“Wer die 10 Gebote nicht kennt, ist ungebildet”
Basics
Vorweg: Ich bin für Religionsfreiheit, ich bin dafür, dass die Menschen ihren Glauben individuell leben dürfen, sofern sie damit nicht andere Menschen einschränken. Für mich ist das allerdings kein Recht, das gesondert erwähnt werden muss, sondern blanker Menschenverstand. Dennoch ist es natürlich wichtig, dass dieses Recht auch im Gesetz verankert ist.
Religionen waren in der gesamten Menschheitsgeschichte mehr als ein Mal dafür verantwortlich, dass Kriege und Genozide die Welt erschüttert haben. Ich erwähne das deshalb, weil ich klarstellen will, wie explosiv das Pulverfass ist, auf dem die Religionen sitzen. Ich will damit nicht diffamieren, ich will nur Bewusstsein und Sensibilität einfordern.
Ich würde mich selbst als Agnostiker bezeichnen, klingt hochtrabend, lässt sich aber ganz kurz zusammenfassen: Ich weiß nicht ob es Gott [wahlweise anderen Namen einsetzen] gibt. Niemand weiß das und Menschen die sagen sie wüssten es, lügen. Das ist eine Erkenntnis zu der man, wenn man objektiv an die Sache ran geht, meiner Meinung nach kommen muss. Dennoch kann ich jeden verstehen, der aufgrund eines Gefühls oder einer Hoffnung an einen Gott [...] glaubt oder glauben will und das entsprechend lebt. So weit so gut.
Na, wenn der Kardinal das sagt…
Mit der Religion ist das so eine Sache, finde ich. Sie fordert für sich größtmögliche Toleranz ein, fordert, dass man an den alten Werten festhalten solle und die Kirche nicht verändern möge.
Das steht natürlich jedem zu, der eine Religion vertritt. Was meiner Meinung nach niemandem zusteht, ist das folgende Zitat von Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising:
“Wer die zehn Gebote nicht kennt, muss als genau so ungebildet gelten, wie jemand, der nicht weiß, wer Mozart ist.”
[http://bit.ly/J74WxX (Absatz 3)]
Aha. Wie meint der Mann das denn nun? Dass man mal davon gehört haben sollte? Dass man 50% der 10 Gebote kennen sollte?
Man möge mich korrigieren, aber ich verstehe das tatsächlich so:
Wer nicht alle 10 Gebote kennt, sollte als ungebildet gelten. Okay. Da kann man jetzt schon sagen: 10 Gebote sind wirklich nicht die Welt, die kann man kennen. Wenn man will.
96% der Bevölkerung sind ungebildet
Man will aber offenbar nicht. Zumindest kommt man zu diesem Schluss, wenn man einer repräsentativen Umfrage, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Emnid, und den befragten 1008 Teilnehmern glauben möchte.
Die macht nämlich ganz deutlich: Das zweite Gebot „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen“ kennen nur vier Prozent der Bevölkerung.
[http://bit.ly/J750hp (Absatz 4)]
Stellen wir mal eine kleine Rechnung auf:
- In Deutschland leben ca. 82.000.000 Menschen ( ≙ 100%)
- In Deutschland können maximal 4% der Menschen gebildet sein, weil sie alle 10 Gebote kennen ( ≙ 3.280.000 Menschen)
- In Deutschland sind 96% der Bevölkerung ungebildet ( ≙ 78.720.000 Menschen)
Fassen wir also zusammen:
Glaubt man den Worten von Kardinal Reinhard Marx, können maximal 4% der Menschen in Deutschland gebildet sein. Das bedeutet, dass 78.720.000 Menschen ungebildet sind.
Noch interessanter ist aber, dass daraus folgt, dass nur 3.280.000 Menschen gebildet sein können.
Total verrückt dabei ist, dass der römisch-katholischen Kirche in Deutschland im Jahr 2010 laut der Deutschen Bischofskonferenz 24.651.001 Mitglieder angehört haben. Das entspricht ca. 30% der deutschen Bevölkerung.
[ http://bit.ly/J754gR ]
Interessante Theorie, nicht? Ob sich die katholische Kirche damit nicht auch irgendwie selbst demontiert?
Warum nicht einfach mal so hinnehmen
Manchmal fragen mich Leute, warum mich solche Aussagen beschäftigen.
In diesem Fall hat das einen recht banalen Grund.
In 2010 hat das Meinungsforschungsinstitut Emnid ebenfalls eine Studie erstellt. Damals ging es um folgendes:
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Mein persönliches Fazit aus diesen Zusammenhängen:
Wenn tatsächlich 11% der gläubigen deutschen Bevölkerung glauben, dass Gott [...] die Schuld an Naturkatastrophen trägt und es jeweils 4% ebendieser fertigbringen, ihren Schöpfer für Armut und Krieg verantwortlich zu machen, dann will ich ab morgen kein einziges der 10 Gebote mehr kennen.
Denn einen größeren Realitätsverlust kann es kaum geben.
Was bin ich ungebildet.
LG
Pinny
66,6%
Bundesparteitag und so.
Am Wochenende des 28. und 29.04.2012 findet (bald dann fand) der erste Bundesparteitag in 2012 der Piratenpartei statt.
Da ging es nun also wirklich nicht zu, wie man es von einem Parteitag der bisher etablierten so kennt.
Die Piraten bringen es fertig, Festivalcharakter mit kompetenter Politik an zwei Tagen zu bündeln. Gute Sache, wie ich finde.
Ist Frau Weisband nicht zurückgetreten?
Was haben wir alles erlebt. Marina Weisbands Rücktritt, der nie einer war, Ponys, an denen bei Markus Lanz kaum ein gutes Haar gelassen wurde und leider sehr viel Nazikackscheisse. Zu letzterer komme ich dann später noch.
Der Bundesparteitag scheint alles in allem sehr gut organisiert. Die Technik läuft, die Akkreditierung hat reibungslos funktioniert und offenbar haben alle ein Plätzchen, an dem sie nächtigen können.
Die Versammlungsleitung erweist sich als kompetent, die Kandidatenliste für den Bundesvorstand könnte gemischter nicht sein.
Ganz offensichtlich besteht, da haben Berlin und das Saarland sicher ebenso ihren Teil dazu beigetragen wie die Umfragewerte auf Bundesebene, mittlerweile auch ein gewaltiges Medieninteresse an der Partei, was sich am heutigen, ersten Tag der Versammlung auch als nicht ganz unproblematisch gezeigt hat. Der Reihe nach.
66,6!
Hätte ich wetten müssen, wer der neue Bundesvorsitzende aus dem Hause Pirat wird, hätte ich gesagt, es bleibt bei Sebastian Nerz, der im letzten Jahr einen super Job gemacht hat. Pustekuchen. Es wurden Plätze getauscht.
Der bisherige Vorsitzende Sebastian Nerz erhielt 56,2 Prozent der Stimmen. Den Politischen Geschäftsführer des Landesverbands Hessen, Jürgen Erkmann, wählten 34 Prozent der Piraten. Julia Schramm erhielt 29,3 Prozent.
Bernd Schlömer, der bisher als stellvertretender Vorsitzender für die Piraten seinen Job gemacht hat, ist damit der neue Vorsitzende. Gewählt wurde er mit 66,6% – hoffen wir, dass das kein Omen ist. Oder eben gerade eines. Das Lustige dabei: Sebastian Nerz ist ab sofort der erste stellvertretende Vorsitzende. Es wurden also quasi nur Plätze getauscht. Da Sebastian auch im Vorfeld bereits angekündigt hat, dass er als Stellvertreter für Bernd amtieren würde, ist die ganze Sache sehr flauschig, was super ist.
Intransparentes Pack!
Es stimmt ja. Die Piratenpartei schreibt sich in größten Lettern die Transparenz auf’s Banner. Dass man dann während des Tages kurzerhand Filaufnahmen und Streams untersagt hat, mag auf den ersten Blick skurril wirken.
Auf den zweiten Blick steht aber die Wahrung der Grundrechte in nicht kleineren Buchstaben auf den Fahnen der Piraten. Deswegen sollte man nachvollziehen können, dass es während den Wahlgängen, und ausschließlich während diesen, Mitglieder gibt, die das Recht auf eine geheime Wahl wahrnehmen möchten. Sicher, es ist albern zu glauben, dass man auf einem Stream erkennen könnte, wer da was wählt und natürlich kann man da auch ganz entspannt, wie bei einem Bankautomaten eben auch, die Hand über die Stimmkarte halten. Vielleicht sollte man es aber auch als Signal verstehen, dass wir auf der einen Seite für weitgreifende Transparenz stehen, auf der anderen Seite aber auch für Bürgerrechte eintreten. Ich bitte also in versöhnlichem Ton darum, auch seitens der Medien zu verstehen, dass wir dieses Signal senden wollten. Um deeskalierend zu wirken: Im Laufe der Versammlung wurde über einen Geschäftsordnungsantrag beschlossen, dass die Streamingaufnahmen auf künftigen Parteitagen auch während Wahlgängen laufen dürfen, sofern keine Wahlvorgänge gezeigt werden. Also alles gut. :)
Sat.1 bashing!
Ich war ja mittelschwer empört. Da kommt ein Fernsehteam des Sat.1 auf unseren Parteitag und bringt ein Playmobilschiff mit. Allein das hat ja schon ein “Geschmäckle”, lies uns Playmobil doch wissen, dass sie darauf keine Lust haben, weil sie nicht bereit wären, Parteiwerbung zu machen. Wie albern oder nicht das nun ist, soll jeder für sich selbst entscheiden. Was ein Unding war, war, dass dieses Playmobilschiff gespickt mit rechten Parolen da stand und teilweise sogar in Piratenhänden gefilmt wurde. Das Ganze sollte dann also als Reportage verwendet werden, wie der zuständige Redakteur dann wissen lies und sich dafür entsprechend entschuldigte. Welchen Inhalt diese Reportage haben sollte, weiß kein Mensch. Vermutlich wäre diese Reportage zu unseren Gunsten ausgefallen, warum erkläre ich später, dennoch finde ich es eklig, mit einem so sensiblen Thema in dieser Form hausieren zu gehen, ohne es zumindest mit der Versammlungsleitung abgesprochen zu haben. Das führte dann auch während der Versammlung zum ersten, kleinen Eklat, der direkt eine Versammlungsunterbrechung zur Folge hatte. Was zu diesem Zeitpunkt auf Twitter los war, kann sich jeder denken. [WH00T?! ; ROFLCOPTER!!GTFO!!; M( ...]
Wer es jetzt noch nicht verstanden hat…
In der Piratenpartei gibt es einige Spinner. Nicht im Sinne von süßen, flauschigen Spinnern, sondern von ekelhaften Spinnern. Kacknazis, Homophobikern, Transphoikern, Sexisten und menschnverachtenden Poporaupen, die einfach keiner will. Und ich hatte fast Tränen in den Augen, als das was heute passiert ist, dann auch wirklich passiert ist.
