalistische Tätigkeiten bisher laut Gesetz hatten. Blogger und freiberufliche Journalisten werden hiermit also entrechtet.
2. Rechtsunsicherheit
Aufgrund der schwammigen Formulierung des Gesetzes mit den Wortlaut: “Der Hersteller eines Presseerzeugnisses (Presseverleger) hat das ausschließliche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile hiervon zu gewerblichen Zwecken öffentlich zugänglich zu machen, es sei denn, es handelt sich um einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte.” besteht eine große Rechtsunsicherheit. Bereits heute, ein Tag nach dem Beschluss seht schon der Bundesverbandes deutscher Zeitungsverleger (BDZV) auch die kurzen Fragmente welche von der Google-Suche gezeigt werden als zu lang an: “Nein.” Die Google-Suchergebnisse gingen “über die nicht erfassten Längen hinaus.” (Quelle: Golem, “Google-Suche nach Leistungsschutzrecht nicht zulässig”)
Leider beschränkt sich die Aktivität vieler Netizens, aber auch von Piraten auf die Aufstellung politischer Forderungen, einigen vielen Blogartikeln und von wenigen echten Protesten. Oftmals wird Google aufgefordert, die entsprechenden Verlage einfach aus dem Index zu entfernen.
Aber selbst wird nichts getan. Im Gegenteil: Über soziale Medien, Blogs, Pressemeldungen, wird weiterhin genau dafür gesorgt, dass die #LSR-Angebote in der Reihenfolge der Suchergebnisse oben sind. Artikel dieser Verlage werden direkt verlinkt und kommentiert und somit unabsichtlich beworben. Selbst wenn man sie in kritischer Form würdigt. Durch die Verlinkung steigt das Suchmaschinen-Ranking ebenso, wie dessen Wertschätzung durch Menschen. Denn jeder Link einer vertrauenswürdigen Person auf einen Artikel wertet diesen auf.
Wir selbst, die wir auf diese Medien verlinken, sind es also, die diese Presseverlage unterstützen. Jeder einzelne für sich macht wenig. In der Masse aber, durch Retweets, Teilen, Likes und Weiterleiten, sorgen wir dafür, dass es denen gut geht. Und sie sich im recht fühlen.
Wir füttern die Trolle. Weil wir auf sie reagieren, sie kommentieren, auf sie eingehen. Aber Trolle wird man so nicht los! Trolle müssen ausgetrocknet werden. Und dazu muss man lernen, seine Kommunikation mit und über diese zu beenden. Wir können vergeblich auf Google hoffen, dass diese irgendwann mal exemplarisch Verlage aus dem Index werfen. Oder wir sorgen dafür, dass die Relevanzkriterien der Suchmaschinen reagieren. Und so die Verlagsmedien selbst dahin ranken, wo die Sonne nicht scheint!
Wir selbst tragen Anteil daran, dass es Presseverlagen gut geht. Das sie trotz ihrer Firmenpolitik Geld verdienen. Eine Firmenpolitik, die nun durch Lobbyismus für das #LSR soweit geht, Grundrechte auf freie Meinungsäußerungen zu gefährden.
Ich kann, will und darf niemand verbieten, zu verlinken was er will. Das sage ich nicht nur als Pirat und Netizen, sondern auch als einer der Urmitglieder von FreedomForLinks.
Was ich aber kann, ist selbst zu entschieden was ich lese: Filtern ist Sache des Empfängers.
Einst sagte eine Piratin, ich glaub es war Marina Weisband, in einer Talkshow: Wir können niemand verbieten, schlechtes zu tun. Wir können aber dafür sorgen, dass er ein schlechtes Gewissen bekommt.
Und dies ist der Hintergrund zu folgender (recht spontanen) Aktion:
“Ich werde eine Woche lang jeden Twitterer blocken der auf ein #lsr Verlag verlinkt. Wer hat genug Mumm & Kraft mitzumachen? #Piraten”
13:40 – 2. Mär 2013, https://twitter.com/xwolf/status/307832866279149568
@Spinni hat vollkommen recht damit, daß der Grund für meine Handlung kommuniziert werden muss. Daher hab ich diese Seite angelegt (und werde noch daraus ein Blogartikel machen).
Wer von mir geblockt wird, erhält eine Nachricht der Form, wie mein erstes armes Opfer (sorry Ben) sie bekam:
Lieber xxxx, schade das du ein #LSR-Medium durch Verlinkung bewirbst und so seine SEO verbesserst. Ich muss dich daher leider blocken.
bzw:
xxx, es tut mir leid, da du ein #LSR-Medium durch Links bewirbst und im SEO verbesserst, muss ich blocken. Hintergrund: http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Xwolf/LSR-Blocken
Wichtig: Der Block ist nicht persönlich gemeint. Es geht hier darum ein Zeichen zu setzen und durch diese -für Netizens durchaus auch brutale- Aktion zum Nachdenken anzuregen. Nach einer Woche werde ich die allermeisten Leute sicher wieder deblocken.
Dies ist kein Aufruf zu einem Boykott. Ich entziehe mich lediglich allein und selbst der medialen Wirkung.
Nutzungsausschluss für Presseverleger und Verlage
Aus aktuellen Anlass hab ich die Nutzungsbedingungen für die Inhalte meiner Websites geändert.
Folgender Absatz wurde den Bedingungen hinzugefügt:
Nutzungs- und Verwertungsrechte für Presseverleger, Verlage, Medien, Verwertungsgesellschaften und allgemeiner journalistische Tätigkeit
Die Verwendung, Weiterverbreitung sowie Nutzung aller Materialien dieses Webangebots wird hiermit vollständig untersagt für Presseverleger, Pressemedien und Verwertungsgesellschaften. Ebenso untersagt wird die Verwendung in Rahmen von allgemeiner journalistische Tätigkeit und Recherche für angestellte oder freiberufliche Journalisten.
Nicht betroffen hiervon sind die Betreiber und Autoren von privat geführten Blogs.Bei einer nicht lizenzierten Nutzung durch Verlage, Medien, Verwertungsgesellschaften oder Journalisten werden Kosten für eine Nutzungslizenz in Höhe von 300,- Euro für Bilder pro Abruf oder Druck, sowie in Höhe von 500,- Euro für Texte ab einer Länge von 40 Zeichen pro Abruf oder Druck in Rechnung gestellt. Etwaige anfallende Kosten für Rechtsverfolgung werden gesondert in Rechnung gestellt.
Da ich kein Anwalt bin, ist der Text möglicherweise rechtlich nicht in allen Stellen und in den Formulierungen haltbar. Dies wird sich jedoch zeigen, sobald es soweit ist. Wenn ein Verlag meine Inhalte klaut ohne auf die Lizenz zu achten, wird es mich freuen, dass ich dann kostenfrei meine Rechtsschutzversicherung bemühen kann.
Durch das Leistungsschutzrecht wird die -auch wenn es nicht in dem Maße gekommen ist, wie es die Lobbyisten der Verleger wollten- politische und wirtschaftliche Macht einiger großer Verlage gestärkt zu Lasten von vielen freien presseähnlichen Medien. Die Presseverleger haben sich zudem durch das Gesetz, so schwach es auch ist, eine Definitionsmacht gesichert: Presse ist das, was Presseverlage herausgeben. Dies bedeutet im Umkehrschluss auch, dass all das, was von nicht kommerziellen Organisationen oder einfachen Menschen über Blogs oder andere technische Möglichkeiten herausgegeben wird, nicht mehr unter diesen Schutz fallen kann.
Jeder Publisher, also auch jeder Blogger, der selbst kein Presseverlag ist, wird durch diese Definition zum Freiwild für abmahnwütige Anwälte.
Eine Begründung für das “Leistungsschutzrecht” lag in der vermeintlichen hohen Qualität und den Kosten für die Erstellung von Pressemeldungen. Profitieren sollten jedoch nur Presseverleger. Nicht unbedingt die wahren Urheber.
Es mag in der Entscheidung einiger freiberuflicher oder abhängig beschäftigter Journalisten sein, ihre Arbeit den Verlegern gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung zu stellen. Es ist jedoch auch meine persönliche Entscheidung als Urheber meiner eigenen Inhalte zu entscheiden, dass ich diese nicht dafür hergeben oder verwendet haben will. Und ich will weder das meine Texte unter “Quelle: Internet” subsumiert werden, noch will ich, dass Presseverleger davon profitieren.
Daher untersage ich hiermit pauschal allen Presseverlegern, allen Verlagen und allen Journalisten die Verwertung meiner Inhalte, soweit es die Gesetzeslage hergibt. Es steht Journalisten frei, eigene Recherche zu betreiben. Aber ich weigere mich, als kostenfreier Inhaltslieferant hergenommen zu werden noch selbst diese zu liefern. Durch das Leistungsschutzrecht wird das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und auf freie Entfaltung gefährdet. Konzernen, Verlegern und Personen, die dieses nur der eigenen niederen finanziellen Ziele wegen in Kauf nehmen und vorantreiben, kann und will ich nicht unterstützen.
Als Pirat, als Webworker und als Netizen möchte ich allen die wie ich seit Jahren Artikel und Meldungen schreiben und Inhalte verschiedenster Form produzieren, nahelegen sich selbst auch Gedanken hierzu zu machen.
Wir alle wollen eine seriöse, investigative und neutrale Presse. Eine Presse, die mit Recht und Stolz als Macht im Staat auftritt und den Mächtigen auf die Finger schaut. Die jetzige Massenpresse ist jedoch fernab dieses Ideals. Sie konzentriert sich in ihren Meldungen nicht darauf was wichtig ist, sondern auf das was Quote und Verkaufszahlen bringt.
Presse, Politik und Wirtschaft sind zudem oftmals eng verzahnt und in gegenseitiger Abhängigkeit voneinander. Und dies wurde nicht erst bei dem Versuch des unseligen Zensurinfrastrukturgesetzes von #Zensursula deutlich.
Presse ist heute das, was Quote macht und womit Presseverlage Geld verdienen.
Durch die Enge Verbandelung der Presse mit knallharten wirtschaftlichen Interessen kam es dazu, daß echter investigativer Journalismus auf der Strecke blieb. Dieser ist viel zu teuer. Leichter und billiger ist es doch, Texte die DPA oder andere verteilt werden, zu übernehmen und als die eigenen zu verkaufen.
Teil dieses Teufelskreises ist dann auch, dass viele derjenigen, die (positiv) in der Presse auftauchen wollen, dies nur mehr durch eine Befütterung derselben machen können. Firmen, Agenturen, der öffentliche Dienst und Parteien -auch die Piraten- beliefern daher Verlage mit vorgefertigten Texten. So formuliert, dass diese möglichst 1:1 übernommen werden.
Wenn dann ein Redakteur meint, der jeweilige Artikel sorgt für genügend Quote, dann wird er auch gebracht. Ob der Inhalt dann wichtig ist, ob es wahr ist oder nicht, spielt keine Rolle mehr. So kommt es dann auch regelmäßig zu Enten. Wie beispielsweise die um die Mitgliederzahlen der Piraten. Zwar werden diese oft von den Betroffenen korrigiert, aber ob die Presse dann die Korrekturen übernehmen ist nicht zuverlässig.
Terry Pratchett schrieb in seiner Geschichte über die Presse:
“Eine Lüge ist schon über die ganze Welt gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Stiefel angezogen hat.”
Als Inhaltsersteller haben wir nur zwei Möglichkeiten:
- Die einfache ist, wir machen mit. Wir unterwerfen uns diesem Schema.
- Die andere, schwere Möglichkeit ist, wir machen da nicht mehr mit. Damit laufen wir Gefahr nicht mehr genannt zu werden. Nicht mehr zu erscheinen. Und somit nicht mehr in der öffentlichen Wahrnehmung zu sein.
Doch ist dem wirklich so?
Wird die öffentliche Wahrnehmung wirklich und allein nur von der Presse bestimmt?
Und selbst wenn: Wieso sollte es mich interessieren, was Lesern der Boulevard-Presse von mir denken? Wende ich mich eigentlich an solche Menschen? Nein.
Blogs, Social Media, in Eigenregie publizierte Literatur und Musik. Das Internet wurde bekannt und groß noch bevor Presse erste zaghafte Schritte tat. Warum glauben wir, daß die Presse, so wie sie jetzt ist, für uns wirklich wichtig und richtig ist?