Es war ja nun bekannt, dass Carsten Schulz – ein Mann der die Leugnung des Holocaust nicht weiter unter Strafe stellen will, wie auch Dietmar Moews – ein Mann der eine antisemitische Anschauung zum Judentum an den Tag legt, zum Bundesvorsitzenden kandidieren wollten. Nachdem es zu dem Eklat mit Sat.1 kam, hatte Carsten Schulz, zu Recht, offenbar nicht mehr die Eier, sich der Masse zu stellen. Besser so, wie ich finde. Dietmar Moews hingegen hat es echt fertig gebracht, sich trotz der vorher umfangreichen Kritik an seiner Person auf die Bühne zu stellen. Nicht nur das, er begrüßt zynischerweise sogar die Masse auf türkisch – ekelhaft. Und dann kam das, was ich mir so sehr erhofft habe. Sicher die Hälfte der in der Halle befindlichen Piraten und Interessierten stand auf und hat den Saal verlassen, während sie die roten Karten, die das Zeichen für die Ablehnung eines Antrags symbolisiert, in die Luft zu streckten. Wer das nicht tat, hat dem Herrn eben die Schuhe entgegengestreckt, was als Zeichen für politische Ablehnung gilt.
Desweiteren hat die Versammlung folgendes, erneut, beschlossen:
“Der Holocaust ist unbestreitbar Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grundsätzen der Partei.”
Dass Moews dann aber immernoch 0,9% der Stimmen erhalten hat zeigt, dass wir uns auch jetzt nicht auf die faule Haut legen dürfen. Es sind schlicht 0,9% zu viel, egal, ob sie aus Unwissenheit zu seiner Person votiert haben oder aus tatsächlicher Sympathie. Braunem Gesocks dieser Art müssen wir auch künftig zeigen, wo die Türe ist. Ein deutliches Signal konnte der erste Tag in Neumünster dennoch senden. Nazis und alles, was in eine diskriminierende Richtung geht, handelt oder denkt, ist bei uns nicht erwünscht. Wir sind kein Auffangbecken für trittbrettfahrende Misantrophen.
Was schade ist.
- Schade ist, dass Marina nicht mehr angetreten ist. So sehr ich sie manchmal kritisiere, einen tollen Job hat sie insgesamt dennoch gemacht.
- Schade ist, dass der Umgangston untereinander manchmal eklig ist.
- Schade ist, dass man oft nur wenig Verständnis füreinander aufbringt.
- Schade ist, dass man sich nicht ab und zu auch einfach mal auf die Erfahrung anderer verlässt.
Was geil ist.
- Geil ist, dass der neue Vorstand geil wird.
- Geil ist, dass die Piraten gerade richtig hart das Land rocken.
- Geil ist, dass die Versammlungsleitung einen gigantischen Job macht.
- Geil ist, dass ich mich, nach den letzten Wochen der häufigen Frustration heute wieder mal als richtiger, echter Pirat fühle und genau weiß, warum ich in diesem Laden daheim bin.
- Geil ist, dass die Kacknazis ein dickes Brett bekommen haben.
- Geil ist, dass es morgen nochmal einen Tag gibt.
Da die Kandidaturen noch laufen, werde ich morgen zum vollständigen Bundesvorstand bloggen, obwohl man das ja ohnehin den Medien entnehmen können wird.
Ein toller Tag. Macht Feierabend, Leute.
LG
Pinny
Fragen an meinen Bürgermeister zum Breitbandausbau und der Veröffentlichung von Protokollen
Sehr geehrter Herr Miehling,
ich hatte vor ca. 7 Wochen mit Ihrem Büro telefoniert, da ich mich erkundigen wollte ob es eine Möglichkeit gibt Sitzungsprotokolle auch digital zu erhalten. Es wurde mir mitgeteilt, dass Sie an einer Lösung arbeiten Protokolle zeitnah auf Ihrer Website veröffentlichen und anschließend dort archivieren zu können. Können Sie mir sagen, wie hier der aktuelle Status ist und wie der weitere Zeitplan aussieht?
Zum anderen hatten Sie auf der letzten Bürgerversammlung in Dorsbrunn davon berichtet, dass bis Mitte des Jahres in der gesamten Gemeinde flächendeckend Internetzugänge mit einer Bandbreite von mindestens 6.000 kbit/s verfügbar sein sollen. Gibt es hierzu bereits weitere Informationen und kann der Zeitplan eingehalten werden?
Sie hatten zwar gesagt, dass die Gemeinde selbst kein Risiko trägt falls nachher wenig Bedarf herrscht, dennoch fände ich ein Informationsschreiben an betroffene Bürger über die künftigen Anschlüsse sinnvoll, da im Moment die Telekom verstärkt für Ihre LTE-Tarife wirbt.Hat die beschlossene Breitband-Förderung des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen (http://www.nordbayern.de/region/weissenburg/80-prozent-forderung-1.2012055) Einfluss auf Ihre Pläne und sind individuelle Richtfunklösungen eventuell bald nicht mehr nötig? Angeblich soll der Glasfaserring ja auch noch dieses Jahr gebaut werden. Haben Sie hierzu weiterführende Informationen?
Mir freundlichen Grüßen
Daniel Gruber
Update #1:
Herr Miehling hatte sich innerhalb kürzester Zeit, obwohl es Wochenende war bei mir gemeldet. Herzlichen Dank hierfür.
Er befindet sich Momentan aufgrund eines Herzinfarkts Ende März noch bis zum 07. Mai im Krankenstand und bittet daher noch um ein wenig Geduld. Der zuständige Mitarbeiter für Breitband und Systemadministration ist momentan auch im Urlaub; Herr Miehling würde sich aber “schlau machen” und sich zeitnah bei mir melden.
Die Informationen hinsichtlich des Breitbandausbaus auf Landkreisebene, die über die Presse kommuniziert wurden, beeinträchtigen den von uns beschlossenen Ausbau nicht, stehen aber auch nicht im Widerspruch, da wir die von uns eingeleiteten Maßnahmen nur als Zwischenschritt ansehen.
Update #2:
Ich habe heute die angekündigten Antworten erhalten:
Sitzungsprotokolle
Der Markt Pleinfeld setzt seit kurzem ein neues „Ratsinformations-System“ (RIS) ein, welches (irgendwann) auch die Möglichkeit bereit stellt, die Protokolle zeitnah im Internet zu veröffentlichen. Leider läuft die Software noch nicht ganz rund, einige technische Voraussetzungen müssen noch geschaffen und auch einige rechtliche Aspekte müssen mit der Rechtsaufsichtsbehörde geklärt werden, bevor wir die Protokolle online stellen.
Deshalb möchte ich mich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau festlegen, ab wann die entsprechenden Unterlagen im Netz erscheinen werden bzw. wie der weitere Zeitplan aussieht.
Flächendeckender Internetzugang
Der Vertrag zum Ausbau der flächendeckenden Breitbandversorgung im Gemeindegebiet zwischen den Firmen Franz-Computer / RMS systems wurde am 16.04.2012 geschlossen. Ein früherer Vertragsabschluss war aufgrund gesetzlicher Vorschriften, welche während der sog. haushaltslosen Zeit gelten (d.h. bis zum Vorliegen des genehmigten gemeindlichen Haushalts 2012), leider nicht möglich.
Die beiden Betreiberfirmen haben allerdings ihr Wort vom „schnellen Start“ gehalten. Ich habe heute Vormittag erfahren, dass Veitserlbach und Teile von Ramsberg bereits versorgt werden. Der weitere Ausbau wird momentan sukzessive vorangetrieben. Entsprechende weitere Informationen erscheinen in der nächsten Ausgabe der Bürgerinfo.
50MBit-Netz im Landkreis
Die beschlossene Breitbandförderung des Landkreis für den sog. Glasfaserring hat momentan keinen Einfluss auf die Pläne der Marktgemeinde. Man sollte unterscheiden, dass hier zwei verschiedene Vorhaben (Kommune <–> Landkreis) vorliegen. Bzgl. des Hochgeschwindigkeitnetzes liegen mir momentan nur wenige Informationen vor. Ein genauerer Fahrplan liegt auch der Landkreisverwaltung scheinbar noch nicht vor, da keine genauen Termine in einem vor kurzem versandten Informationsschreiben an die Gemeinden genannt werden. Genaueres kann ich ggf. nach einer IT-Leiter-Besprechung Mitte/Ende Juni sagen. Deshalb wird die Gemeinde den og. Ausbau durch die beiden Firmen weiter vorantreiben.
Dinge die mir auf den Sack gehen.
Meine Mutter hat mir als Kind immer gesagt, ich soll nicht so ungeduldig und grantig sein, wenn was nicht gleich so klappt, wie ich das will.
Ich glaube, meine Mutter kann heute etwas beruhigter schlafen. Aber es gibt schon einige Dinge, die mir wirklich unglaublich auf den Sack gehen.
Aktuell gehört dazu definitiv die Nazi, Holocaustleugner, Meinungsfreiheitsdebatte in der Piratenpartei.
Ich bin für Meinungsfreiheit, ich bin dafür, dass jeder Mensch seine Meinung kund tun kann und ich bin gegen Zensur.
Ich will, dass man den Mund aufmachen kann, sich trauen kann, auch in stürmische Gewässer zu segeln und sich sicher sein kann, dass es immer jemanden gibt, der einen zum richtigen Zeitpunkt zurück in den Hafen holt.
Das gilt ausnahmslos. Fast. Ein Oxymoron.
Wenn jemand behauptet, dass der Holocaust nie stattgefunden habe, kann ich diesen Menschen nicht weiter ernst nehmen.
Ich halte ihn dann vielleicht noch nicht mal für blöd oder unintelligent. Ich halte ihn eben für einen Trottel, einen nicht weiter relevanten Trottel, der offenbar nichts besseres zu tun hat, als zu polarisieren, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Da mache ich es mir zu einfach, denn eigentlich sollte man diesen Menschen mit aller Kraft entgegentreten. Ich habe aber in meinem Leben bisher weder jemanden getroffen der das getan hat, noch jemanden getroffen, der eine solche Aussage verteidigt hätte. Und eigentlich ist es dann ja auch so, dass jede Argumentation nutzlos sein muss. Denn wer bin ich, dass ich glauben könnte, ich könne ihn dann als Einzelperson vom Gegenteil überzeugen, obwohl ganze Wissenschaftsstäbe das lange getan haben. Der Holocaust fand statt, jede andere Behauptung ist lächerlich.
Ich will aber gar nicht so sehr auf den Holocaustleugner an sich eingehen.
Was mich für mich persönlich ärgert ist, dass wir kluge Köpfe in der Partei haben, die viel sinnvolles sagen und denken. Und sich in ihrem Streben nach Meinungsfreiheit in Fahrwasser begeben, die einfach nicht durchdacht oder hinterfragt genug sind.Mich ärgert, dass ich dann konsequent sein will, muss, und eigentlich nicht akzeptieren kann, dass sich jemand aus der eigenen Partei beinahe schützend vor einem Holocaustleugner aufbaut, im Namen der Freiheit! Im Namen der Piraten! Arrrr!
So eine Scheisse. Kann man da nicht einfach mal kurz nachdenken, differenzieren, reflektieren und dann zu dem Schluss kommen:
Nein! Das Recht den Holocaust zu leugnen kann ich nicht unter den Deckmantel der Meinungsfreiheit stellen. Punkt! War es nicht so, dass die eigene Freiheit dort enden sollte, wo ich die eines anderen beschneide?
Wie fühlt es sich wohl für die Opfer der Shoah an, wenn sie hören müssen, dass ihr Leid nie stattgefunden haben soll? Wie fühlt es sich wohl für die Kinder der Opfer an, wenn man ihnen sagt: “Keine Ahnung was da passiert ist. Aber einen Massenmord gab es da nie”. Wenn das die Interpretation der Meinungsfreiheit einiger in der Partei ist, dann, ja, sollte sich das Schiedsgericht da künftig strikter verhalten. Ich will keine direkte Position zu einem Parteiausschluss beziehen, ich habe auch keine Lust das “Gate” noch weiter auszubauen. Ich wünsche mir für die Zukunft einfach nur, dass sich jeder dieser Problematik bewusst wird. Meinungsfreiheit hat Grenzen, so schlimm das für einige sein mag.
Und damit ist dann nicht genug. Irgendjemand schreibt, wenn man den Kontext kennt, ist es zu relativieren, dass wir in der Partei kein Problem mit Nazis hätten.
Und das ist schlicht falsch. Es ist falsch gedacht und es ist falsch formuliert.
Ich habe in meiner Zeit als Pirat in den eigenen Reihen nie einen Nazi, Transphobiker, einen Sexisten oder Homophobiker getroffen. Aber das muss ich auch gar nicht. Denn die stellen sich ja selbst zur Schau.
Dann zu behaupten, wir hätten kein Problem mit Nazis ist für mich eine Farce. Es mag schon sein, dass wir keine Gruppen haben, die sich dem braunen Gesocks zugehörig fühlen. Es ändert aber nichts daran, dass die Aussagen, die manchmal fallen schlicht auch NS Propaganda hätten sein können.
Dann zu behaupten, dass das kein Problem wäre, setzt dem Ganzen die Krone auf. Doch! Es ist ein Problem. Und nur um der lieben Frieden willen, nur damit wir “in Ruhe arbeiten” können, dürfen wir das nicht ignorieren. Wir können diese Thematik weiter versuchen auszusitzen, oder uns künftig klar von Aussagen dieser Art distanzieren – inhaltlich wie personell.
Ich bin für beides. Und jeder einzelne, der Unfug dieser Art redet, ist ein Problem. Alles andere zu behaupten, bringt mich wieder zu Punkt I: Ich kann diese Menschen nicht ernst nehmen. Damit einher geht dann leider auf lange Sicht auch, dass ich meinen Respekt vor ihnen verliere.
Ich sage es also auch hier:
Kein Fußbreit den Faschisten!Weder in der Partei, noch irgendwo anders.
LG
Pinny
Warum es wichtig ist zu kandidieren
Es ist für die Piraten wichtig, eine möglichst große Vielfalt an Kandidaten aufzustellen, die sowohl via Liste, als auch Direktmandat gewählt werden können. Ich bin überzeugt davon, dass wir bald größere Erfolge verzeichnen können, als der antiquierten Politik lieb ist. Diese Chance sollten wir uns nicht nehmen lassen und die Sitzreihen im Bundesplenum entsprechend orange besetzen.
Ich habe mich deshalb entschlossen, für den Wahlkreis Roth, respektive Nürnberger Land, als Direktkandidat anzutreten.
Ich will hier auch jeden dazu aufrufen sich zu überlegen, gleiches zu tun.
Liebe Grüße
Pinny
Artikel 4 und andere Lächerlichkeiten
Da stellt sich der Jockl (in Bayern die Kurzform für “Joachim”, für die Nordlichter) ernsthaft hin und erzählt einen davon, dass “Multikulti gescheitert” wäre.
Ja sauber, Herr Innenminister!
Zitat:
“Wer nicht fest mit beiden Beinen auf dem Boden des Grundgesetzes steht, kann kein verlässlicher Partner unseres Staates sein.”
Mit dem Spruch beruft sich der Herr Herrmann auch auf den Artikel 4 des Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland.
Da steht unter anderem folgendes drin:
(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.
(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.
Da hat er gut aufgepasst, der ehemalige Student der Rechtswissenschaften.
Was hat er denn noch gesagt?
Schau mer mal. Ach, da, 2010:
“Ein Kruzifix-Verbot ist völlig indiskutabel”
Spannend, alles. Aber kann es nicht sein, dass sich eine, wie Herrmann sagte, “andersdenkende Minderheit” dadurch in ihrer Religionsfreiheit beschnitten fühlt?
Und warum ist es dann eigentlich so, dass die Menschen in Deutschland am gestrigen Karfreitag nicht tanzen durften? Noch nicht mal Schach spielen war erlaubt! [Siehe http://bit.ly/H4pnGd ]
Und das Kopftuchverbot, da war der Herr Herrmann, der sich ja so sehr nach dem Respekt gegenüber dem Artikel 4 im GG sehnt, gleich dabei.
Aber wenn an den urbayerischen Mädchenrealschulen in jedem Klassenzimmer eine Nonne steht und ihren Unterricht hält, dann ist das sicher völlig in Ordnung, die tragen ja schließlich ihre Gewänder als Zeichen der Ehre und nicht als Zeichen der Unterschiede zwischen Mann und Frau. Und es ist sicher auch so, dass jede Frau, jede Lehrerin und jedes Mädchen ihr Kopftuch nur unter Zwang trägt.
Ich bin gar nicht ganz sicher, wessen Intergration da eigentlich gescheitert ist und scheitert.
Die von einem Großteil unserer Mitbürger mit Mirgationshintergrund, oder die vom Jockl, der offenbar mit seinem aus tiefbraunem Holz geschnitztem Prunkwagen noch immer nach dem Zubringer zur Inklusionsautobahn sucht.
Und ich dachte damals, als ich diesen Schrott gelesen habe, den er übrigens ebenfalls 2010 verzapft hat:
“Joachim Herrmann (CSU) mahnte allerdings bei muslimischen Zuwanderern «Respekt gegenüber unserer christlich-abendländischen Werteordnung» an. Herrmann kritisierte: «Bei manchen Muslimen gibt es hier zum Teil deutliche Defizite.»”
das ist halt ein Ausrutscher. Das hat er so im Affekt gesagt. Am Arsch. Der meint das wirklich ernst! Defizite! Mir brennt der Frack ab!
Da beruft sich im Jahre 2012 einer auf das Grundgesetz, will den Bürger glauben machen, er würde die Werte und Grundrechte einer modernen Gesellschaft vertreten, sich rechtstreu und integrationsbereit verhalten und behauptet dann allen Ernstes, es würde Defizite bei den Muslimen geben?!
Herr Herrmann:
Bitte nehmen Sie Ihren Hut und lassen Sie es endlich gut sein. Sie haben nichts verstanden. Sie verstehen den Artikel 4 des GG nicht. Da können Sie auch noch 34 Semester der Rechtswissenschaft hinter sich bringen.
Bei den Muslimen gibt es keine “Defizite”, sondern eine Kultur. Und auch wenn es Ihnen nicht passt: Sie gehört bereits zu Deutschland. Dass SIE sich dabei nicht integrieren wollen, ist Ihr Problem.
Liebe Grüße
Pinny
Stellungnahme zum “Schachverbot” am Karfreitag
Glücklicherweise haben wir im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland Artikel 4 die Religionsfreiheit verankert. Am kommenden Freitag gilt in Bayern, wie jedes Jahr am Karfreitag, ein ganztätiges Tanzverbot. Dieses Tanzverbot ist nur ein Beispiel dafür, dass es zwar eine Freiheit der Religionsausübung gibt, man jedoch nicht frei von religiöser Bevormundung ist.
Wir leben in einer pluralistischen und vielfältigen Gesellschaft, in der eine klare Trennung von Staat und Religion angebracht wäre. Die Privilegierung der christlichen Kirchen durch den Staat ist nicht mehr zeitgemäß.
Zu welch absurder Situation keine klare Trennung von Kirche und Staat führen kann, zeigt uns diese Woche die Stadt Weißenburg. Jedes Jahr zur Karwoche finden die mittelfränkischen Schachmeisterschaften statt, dieses Jahr in Weißenburg. Da der Oberbürgermeister Jürgen Schröppel den erneuten Konflikt mit den christlichen Kirchen scheute, verknüpfte er die Erlaubnis am Karfreitag Schach zu spielen an die Zustimmung der Kirchen. Diese verwehrten dem Veranstalter jedoch die Austragung der Spiele. Nun finden die Meisterschaften in verkürzter Form statt und werden von einem Großteil der Teilnehmer boykottiert.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was hier schwerer wiegt. Dass die christlichen Kirchen sich am Schachspielen stören und deswegen jedem vorschreiben möchten, wie man seinen Feiertag eben nicht verbringen darf oder die Tatsache, dass Herr Schröppel hier Genehmigungen der Stadt Weißenburg erst von Gottes Gnaden absegnen lässt.
Ich möchte nochmals herausstellen, dass es sich um Schach handelt. Ich kann mir kaum eine Beschäftigung vorstellen, diesen sogennanten “stillen Feiertag” noch ruhiger zu begehen. Es ist auch bemerkenswert, dass die Meisterschaften bisher jedes Jahr am Karfreitag stattfinden konnten, nur nicht in Weißenburg.
Auch wenn es für den TSV 1860 als Veranstalter kein Trost sein wird, so freue ich mich dennoch, dass durch die Anmeldung der Kundgebung “Das Feiertagsgesetz Schachmatt setzen!” eine Möglichkeit geschaffen wurde, den Karfreitag bei einer Partie Schach genießen zu können. Die Kundgebung findet ab 15:00 Uhr auf dem Martin-Luther-Platz in Weißenburg statt.
Für die Piratenpartei Weißenburg-Gunzenhausen
Daniel Gruber
Shitstorms,böse Tweets – Rassimusdebatten und ein Bärendienst
Shitstorms,böse Tweets – Rassimusdebatten und ein Bärendienst
Immer mal wieder tritt er ein, der Shitstorm im Twitter und anderen sozialen Netzwerken, bei der es darum ob jemand ein Rassist ist oder als solcher bezeichnet werden darf. Und ob es deswegen dann legetim sei, diesen zu unterstützen.
Mal wird das betreffende Opfer des Shitstorms, mal aber dreht sich dieser auch um auf den- oder diejenige, die ihn auslöste.
Im Falle von echten gemeldeten Rassismus kann dies natürlich auch eine der Strategien sein, um die Diskussion abzuwehren. Und den oder die Melderin schlecht zu machen.
Vgl: Wie wir echte Rassismusdebatten verhindern, http://hanhaiwen.wordpress.com/2012/03/30/wie-wir-echte-rassismusdebatten-verhindern/
Doch wir müssen vorsichtig sein. Gerade in sozialen Netzwerken!
Wenn jemand echten Rassismuss oder auch nur Alltagsdiskriminierung anprangert, wird dieser in der Tat leicht als Störer, Nervensäge, Berufsempörer, Buhmann oder Blockwart tituliert und angefeindet.
Die Frage die aber wesentlich ist, ist doch: Liegt wirklich Rassimus oder Alltagsdiskriminierung vor? (Ich mag mich hoffentlich durch diese Rückfrage nicht genauso verdächtig, ins obige Schema der Abwehrhaltung zu passen.)
Es kommt nun mal sehr häufig vor, dass sich Personen nicht richtig verstehen. Das aus dem Kontext gerissene Zitate falsch rüberkommen.