Ich wähle daher lieber den schweren Weg. Und kann damit gut leben.
Ich brauch der Presse nicht nachzuhetzen. Muss das Monstrum nicht jeden Tag mit einem Kommentar zu einem (politischen oder technischen) Thema befüttern.
Um so mehr Leute es genauso sehen, um so schwerer wird es die Boulevard-Presse haben, quotenbringende Artikel zu finden.
Lasst uns die Presse zwingen, wieder Journalisten anzustellen, die selbst recherchieren. Die vor Ort sind, die echte Pressearbeit machen. Doch dazu müssen wir das Monstrum, die Presse, auf Entzug setzen. Entzug von billig beziehbaren Texten, die von abhängigen Lohnsklaven umformuliert werden müssen, Entzug von angefütterten Themen, die nur Namen und Produkte in Gespräch kriegen sollen.
Dann bekommen wir auch wieder eine Presse, bei der es lohnt, sie zu lesen. Die man abonnieren und kaufen kann.
Welcome New York Pirate Party, Üdvözöllek Hungaria!
Ich hab Kontakt zu weiteren Piraten aus dem Ausland bekommen, die für ihre Vertretung der Piratenpartei auf das Theme Piratenkleider setzen: Der Verband aus New York und die Piratenpartei Ungarn.

Piraten aus New York, http://nypirateparty.org/

Piraten Ungarn,
http://kalozpart.org/
Bereits vor längerer Zeit hatte ich auch eine Kontaktaufnahme von Piraten aus Kroatien.
Es ist sehr schön, zu sehen, dass Piraten weltweit aktiv sind. Das dann auch noch das Piratentheme verwendet wird, freut mich zusätzlich. Im Gegenzug werde ich mich bemühen die verschiedenen Farbkombinationen die verwendet werden, als Option in das Theme einzubauen.
Denkt selbst; Seid Piraten.
Ein Pressevoluntär schrieb wiedermal eine Ente und DPA und auch Piraten nehmen das ernst. (Die Pressemeldungen sind der Erwähnung nicht wert. Es ging aber um die Mitgliederzahlen. Hier das einzig richtige, was man wissen sollte: http://wiki.piratenpartei.de/Schatzmeister/Blog#Mitgliederzahlen_2013 )
Aber liebe Piraten oder Freude der Piraten:
Bitte,
- auf der einen Seite wissen wir, daß wir wegen #LSR und Transparenzforderungen von den Chefetagen der Medien gehasst werden;
- und wir wissen auch, daß einige wichtige Verlagshäuser von Mitgliedern etablierter Parteien, die uns auch nicht gewogen sind, geleitet werden oder besitzt werden;
- die meisten Artikel von schlecht bezahlten und von den Medien geradezu ausgebeuteten Voluntären geschrieben werden, die so schreiben müssen, daß die Verlage diese auch kaufen;
- und wir sagen selbst allen Leuten “Denkt selbst!”.
Aber wie können dann Leute, kaum steht etwas seltsames über Personen oder Situationen um Piraten, dann plötzlich all dieses ignorieren und wie aufgeregte Hühner rumlaufen?
Wie kann man aufgrund eines Artikels, welches Piraten in schlechten Licht darstellt, gleich unreflektiert diese Sichtweise annehmen und sofort mit wütenden Tweets oder Blogbeiträgen regieren, ohne überhaupt vorher mit besagter Person zu reden? Selbst dann, wenn man selbst vorher diese Person schätzte oder gar selbst wählte?
Leute, lernt wieder das unaufgeregte, relaxte Denken.
Habt den Mut, euch eures Verstandes zu bedienen.
Wir sind die mit den Fragen. Die Fragen richten sich aber nicht nur gegen anderen, sondern sollten auch bei jedem persönlich und selbst beginnen.
Hinterfragt das was ihr tut und wie ihr auf Situationen reagiert. Recherchiert die subjektive Wahrheit. Und dann handelt.
tl;dr: Seid Piraten.
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Piratenkleider 2.15
Ich freue mich hiermit die neue Version 2.15 zu veröffentlichen.
Download: Piratenkleider 2.15
Folgende Funktionen wurden erneuert und Probleme behoben:
- Die Kategorie-Ansichten werden per Default nun wie die Startseite angezeigt. Dies ist via Option im Backend abstellbar, so daß man auch die alte Listenansicht wieder erhalten kann.
- Der Kopfteil des Designs ist leichter anpassbar. So ist insbesondere auch der Hintergrund und dessen Farbe nunmehr übers Backend anpassbar ohne das man hierzu ins CSS eingreifen muss.
- Mit der Funktion des Circleplayers (von Ben Stöcker) wird ein Player angezeigt, der im Dokument enthaltene Links zu MP3/OGG/OGA/MP4 -Dateien abspielen läßt. Dabei wird das jQuery-Plugin jPlayer verwendet.
- Die Print-Darstellung der Webseiten wurde komplett erneuert. Bei Ausdruck von Webseiten wird im Wesentlichen nur noch der Content angezeigt. Interaktive Elemente, wie das Menü oder Slider werden nicht mit ausgedruckt.
- Probleme bei der Darstellung der Seite auf Safari und Chrome in dem Fall, dass ein nicht umbrechbarer langer Inhalt im Content vorhanden war, wurden durch Änderung der Umbruchregeln für Texte geändert.
- Code der diverse PHP-Warnmeldungen erzeugte, wurde korrigiert.
- Links zu bekannten Piraten-Websites werden mit einem entsprechenden Icon kenntlich gemacht.
- Die Zeilenhöhe bei Inhaltstexten wurde verbessert um die Lesbarkeit zu erhöhen.
- Das Sliderskript Flexslider wurde auf die Version 2.0 aktualisiert
- Ein Fehler bei der automatischen Erstellung von relativen Links bei Multisite-Installationen (Directory-based) wurde behoben.
- Einige ältere Bilddateien (für alte Plaketbilder) und verschiedene Iconsets wurden aktualisiert und der Speicherort aufgeräumt. Das alte “assets”-Verzeichnis wurde entfernt.
Ich möchte mich ausdrücklich bei drei Piraten bedanken, die besonders engagiert durch eigenen Code und Hinweise bei der Erstellung der neue Version geholfen haben: Uwe Kerstan, Michael Mette und Benjamin Stöcker.
Hinweis/ Achtung:
Die neue Funktion zur Änderung des Hintergrundes bringt unter Umständen ein kleines Problem mit sich, wenn man das Theme updated oder drauf wechselt: Die Hintergrund-Einstellung von vorherigen Themes (auch dem Standard-WP-Theme) können noch erhalten sein. Dies hat dann die Folge, daß der Hintergrund nicht etwa horizontal wiederholt wird und unten positioniert, sondern irgendwie anders gezeigt wird – eben so, wie das vorherige Theme (vor Piratenkleider) es hatte.
Wenn dies passiert, geht man im Backend auf “Design->Hintergrund” und ändert die Einstellungen entsprechend.
Piratenkleider PreFinal Release 2.14.6
Auf GitHub steht Piratenkleider in Version 2.14.6 zur Verfügung.
Sollten Tests bis zum kommenden Sonntag keine Probleme oder Fehler aufdecken, werde ich diese Testversion als neue Version 2.15 releasen. Mit 2.15 wird es ein “Function Freeze” geben. Dies bedeutet, daß ich danach erstmal keine neuen Funktionen einbauen werde. Stattdessen möchte ich mit Arbeiten an einem neuen Design und an diversen Plugins beginnen.
In 2.14.6 wurden folgende Funktionen erneuert und Probleme behoben:
- Die Kategorie-Ansichten werden per Default nun wie die Startseite angezeigt. Dies ist via Option im Backend abstellbar, so daß man auch die alte Listenansicht wieder erhalten kann.
- Der Kopfteil des Designs ist leichter anpassbar. So ist insbesondere auch der Hintergrund und dessen Farbe nunmehr übers Backend anpassbar ohne das man hierzu ins CSS eingreifen muss.
- Mit der Funktion des Circleplayers (von Ben Stöcker) wird ein Player angezeigt, der im Dokument enthaltene Links zu MP3/OGG/OGA/MP4 -Dateien abspielen läßt. Dabei wird das jQuery-Plugin jPlayer verwendet.
- Die Print-Darstellung der Webseiten wurde komplett erneuert. Bei Ausdruck von Webseiten wird im Wesentlichen nur noch der Content angezeigt. Interaktive Elemente, wie das Menü oder Slider werden nicht mit ausgedruckt.
- Probleme bei der Darstellung der Seite auf Safari und Chrome in dem Fall, dass ein nicht umbrechbarer langer Inhalt im Content vorhanden war, wurden durch Änderung der Umbruchregeln für Texte geändert.
- Code der diverse PHP-Warnmeldungen erzeugte, wurde korrigiert.
- Links zu bekannten Piraten-Websites werden mit einem entsprechenden Icon kenntlich gemacht.
- Die Zeilenhöhe bei Inhaltstexten wurde verbessert um die Lesbarkeit zu erhöhen.
Wie immer wird um Tests und um Rückmeldungen gebeten.
Vorsätze fürs neue Jahr
Ich nutze diesen Post um ein kleines Resümee zu den Vorsätzen vom letzten Jahr zu ziehen.
- mehr Sport
- weniger Fleisch
- mehr Struktur
- weniger Selbstzweifel
- abnehmen
Zumindest das mit dem ‘weniger Fleisch’ kann ich als abgehakt ansehen, schließlich bin ich nun seit 9 Monaten Vegetarier. Abnehmen und mehr Sport treiben hat nicht wirklich funktioniert, ebenso wie der Rest. Andere Vorsätze habe ich auch nicht also bleibt es bei
- mehr Sport
- mehr Struktur
- weniger Selbstzweifel
- abnehmen
Linktests
Linktests
- Wiki Piratenpartei
- Forum Piratenpartei
- LQFB
- Pirate Feedback
- Piratenpad
- Wikipedia
- Interner Link 1
- Interner Link 2
Dieser Artikel dient lediglich Test- und Demozwecken.
Offene Punkte 2.14.x
Dies soll ein Sammelartikel für Bugs und ToDos sein, die auch mit der Testversion 2.14.2 (im GitHub) noch nicht behoben sind oder neu hinzukamen.
Bitte kommentieren. Ich würde dann versuchen mich über die freien Tage darum zu kümmern.
Instagram und der Aufruhr der Netzwelt
Es war nicht nur ein Rauen, nein es war ein Sturm der Entrüstung.
Doch was ist passiert?
Facebook hat im April Instagram gekauft. So weit so gut. Instagram hat bisher offensichtlich kein Geld verdient, weder durch Werbung noch durch Premiumdienste. Durch die Übernahme durch Facebook war der Weg beschieden, dass die Einnahmen in Zukunft durch Werbung – in welcher Form auch immer – generiert werden wird, so wie bei Facebook üblich. Manche kommen hier gerne mit der Floskel: kostet es nichts, dann bist Du das Produkt.
Um den Weg zu bereiten, hat nun Instagram in einem kleinen Blogeintrag angekündigt: “Wir werden die Terms of Service (TOS; AGB) anpassen. Es ändert sich nichts. Wir brauchen das nur, um Spam besser bekämpfen zu können.”
Nun gab es eine Reihe an Journalisten und Bloggern, die sich der Änderungen “angenommen” haben. Fast alle waren sich fast einer Meinung, dass Instagram nun die Bilder verkaufen darf und somit praktisch zum größten iStockPhoto wird, exemplarisch hier der Blogpost von Karrierebibel. Es gab nur wenige, die sich dem entgegensetzen und das Gegenteil behaupten, wie beispielsweise Jürgen Kuri von heise.de.
Kurz darauf haben nun verschiedene Mitarbeiter von Facebook und Instagram versucht zu relativieren im Sinne von “das haben wir so nicht gemeint.” Entsprechend hat Kavin Systrom, seines Zeichens Co-founder von Instagram, einen Blog-Post verfasst unter dem Titel “Danke, wir haben gehört“. In diesem Beitrag versucht er nochmals die Intention hinter den Änderungen darzulegen und das sich doch nichts ändert.