Jeder der schon Maildiskussionen hatte, weiß, was es schon anrichten kann, wenn an einer kritischen Stelle das Smiley-Zeichen fehlte. (Oder wenn der Empfänger der Mail dieses Zeichen nicht als Ersatzgestik erkannte). Ich kam bspw. durch eine Disput mit der Twitteruserin @sanczny zu diesem Thema. Wobei der Auslöser dann wiederum auf einen Shitstorm um eine Person zurückging, der für einige wegen unbedarfter Tweets als Rassist verurteilt wird.
Wie auch immer: Aus den kurzen, beiderseits ungehaltenen Tweets die wir einander zuwarfen kann sich jeder von uns beiden ein Bild des anderen aufbauen.
Und ich wette, jeder von uns beiden könnte anhand dieser Tweets und anderer Tweets die wir beide im Laufe der Twitternutzung irgendwann zu irgendeiner Sache schrieben, den anderen Rassismus nachweisen.
Jedenfalls könnten wir dieses Wort verwenden.
Unterstütze ich möglicherweise wirklich Rassisten, weil ich Menschen nach ihren Taten beurteilen will und Blabla im Twitter dagegen weniger Bedeutung zuordne? Oder ist @sanczny ein Rassist, weil sie Menschen auf 140 Zeichen reduziert und somit all dem Handeln und Menschsein einer Person, die sich eben nicht im Twitter wiederfinden als Unwichtig, als unwert, einstuft?
Und schon stecken wir in ein Dilemma, das oben so treffend beschrieben wurde. Wer ist Täter, wer ist Opfer? Wer ist Schuld? Wer wird gemobbt? Und wer urteilt am Ende?
Ich hab das Gefühl bei dem ganzen tun wir alle der ganzen Sachen einen Bärendienst.
Niemand von uns will Rassismus. Aber wir meinen doch eigentlich nicht den echten Rassismus, die echte Alltagsdiskriminierung und die tatsächliche Ausgrenzung?
All dieser Rassismus hat seine Wurzeln in Respektlosigkeit, in Intoleranz und in eigener Angst. Und begründet liegt er in Nicht-Wissen. Man kennt die Personen nicht, über die man sich aufregt. Man will sie mglw. gar nicht kennenlernen. Man kennt deren Kultur nicht, man kann sich nicht in diese rein versetzen.
Aber was tun wir?
Wir lesen ein paar Tweets. Die uns übel aufstoßen.
Von denen wir nicht wissen, unter welchen Bedingungen der Autor sie schrieb, in Rahmen welcher Antwort. Ob er dazu grinste oder gar ob er dabei weinte und verzweifelt war.
Erinnert ihr euch an den verzweifelten und frustrierten Tweet an Mohammed, den ein Saudi vor kurzem schrieb? Dieser Mensch muss nun um sein Leben fürchten, weil andere in seinen Tweet Gotteslästerung sahen. Wir hier im Westen verurteilen dies. Zu recht.
Aber gleichzeitig sehen auch hier einige nur die aneinandergereihten Worte bei bösen Tweets. Aber niemand sieht in den Kopf des Autoren.
Trotzdem maßen auch wir uns an, einen Urteil über diese Personen zu bilden. Aus 140 Zeichen. Ist das nicht auch eine Form von Rassismus? Nicht einer der gegen “Rassen” geht, sondern gegen Geisteshaltungen und Gefühlslagen. Wir verurteilen Menschen, die in was auch immer für einer Situation einen Bockmist in 140 Zeichen schrieben; Oder sei es gar eine ganze Mail oder auch einen längeren verzweifelten Brief wie das jener 51 Tatortautoren.
Ich schweife ab.
Worauf ich hinaus wollte war der Bärendienst. Wir verzetteln uns mit der Reaktion auf Tweets, E-Mails oder Blogartikeln, die missverständlich sind oder hetzend und rassistisch wirken. Und in unserer Aufregung und unserer vor uns selbst gerechtfertigten Wut verdammen und verurteilen wir diese. Wir verweisen darauf, daß kein Schritt zurückgewichen werden darf. Das dem Hass kein Weg bereitet werden darf und das die Anfänge gewehrt werden müssen.
Aber laufen gleichzeitig nicht die echten Rassisten feixend an uns und unserem aktuellen Objekt des Streites vorbei um ungestört und außerhalb unserer Wahrnehmen weiter ihr tun zu treiben?
In Tweets, Blogs und Mailinglisten wir gestritten wie als ob wir alle Mitglieder in einer Micronation sind. Die Realität dagegen, die echten Taten, die werden ausgeblendet?
Während in Bayern sich Piraten und deren Sympathisanten aufregen über einen Hausmeisterposten (!), gehen die skandalösen Zustände in bayrischen Unterkünften für Asylbewerber weiter.
Weiter geht auch die rigide Politik des Freistaats gegen Asylbewerber oder andere Opfer von Verfolgung. Man braucht nun nach den beiden Stichworten “Ausländeramt Bayern” zu suchen. Hier, aber auch anderswo kommt es zu wirklich gravierenden Formen der Alltagsdiskriminierung.
Dagegen aber gibt es kaum ein Protest.
Warum? Weil die Täter etwa nichts darüber tweeten? Weil diese sagen, dass sie es so und so tun müssen (z.B. Abschiebungen), weil es so im Gesetz steht?
Und bereiten wir nicht genau durch unser Wegsehen auf die wirklich Probleme denen ein Boden? Wenn wir gar sagen: Wir wollen den Menschen gar nicht kennenlernen, die Tweets reichen, sind wir dann nicht genauso schlecht, wie die echten Rassisten, die aus Unwissenheit über andere Menschen diese ausgrenzen?
Wo ist da die Grenze?
Wir müssen aufpassen, wie wir selbst handeln. Der Angst vor Rassismus darf nicht dazu führen, dass wir selbst das werden wovor wir Angst haben.
Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guter Vorsätzen. Der Vorsatz “Keinen Fußbreit dem Rassismus” sollte daher nicht dazu führen, dass wir Menschen Ausgrenzen, die wir nicht verstehen oder nicht mögen.
Wir müssen das Gegenteil tun.
Unser kürzlich gewählter Bundespräsident sagte zu dem Thema einen richtigen Satz: “Euer Hass ist unser Ansporn.”
Und genauso sollten wir es handhaben. Nicht Ausgrenzen, sondern reden. Kennenlernen! Überzeugen! Umarmen!
Oder als Pirat: Mehr flausch und weniger Hass.
Dieser Artikel wurde erstmalig auf G+ publiziert.
What happened?!
Man man man.
Ich hab’s ja im ersten Eintrag schon angekündigt, ich versuche regelmäßig zu bloggen. Mission failed, jetzt ist es schon fast einen Monat her.
Also dann heute etwas umfangreicher, damit man mir nicht nachsagen kann, ich wäre ungenau. :P
Was ist also alles passiert:
1. Vorständetreffen am 01.03 in Gostenhof
Meine Fresse, was für eine geile Sache. Da treffen sich die gesammelten Vorstände aus Mittelfranken, debattieren, planen, essen Pizza und besprechen sich.
Die Idee ist toll, weil man kaum eine bessere Möglichkeit finden kann, sich innerhalb kurzer Zeit so gut zu organisieren. Wie viel dann bei diesem ersten Treffen effektiv organisiert wurde, steht für mich auf Platz 2, dennoch müssen wir hier natürlich dran bleiben und künftig noch intensiver an unserer internen Orga arbeiten.
Ich genieße vor allem die Zeit in Gostenhof, weil ich den Stadtteil einfach unglaublich mag, weil er bunt ist, warm und vielfältig. Ich kann diesem Vorurteil, das da ab und zu gerne drüber gehängt wird so gar nicht zustimmen.
Und das Nachbarschaftshaus in “GoHo” hat einfach tierisch viel Charme.
Insofern: +1 zu dieser Veranstaltung.
2. Infostand Roth am 17.03
Der erste Infostand den ich in Roth mit Hilfe der Rother organisiert habe, hier insbesondere ein fettes “Danke!” an Rainer!
Wir hatten den großen Vorteil, dass der Eisdealer schon geöffnet hatte und wir ein Wetter wie in der Karibik hatten.
Da waren entsprechend viele Menschen auf der Straße, die uns auch mit z.B. vielen Unterschriften gegen die Studiengebühren supportet haben.
Aber nachdem ich ja ein kritischer Zeitgenosse bin musste ich natürlich auch einsehen, dass die Piraten in Roth (ca. 25.000 Einwohner) noch nicht ganz so viel Zulauf haben, wie es in anderen Städten der Fall ist.
Klar, das ist schade, aber wenn ich darüber nachdenke, seit wann wir uns in Roth positionieren, ist das objektiv betrachtet schon in Ordnung.
Für mich ist das dennoch immer schwierig, weil ich einfach ekelhaft ungeduldig bin und einfach massiv hinter der Sache stehe.
Ansonsten kann ich letztlich nur noch eine kurze “Geil” und “Ungeil” Skizze erstellen, und tue das auch direkt:
Geil:
- Der ACTA Hype, der imho nur wenig nachgelassen hat
- Die Piraten im Saarland (Respekt!!)
- Die Diskussion um das Amt des Bundespräsidenten schritt voran
- Es ist Frühling (in 2 Monaten kotzt mich der Sommer dann an)
- Viele neue Gesichter gesehen, viele neue Leute kennengelernt
Ungeil:
- Die Bundespräsidentendiskussion ist aus der Bevölkerung schon kurz nach der Wahl verschwunden
- Nazi – Scheisse, die sich nicht nur als Fake im Netz als “AKA-Piraten” versteckt
- Nazi – Scheisse, die sich, da bin ich EIN Mal mit Herrn Herrmann einer Meinung, offenbar immer weiter verbreitet
- Der Fürther Vorstandsvorsitzende tritt zurück:
Okay. Ich will mich nicht hinreissen lassen, dazu eine Wertung abzugeben, weil ich die Hintergründe nicht detailliert kenne. Es wird Gründe gegeben haben.
Was mir aber nicht gefällt ist die daraus resultierende Diskussion über eine Auflösung des KV. Guys, srsly: Grade stehen große Sachen an. - Hart viel Lernstress, der hoffentlich bald ein Ende hat, um kurze Zeit später in gleicher Intensität aufzuflammen (Phönix aus der Asche, usw.)
Fazit:
So oder so, alles “leider geil”. :D
LG
Pinny
Wie sieht Realitätsverlust aus, wenn man zur Klientelpartei #FDP gehört?
Es gibt viele Beispiele. Aber dieses ist doch schon sehr plastisch: Die Klientelpartei wollte anlässlich des Landesparteitags in München zeigen, wie modern sie ist und das sie auch Internet kann.
Und weil es gerade so in ist (hust, hust, ähäm, war das nicht 2008-2010 “in” mit Twitterwalls?), wollte man auch eine Twitterwall aufbauen. Dort sollten dann alle Tweets unter dem Hashtag #DasOriginal gezeigt werden.
(Nebenbei: Dieser Hashtag wohl deshalb, um sich von den Piraten abzusetzen, die es doch tatsächlich ernst meinen und sowas wie Freiheitsrechte tatsächlich umsetzen wollen. Frechheit sowas! Die FDP hat doch “Freiheit” im Namen und sich schon um sowas ausreichend gekümmert als es die #Piraten noch gar nicht gab. Die Piraten sind ja dreiste Diebe,welche die Idee der Freiheit stahlen!
Dummerweise, oder soll man eher sagen: Typischerweise für die FDP- ist der Hashtag auch nur ein Plagiat. Verwendet wurde “Das Original” unter anderem als Marke schon 2009 vom Fleischereihandwerk, vgl: http://fleischerhandwerk.de/dasoriginal/. Das DPMA-Register kennt noch viele weitere eingetragene Produkte, die diesen Begriff für sich registrierten. )
Nun ja. wie man an einem Screenshot des Hashtags sehen kann, wird dieser nun überhaupt nicht von den Mitgliedern der Klientelpartei zur Kommunikation genutzt.

Siehe auch selbst unter: https://twitter.com/#!/search/%23dasOriginal
Der Ton wird dagegen offensichtlich von Piraten und anderen Kritikern vorgegeben.
Der Tweet der JuLis aus Hamburg (später kam noch ein gleich lautender aus München) zeigt dann doch einen Realitätsverlust.
Oder den eigentlichen Kern der Sache? – Nämlich, dass die Klientelpartei FDP gar nicht kapiert wie das Internet funktioniert? Das es eben mehr ist als nur Einbandstrassen-Kommunikation! Das es eben nicht reicht, es mal eben anzuklicken.
Ihr habt es nicht verstanden und wollt es nicht verstehen. Denn mit dem Verstehen würde die Einsicht kommen, dass ihr eure Ideale und eure Ziele längst verkauft habt.
Verkauft gegen sichere Aufsichtsrats- und Beraterpöstchen oder für nicht aktive auf Lebenszeit verbeamtete Unterabteilungsleiterstellen in den Ministerien, bei denen eure Partei gerade einen Minister stellt.
Die #Piraten und andere brauchen von euch nicht kopieren. Und ihr braucht auch nicht zu glauben, das Wissen zu haben, wie Politik richtig funktioniert. Denn wenn ihr dieses Wissen gehabt hättet, dann gäb es die Piraten wirklich nicht.
Alles was man von euch (und auch den Grünen und der SPD) lernen kann, ist, wie man eben nicht Politik betreiben darf, will man nicht seine Ziele aufgeben.
Auf ein neues
Da wir ja bereits am 11.02.2012 eine Demo gegen ACTA in Nürnberg organisiert hatten, wussten wir am 25.02.2012, bei der zweiten Anti-ACTA Demo, recht gut, was wir besser machen mussten. Insbesondere mussten wir für mehr Lautstärke sorgen, was uns diesmal auch gelungen ist. Insgesamt kann man die Demo als vollen Erfolg bezeichnen, da gibt uns das Feedback Recht.
Was mich persönlich, abseits allen Humors, ein wenig gestört hat, waren Schilder der Art:
“Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Pornos klaut”.
Ich bin der Meinung, dass ACTA schon mehr ist, als ein Problem für Pornos. Und ich finde es ziemlich zum Kotzen, dass man sich dann mit Plakaten dieser Art veruscht zu profilieren, der Veranstaltung ein wenig die Ernsthaftigkeit nimmt.
Jeder der eine Demo besucht, sollte sich stets über das Medienecho bewusst sein. Und für die Presse sind Bilder dieser Art ein ebenso gefundenes Fressen, wie für unsere lieben politischen Mitbewerber.
Etwas was mir auch große Sorgen macht, ist dass sich offenbar einzelne Anhänger der rechten Gesinnung dazu berufen fühlen, den Aufstieg der Piraten für sich zu nutzen.
Ich kann dazu nur sagen: Challenge accepted.
Ihr werdet keinen Fuß fassen!
Dennoch bin ich sehr zufrieden, wie die Demo insgesamt lief. Es waren rund 2.000 Besucher da – erneut.
Wir hatten eine fast 3 Kilometer lange Route, die den meisten Teilnehmern deutlich mehr zugesagt hat, als die Letzte, wir konnten, dank Lautstärke und Rednern, denke ich davon überzeugen, dass wir durchaus fähig sind, gut zu organisieren.
Ich hoffe, dass der Europäische Gerichtshof die richtige Entscheidung trifft.
Fotos:
Anklicken um
Hm…
Hm…. Liebe Zeit Online, ACTA hat nur was am Rande mit Sport zu tun.
Nämlich höchstens dann, wenn man sich an die Demonstration Anfang Februar erinnert und an den dortigen Ruf: “Wer nicht hüpft, ist für ACTA”.
Screenshot des Artikels: http://www.zeit.de/news/2012-02/24/d-acta-gegner-rufen-fuer-samstag-zu-neuen-demonstrationen-auf-24125802
Opel vs. GM vs. Politik
Da hat GM mal wieder Zahlen veröffentlicht und schon bricht bei der Politik, den Gewerkschaften und der Wirtschaft die Panik aus. Da fährt GM einen Milliarden Gewinn von 7,5Mrd US$ ein. Aber bei Opel geht es angeblich so schlecht. Die Wirtschaft kennt schon den Schuldigen. Der Schuldige ist das Management, weil Opel nur in Europa verkaufen darf. Opel darf nicht in Südamerika verkaufen. Opel darf nicht wirklich in China verkaufen. Gerne wird jetzt der Vergleich zu Volkswagen herangezogen. Volkswagen, da wo die Markenvielfalt angeblich funktioniert.
Wer von diesen Wirtschaftsexperten kennt sich wirklich mit der Branche aus? Wer kennt die Strukturen, die hier kommentiert werden, wirklich aus?
Wer sich mit den Strukturen auskennen würde, würde feststellen, dass Opel/GM mit Volkswagen nicht wirklich vergleichbar ist. Die Strukturen sind komplett verschieden. Volkswagen hat unter Piëch eine Modularisierung eingeführt. Das heißt, es gibt im Konzern modulare Komponenten, die konzernweit bei jeder Marke verfügbar sind und eingesetzt werden können und wenn möglich auch müssen. Trotzdem führt jede Marke ihre eigene Fahrzeugentwicklung auf Basis der modularisierten Komponenten durch. Jede Marke hat ihr eigenes Fahrzeug entwickelt und produziert es auch in Eigenregie. Bei Opel/GM ist dies anders. Komplett anders. Die Entwicklung findet nicht wirklich bei GM statt. Die Entwicklung findet fast komplett bei Opel selber statt. Praktisch heißt dies, eine Fahrzeugentwicklung, die mehrere Millionen kostet, findet komplett bei Opel statt. Bei GM findet keine Entwicklung statt; es fehlt das Know-How. Bei GM findet nur die Produktion und die Vermarktung statt. GM produziert und vermarktet in Süd-Amerika den Opel Corsa und den Opel Astra unter der Marke Chevrolet. GM produziert und vermarket in Nord-Amerika den Opel Astra und den Opel Insignia unter der Marke Chevrolet. Die Entwicklung fand in Deutschland statt; die relevanten Kosten fielen in Deutschland an.
Die Zahlen haben für GM natürlich einen riesen Vorteil: Deutschland steht wirtschaftlich sehr gut da. Deutschland steht so gut da, dass die Gewerkschaften jetzt anfangen ihren Anteil zu fordern. Ist es da nicht praktisch, wenn GM in Deutschland Verluste schreibt? Verluste die zwar nicht aus schlechtem unternehmerischen Handeln stammen sondern Verlust, die daraus resultieren, weil die kompletten Entwicklungskosten nach Deutschland abgewälzt worden.
Liberale Rechts(lobby)kultur
Stephan Thomae, seines Zeichens Rechtsanwalt und Mitglied der FDP, war offenbar ungehalten; Sebastian Nerz, der Bundesvorsitzende der Piratenpartei forderte zuvor die Reform des Urheberrechts.
Was für eine Blasphemie!
Entsetzt über diese Forderung, veröffentlichte er auch flugs eine Pressemitteilung, in der er unter anderem schrieb:
Entscheidend ist, dass die Piraten offenbar unsere Rechtskultur, den Respekt vor rechtmäßig erworbenen Eigentum und vor dem geistigen Eigentum grundsätzlich in Frage stellen.
Nun, ich vermute schon mal, dass mit dem “unsere” zunächst erst mal die FDP gemeint ist. Die FDP, dies schreib ich hier sicherheitshalber mal auf für die nächsten Jahre, ist eine deutsche Partei.
Sie erlebte ihre Höhepunkte in den Jahren 1961 bis 1990.
(Im Wikipedia ist zum heutigen Datum noch ein Artikel zur FDP verzeichnet: http://de.wikipedia.org/wiki/Freie_Demokratische_Partei . Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass dieser Artikel in Zukunft auf Grund der strengen Relevanzkriterien entfernt werden muss).
Da sich die Partei nach 1990 weg von einer liberalen Grundrechtspartei hin zu einer reinen Klientel- und Lobbyvertretung entwickelte, verlor sie ab dem Jahr 2011 kontinuierlich an Unterstützung. Seit dem Jahr 2012 muss die FDP bei Umfragen von Meinungsforschungsinstituten nur mehr als Sonstige- oder Splitterpartei betrachtet werden.
Wie auch immer, dies ist nicht das eigentliche Thema. Herr Thomae spricht von Rechtskultur.
Was mag er damit wohl meinen?
Im “Handbuch der Politischen Philosophie und Sozialphilosophie” kann man u.a. zur Definition der Rechtskultur erlesen:
Der Begriff der Rechtskultur bezeichnet den Inbegriff der in einer Kultur wirksamen normativen Grundorientierungen , die sich in den dort jeweils geltenden Rahmenbedingungen politisch-rechtlicher Verhaltensnormierung und Institutionalisierung manifestieren.
und weiter
Als Teilgebiet einer Normkultur steht das Recht in einem Wechselverhältnis mit anderen Teilgebieten, „Sphären“ dieser Kultur: Moral, Politik, Religion, Geschichtsbewusstsein etc. Recht ist kulturgeprägt, aber auch seinerseits kulturprägend. Mit der Gestaltung und Fortbildung von Recht wird diese Normkultur (und mit ihr die Kultur als ganze) weiterentwickelt, in ihrem Charakter fortgestaltet oder verändert.
Rechtskultur ist also nichts statisches. Im Gegenteil kommt es zu einer gegenseitigen Prägung und Beeinflussung. Und dies muss auch so sein, damit sich Recht und Gesellschaft nicht voneinander trennen und das Recht eine von der Realität abgetrennte eigene Welt einnimmt.
Nebenbei und ganz respektlos gefragt: Leben einige Anwälte hier möglicherweise in einer eigenen Welt? Ähnlich wie diese virtuelle Welten, in denen sich Computerfreaks dauernd bewegen sollen, die nicht an die Luft kommen und Frauen nur von YouTube kennen? Gibt es hier gar eine geistige Verwandtschaft zwischen Computerfreaks und Anwälten?
Mich gruselts gerade. Ich wechsle besser das Thema!
Auch die Wikipedia schreibt unter dem Begriff Kultur:
Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik oder der Bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde wie etwa Recht, Moral, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft.