Wo ist also das Problem? Das Problem ist nicht die Intention, die jemand gehabt hat, sondern die Regeln wie sie nieder geschrieben sind. Jeder, der Spezifikationen, Patente, Verträge, Gesetze schreibt, liest und interpretiert, weiß um die Problematik des Unterschiedes zwischen dem was gemeint war und was niedergeschrieben ist. Gäbe es diesen Unterschied nicht, dann bräuchten wir keine Anwälte, Richter, Zertifizierer, usw.
Welche Änderungen gab es bzw. soll es nun geben?
Änderungen bei der Werbung
Aktuell steht in den Geschäftsbedingungen folgendes:
Neu sollte daraus werden:
Da dies klassisches Legal-Speak ist, verkürze ich auf das Wesentliche:
Ich habe hierbei bewusst alle Oder-Bestandteile herausgenommen. Denn genau so sind, Verträge, Patente, Gesetze und ähnliches zu lesen.
Da steht also, dass ein Firma dafür bezahlen kann, dass sie Bilder für was auch immer verwenden darf. Da steht nicht wofür. Da steht auch nicht, dass es nur um Facebook geht, da steht a business, also unbestimmt. Der beschreibende Satz, wie Instagram sein Geld verdient, ist eben nur beschreibend und hat keine inhaltliche Aussage.
Die Änderung konkret ist also, dass bisher Werbung im Umfeld der Bilder angezeigt wird vs. dass die Bilder durch andere verwendet werden dürfen. Der Zweck für diese Verwendung ist nicht definiert.
Möchte Instagram seine Intention abbilden, müssen also noch den Zweck definieren.
Dies ist übrigens die einzige Änderung, die wie eine Sau durchs Dorf getrieben wurde. Dabei findet eine der relevantesten Änderungen bei der Lizenzierung statt.
Änderung bei der Lizenzierung
Aktuell steht in den Geschäftsbedingungen folgendes:
Neu sollte daraus werden:
Was ist der Unterschied?
Aktuell verkürzt steht da:
Alle zusätzlichen Definitionen habe ich auch hier der Übersichtlichkeit weggelassen. Das die Lizenz weltweit, nicht-eklusiv und so weiter sein muss, ist notwendig, um einen solchen Dienst im Netz anbieten zu können. Das die Definition von use ebenso den technischen Gegebenheiten gerecht werden, muss auch nicht weiter eingegangen werden.
Wie liest sich dies neu:
In der Änderung wurde also aus einer worldwide, limited licence eine transferable, sub-licensable, worldwide license. Hier muss die Frage erlaubt sein, an wenn muss die Lizenz transferiert werden können. An Facebook muss sie es nicht, denn wie wir aus der Änderung zur Webung bereits wissen, bekommt Instagram bereits Geld für die Nutzung der Bilder. Denn was heißt eine Transferierung? Eine Transferierung heißt, dass sich mein Vertragspartner ändert. Ein Transfer wäre nur notwendig, wenn Instagram eingestellt werden würde und alle Lizenzen beispielsweise direkt an Facebook übergehen sollen. In allen anderen Fällen ist die Sub-Lizenzierung zur Wiedergabe vollkommen ausreichend.
Besser wäre es, wenn Instagram die Sub-lizenzierung, nämlich für den Zweck der Werbung, genauer definieren würde. Hierbei ist wichtig dies zu definieren und nicht nur zu beschreiben.
Änderung bei der Freistellung
Bei der Freistellung von Instagram durch Rechte Dritter ändert sich direkt nichts. Jedoch ändert sich implizit einiges durch die Änderungen in Bezug auf Werbung und Lizenzierung.
Als Anwender sichere ich Instagram zu, dass ich alle Rechte an den Bildern habe, wie gehabt. Der Unterschied ist, bisher reichte es aus, das Recht zu haben die Bilder nur auf Instagram zu veröffentlichen. Jetzt benötige ich die Rechte, dass die Bilder auch außerhalb von Instagram insbesondere im Kontext von Werbung veröffentlicht werden dürfen. Dies ist eine massive Änderung für alle Anwender, die bereits Bilder auf Instagram haben.
Was kümmert es mich?
Interessant finde ich hier den Blogbeitrag von Martin Weigert (@martinweigert) unter dem Titel “Versagen auf ganzer Linie – bei allen“. Denn genau das tut er, wenn er die Nutzer beschreibt in dem Kontext, es beträffe nur 2-Sekunden Schnappschüsse von Pizzabildern. Ich möchte hier allein 3 Fotografen aus meinem persönlichen Umfeld herausheben, wo er keines der von ihm beschriebenen Bilder finden wird. Dies sind Günter Distler (@derguenter), Walter Hupfer (@ashility) und insbesondere Martin Gommel (@martingommel), der die sehr erfolgreiche Fotoseite kwerfeldein.de betreibt. Würde es nur um Schnappschüsse gehen, dann gäbe es keine Dienste wie Instacanv.as.
Fazit
Die Änderung der Nutzungsbedingungen mag im guten Glauben geschehen sein. Die Ausführung spricht jedoch eine andere Sprache. Am Ende des Tages zählt nicht der gute Glaube, sondern das, was danieder geschrieben ist.
Druckvorlage: Visitenkarte Piratenpartei
Der Nico Hofmann hat vor längerer Zeit mal eine Visitenkarten-Vorlage basierend auf der der krassen Herde erstellt. Diese gepackte InDesign Datei möchte ich euch hier zur Verfügung stellen.
Druckvorlage: Taschenkalender Piratenpartei
Ich habe für die Piraten aus dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen einen Taschenkalender im Visitenkartenformat (85×55 mm) erstellt. Sinn und Zweck war es alle Stammtisch-Termine des kommenden Jahres für Interessierte auf einer Karte zu haben mit dem Mehrwert eines Taschenkalenders. Doppelseitig bedruckte Visitenkarten gibt es auch schon recht günstig. Die Druckvorlage ist auf 87×57 mm angelegt, so dass man sie direkt bei Flyeralarm drucken kann.
Gedruckt, ist die Schrift besser zu lesen als ursprünglich gedacht. In dem Paket ist die InDesign-Datei sowie alle Schriften und Verknüpfungen. Wenn Ihr selbst kein InDesign habt und die Druckvorlage angepasst braucht oder Rückfragen habt, einfach in die Kommentare!
@FONT-FACE, CSS und QR-Code Generator
CSS3 Generator
Wenn Ihr euch, wie ich, bei den “neuen” CSS3 Effekten noch etwas unsicher seid welche Auswirkungen die einzelnen Parameter auf das Ergebnis haben, so ist der CSS3 Generator perfekt. Hier kann man die Werte einzeln verändern, sieht eine Live-Vorschau und kann sich zudem den generierten CSS-Code per Klick in den Zwischenspeicher laden. Hierbei wird natürlich darauf geachtet, dass die Anweisungen möglichst bei allen Browsern funktionieren, Icons zeigen an ab welcher Browser-Version der Code kompatibel ist.
Schriftarten-Konverter und @font-face Generator
Damit das Einbinden von Schriftarten via CSS bei allen Browsern funktioniert benötigt man diese in verschiedenen Datei-Formaten. Der @font-face Generator wandelt das gängige TrueType Format in die Formate .eot, .svg und .woff um stellt diese samt fertigem CSS-Code zum Download bereit. Es ist auch möglich mehrere Schriften in einem Aufwand umzuwandeln. Neben dem Generator gibt es auf der Website aber auch noch haufenweise “font kits” freier Schriftarten, ebenfalls mit allen Dateitypen und fertigem Code zum browsen und herunterladen.
http://www.fontsquirrel.com/fontface/generator
QR-Code Generator
QR-Codes sind meist quadratische Flächen die man mit mobilen Endgeräten abscannen kann und hinter denen sich dann Texte, Kontaktdaten oder Verlinkungen verbergen. Zum Erstellen dieser Codes gibt es diverse Generatoren ich nutze immer diesen hier, da man hier neben Pixelgrafiken auch Vektoren ausgegeben bekommt. Die häufigste Anwendung finden QR-Codes zum Verlinken von Webseiten, hier gilt es zu beachten, dass der Code detaillierter wird desto länger die URL ist. Daher ist es sinnvoll lange URLs zunächst durch einen URL-Shortener zu kürzen um später Platz zu sparen.
Piratenpartei… Warum tue ich mir das eigentlich an?
Von der Familie und Freunden (die nicht bei den Piraten sind) muss ich mir die berechtigte Frage stellen lassen, warum ich mich für “nichts” – also ohne bezahlt zu werden – so kaputt arbeite. Eine Frage die sich bisher immer sehr einfach beantworten ließ: Es erfüllt mich, es macht mir Spaß, ich halte es für nötig, ich kann es mir finanziell leisten und ich will es einfach! Nicht alle der Punkte kann ich im Moment noch so unterschreiben.
2009 bin ich den Piraten beigetreten, anfangs nur Beitragszahler, der sich hin und wieder mal online beteiligt hat, seit 2011 nun sehr aktiv. Es vergehen selten Tage an denen ich keinen Stammtisch / Sitzung / oder sonstiges Treffen, das mit der Partei zu tun hat, besuche. Tage an denen ich vor / nach / während der Arbeit oder am Wochenende nichts für die Piraten tue, gibt es eigentlich gar nicht mehr.
Mein Problem
Es wäre für mich kein Problem genug Arbeiten und Projekte zu finden um Vollzeit für die Piraten zu arbeiten. Im Gegenteil: ich habe Probleme Dinge, die ich für wichtig erachte in den verfügbaren Zeitrahmen zu pressen. Nein schlimmer: Es ist nicht möglich für alles Zeit zu finden.
Nein, ich sehe das Problem nicht darin, dass zu wenige Mitglieder mitarbeiten. Es ist ein Problem, das ich mir sicherlich zu vielen Teilen auch selbst mache. Ich bin jemand der eher perfektionistisch veranlagt ist und daher ständig Verbesserungsbedarf sieht. Dies führt vor allem dazu, dass ich mich selbst mit mehr Arbeit und Terminen zuschütte als gut für mich ist. Mehr als gut für jeden wäre.
Von der Familie und Freunden (die nicht bei den Piraten sind) muss ich mir die berechtigte Frage stellen lassen, warum ich mich für “nichts” – also ohne bezahlt zu werden – so kaputt arbeite. Eine Frage die sich bisher immer sehr einfach beantworten ließ: Es erfüllt mich, es macht mir Spaß, ich halte es für nötig, ich kann es mir finanziell leisten und ich will es einfach! Nicht alle der Punkte kann ich im Moment noch so unterschreiben.
Die Sache mit der Wertschätzung
Wer mich kennt weiß, dass ich ruhig und zurückhaltend – ja sogar schüchtern – bin. Dies ist einer der Gründe wieso ich vor allem organisatorisch im Hintergrund arbeite. Der andere ist, dass ich das meiner Meinung nach auch einfach gut kann. Dennoch wurmt es mich extrem, so viel Energie in eine politische Partei zu stecken und doch so wenig Zeit für programmatische Arbeit zu haben.
Mir ist es bewusst, dass die organisatorische Arbeit das Backbone der Partei darstellt, sehr wichtig und absolut notwendig ist. Dennoch gibt es in meinen Augen ein Gefälle in der Wertschätzung zwischen organisatorischer und politischer Arbeit. Meine Meinung kommt mir zunehmend ungehört und irrelevant vor. “Der macht doch eh nur Orga, lieber mal jemand anders Fragen”. Genährt wird dieses subjektive Empfinden durch meinen Wunsch mich selbst mehr in diesem Bereich zu verwirklichen, dem ich aber nicht gerecht werde. Die klassische Selbstzerstörungs-Spirale, die zu einem katastrophalen Selbstbild führt und jeglichen Anflug von Selbstvertrauen in die Tiefe reißt, nimmt seinen Lauf.
Die Sache mit der Überbelastung und dem Spaß
Ich habe bei den Piraten viele Menschen kennengelernt, die ich nun zu meinen Freunden zählen darf und mit denen ich wahnsinnig viel Spaß – auch bei der Parteiarbeit habe. (Danke!).