Wie auch immer: Rechtskultur kennt den Wandel. Es ist Teil der sich stetig wandelnden Gesellschaft und Lebenswirklichkeit. Die Piratenpartei fördert und unterstützt durch ihre Vorschläge diesen Wandel, diese Fortentwicklung der Kultur. Dabei möchte sie Rechtssicherheit und eine gesellschaftlichen Akzeptanz für ein modernes und faires Urheberrecht schaffen.
Ganz so wie es auch Künstler selbst fordern:
Die Auslegung der Gesetze für das Internet sollte eindeutiger kommuniziert, am besten schriftlich veröffentlicht und in Schulen gelehrt werden, denn weder Internetnutzer noch Urheber/Seitenbetreiber können aktuell noch durchschauen, was legal ist und was nicht.
(Quelle: Eva Schumann, Urheberrecht aus Sicht eines Urhebers (Autor) )
Wer sich dagegen diesen notwendigen Wandel widersetzt und stattdessen Untergangsszenarien aufzeichnet tut weder seiner eigenen Zunft noch der eigenen Partei und noch viel weniger der Gesellschaft als ganzes was gutes. Er verharrt in der Vergangenheit.
Es gibt Tage…
…an denen sollte man bloggen, auch wenn man von einer Emotion und von Adrenalin geschwächt ist, weil beides nachwirkt und man Bilder im Kopf hat, die man sich vorher kaum vorstellen konnte.
Ich habe mir Bilder wie die, die gestern auf den Straßen Europas entstanden sind, immer gewünscht.
Endlich wieder Zusammenhalt, endlich eine gemeinsame Aussage, endlich Schulterschluss und “Nein!” schreien.
Und ich glaube, es gibt auch Tage, an denen man “Danke” sagen soll und will.
Abseits von meiner Arbeit bei den Piraten, dem gemeinsamen organisieren der Anti-ACTA Kundgebung und Demo gestern in Nürnberg will ich unbedingt Danke zu denen sagen, die gestern bei einer arktischen Kälte nicht zu bequem waren, auf die Straßen zu gehen und diesem Schulterschluss auch ein Gesicht zu verleihen.
Danke.
Mit rund 2.000 Teilnehmern würde ich den ersten Teil der Mission “Anti-ACTA” in Nürnberg mit einem grünen Haken versehen wollen, auch wenn nicht alles so lief, wie es meiner Meinung nach hätte laufen sollen.
Was denke ich gut lief, war die Aktivierung von Bündnispartnern, die Einladung zu der Veranstaltung und der Dialog mit der Polizei. Es gab nicht wenig, sondern schlicht keinen Ärger. Mit keinem. Die paar rechtsgesinnten Pfeifen die da rum standen, sind nicht mal aufgefallen, die Polizei hat maßgeblich zur Deeskalation beigetragen, weil sie uns einfach hat machen lassen, und die Bündnispartner waren nett, partnerschaftlich und hilfsbereit.
Was nicht gut lief und beim nächsten mal definitiv besser laufen muss, waren einige organisatorische Belange. Die Beschallung der rund 2.000 Menschen war schlicht eine Katastrophe, mit der wir uns auch in kein besonders professionelles Licht gerückt haben. Auch die Organisation und Anmeldung der Veranstaltung an sich hätte deutlich problemloser von statten gehen können, hätten wir uns früher darum bemüht.
To sum up:
Ich bin zufrieden mit dem Gesamtpaket, dennoch ein klein wenig enttäuscht, dass das Echo, sowohl in den Medien als auch von den Besuchern, zum Teil mit dieser destruktiven Kritik der mangelnden Organisation gespickt ist.
Nächstes Mal wird’s lauter, versprochen.
Um einige Eindrücke für die zu gewähren, die nicht da sein konnten, wollten oder durften:
Anklicken umDas ein oder andere Video, das die Stimmung auch ein wenig wiedergibt, findet ihr hier:
http://gopa.no/BTl
360 Grad-Video Kundgebung:
http://gopa.no/BTd
Wer nicht hüpft der ist für ACTA!
http://trimr.de/19Aw
Stimmung HBF nach Demoende:
http://trimr.de/19C7
Zusammenfassendes Video:
http://trimr.de/19C9
Reden Nico & Ben:
http://gopa.no/BTq
Rede Uwe:
http://gopa.no/BTs
http://gopa.no/BTr
http://gopa.no/BT4
Liebe Grüße
Pinny
Songs about the Right to Bear Arms
Ich überlasse das Googlen nach Videos jedem selbst, um dem Urheberrecht Genüge zu tun.
- Clawfinger: Are You Man Enough?
- Gorillaz: Dirty Harry
Protestaktionen gegen ACTA in Erlangen und Nürnberg
Am Samstag gibt es (wie hoffentlich schon hinreichend bekannt) in vielen Städten Demos gegen ACTA. So auch in Erlangen und Nürnberg.
Der Kreisverband der Piratenpartei Erlangen und Erlangen-Höchstadt ruft für Samstag, den 11. Februar um 16 Uhr bis 16.30 Uhr auf dem Hugenottenplatz zu einer Protestaktion gegen das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) auf und beteiligt sich danach am europaweiten Aktionstag gegen ACTA bis 18:00 Uhr an einer zentralen Demo auf dem Platz vor der Lorenzkirche in Nürnberg.
Das Ganze ist eine Gemeinschaftsaktion eines Bündnisses aus: Piratenpartei Kreisverbände Nürnberg, Erlangen, Fürth & Bamberg, Bündnis 90/DieGrünen Kreisverband Nürnberg, Grüne Jugend Nürnberg, Jusos Nürnberg, Chaos Computer Club Erlangen, Nordkurvler Nürnberg (OFCN 589), FAU-IAA, EDJ/Occupy Nürnberg
http://piraten-erlangen.de/2012/02/09/535/
Leider findet sich die Koordinationsseite für Nürnberg nur im Fratzenbuch:
https://www.facebook.com/events/244916202249229/
Die Digitale Gesellschaft e.V. engagiert sich ebenfalls seit langem gegen ACTA und hat zahlreiche Informationen zusammengestellt.
Einen Einstieg in Aktionen bietet die kleine Mitmach-Kampagne. Dort finden sich vor allem Informationen, wie man sich konkret an (EU-)Abgeordnete wenden kann und wer dafür zuständig ist. Die Broschüre “Warum ist ACTA so umstritten?” bietet auf wenigen Seiten viele Argumente.
Internet-Kompetenz – Fragebogen für angehende Politiker
Internet-Kompetenz – Fragebogen für angehende Politiker, die auch mal irgendwas mit Medien zu tun haben…
(Aus aktuellen Anlass wurde am 25.1. noch eine Aussage ergänzt).
1. Was ist das Web?
[ ] Das hat doch was mit Weben zu tun, oder? Wieso beschäftigen wir uns denn damit?
[ ] Sie meinen das Internet, oder?
[ ] Das hab ich vorhin erst ergugelt, wie ihr jungen Menschen das so sagt: Das Internet (von englisch interconnected network), kurz das Netz, ist ein weltweites Netzwerk, bestehend aus vielen Rechnernetzwerken, durch das Daten ausgetauscht werden.
[ ] Über diese “Datenautobahn” [...] kann der Benutzer, vor allem seit mit der benutzerfreundlichen Benutzeroberfläche “WorldWideWeb” (www) selbst Laien der Zugang mittels “Mouseklick” möglich ist, eine Vielzahl von Diensten in Anspruch nehmen.
2. Was ist das Internet?
[ ] Dank Internet können Unrecht, Ungerechtigkeit und Gewalt von Despoten immer weniger unter den Teppich gekehrt werden. Der Begriff der Weltoffenheit hat durch das Internet neue Dimensionen erlangt. So hat das Internet auch längst einen festen Platz in unserer Medienlandschaft erobert. [...] Auch Ihr Verband wirbt mit einer Vielzahl von Projekten intensiv um die künftige Leserschaft. Wir stehen Ihnen dabei zur Seite. Printmedien haben als politische Leitmedien immer auch eine wichtige Funktion in unserer freiheitlichen Grundordnung. [...] Verlegerische Leistungen kosten Zeit und Geld. Deswegen kann ich auch gut verstehen, dass ein Leistungsschutzrecht für Verleger gefordert wird. Deshalb arbeitet die Bundesregierung derzeit an einem Gesetzentwurf, der das Urheberrecht weiter an die Anforderungen einer modernen Informationsgesellschaft anpassen soll.
[ ] Ich hab mich da auch schon mal reingeklickt. [...] Und auf unserer Homepäitsch haben wir ein Programm veröffentlicht über unsere Internetpolitik.
[ ] Der Begriff ‘Internet’ bezieht sich streng genommen auf ein Rechnernetz mit einem bestimmten Protokoll (ip/ tcp=internet protocol/transmission control protocol).
3. Welches ist die richtige Antwort auf die Frage. “Was ist ein Browser?”
[ ] Browser – Was sind denn jetzt nochmal Browser?
[ ] Dies ist ein Fachbegriff. Ich werde gleich meinen Referenten bitten, hierzu einige Informationen bereitzustellen. Wenn Sie mir Ihre E-Mailadresse geben, kann er es Ihnen gleich morgen zu faxen.
[ ] Wir wollten doch eigentlich über die neuen Medien reden, nicht über Teile aus dem Sanitärbereich?
[ ] Ich weiß, dass es da so ein paar Leute gibt, die da so ein Programm entwickelt haben, womit man so mit einzelnen Fundwörter so was finden kann. Aber ich mach das nie so.
4. Welche der folgenden Sätze trifft Ihrer Meinung voll zu?
(Mehrfachnennungen sind möglich.)
[ ] Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein.
[ ] Blogs sind die Klowände des Internets
[ ] Das Internet sorgt für eine Vereinsamung der Menschen. Das kann doch nicht richtig sein, wenn junge Menschen stundenlang vor diesen Computern sitzen und nicht in Kontakt mit anderen ihres Alters kommen.
[ ] Bei der Durchsetzung des Urheberrechts (geht es) nicht um Zensur, sondern einzig und allein darum, Kreative vor Ausbeutung zu schützen
Auswertung:
Sie stehen hinter fast allen Sätzen? Keine Angst! Die CDU/CSU hat patente Lösungen für Sie, um in diesen neuen Welt zurecht zu kommen und die ungerechtfertigten Bedrohungen aus dem Internet zu begegnen. Dr. Hans-Peter Uhl und Wolfgang Bosbach sind Ihre Ansprechpartner.
Im übrigen sind Sie der Meinung, dass dem obigen Fragebogen die Forderung nach Einführung der Vorratsdatenspeicherung fehlt.
Sie sind eigentlich unentschlossen? Die langen Texte sind zu floskelhaft? Und soziale Themen sind garnicht angesprochen? Aber eigentlich ist es zu viel Text und Sie haben genug zu tun. Ausserdem wird die Fraktion Ihnen ja schon sagen, was sie wählen sollen. Der folgen Sie natürlich. So wie auch 2009 dafür und 2011 dagegen oder dafür, oder egal, solange die Bild nur nichts fieses schreibt, oh bitte, liebe Bild, wir sind auch ganz brav. Und es ist gemein uns zu unterstellen, wir haben nichts gelernt! Wenn der Fraktionsvorsitz sagt, dass wir nun so abstimmen sollen, haben wir gelernt, daß man das auch tut und also sind wir jetzt voll dagegen. Äh dafür. Es geht doch um die Kinder!