Es ist aber so, dass ich zunehmend durch Kleinigkeiten schlecht gelaunt bin und zynische Züge an mir beobachten kann muss. Auch gesundheitlich lässt es sich nicht verleugnen, dass ich mir mit dem Stress des “ständig auf Achse” sein keinen großen Gefallen tue. Ich sehe durch diese Punkte mittlerweile ein echtes Problem, das durch die Überbelastung entstanden ist. Hinzu kommt noch, dass ich private Angelegenheiten fahrlässig vernachlässige. Und hierbei spreche ich noch nicht mal von der (zeitaufwändigen) Pflege von Freundschaften und Beziehungen, die im Moment quasi kaum noch stattfinden kann.
Die Sache der Notwendigkeit
2009 war ich der klassische Nerd, der nicht akzeptieren wollte, dass Politiker, die keine Ahnung haben wovon sie sprechen, Stop-Schilder im Internet aufstellen wollen und so zu den Piraten gekommen ist. Ich war lange Zeit naiv genug davon auszugehen, dass die meisten Menschen ähnliche Werte wie die meinen vertreten. Ich war naiv genug zu glauben, dass die Menschenwürde, Teilhabe und gegenseitiger Respekt Werte sind, die über die es keiner Diskussion bedarf .
Fakt ist: Seitdem ich mich politisch engagiere tun sich teilweise extreme Abgründe in der Gesellschaft für mich auf. Also kurzum: Ja, ich halte politisches Engagement und meine Arbeit in der Piratenpartei nach wie vor für notwendig.
Die Sache mit den Finanzen
Die Fahrtkosten, die Bewirtungskosten bei Veranstaltungen und meine Unterstützung durch Spenden braucht mein monatliches Budget, das nach Abzug der Fixkosten und Sparpläne bleibt, derzeit gut auf. Das ist nun schon länger so und auch nichts schlimmes, da ich mich ja bewusst dazu entschieden habe. Mein derzeitiges Beschäftigungsverhältnis endet jedoch bald und ich habe noch keine neue Stelle (nicht zuletzt weil ich auch hierfür zu wenig Zeit investiere) und dann muss ich vermutlich deutliche Konsequenzen ziehen. Ich würde aber keinesfalls soweit gehen zu sagen es wäre ein Problem.
Will ich es immer noch?
Aus den vorherigen Abschnitten stellt sich die Frage ob ich es denn immer noch will. Möchte ich immer noch mein Herzblut in die Piratenpartei stecken? Und weiter: Kann ich es immer noch?
Mir fällt es schwer Dinge halbherzig anzupacken und wenn ich von etwas überzeugt bin, stelle ich auch gerne all meine Energie zur Verfügung. Überzeugt bin ich nach wie vor, also: Ja ich will es noch
Außerdem bin ich voraussichtlich noch für über ein Jahr im mittelfränkischen Vorstand und uns steht ein Wahljahr bevor, in dem ich auch als Direktkandidat und Erstplatzierter der Bezirks-Liste antrete. Ich bin mir der Verantwortung bewusst und fühle mich verpflichtet mein Bestes zu geben.
Nichts desto trotz zeigen meine Ausführungen, dass es so nicht weiter gehen kann darf.
Und wie nun weiter?
Die Große Frage, die ich mir nun schon seit Wochen Monaten stelle.
Mir ist es bewusst, dass ich nicht überall dabei sein muss, auch dass ich ja einfach weniger tun könnte. Das ist aber viel leichter gesagt als getan. Tatsächlich tue ich mich sehr schwer dabei. Denn ich sage mir das schon lange, doch die Realität zeigt, dass ich für meine Familie Termine mit mindestens einer Woche Vorlauf einplanen muss und das nächste freie Wochenende nicht in Sicht ist. Ich möchte nach Möglichkeit auch morgen noch einen Beitrag leisten können und mich nicht total verbrauchen, daher muss eine Regelung her.
Die Idee wenigstens einen Tag in der Woche nichts zu für die Partei zu tun kam schon oft auf, jedoch hat sich auch hier die Umsetzung als schwierig erwiesen. Ein fester Tag unter der Woche ist schwierig, da am Abend die meisten Treffen stattfinden und diese oft an wechselnden Tagen. Ohne festen Wochentag tue ich mich persönlich jedoch sehr schwer diese Regelung auch einzuhalten. Am Wochenende haben wir oft Parteitage und außerordentliche größere Veranstaltungen. Da das aber alles nicht hilft und ich keine Alternative sehe muss ich es eben nochmals versuchen, diesmal mit öffentlicher Ansage und der Bitte um Erinnerung.
Der #NoPirateDay
Nach längerer Überlegung denke ich, dass es am effektivsten wäre meinen “Tag frei von Piratenarbeit” aufs Wochenende zu legen. Ich bin Pragmatiker und bevorzuge einfache und logische Regelungen.

generiert mit http://www.gliffy.com
Bundesthemen auf Landes- oder Kreisseiten von Piraten
Die Frage ob “Bundesthemen” von lokal agierenden Piraten aufgegriffen und bearbeitet werden soll oder darf, wurde schon öfters angesprochen. Einige (meines Erachtens wenige) Piraten sind der Meinung, dass Bundesthemen allein Sache des Bundes sind.
Andere Piraten, zu denen ich auch gehöre, sehen das anderes.
Kürzlich schrieb ein Landesvorstand auf der Arbeitsliste der Bundespresse dies:
Ich habe das an anderer Stelle schonmal gesagt, war glaub ich Vorständeliste, ich halte es für Zweifelhaft Bundesthemen von Landesseiten aus zu argumentieren.
Offenbar ist das Thema also doch noch nicht erledigt.
Meine Meinung geht in eine ganz andere Richtung:
Bundesthemen betreffen letztlich Bundesbürger. Bürger sind überall zu Hause. Einige dieser Bürger sind zudem Experten für die jeweiligen Themen. Sei es aus Ihrer Arbeits- und Lebenssituation, sei es aus ihrer Erfahrung oder sei es eben reines Interesse, was dazu führte, dass man sich eben einarbeitete.
Es ist dann auch selbstverständlich, dass sich diese Bürger, Experten und engagierte Piraten auch zu diesen Themen zu Wort melden.
Und genau das ist es doch, was Piraten wollen: Das wir Verantwortung tragen und mit offenen Augen durchs Leben gehen. Das wir zuhören und dann auch reden, wenn es was zu sagen oder richtig zu stellen gibt. Das Leute den Mund aufmachen.
Der Vorsitzende des Landesverbands der Piraten in Bayern sagte dazu so schön (O-Ton):
Ihr habt mich dazu gewählt das ich eben nicht den Mund halte. Sondern, dass ich genau das tu.
Das gilt auch für jeden Basispiraten. Egal ob Kreis, Bezirk oder Land.
Weiterhin steht es jeden frei, Anträge an seine Kreis-, Bezirks oder Landesverbände zu stellen. Das können auch Anträge sein, eine Position zu einem Thema zu veröffentlichen.
Punkt ist: Diese Leute sind irgendwo in einem Kreis daheim und nicht in irgendeinem organisatorischen Gebilde, welches sich Bundespartei nennt.
Wer aber meint, das Bundesthemen allein von der organisatorischen und ansonsten virtuell agierenden Bundesebene bearbeitet werden dürften welcher organisatorisch aus einer begrenzten Zahl an Leuten besteht, der soll doch mal bitte schön einen Antrag zu einem Bundesparteitag dazu stellen.
Ich wäre gespannt darauf zu sehen, wie dieser überhaupt aussehen soll.
Denn er liefe ja auch ganz deutlich auf ein Maulkorb-Erlass heraus. (Von Zensur will ich nicht reden, weil Zensur definiert ist als etwas, was von staatlicher Seite ausgeht). Wie bitte soll es denn geregelt sein? So eine Regel müsste ja auf tiefster Gliederungsebene ansetzen und dort verhindern, dass Vorstände Anträge ihrer Mitglieder annehmen, die sich nicht mit Lokalthemen beschäftigen.
Das ist Unsinn. Und es ist nicht Piratpartei, sondern Kleingärtnerei.
Gleichzeitig stellt sich dann die Frage, wer denn bitteschön die Bundesthemen ausarbeitet? Wer wäre denn dafür überhaupt auf welche Weise legitimiert? Sieht man von den Bundesparteitagen ab, gibt es da niemand. Und die Bundesparteitage taugen nun mal logischerweise nicht bei tagesaktuellen Themen.
Man überlege dann mal weiter, was passieren würde? Wenn die Basis nichts sagen dürfte, aber aufgrund der Tagespolitik ein Statement vom Bund notwendig sein würde. Wer würde dieses denn wohl erarbeiten? Einfach weil es sein muss, weil es sonst niemand tut?
Die AGs? Keine Chance, die meisten AGs schaffen es ja noch nicht einmal einen Koordinator zu wählen; Oder “ewige Koordinatoren” die längst weiß Gott wo sind, abzuwählen!
Die Antwort ist fatal: Da niemand da wäre, würde es der Bundesvorstand und die SG Presse nach besten Wissen und Gewissen machen. Also eine oder maximal zwei Handvoll Leute. Die dann auch naturgemäß eben nicht aus Experten, sondern bei vielen Themen aus Laien bestehen würden.
Nein, min Jungs, Bundespolitik kann nicht im Bund gemacht werden. Bundespolitik muss und wird immer von unten ausgehen. Von der Basis. Von den einzelnen. Die Aufgabe des Bundes ist es dagegen, diese Meinungen und Statements aufzugreifen und zu übernehmen.
Das ist auch keine Bringschuld der Basis oder der Gliederungen, sondern eine Hohlschuld der gewählten Bundesverantwortlichen. (Auch wenn es aufgrund der derzeitigen Personallage derzeit noch anders herum sinnvoller ist; Noch.)
tl;dr:
Bundesthemen betreffen alle. Also ist jeder berechtigt dazu was zu sagen. Punkt.
Rant: Piraten treten nicht zurück
Vorsicht, dies ist ein Rant.
Die Regierung beschließt eine verschärfte Form der #VDS und was machen ein paar #Piratendeppen? Nabelschau, letzte Eitelkeiten und Mimimi.
Käsman ist zurückgetreten. In Ehre und in Überzeugung.
Ihr dagegen, die ihr aus Selbstmitleid, Stolz und Frust wegen schlechter Zusammenarbeit zurücktretet oder es ankündigt, ihr tretet nicht zurück, ihr tretet nach und ab.
Piraten kämpfen für Ihre Überzeugungen. Sie behalten Kurs auch in stürmischem Fahrwasser, bei Angriffen von Kraken, Monstern und schrecklich maritim angehauchten Schachtelsätzen.
Ihr wollte die Piraten unterstützen? Dann tut das. Das geschieht aber nicht durch flotte Pläuschen in eurer Clique und mit der Presse. Es geschieht auch nicht dadurch, dass man im Mumble oder auf Parteitagen mit Worten brilliert. Das kann jeder, das ist dasselbe was etablierte Politiker von anderen Altparteien auch tun können und seit eh und je tun.
Es geschieht durch Arbeit.
Piratenarbeit ist undankbar. Sie ist einsam. Mehr als Feigenblättchen-Aufmunterung durch schnell hingeworfene Tweets in denen der Hashtag “#Flausch” vorkommt gibt es kaum. Piratenarbeit wird gefordert. Von allen anderen. Wo bleibt die Pressemeldung zum aktuellen Thema, oder das was jemand als besonders wichtig erklärt? Wo bleiben die Tools, die all die Änderungen beinhalten, die einige Leute von den freiwilligen Entwicklern fordern? Wo die Plakate, wo die neuen Fotos, wo die korrekte und minütlich aktualisierte Mitgliederliste des Kreises Bielefeld-Schwarzloch?
Einsame Kämpfer, Heldinnen und Idealisten sitzen bis spät in die Nacht vor Monitoren. Leise, damit das Kind oder der Partner nebenan nicht geweckt wird. Allein im Raum, vielleicht ab und zu ein Blick aus dem Fenster in die dunkle Nacht; Ein Bier oder ein Glas Wein vor sich. Und ein oder zwei Fenster offen auf Twitter, Mumble oder einem anderen virtuellen Kanal mit anderen Gleichgesinnten irgendwo da draußen in der Welt.