Ihnen ist diese ganze Umfrage suspekt und Sie wünschen sich einen einfachen Slogan, der auf einen Demonstrationsbanner genug Platz hat und Aktion und Tatkraft ausstrahlt? Der aber gleichzeitig im Falle eines Wahlsieges genügend Interpretationsraum lässt? Damit können wir Ihnen nicht helfen. Vielleicht klicken Sie einfach mal ins Internet. Tipp: Sie müssen dazu dieses komische runde Dinge, das meist rechts von der Tastatur liegt, benutzen. Und sprechen Sie da nicht rein!
Sie haben eigentlich gar keine Zeit, weil tausend Leute pronto was von Ihnen wollen? Müssen aber trotzdem diese Fragen ausfüllen bzw. ganz transparent und vollständig erklären, warum Sie keine Antwort fanden auf eine der obigen Punkte?
Und dies nicht allein in Twitter, Plus, Pad, Blog, Mumble und Wiki? Nein, wenn sie alle zufriedenstellen wollen, müssen Sie diese Erklärungen auch schreiben auf mindestens 5 Mailinglisten (die gesynct werden aufs Forum und News) und mehr noch, müssen Sie sowohl Liquid-Feedback, als auch Limesurvey nutzen um eine allgemeine Meinungsbildung zu ermöglichen. (Limesurvey für die Leute, die Liquidfeedback für datenschutzrechtlich bedenkliches Teufelswerk halten).
Außerdem kriegen Sie gerade die Krise und ihre Augenbrauen zucken, weil im Twitter schon der erste was von #Kompetenzbogengate schrieb?
Keine Angst, durchatmen. Denken Sie an Murphys Law…. ach übrigens, wo bleibt die Stellungsnahme zum … Gate? Wenn diese bis heute früh um 4,15 Uhr nicht da ist, stelle ich einen Antrag!!!elf!! elfzwöl!f!
Wenn Sie keinen der obigen Aussagen folgen mochten und bis hierhin lesen konnten… dann danke ich für die Zeit und den gemeinsamen Spaß.
Einzelne öffentliche Quellen:
- Jens Scholz über von Matt: http://www.jensscholz.com/2006_01_01_archive.htm#113762765814900254
- Kinderreporter fragen: Kinderreporter: Politiker im Internet
- Rede von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel beim Zeitungskongress des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger e.V. am 19. September 2011 in Berlin: http://www.bundesregierung.de/nn_1272/Content/DE/Bulletin/2011/09/92-2-bk-bdzv.html
- DAUFAQ – Juristen erklären das Internet: http://www.daufaq.de/index.php4?aktuellerubrik=Grundlagen
- Pressemeldung von CDU/CSU zur SOPA-Gesetzgebung: http://www.cducsu.de/Titel__pressemitteilung_us_amerikanische_sopa_gesetzgebung_weist_in_die_richtige_richtung/TabID__6/SubTabID__7/InhaltTypID__1/InhaltID__20986/Inhalte.aspx
Einige der obigen echten und O-Ton-Antworten wurden mehrfach von verschiedenen Menschen verwendet. Insbesondere ein Klassiker ist der Ausspruch, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sein soll. Dieser Satz ist ein Zeichen per Excellence, dass derjenige der den Satz ernsthaft meint, nicht viel davon versteht, warum über gerade redet. Denn gerade in Deutschland ist das Internet überreguliert.
SOPA und der Widerstand
Aus Protest gegen zwei neue US-Internetgesetze will die englische Fassung von Wikipedia morgen für 24 Stunden vom Netz gehen. “Leider wird niemand etwas von unserem Protest bemerken”, klagt Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, “wie sollen Journalisten denn darüber berichten, wenn sie kein Wikipedia haben, um zu recherchieren?” (Titanic, wer sonst
Auch wenn die Piratenpartei, Wikipedia, rddit etc. mitmachen – ich halte es da wie Charles Stross:
If this was an American blog, it would be going dark for 24 hours tomorrow in sympathy with the strike against the Stop Online Piracy Act currently before Congress — which might more accurately be named the Rent-Seeking Plutocrats Enabling Act.
But this is not an American blog, I don’t get to vote in those elections (not being American), and meddling in other folks’ internal politics is rarely sensible.
Widerstand ist nötig. Also morgen nicht über leere Seiten ärgern, ohne reddit und co hat man mehr Zeit für anderes … Und wer sich die Zeit vertreiben will, kann in Henry Jenkins Blog zum Thema weiterlesen.
Die Kresse halten
Hatte noch jemand Probleme, das offenkundige Internet-Mem des Abgeordneten Lauer in seiner Rede zur Regierungserklärung zu verstehen?
burks hat mich nun aufgeklärt.
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Der Android-Market ist politisch
Alles ist politisch, oder? Offenbar auch der Market:
Besonders interessant sind die Bewertungen (leider gibt es keine Kommentare, aber ich vermute, die würden eher politisch als technisch-funktional ausfallen): Sind die 67 5-Sterne-Votings ein politisches Statement? Sind es die paar schlechten Bewertungen? Und wann kommen Pro-SOPA-Lobbyisten auf die Idee, hier einzugreifen? Nur ein par Gedanken …
Touchpad per Funktionstaste in Xubuntu deaktivieren
Da nach der Installation von Xubuntu 11.10 leider nicht alle Funktionstasten auf Anhieb funktioniert haben musste ich mich noch selbst drum kümmern.
Eine für mich sehr wichtige Funktionstaste war immer die zum Deaktivieren des Touchpads, da ich beim Tippen öfters mal versehentlich drauf komme und dann mit dem Mauszeiger irgendwo hin springe.
Nach ein wenig Recherche habe ich herausgefunden, dass man das Touchpad durch den Befehl
1 | synclient TouchpadOff=1 |
deaktivieren kann. Da beim Drücken der Funktionstaste das Touchpad aber natürlich auch wieder angehen soll wenn es gerade deaktiviert ist braucht es ein kleines Skript, welches den aktuellen Status ausliest und dementsprechend den richtigen Befehl ausführt. Durch
1 | synclient -l |
kann man sich alle aktuellen Einstellungen ausgeben lassen, also braucht es nur ne einfache Regex die über die Ausgabe läuft.
1 2 3 4 5 6 7 8 | #!/bin/bash if synclient -l|grep -e 'TouchpadOff.*= 0' -c -q then synclient TouchpadOff=1 else synclient TouchpadOff=0 fi |
Über Einstellungen > Tastatur > Tastenkürzel für Anwendungen kann man dem Skript dann ein Tastenkürzel zuweisen.
Standard-Browser unter Xubuntu 11.10
Xubuntu hat in der neustes Version 11.10ein Problem damit den Standardbrowser richtig umzustellen. So öffnen sich selbst nach der Umstellung Links aus Thunderbird und pidgin mit Firefox.
Nach längerem googlen habe ich nun auch endlich eine Lösung für das Problem gefunden.
In der Datei /usr/share/applications/defaults.list, welche unter Ubuntu-Derivaten die Standardanwendungen festlegt wird nicht komplett umgestellt.
Mann muss in der Datei nun nur alle Vorkommen von firefox.desktop durch den gewünschten Browser ersetzten, in meinem Fall wäre das für Chrome google-chrome.desktop.
Das geht recht schnell mit Vim durch den Befehlt :%s/firefox/google-chrome/
Automatischer Redirect zu SSL-Proxy bei ALL-INKL
Ich besitze aus finanziellen Gründen keinen eigenen Server, sondern nur ein Hosting Angebot. Ich bin nun schon seit einigen Jahren bei all-inkl.com und bin dort mit dem äußerst guten Support sowie den Leistungen wirklich sehr zufrieden.
Da ich momentan an der Idee des Web 2.1 von @alx42 arbeite wird für mich nun erstmal der angebotene SSL-Proxy interessant.
Da es sich um einen kostenlosen Dienst handelt, sind die Zertifikate natürlich nicht für die eigene Domain ausgestellt. Das bedeutet wenn man nun
https://meineDomain.de
aufruft muss man eine Sicherheits-Ausnahme für das Zertifikat akzeptieren, da die Identität der Domain nicht verifiziert werden kann. Um dem zu entgehen erreicht man seine Domain auch unter folgender Adresse mit gültigem Zertifikat.
https://ssl-account.com/meineDomain.de
Da ich SSL nicht für Projekte mit repräsentativen URLs brauche passt das also sehr gut. Um mir dennoch das ständige Getippe zu ersparen habe ich mir eine .htaccess geschrieben die eine automatische Weiterleitung von
http://meineDomain.de
zu
https://ssl-account.com/meineDomain.de
regeln soll.
RewriteEngine on #Falls kein HTTPS aufegrufen wurde... RewriteCond %{HTTPS} off #...und die Anfrage nicht von der Domain des Proxy kommt RewriteCond %{HTTP:X-FORWARDED-SERVER} !^ssl-account\.com$ [NC] #leite weiter auf den Proxy RewriteRule ^(.*)$ https://ssl-account.com/meineDomain.de/$1 [R=301,L]
Die 2. Bedingung, die besagt der Aufruf darf nicht vom Proxy kommen, ist wichtig da ansonsten eine Endlos-Schleife erzeugt wird.
Vorsätze fürs neue Jahr
- mehr Sport
- weniger Fleisch
- mehr Struktur
- weniger Selbstzweifel
- abnehmen
Na wenn das keine freundliche Einschätzung ist
Manfred Güllner kommt in einem Artikel für das Magazin cicero zu einem recht freundlichen Kommentar:
Dabei sind die Piraten keine „Ein-Punkt-Partei“, sondern deshalb für viele attraktiv, weil sie anders als die Grünen die Breite der realen Welt verkörpern und ohne konkretes Programm Optimismus verbreiten und Fortschritt in Gesellschaft und Politik verheißen.
Quelle: http://www.cicero.de/berliner-republik/wer-sind-die-piratenwaehler/46297?seite=1
Guttenberg und Filesharing haben nichts miteinander zu tun
Überspitzt gesagt: Das eine war schlichter Betrug, das andere ist eine Kulturtechnik von großer und wachsender Bedeutung.
Das Teilen und Verbreiten von Inhalten, selbst wenn es unautorisiert erfolgt, wird als vollkommen normal akzeptiert. Gleichzeitig gibt es kaum etwas schlimmerers, etwas das in den gleichen Kreisen stärker sanktioniert wird, als Inhalte von anderen als von einem selbst auszugeben oder anderweitig mit einem falschen Label zu versehen. Mehr noch: Viele gehen die Extrameile, um die korrekte Benennung und Katalogisierung sicherzustellen. (Deshalb haben Guttenbergs Doktorarbeit und die Filesharing-Debatte nichts mit einander zu tun.)
Eine lesenswerte Reflexion bei neunetz.com.
Die Drogenpolitik der Piratenpartei
Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob die Piraten eine korrekte politische Heimat für mich sind – manchmal bin ich mir sehr sicher. Etwa nun, nachdem der Bundesparteitag beschlossen hat, eine rationale Drogenpolitik ins Programm aufzunehmen.