Obwohl sie schlafen könnten, sich kuscheln könnten an ihren Partnerinnen und Partnern und träumen von einer besseren Welt, opfern sie ihre Zeit. Um eben diese Welt zu verbessern.
Um eben all das zu leisten, was so viele fordern. Denn niemand fordert mehr als aktive Piraten. Doch sie fordern es nicht von anderen. Sie fordern es von sich selbst. Sie möchten die Welt retten. Hier und heute. Und wenn es jetzt nicht geht, dann eben morgen. Ein Stückchen hier, ein Stückchen da. Jedes mal ein bisschen mehr.
Das meine Damen und Herren, meine Lords und Ladies, das sind die Piraten.
Keiner dieser meist unbekannten Heldinnen und Krieger würde je an Rücktritt denken. Denn wenn sie gewählt werden, dann wird das eigene Gewissen, das starke Verantwortungsgefühl niemals erlauben, dies zu tun. Denn Rücktritt bedeutet für diese Menschen mehr als nur ein “Zurück ins Glied”; Es bedeutet ein Verrat. Verrat an den eigenen Idealen und der Verantwortung, die man schwer zu tragen fühlt.
Es gibt nur einen Grund, der Rücktritt rechtfertigt: (Zeitliche) Überforderung oder die feste und tiefe Überzeugung, dass es konkret Leute gibt, dies es tatsächlich besser können. Konkret. Nicht irgendwo und irgendwann.
Der sogenannte Rücktritt heute von einer als Beisitzerin des Vorstands gewählten Person ist keiner. Ich gebe selbst zu, daß ich nie eine große Sympathie ihr gegenüber hatte. Aber wichtiger als persönliche Antipathie sind Verantwortung und unsere Ziele. Diese werden allein durch den Rücktritt gerade jetzt, gerade heute beschädigt!
Wie eingangs bereits gesagt: Die Regierung beschloss eine verschärfte Form der Vorratsdatenspeicherung. Das Vorhaben ist aber mehr als nur das ist – sie ist ein Angriff auf die Privatsphäre jedes Menschen.
Ebenso ist in dieser Woche das Thema Studiengebühren durch die richterliche Entscheidung in Bayern besonders wichtig geworden. Die CSU ist in sich zerstritten über das Thema und bräuchte nur noch den einen kleinen Stoß in die richtige Richtung… Und die Transparenz-Diskussion zu Abgeordneten ist im vollem Gange. Piraten aus verschiedenen Ländern waren “just now” dabei, die mediale Agenda und piratige Kompetenzführerschaft zu diesem Thema wieder medial unübersehbar zu machen.
Jeder dieser drei Themen allein erfordert den Einsatz und den Kampfeswillen jedes Piraten.
Und zu allem Überfluss steht der programmatisch überaus wichtige Bundesparteitag Bochum kurz bevor. Einige wenige wackere Piraten schlugen sich in den letzten Tagen und Stunden die Nächte um die Ohren um die Anträge zu verarbeiten und rechtzeitig fertig zu kriegen.
Ein Rücktritt jetzt ist ein Tritt ins Gesicht von all den einsamen Kämpfern, die an diesen Feldern arbeiteten und arbeiten. Denn es nimmt ihnen die Energie und die notwendige Aufmerksamkeit und lässt es in einer frustrierenden unnötigen Empörungswelle verpuffen. All die Arbeit all dieser vielen Piraten wird durch diesen einen Rücktritt jetzt in den Hintergrund geworfen.
Es geht nicht nur um die Person, die sich hier aus welchen Gründen auch immer zurückziehen will. Es geht auch um den unmöglichen Zeitpunkt. Jetzt zurückzutreten ist und war verantwortungslos. Es hebt die eigene Personen vor diesen wichtigen Themen und dringend zu behandelnden Dingen.
Ihr Deppen macht eure Köpfe wichtiger als die Themen!
Das ist kein Rücktritt. Es ist Verrat.
Und dass man hiervon auch noch aus der Presse erfährt und nicht auf der wenige Stunden vorher statt gefundenen Sitzung, ist eine Beleidigung für sich. Das ist eine Methode, die man von den Altparteien kennt. Meldungen von den eigenen Leuten aus der Presse erfahren und nicht von diesen selbst! Das ist so was von Eighties!
Piraten treten nicht zurück.
Aber wisst ihr was? Wir machen weiter!
Denn wir sind Piraten.
Piratenkleider 2.14
Und wieder steht eine neue Version zum download bereit: Piratenkleider 2.14
Die neue Version behebt einige kleine Bugs und führt auch ein paar Verbesserungen ein. (Siehe hierzu insbesondere auch die Kommentare zur Version 2.13):
- Update/Bugfix: Anfang Oktober 2012 wurde von Twitter die URL für den Abruf von Twitter-Feeds geändert. Daher musste auch die fest eingebaute Adresse dieser URL im Theme geändert werden. Vielen Dank hier an Uwe Kerstan für die frühzeitige Meldung.
- Feature: Zur Unterstützung des Plugins KrähennestPodcaster von Marc Schieferdecker wurden einige CSS-Anweisungen eingebaut um die optische Darstellung etwas zu verschönern.
- Diverse Verbesserungen am Stylesheet:
- Bei der Darstellung der Linkliste internationaler Piraten wurden die Einzelbilder auf ein CSS-Sprite umgestellt. Dies verbessert das Ladeverhalten. Vielen Dank an Jan Schejbal für die Erstellung des Sprites!
- Zur Verbesserung des Ladeverhaltens für Small Screen Devices (bei Auflösungen unter 500 Pixel) wurde eingestellt, dass diese nunmehr nicht mehr den Bebas oder DroidSans Webfont anzeigen (und laden) sollen.
- Bugfix: In der Version 2.11 kam es zu einem Fehler bei der Darstellung des Sliders mit dem Animationstyp “slide”. In diesem Zusammenhang wurde auch die Caption mit der im Slide angezeigten Überschrift zu weit nach rechts ausgerichtet. Beide Fehler wurden korrigiert.
- Feature: Auf der Startseite können nunmehr anstelle der Datumsboxen auch Thumbnails von im Artikel enthaltene Bilder angezeigt werden. Hierzu gibt es im Backend eine Option: “Thumbnails anstelle Datum” (Takelage einstellen->Startseite).
- Update: Die Linklisten zu den Piratengliederungen wurden ergänzt um den Landesverband Sachsen-Anhalt und um zwei fehlende Kreise aus Niedersachsen. Vielen Dank an die beiden Piraten (Christoph Giesel und Benjamin), welche die notwendigen Codes direkt via GitHub eingereicht haben.
Portugal: Staatsanwaltschaft Lissabon verzichtet auf Verfolgung von Filesharern
Testartikel um das Plugin Krähennest Podcaster zu prüfen.
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Portugal: Staatsanwaltschaft Lissabon verzichtet auf Verfolgung von Filesharern
Piratenkleider 2.13
Ab sofort steht die neue Version 2.13 zur Verfügung.
Download: Version 2.13
Diese Version führt einige Features ein die in den Kommentaren von Version 2.12 angefragt wurden:
- Feature: Blog-Description im Code einstellbar. CSS macht es aber per Default noch unsichtbar. (.branding p.slogan {} muss neu definiert werden).
- Update: Weitere Gliederungen wurden ergänzt und Links aktualisiert.
- Feature: Disclaimer fürArtikel und Pages .
- Feature: Breite Inhaltsdarstellung für Artikel und Seiten einschalten.
Task tracking for nerds, Git-Tutorial und eine Wahnsinns-Shell
Heute habe ich 3 Link-Tipps für euch.
Hollyapp – Task tracking für nerds
Mit Hollyapp lassen sich einfach ToDo-Listen via Editor erstellen und pflegen. Der Clou ist, dass verschiedene Datums-Formate erkannt werden und Gruppen einfach durch einrücken von Tabs erstellt werden können. Auch Bedingungen lassen sich abbilden, eine komplette Übersicht gibt es auf der Website. Außerdem ist es sehr praktisch, dass sich auf der Seite alles mit Tastenkürzeln steuern lässt und die Ansicht auch auf dem Smartphone bauchbar ist.
Es muss jedoch jedem klar sein, dass die Liste für jeden der die URL hat editierbar und sichtbar ist – aus diesem Grund sind die URLs auch sehr kryptisch. Entweder man setzt sich ein Bookmark oder nutzt einen Link-Shortener um sich die URL merkbar zumachen. Hollyapp setzt außerdem ein Cookie und merkt sich so alle angelegten Listen.
https://hollyapp.com/ - gefunden durch @MerlDT (http://merls-blog.de)
git – Der einfache Einstieg
Da ich vor kurzem das erste mal mit Git zu tun hatte, habe ich mich auf die Suche nach einem simplen Tutorial gemacht und möchte euch dieses nicht vorenthalten.
http://rogerdudler.github.com/git-guide/index.de.html
Xiki: Can your shell console do this?
Einfach mal dieses Video ansehen
Ich habs selbst noch nicht getestet, werde das aber demnächst tun.
http://xiki.org/ - gefunden durch @MartinGrandrath
WordPress Plugin zum Einbinden und Filtern von Inhalten aus externen Websiten
Vor-Vorwort
Dies ist mein erstes WordPress-Plugin. Mir ist bewusst, dass es im Stil “quick & dirty” geschrieben ist und man vieles hätte besser machen können hierzu auch später noch im Ausblick.
Vorwort
Wir sind gerade dabei die Website des Bezirksverbands Mittelfranken der Piratenpartei neu zu strukturieren. Unsere Vorgabe war es die Inhalte möglichst dynamisch anzulegen und viel zu verlinken um die Pflege der Inhalte, wenn sie denn mal drin sind, gering zu halten. Ein klassisches Beispiel sind die Themen der Piratenpartei. Würde man diese manuell einpflegen so müsste man diese Seiten nach jedem Parteitag aktualisieren. Da ohnehin alles relevante auch im Wiki gepflegt ist haben wir uns überlegt ob es denn nicht irgendeine Möglichkeit gibt diese Inhalte in WordPress einzubinden. Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe nichts gefunden und habe mir daher überlegt dieses Plugin selbst zu schreiben.
Das Plugin
WordPress Plugin zum Einbinden und Filtern von Inhalten aus externen Websiten. Kurz PEFIEW. Das Plugin ermöglicht es durch einen Shortcode beliebige Webseiten durch Regex (Regular Expressions) zu filtern und so bestimmte Inhalte einzubinden.
Die gefilterten Inhalte werden in der Datenbank zwischengespeichert und alle 24h aktualisiert. Sollte die Website beim aktualisieren offline sein wird weiterhin die gespeicherte Version angezeigt. Ist die Website länger als 7 Tage nicht erreichbar geht eine Mail an den Seiten-Administrator. Relative Links werden automatisch in absolute umgewandelt.
Verwendung
[PEFIEW pattern="$regex" before="$before" after="$after"]$url[/PEFIEW] |
$url = URL der einzubindenden Seite $pattern (optional) = Regular Expression zum Filter, falls nicht angegeben wird die gesamte Seite eingebunden $before (optional) = String der vor dem gefilterten Inhalt ausgegeben wird $after (optional) = String der nach dem gefilterten Inhalt ausgegeben wird |
Die Regular Expression ist im Sinne des Parameters von preg_match zu verstehen. Da WordPress Probleme damit hat wenn Parameter in Shortcodes HTML-Elemente beinhalten, und die Parameter hier klassischerweise HTML-Strings sind muss ein kleiner Umweg gegangen werden. Statt spitzer Klammern (<,>) verwenden wir geschweifte ({,}) und statt Anführungszeichen (“) verwenden wir °. Das Plugin ersetzt diese Zeichen dann vor dem Parsen und Ausgeben.
Möchte man also eine nach einer Überschrift erster Ordnung mit der id “headline” parsen und diese als Überschrift zweiter Ordnung ausgeben müsste der Shortcode folgendermaßen aussehen.
[PEFIEW pattern="#{h1 id=°headline°}(.*){/h1}#" before="{h2}" after="{/h2}"]http://domain.de/foo/bar.html[/PEFIEW] |
Beispiele
Einbinden des Artikels des Tages der deutschsprachigen Wikipedia
[PEFIEW pattern="#{h2}{span class=°mw-headline° id=°Artikel_des_Tages°}Artikel des Tages{/span}{/h2}(.*){div class=°mehr°}{a href=°/wiki/Wikipedia:Hauptseite/Artikel_des_Tages/Chronologie#s" before="{h2}{span class=°mw-headline° id=°Artikel_des_Tages°}Artikel des Tages{/span}{/h2}" after="{/div}"]https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite[/PEFIEW] |
Artikel des Tages
Eugen Ewig (* 18. Mai 1913 in Bonn; † 1. März 2006 ebenda) war ein deutscher Historiker. Eugen Ewigs Arbeitsschwerpunkt war die Geschichte des frühen Mittelalters. Er lehrte als Professor für Geschichte an den Universitäten Mainz und Bonn und galt der Fachwelt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als bester Kenner der Merowingerzeit. Da er nach dem Zweiten Weltkrieg als einer der wenigen deutschen Mediävisten betrachtet wurde, die nicht von nationalsozialistischem Gedankengut beeinflusst worden waren, konnte er eine Mittlerfunktion im Aussöhnungsprozess zwischen Deutschland und Frankreich übernehmen. Ewig gelang 1958 die Gründung der Deutschen Historischen Forschungsstelle in Paris, aus der 1964 das Deutsche Historische Institut Paris hervorging. mehr
Einbinden der Präambel unseres Grundsatzprogramms
[PEFIEW pattern="#({h2} {span class=°mw-headline° id=°Pr\.C3\.A4ambel°}.*?){h2}#s" ]http://wiki.piratenpartei.de/Parteiprogramm[/PEFIEW] |
Präambel
Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind trotz aller Lippenbekenntnisse die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet. Dies geschieht zudem in einem Tempo, das die gesellschaftliche Meinungsbildung und die staatliche Gesetzgebung ebenso überfordert wie den Einzelnen selbst. Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten, diesen Prozess mit demokratisch gewonnenen Regeln auf der Ebene eines einzelnen Staates zu gestalten dahin.
Die Globalisierung des Wissens und der Kultur der Menschheit durch Digitalisierung und Vernetzung stellt deren bisherige rechtliche, wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen ausnahmslos auf den Prüfstand. Nicht zuletzt die falschen Antworten auf diese Herausforderung leisten einer entstehenden totalen und totalitären, globalen Überwachungsgesellschaft Vorschub. Die Angst vor internationalem Terrorismus lässt Sicherheit vor Freiheit als wichtigstes Gut erscheinen – und viele in der Verteidigung der Freiheit fälschlicherweise verstummen.
Informationelle Selbstbestimmung, freier Zugang zu Wissen und Kultur und die Wahrung der Privatsphäre sind die Grundpfeiler der zukünftigen Informationsgesellschaft. Nur auf ihrer Basis kann eine demokratische, sozial gerechte, freiheitlich selbstbestimmte, globale Ordnung entstehen.
Die Piratenpartei versteht sich daher als Teil einer weltweiten Bewegung, die diese Ordnung zum Vorteil aller mitgestalten will.
Die Piratenpartei will sich auf die im Programm genannten Themen konzentrieren, da wir nur so die Möglichkeit sehen, diese wichtigen Forderungen in Zukunft durchzusetzen. Gleichzeitig glauben wir, dass diese Themen für Bürger aus dem gesamten traditionellen politischen Spektrum unterstützenswert sind, und dass eine Positionierung in diesem Spektrum uns in unserem gemeinsamen Streben nach Wahrung der Privatsphäre und Freiheit für Wissen und Kultur hinderlich sein würde.
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Ausblick
Dieses Plugin entstand aus der Not aber es tut das was ich will, daher halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass ich daran vorerst nicht weiterentwickeln werde. Ich habe es aus diesem Grund auf GitHub geladen und Interessierte zur Mitarbeit auf.
Ideen wie man das Plugin verbessern könnte: Einzubindende Inhalte und deren Filter etc. sollten in einem Administrationsmenü durch Textfelder eingespeichert werden. Dadurch erspart man sich die geschweiften Klammern und es ist übersichtlicher. Diese Inhalte sollten dann durch einen Shortcode + ID auf den Seiten eingebunden werden können. Bei diesem Vorgehen könnte man dann auch die Refresh-Rate eines Inhalt und die Warnung für jeden Filter individuell einstellen.
Download
Neuerungen auf meinem Blog
Hallo,
ich habe nun eine Rubrik Fotos auf der ich zukünftig Bilder von mir einstellen werde. Im Moment sind bereits Bilder vom Sommerfest der mittelfränkischen Piraten und der Demonstration gegen die GEMA-Tarifreform veröffentlicht. Ich nutze hierfür das Plugin NextGEN Gallery.
Außerdem habe setzte ich nun Piwik zur Nutzungsanalyse meines Blogs. Piwik bietet ganz ähnliche Funktionen wie Google-Analytics, ist jedoch OpenSource (läuft somit auf meinem eigenen Hosting) und erlaubt einen Datenschutz-konformen Einsatz in Deutschland.
Politischer Blog: pirat-gruber.de
Für alle die es noch nicht mitbekommen haben, ich habe seit kurzem einen Blog eingerichtet auf dem ich als Direktkandidat für die Bundestagswahl 2013 zu Themen Stellung beziehe und über meine Tun in diesem Zusammenhang berichte.
Ich werde keine Cross-Posts zwischen den beiden Blogs machen. Daher lohnt es sich, falls euch die Politik interessiert, den Neuen zu abonnieren.
Dieser Blog ist explizit zur Außendarstellung gedacht, er ist hier zu finden: http://pirat-gruber.de
Gründung der SG-Presse Mittelfranken
Am Montag haben sich, initiert durch den Nürnberger Kreisvorstand, 6 Menschen getroffen um darüber zu sprechen wie wir die Pressearbeit innerhalb des Bezirks Mittelfranken verbessern und uns somit für das Wahljahr 2013 wappnen können.
Glücklicherweise war auch Christian Kubisch (@chriskub) anwesend, der die Pressearbeit hier in Mittelfranken schon seit 2009 begleitet hat und somit viel Input zu bisherigen Versuchen geben konnte. Wir waren uns alle recht schnell einig, dass wir uns über die Kreiseben hinaus organisieren müssen um Ausfälle in einzelnen Gliederungen kompensieren zu können. Ebenso ist uns klar, dass dies nur funktionieren kann wenn die Kreisverbände (folgend KVs) mitziehen.
In jedem KV muss es 1-2 Presse-Beauftragungen geben, dies müssen ja nicht zwingend Vorstände sein, die sich verantwortlich fühlen die Pressearbeit zu machen und die man im Zweifel anfragen kann wieso es denn zu Thema XY noch keine PM (Pressemitteilung) gibt.
Ich weiß, dass es schon mehrere Versuche gegeben hat die Pressearbeit in Mittelfranken zu strukturieren und keiner hat sich wirklich lange gehalten, doch nach meinem Gefühl steht dieser Versuch unter einem guten Stern.
Die nächsten Schritte
Ich werde heute Abend zur Sitzung des Bezirksvorstands folgenden Antrag zu diesem Thema stellen und anschließend die KVs anschreiben
Der Bezirksvorstand begrüßt die Bestrebungen eine Mittelfrankenweite SG-Presse zu gründen und bittet alle Gliederungen Mittelfrankens sich daran zu beteiligen. Konkret bitten wir darum, dass die Kreis-Vorstände, falls noch nicht geschehen, bis zum 07.10.2012, 1-2 Personen mit der Pressearbeit beauftragen. Diese Personen sollen sich dann bitte bei daniel.gruber@piraten-mfr.de melden.
#Update: Der Antrag wurde von allen Anwesenden angenommen
Als nächstes finden wir dann einen Termin mit allen Beauftragten und gründen die SG offiziell. Bei diesem Treffen sollte dann das wesentliche festgelegt werden.
Die Ziele (ganz grob)
- Entlastung aller “Presse-Piraten”
- Eindeutige Workflows definieren
- Erarbeiten von Vorlagen
“Piratenpartei löst sich auf”
Das war’s. Die Piratenpartei gibt es nicht mehr.
Wirklich. Nach all dem, was im Moment vorfällt, wundert das auch keinen.
Die Presse meint es auch nicht mehr gut mit uns. Wenn wir selbst die als Partner verloren haben, ist es vorbei.
Wir brauchen gar nicht mehr versuchen, irgendwelche Kinder aus Brunnen aller Art zu retten.
Aber ich sammele mich. Und beginne von vorn.
“Ich nehme Wetten an, wann die Piraten wieder unter 5% liegen!”
Ist man im Moment auf Twitter unterwegs, gibt den Hashtag “Piraten” und/oder “Gate” ein, wird man köstlich unterhalten.
Entweder geht es um eine fragwürdige Pressemitteilung zum Thema “Bundeswehreinsätze im Innern”, ein noch fragwürdigeres “Johannes Ponader BGE-Topic “oder, das fragwürdigste überhaupt: Eine Abmahnung des stellvertretenden Bundespressesprechers, Gero Preuhs, die sich gegen den Urheber eines Flyers der pirateninternen Gruppe “Nuklearia” richtet. Die Umstände des letzteren Problems sollten spätestens heute präsent sein. Falls nicht lässt sich das hier ändern.
Nachdem es aber bereits gefühlte 42.000.000 Blogposts zu dem Problem an sich gibt und das Gate ja heute, an Tag 2, eigentlich schon fast zum alten Eisen gehört, will ich doch etwas anderes ansprechen, als umstrittene Positionen zur Beschneidung von Kindern, das Tacheles in Berlin, oder die Frauenquote beim Kraftfahrzeugsservice des Bundesministeriums für Umwelt. Es geht dabei eher um den Umgang mit Problemen. Denn Aussagen von Mitgliedern wie “Ich nehme Wetten an, wann die Piraten wieder unter 5% liegen!” sind dabei eigentlich das irgendwie wesentlichere Problem. Finde ich.
“Die Ideale sind weg! Die Partei ist wie alle anderen geworden!”
Resignation, Wut, Zorn, eine gewisse Portion Trauer. Würde man ein psychologisches Profil der Twitter-Timeline eines durchschnittlichen Piraten erstellen, würde man ihr entweder “Burn out” oder “ADHS” attestieren. Beides wäre gerechtfertigt, letzteres aber nur weil es im Trend liegt. Ausgebrannt ist sie aber in der Tat, weil es immer die gleichen Stimmen sind, die das Ende der Piratenpartei nach genau diesem (1!!!11!) Vorfall heraufbeschwören. Entweder es geht darum, dass die Leute abspringen oder die Partei nicht mehr wählbar ist oder ein durch außerirdisches Leben hervorgerufener Galaxien-Krieg über die Erde hereinbricht, weil die Piraten sich mit Anonymous verkracht haben – und die haben ja bekanntlich Connections. Überall hin. Aber, um bei der Psychologiemetapher zu bleiben, was die Timeline nicht benötigt sind Unmengen an Diazepam, Mirtazapin oder anderen, total kompliziert klingenden Medikamenten, sondern schlicht eine gewisse und nüchterne Aufarbeitung ihrer Probleme. Quasi eine “Tiefentherapie”. Und die können ihr nur alle zukommen lassen, die direkt mit ihr zusammenarbeiten. Ihre Nutzer, quasi.
“Aber wenn wir das jetzt totschweigen!”
Wenn wir etwas totschweigen, welches der oben in Vielzahl angeführten Probleme auch immer, bringt das gar nichts. Nichts für (respektive gegen) die Presse, nichts gegen andere Parteien, nichts gegen die Nuklearia aber vor allem: Nichts für unsere politische Daseinsberechtigung. Und da beginnt das Problem, irgendwie. Ich habe den Eindruck, dass es in der Partei noch immer Mitglieder gibt, die sogar selbst davon überzeugt sind, dass die Piratenpartei auf der politischen Bühne eigentlich nichts verloren hat und nur dem Protest der vielen, politikverdrossenen Bürger dient. Ob man es wahrhaben will oder nicht, doch, wir sind eine Protestpartei. Wayne? Ist Protest gegen ein etabliertes System nicht auch ein politisches Statement? Man muss sich aber auch vor Augen führen, dass wir sehr, sehr viel erarbeitet haben. Und dazu gehören nicht nur “Nyancat”, “Ponytime” und “Bällebad”. Ich werde jetzt sicher keine regionalen Erfolge im Wiki suchen, bei dem Piraten einen kommunalen Transparenzantrag für irgendwelche Sitzungen durchgeboxt haben. Was ich aber wohl anführen will sind Dinge wie: Eine laufende Urheberrechtsdebatte. Eine breite und tiefe Diskussion zum Thema Bildung und deren Finanzierung. Das Anregen basisdemokratischer Elemente, die mittlerweile beinahe jede (!) Partei mehr oder weniger erfolgreich versucht umzusetzen. Und eine sagenhafte, wenn auch nicht immer nur positive, Resonanz bei dem ideologischen Grundsatz, dass jeder der will, auch Politik machen darf und sie aktiv mitgestalten kann.
Will sagen: Doch! Wir haben auf der politischen Bühne was verloren! Und was mich dabei manchmal mehr ärgert, als irgendwelche “Gates”, sind Polemiker, die sich scheinbar darauf spezialisiert haben, wenig professionell mit Problemen umzugehen. Ich meine damit noch nicht mal die üblichen X Piraten (X>200), die sich zur Aufgabe gemacht haben mit präpubertären Trolleinlagen die gesamte Partei eines besseren belehren zu wollen, sondern die, die bei jedem Mist eine gesamte Ideologie in Frage stellen.
“#TWOFF! Ich geh jetzt ECHTE Piraten treffen!”
Wenn man Ideale, Ziele, Motivation und Handlungsfähigkeit innerhalb der Partei vermisst, bleibt für mich nur ein Schluss zu ziehen: Man kann in diesem Fall nur zu wenig aktiv sein. Mit aktiv meine ich nicht das Befüllen von Timelines, nicht das stundenlange Diskutieren auf Mailinglisten über das Thema “Bilderberger” und auch nicht das Entwerfen irgendwelcher bekloppten Festivalpläne für 2014. (Um letzteres zu erklären: Ich habe das mal versucht. Ich trollte mich selbst) Ich will die Wichtigkeit der eben angesprochenen Instrumente nicht in Abrede stellen – im Gegenteil. Sie sind wichtig, sie dienen der Kommunikation und der Vernetzung (mein Unwort des Jahres). Sie motivieren aber nicht und bringen kaum bis keinen spürbaren Erfolg. Auf einem Infostand zu stehen, jemandem zu erklären, warum die GEMA gerade nicht so cool ist oder warum Studiengebühren eben nicht für bessere Bildung aller sorgen, kann nicht nur anstrengend sein, sondern auch sehr motivierend. Denn die Reaktion ist sehr häufig durchaus auch ein “Oh, das hab ich nicht gewusst” oder ein “Mensch, ich find gut, dass Sie das machen”. Das ist in der Tat motivierender als zum 400 mal zu lesen, dass die “Piratenpartei kentert”. Die nautischen Vergleiche werden btw auch nicht besser, wenn man sie zur Dekonstruktion der Partei verwendet. Motivierend können auch Stammtische sein. Oder Treffen zum Grillen. Motivierend sind auch Gespräche miteinander, in denen man über die eigenen Ideale sprechen darf und einem zugehört wird. Denn man macht Politik in der Regel, um seine Ideale zu vertreten. Oder? Ich werde mich auch an der eigenen Nase packen. Denn ich bin auch manchmal ein elender Pessimist. Und ich finde die Piraten auch manchmal alle doof. Aber ich kenne Piraten, bei denen 9 von 10 Idealisten sind. Und auch bei Misserfolgen und Problemen nicht immer gleich die Flinte ins Korn werfen wollen. Und soll ich euch noch was sagen? Ohne Piraten fände ich alles noch viel doofer.
LG
Pinny
“Mit INDECT kann man Tote vermeiden”
„INDECT hätte geholfen, die Massenpanik bei der Loveparade in Duisburg zu verhindern“
Wir alle erinnern uns an die Katastrophe die sich am 24.07.2010 in Duisburg ereignet hat. 21 Besucher verlieren ihr Leben, weit über 500 werden verletzt. Aus der EU-Kommission verlautet nun, wenige Tage nach dem sich der Tag des Unglücks jährt, dass man genau diese Situation mit dem EU-Projekt INDECT hätte vermeiden können. Der Artikel auf den ich mich dabei beziehe findet sich hier.
An Dreistigkeit kaum zu überbieten
Man ist es ja nun schon fast gewohnt, dass alle nur dagewesenen Unglücke dieser Größenordnung seitens der Politik dazu herangezogen werden, die Implementierung neuer “Ideen” oder “Gesetzesentwürfe” zu legitimieren. Dass Antonio Tajani, rechtskonservatives Mitglied der Europäischen Kommission, sich aber auf dieses Niveu herablässt, bereits durch Untersuchungen und Gutachten belegte Fakten aus dem Zusammenhang zu reissen, ist bezeichnend. Mit allen Mitteln wird versucht, das umstrittene INDECT Projekt gesellschaftsfähig zu machen. Dass die Opfer und deren Angehörige damit auf subtile Weise verhöhnt werden, scheint Tajani dabei egal zu sein. Bewusst ist es ihm ganz sicher.
“Der neuerliche Eklat veranlasst mich zu der Bitte, Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien”
Gehen wir kurz zurück zu den eigentlichen Tatsachen. Rolf Cebin, mittlerweile “pensionierter” Polizeichef der Stadt Duisburg, hatte bereits im Vorfeld massiv davor gewarnt, die Loveparade in Duisburg auszurichten. Seine Gründe waren insbesondere, dass Sicherheitsmängel bestünden und er als Poizeichef die Sicherheit der Besucher nicht gewährleisten könne. Die Antwort kam prompt, in diesem Fall von Thomas Mahlberg (CDU), der in seinem Brief an den ehemaligen Innenminister Dr. Ingo Wolf die Neubesetzung des Postens des Polizeichefs erbittet. Die Gründe dafür lassen sich dem Brief entnehmen.
Auch ist der Anlage 34 des Endberichtes der stadt Duisburg zu entnehmen, dass das Gelände für eine Besucherzahl von 250.000 Menschen ausgelegt – und eine Veranstaltung auch nur für diese Teilnehmerzahl erlaubt wurde. Ebenfalls zu entnehmen ist, dass weit mehr als 400.000 Menschen die Loveparade 2010 besucht haben.
Auch die 1301 eingeplanten Ordner konnte die Stadt Duisburg nicht bereitstellen: 527 erschienen erst gar nicht zum Dienst. Ein Grund die Veranstaltung abzusagen war das für die Verantwortlichen mitnichten, auch die für die Sicherheit zuständigen Unternehmen Unternehmen R.A.D., SMS Security, CCS Security, sowie die Essener Firmen Challenge Security und der Wach- und Schutzdienst Kötter haben es offenbar nicht für nötig erachtet, diese absolute Sicherheitsunterversorgung als Gefahrenpotential zu erkennen.
Insgesamt wurden etwa 20 (!) juristisch nötige Vorgaben zur Durchführung der Loveparade 2010 ignoriert oder mit politischer Macht “geradegebogen”, den Kritikern im Vorfeld wurde mit politischem Druck der Mund verboten. All das hätte INDECT also vermeiden können. Spannend!
Fazit
Wenn es mittlerweile zum “guten Ton” gehört, dass man Katastrophen dieser Art, die sich durch ordentliche und sachgemäße Arbeit absolut hätten verhindern lassen können, dazu zu nutzen, Überwachungsinstrumnte flächendeckend einzusetzen, sollte uns als Bürger das besonders alarmieren. Politiker, die versuchen mit emotionalem Druck ihre Ideen umzusetzen, aus welchen Gründen aus immer, sollten wir mit vereinten Kräften des politischen Banketts verweisen. Wenn Fakten, die so klar aufgearbeitet wurden wie in Dusiburg, so verdreht werden, dass man sich moralisch beinahe gezwungen sieht, Entwürfen dieser Art zuzustimmen, wird der Aufschrei nach vollständiger Transparenz umso größer.
Diese ekelhafte und verwerfliche Verfehlung von Antonio Tajani kritisiere ich massiv.
Als perverses Schwein wurdest du geboren…
Wie blöd muss man eigentlich sein?
Ich mag Facebook. Jaja, ich weiß, Datenschutzkatastrophe, da können wir dann gerne an anderer Stelle mal das entsprechende Fass zu auf machen. Heute geht es mir um was ganz anderes. Vorhin kam ich heim und hatte mit meiner Zeit, ein Mal mehr, nichts besseres anzufangen als mich durch Facebook zu scrollen. Üblicherweise liest man ja spannende Geschichten zu verstorbenen Hündchen, die in Glanz und Gloria zum Himmelreich aufgefahren sind, von den mutigsten Helden dieser Welt, den Mitgliedern der U.S. Army oder von Wirtschaftsexperten, die offenbar nicht zwischen Bruttoinlandsprodukt und Bruttonationaleinkommen differenzieren können. Das alles wären ja Umstände, mit denen ich gut leben könnte. Hey, jeder so wie er will? Kein Ding? Aber heute krönt mal wieder ein besonderes Schmankerl die Pinnwand, das ich immer und immer wieder sehe. Eigentlich hat alles damit begonnen, dass ich folgenden Eintrag gelesen habe: “Ey, wie blöd muss man eigentlich sein? Wenn die leute halt ihre daten alle angeben brauchen sie sich gar nicht wundern wenn sie missbraucht werden!!” Die Annahme, dass es sich um die Daten handelt, die da missbraucht werden sollen, hat mich zu Beginn beruhigt. Das änderte sich allerdings schon zwei Einträge tiefer.
Sehen ja eh nur meine Freunde?
Ich war mir in dem Moment, als ich den Titel “Mara 22.06.2012″ gesehen habe eigentlich fast sicher, dass sich da mal wieder jemand eine Expertise attestieren wird, die er/sie/es ganz offensichtlich nicht hat. Ich habe nun bei Facebook schon vieles gesehen: Frauen um die 30 im Minirock, Frauen um die 20 halb nackt auf der Motorhaube ihres Freundes, Kerle, die oben ohne vor einem Spiegel posieren oder Kinder, die auf dem Spielplatz spielen. Ich für meinen Teil finde Galerien dieser Art dezent deplatziert. Insbesondere finde ich eigentlich, dass Kinder da eigentlich so gar nichts drin verloren haben, was Bilder angeht. Ich hab mir dann einfach mal erlaubt nachzufragen.
“Ich weiß ja nicht, findest du es echt so sinnvoll die Fotos deiner Tochter bei Facebook hochzuladen? Mein nur, so wirklich gut ist das ja, wenn man drüber nachdenkt, eher nicht, oder?”
“Warum? Sehen ja eh nur meine freunde”
True Story, bro! Da hat sie schon Recht. Sie hatte die Bilder offenbar tatsächlich auf ihren (btw. 788 “Freunde” umfassenden) Bekanntenkreis begrenzt. Zumindest hat sie das, nachdem ich sie darauf angesprochen habe. Meiner Meinung nach ruhig, sachlich und höflich.
Was willste denn machen, hab ich mir gedacht. Okay, jetzt hat sie eben ihre Tochter dabei fotografiert, wie sie auf dem Spielplatz spielt, Spaß hat, rutscht uns schaukelt.
Hat man ja früher auch. Man hat es aber eben keinen 788 Freunden zur Verfügung gestellt. Ich hab dabei auch irgendwie das Gefühl, dass das besser so ist. Warum weiß ich gar nicht so genau. Schließlich kann man sicher nicht abschließen sagen, ob sich einer der 788 Freunde an einem der Bilder mehr “erfreut”, als er es tun sollte.
Getting ALL crazy!!!
Es hat nicht so irre lang gedauert, da bin ich dann auf das nächste Fotoalbum gestoßen. Der Name war in dem Fall “Mara Bad”.
Ich wusste, das wird jetzt eine harte Diskussion. Aber ich wusste auch was mich da nun erwarten wird. Denn ich sehe Alben dieser Art nicht zum ersten Mal.
Und es ist auch nicht mal so, dass die Vorschaubilder auf meiner Chronik da in irgendeiner Weise nicht meine Befürchtungen bestätigen würden.
Natürlich ist Mara im Bad, mit ihren geschätzten 4, vielleicht 5 Jahren. Und natürlich hat sie auf etwa 10% der Bilder ihren Badeanzug an.
Ich glaube, das ist schon skurril genug. Auf den restlichen 90% ist sie nackt. Mit ist das in dem Moment zu viel. Ich interveniere erneut:
“Achso, und wenn die 788 Freunde von dir deine Tochter nackt sehen, ist das auch kein Problem? Sorry, finde ich gehörig verantwortungslos.”
“Is doch normal? Kinder baden halt nackt manchmal!!”
True story, bro, again! Das können sie ja auch! Aber müssen sie das auf Facebook?
Das meinste jetzt ja nich ernst…
Ich meine, sie müssen nicht. Ganz und gar nicht. Was im Netz ist, bleibt im Netz. Das weiß man eigentlich. Eigentlich auch nicht. Und das ist auch nicht die frage des Ganzen. Da gibt es ganz andere Fragen zu klären:
Selbstbestimmung, Respekt, Kindheit, Gefahr, Missbrauch, Naivität, Ignoranz, Besserwisserei. Mir fallen viele Begriffe dazu ein. Nur der richtige nicht. Er müsste allumfassend sein.
Ich mache mir die Mühe. Ich logge auf meinen Zweitaccount, der natürlich bei Facebook besteht, wie er es bei wohl jedem von uns tut. Ich sehe mir die Seite der jungen Frau an.
Und ich stelle folgendes fest:
“Mara 22.06.2012″ ist nicht zu finden, für mich, als gerade öffentliche Person. Puh. Immerhin. Dennoch nicht gut. Aber besser als öffentlich.
“Mara Bad”. W.T.F. Is das wahr? Das zweite Album, das, das eigentlich die weit besorgniserregenderen Fotos beinhaltet, das ist öffentlich?
Das meinst du nicht ernst, meinst du?
Keine Ahnung wie des geht…
Was soll ich denn machen. Ich logge um. Klar. Ich sage ihr, was ich gerade beobachtet habe. Versuche zu erklären, wo meine Bedenken liegen.
“Also, ich hab jetzt grad mal auf einen anderen Account gewechselt. Du bist dir schon darüber im Klaren, dass die Nacktfotos deiner eigenen Tochter für jeden Menschen dieser Welt, der bei Facebook registriert ist, und das sind über 900 Millionen Benutzer, auf diese Fotos zugreifen können, oder?”
“ka? Es sind doch nur fotos!P? langweil jetz mal net”
“Okay. Ich will auch gar nicht langweilen. Aber sag mir doch bitte warum du das eine ALbum nur für freunde zugänglich gemacht hast, das andere aber für alle Welt zu sehen ist? Warum machst du nicht wenigstens beide nur für deine Freunde sichtbar, obwohl selbst das echt nicht die goldene Zitrone ist. Kinderbilder haben im Netz nichts verloren. Vor allem nicht wenn sie nackt sind!”
“Ja, ka wie des geht…”
True story, bro, third!
Machen wir die Sache mit der Netzkompetenz?
So viel fressen kann ich gar nicht, wie ich da kotzen will. Ich sehe das Problem, dass sicher nicht jeder bei Facebook durchsteigt, die Plattform macht es einem mit der Privatsphäre nun auch wirklich nicht einfach. Aber wie, WIE kommt man auf den Gedanken, Bilder seiner Kinder, noch dazu nackt, in die größte Online-Community dieser Welt zu stellen? Wie wenig Nachrichten kann man sehen, wie wenig Zeitungen muss man lesen, wie wenig persönliche Sensibilität muss man vorweisen, um auf so eine Idee zu kommen? Warum ist es so, dass es so viele Menschen gibt, die Netzfreiheit mit Naivität vertauschen, bewusst, unbewusst, oder gewusst?
Mein persönlicher Tiefpunkt wurde etwa 15 Minuten später erreicht. Ich hatte die Fotos mittlerweile gemeldet und darum gebeten, sie zu entfernen, als ich folgenden Pinnwandeintrag lesen musste:
║Als perverses Schwein wurdest du geboren,
║in diesem Leben hast du nichts verloren,
║drum fordern wir für alle Länder:
║
║††† TODESSTRAFE FÜR KINDERSCHÄNDER †††
║
║Für eure Taten sollt ihr büßen,
║ihr sollt euer Leben nie wieder genießen!!!
║Die Erfahrung zeigt, das Therapien nichts nützen,
║nur euer Tod kann Kinder schützen!!
Ich werde an dieser Stelle nicht das nächste Fass, das der Todesstrafe aufmachen.
Aber eines will ich mir doch nicht nehmen lassen:
Wer sich in dieser Art fahrlässig verhält, sollte dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Denn offenbar sind sich diese Menschen der Gefahr, der sie ihre Kinder dadurch aussetzen, der Respektlosigkeit und der Würdelosigkeit die damit einhergeht, nicht bewusst.
Wer aber an all diesen Aufklärungskampagnen zu diesem Thema, die nun schon seit Jahren laufen, noch immer getreu dem Motto: “Was geht es mich an” vorbei lebt, der muss gesagt bekommen, dass es in der Form nicht geht.
Die “Facebookfreundschaft” hat sie mir im übrigen vor etwa 10 Minuten gekündigt. Die Bilder allerdings kann ich noch immer sehen. Glückwunsch.
LG
Pinny
“Ihr müsst aber auch…”
Ich bin nun schon eine Weile unterwegs, im Zuge der Piraten, fahre zu Stammtischen, zu Infoabenden, zu offenen Diskussionsrunden.
Wer sind die Piraten, was machen die eigentlich so. Wir haben uns für Mittelfranken eine Präsentation gebastelt, in der wir auch Vorurteile uns gegenüber ausräumen. Kostenlose Drogen für alle, kostenloser ÖPNV mit persönlichem Fahrer, BGE in Höhe von 4.500 € für jeden und, natürlich, die gute alte Nazikackscheisse.
In der Regel klappt das alles ganz gut. Die Diskussionsrunden danach folgen mittlerweile aber einem irgendwie immer gleichen Muster.
Und das geht mir langsam auf den Keks.
Ihr müsst aber auch…
Es ist eigentlich immer das gleiche Schema. Die Diskussion nach der Präsentation flammt auf, was super ist. Dann sagt irgendjemand den Satz:
“Ich bin mittlerweile bei den Piraten, weil ich mir gedacht hab, man muss auch selber mal aktiv werden. Nicht immer nur daheim rumsitzen”. Soso.
Der nächste folgt und meint: “Das mit den Piraten ist schon wichtig, eine gute Protestpartei”. Das ist dann schon der Moment, in dem ich etwas nervös werde, meine Hände beginnen zu schwitzen.
“Ja, das stimmt ja. Aber ihr müsst euch auch endlich zu außen- und wirtschaftspolitischen Themen äußern”, schallt es dann aus der Ecke hinten links. Der gute Mann ist, nach eigener Aussage, aber schon seit 2009 Mitglied.
Auf die Frage, ob er denn eine Idee hätte, wie man sich da positionieren sollte, kommt ein “Naja, nö, ich hab ja von Wirtschaft keine Ahnung.” Achso, hm, blöd.
Ich bin schon seit langer, langer Zeit politisch aktiv!
Nachdem die Runde sich also einig ist, dass die Piraten wichtig und gut sind, kommt man auch darüber überein, dass es wichtig ist aktiv mitzumachen.
So wie heute, zum Beispiel, beim Stammtisch. Oder Infoabend. Ja, das ist sehr wichtig, sagt man.
“Nächste Woche ist auch Infostand, da werden auch noch viele Hände gebraucht, hat wer Lust?” Stille. Mensch, das Bier ist gut. Und das Schnitzel erst. Aber warum starren da alle so drauf?
“Ich hab da leider keine Zeit. Da ist Fußball”. Achso, ja, stimmt. Die EM. “Ja, und ich hab da einen Termin. Den kann ich auch nicht verschieben, sonst wär ich natürlich dabei”. Naja, klar. Termine sind ja wichtig. Gott sei dank haben wir keine. “Also, auf Infoständen kann ich nicht helfen, ich kann nicht so gut mit Menschen umgehen”. Gutes Argument. Gott sei Dank ist der Rest in der Partei rhetorisch bestens befähigt.
Okay. Also, der Infostand wird dann mal wieder von den üblichen Verdächtigen besetzt. Nächstes Mal klappt es bestimmt bei jedem, dann.
“Ich muss jetzt aber auch nochmal was sagen” meint der ältere Herr am Tisch ganz vorn. “Ich bin jetzt seit vielen, vielen Jahren politisch aktiv, ich kenn mich da hervorragend aus. Ihr macht einen ganz entscheidenden Fehler!”, wirft er ein. Wieder dieses “ihr”. Er ist auch schon seit 2011 an Bord, berichtet aber dennoch weiter, was “wir” so falsch machen. “Ihr seid ja nur im Internet! Die alten Leute, so wie ich, die verstehen das nicht! Die können sich euch gar nicht anschließen! Für mich ist das jetzt kein Problem, ich weiß wie man E-Mails bedient.” Oh. Okay. Super! Bedient? Egal. “Ihr habt da auch in den Mails manchmal Ausdrücke drin, die versteht keiner. Da braucht man ja ein Lexikon. Ihr müsst da schon mehr auf die alten Leute eingehen!” Naja. Irgendwo hat er ja Recht. 1337, 42, Gate, Flausch, roflcoptergtfo. “Kennst du denn die AG Senioren? Die haben sich genau das zur Aufgabe gemacht. Vielleicht wär das mal ganz interessant?” “Das ist genau was ich meine!! Genau DAS!!11!1 AG! Was soll das sein, eine AG? Ihr immer mit eurer Computersprache!” Oh. Sorry. “AG. Eine Arbeitsgruppe. Da sitzen dann mehrere Menschen zusammen und diskutieren über diese Probleme.” “Ach, so ein Blödsinn. Was soll denn das bringen?”
In der Regel ist das der Moment, in dem ich innerlich resigniere.
Macht’s gut, und danke für den Fisch…
Ja, wir haben haufenweise Lücken in der Partei. Wir haben keine klare Position zur Außenpolitik. Wir haben noch keine klaren Ansätze zu Wirtschaftsthemen insgesamt.
Wir haben aber auch haufenweise Themen, die durchaus Hand und Fuß haben. Wir haben viele Mitgleider, die sich mit vielen Themen bereits intensiv gefasst haben.
Natürlich müssen wir versuchen jung und alt anzusprechen, natürlich findet ein Großteil der Kommunikation im Netz statt. Und das ist richtig und gut! Und wir können und werden auch nicht einfach mal die Sprache der Kultur, aus der die Partei entstanden ist kurzerhand umwerfen, nur weil so mancher keine Motivation hat, sich zumindest ein kleines bisschen damit zu beschäftigen.
Und ja, wir sind uns auch dessen bewusst, dass wir noch mehr Präsenz in der Öffentlichkeit brauchen. Die werden wir aber nur dann bekommen, wenn man nicht auf sein Schnitzel und sein Bier starrt, weil man eigentlich keine Lust hat, das Eröffnungsspiel der EM zu verpassen. Und die werden wir auch nur dann bekommen, wenn man nicht immer von “ihr” und “euch” redet. Sondern von “wir” und “uns”. Dieses “Mitmachpartei” bei “uns” ist nicht das Gleiche, wie das, bei der SPD. Wir erwarten von “unseren” Mitgliedern wirklich, dass sie mitmachen. Und “wir” haben auch Termine. Und “wir” wollen auch manchmal lieber Fußball gucken. Ist halt dann mal nicht. Muss man halt “auch selber mal aktiv werden. Nicht immer nur daheim rumsitzen.” Also bitte: Konstruktive Vorschläge sind toll. Aber es gibt noch immer diese Sache mit der Hol- und Bringschuld. Ich fordere dann einfach nochmal dazu auf:
Setzt “euch” dann bitte mit dem auseinander, was “wir” anbieten. Wenn “ihr” tolle Vorschläge habt, dann her damit! Aber ein Mal im Monat auf den Stammtisch zu kommen und zu erzählen, wie viel Erfahrung man doch hat, ist so zielführend wie ein Straßenschild, das in zwei Richtungen zeigt.
LG
Pinny
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