Durch eine Legalisierung wollen die Piraten den Schwarzhandel austrocknen und einen Verbraucherschutz ermöglichen, der das Risiko durch unreine oder falsch dosierte Drogen reduziert. Zudem soll die Forschung nicht weiter durch die gegenwärtige Rechtslage behindert werden. Etliche Stoffe, deren medizinische Anwendung als sinnvoll erscheint, stünden künftig zur Verfügung, etwa bei Schmerzpatienten. Statt Kriminalisierung setzen die Piraten auf Aufklärung, etwa “Rauschkunde”. (Aus dem TP-Bericht des “embedded pirate” Markus Kompa)
Solche Entscheidungen der Partei lassen hoffen, dass auch ansonsten rationale Politik über die Machtpolitik triumphiert – denn Forsa-Umfrage-beliebt ist diese Entscheidung sicher nicht. Andere Nationen wie Portugal machen mit liberalerer Drogenpolitik aber gute Erfahrungen, und auch Dänamark denkt wohl ans Umdenken, jedenfalls in Bezug auf Cannabis.
By the way: Was ist eigentlich aus dem Thema Fahrräder statt Dienstwagen geworden? Das könnte man doch ausschlachten, etwa: “Versagerparteien sind auch Verschwenderparteien”. (Gut, das wäre fast eher ein Spruch für die PARTEI als für die Piraten.)
Quake vom Index
Nicht, dass so ein Index in Zeiten des Internet noch viel Aufhebens verdient hat – eine Indizierung ist ja mehr oder weniger ein rein symbolischer Akt. Aber dennoch freut man sich über das symbolische “Ent-Indizieren” eines guten Spiels. Mal sehen, wann Q3A u.ä. folgen. Ich erinnere mich noch, dass zu den Zeiten, als ich Computerspiele spielte, schon die Nennung des Namens “Quake 3 Arena” in Zeitschriften und teilweise sogar Online-Diskussionen als Verstoß gegen die rechtlichen Implikationen einer Indizierung verstanden und somit geächtet wurden. Muss man sich alles mal wieder ins Gedächtnis rufen.
Edit: Heise berichtet ebenfalls.
FreedomForLinks 2011
Aufgrund es Missbrauches des Piratenpads ist wieder einmal die Frage nach der Linkhaftung ein Thema geworden.
Tja, schon damals mit “FreedomforLinks” (möge der heilige Isidor
der Projektasche gnädig sein, http://blog.xwolf.de/2001/02/07/isidor-steh-uns-bei/ ) wurde ja versucht, sowas anzustossen…
Das Problem Linkhaftung ist für den Normalbürger nur schwer zu verinnerlichen und es ist trotz der für viele Netizen scheinbaren Offensichtlichkeit immer wieder von Neuen eine Herausforderung.
Auch Mitglieder der Piraten sind an der Stelle nicht einer Meinung.
So gab es kürzlich hier in Mittelfranken einen ganz anderen Fall, der auch die Linkhaftung betraf:
Teile des Stadtrats Erlangen wollten die Uni Erlangen auffordern, einen speziellen Link (aus einer riesen, langen alphabetischen und ungewerteten Liste aller bekannten studentischen Initiativen, Fachschaften, Burschenschaften, verbindungen, etc, http://www.uni-erlangen.de/studierende/studentenseiten.shtml ) zu nehmen.
Am Ende kam es nur zu einer offiziellen Bitte des Stadtrats auf Prüfung, die der Uni Präsident zu recht schon vorab schon ablehnte.
vgl: http://www.nordbayern.de/region/erlangen/erlanger-stadtrat-uni-soll-link-zu-burschenschaft-prufen-1.1627922
Aber dies war meiner Meinung nach ein kurzsichtiger Schuss ins Knie, da die Stadträte nun einen Präzendenzfall geschaffen haben. So mag es zwar verständlich sein, daß ein Link zu einer Burschenschaft abgelehnt wird; Aber andererseits kann nunmehr mit selben Chuzpe eine gewisse große Partei in Bayern aus selbigen Argumenten die Verlinkung von Sites geisseln, die in derren Augen kritisch zu sehen ist. Z.B. Verbindungen mit Antifa-Kontakten oder z.B. die Site des Stammtisches der Schwulen und Lesben. Dieses Tor in die Hölle wurde mit den besten Absichten
geöffnet… Tja.
Man muss also auch den Kontext beachten. Was hier offensichtlich nicht getan wurde.
Und damit kommen wir zum Pad zurück.
Ist es richtig und gut, das gesamte Pad und dessen offene Idee zu beschädigen, nur weil es in wenigen Fällen auch missbraucht werden kann (gezielt oder nicht mag eine andere Frage sein)?
Müsste dann nicht auch längst die Wikipedia weg sein? Oder das Usenet? Die offenen Mailinglisten/Sync-Forum? Wo hören wir auf?
Das Problem ist also:
Wenn alle Links frei sind, brauchts mündige und aufgeklärte Menschen, die damit umgehen können was sie erwartet. Gleichzeitig braucht es ein Klima der Tolleranz gegen Dinge die dem eigenen Weltbild widersprechen. Und noch mehr: Die von vielen Politikern (und jüngst auch Datenschützern, die es pauschal Nutzern von sozialen Plattformen absprachen, derren AGB und Geschäftsmodell zu verstehen, so daß die Einwilligung der Nutzer zur verwendung der Daten unwirksam sei ) gezeigte Art, Menschen durch Bevormundung schützen zu wollen, müsste aufhören.
Soweit sind wir aber leider nicht.
Selbst 10 Jahre nach FreedomforLinks.
Heute bleibt also nun ein Mischmasch-Kompromiss: Eine klare Aussage ist nicht zu treffen.
Im Zweifel ist der Linksetzer (“der Überbringer der Nachricht”?) schuld. Ob ein Link gut oder Böse ist, entscheidet nicht jeder Besucher für sich, sondern wird von Fall zu Fall entschieden. Teilweise von Laien, Kommissionen oder sogar Gerichten. Wer heute Links setzt oder eine offene Plattform bietet (ja sogar Free (W)LAN anbietet um Menschen Gutes zu tun), der muss viel Mut haben. Ist das gut so? Fördert dies die Sache?
Ich bin dafür, das Pad wieder in seiner ursprünglichen Offenheit frei zu geben. Aber gleichzeitig sollte klar sein, daß man wachsam bleiben muss gegen (u.a. parteipolitisch gezielten) Missbrauch. Dagegen muss was getan werden, nicht gegen die normalen User. Und erst recht nicht gegen die Idee der Offenheit!
Technik sollte dies leisten können. Wenn die Technik soweit ist, geschickten SPAM zu erkennen oder gar bezahlte Forennutzer (vgl: http://www.golem.de/1111/87957.html), dann muss es auch möglich sein, sowas zu erkennen und zu verhindern.
Das Argument, daß Technik aufwendig oder teuer sei, kann und will ich als Informatiker nicht einsehen. Die technik muss an die Bedürfnisse und Anforderungen der Menschen angepasst sein. Das Menschen sich hingegen wegen Verbote oder Missbrauch oder auch nur wegen mangelhafter Usability oder schlechter Barrierefreiheit der Technik unterwerfen ist nicht akzeptabel.
Dieser Artikel wurde erstmalig auf G+ publiziert.
Update: Das Piratenpad ist wieder online.
Die Copyright-Diskussion
Ein lesenswerter TP-Artikel zur Diskussion zwischen Seliger, Chung und den Kunden. Ein paar Auszüge:
Wie viele CDs, DVDs, Blu-rays, Videospielscheiben kann man sich von 364 Euro monatlich leisten? Und wie viele, wenn man zwar einen Job hat, unglücklicherweise dazu aber auch Kinder?
[...]
Es wäre also Aufgabe der Verwerter, den optimalen, markttauglichen Endverkaufspreis herauszufinden, statt für Downloads stur dasselbe zu verlangen, das man auch für einen Tonträger ausgeben müsste. Was die Verwerter als “Raubkopie” und “Internetpiraterie” kriminalisiert sehen wollen, ist aus Sicht der Konsumenten eine Abstimmung an der Ladenkasse über einseitig festgesetzte Endverkaufspreise.
[...]
Raubkopierer sind vernachlässigte Kunden.
[...]
Die gesamte “Unterhaltungsindustrie” (nur Datenträger, ohne Bühnen etc.) ist wirtschaftlich weniger bedeutend als ein regionaler Heizölhändler, ein EU-subventionierter Rübenzuckerring oder eine Drogeriemarktkette.
[...]
Seliger hat Recht, Chung vertritt Standpunkte aus einem vergangenen Jahrhundert. Da kommt es, volkswirtschaftlich gesehen, billiger, wenn wir die Distributoren pleite gehen lassen und die Künstler auf anderem Weg bezahlen
Erster offener Piraten-Stammtisch Weißenburg-Gunzenhausen
Am Freitag fand nun der erste Stammtisch im Landkreis WUG statt und was soll man sagen? Es lief bestens!
Im Vorfeld war ich noch etwas aufgeregt, da ich nicht wirklich wusste wie viele Personen wir wohl werden würden. Ich hatte einige Zusagen von Piraten aus außerhalb doch die Zielsetzung für mich war ganz klar neue Gesichter aus der Region anzulocken. Menschen die interessiert sind an der Piraten-Politik, Menschen die was verändern wollen.
Als ich ankam waren von diesen “neuen Gesichtern” schon 2 am Tisch, zusammen mit unseren Gästen aus Erlangen. Nach und nach trudelten immer mehr Besucher herein und wir kamen schon fast in Platznot, da die reservierten Tische voll waren. Insgesamt waren wir dann 17 Personen, davon 6 Piraten aus Ansbach, Erlangen und Nürnberg. Da in der Gaststätte Hochbetrieb herrschte gestaltete sich die Vorstellungsrunde etwas schwierig da man über den langen Tisch kaum alles verstehen konnte, daher suchen wir für den nächsten Stammtisch eine andere Location in Weißenburg.
Zu den Gästen zählte auch Heinz Gruber, Mitglied der Linken und im Kreisrat WUG, er wollte sich den Stammtisch mal anschauen und die Leute kennenlernen. Früher oder Später hat man sicher mal miteinander zu tun. Im Laufe des Abend entwickelte sich ein sehr sympathisches Gespräch mit Ihm. Er wirkte auf mich sehr aufgeschlossen den Piraten gegenüber.
Zu den neuen Gesichtern zählten vor allem interessierte (noch) nicht-Piraten. Ich bin gespannt wer davon auch am nächsten Stammtisch dabei sein wird. Diesen haben wir schon mal auf den 9. Dezember festgelegt, den ersten Freitag nach dem Bundesparteitag in Offenbach. Ich freue mich, dass Stefan „sekor“ Körner, unser Landesverbands-Vorsitzender, beim nächsten Stammtisch dabei sein wird. Zwar sind Ämter bei uns eigentlich nicht wichtig, doch gerade die Presse und hier auf dem Land kann man damit vielleicht noch den einen oder anderen Besucher mobilisieren.
Ich wollte eigentlich schon längst eine Pressemitteilung zu dem Stammtisch geschrieben und an die Zeitungen verteilt haben, aber im Moment komm ich irgendwie zu gar nichts.
Daher beende ich den Eintrag auch hiermit und bitte noch um Mithilfe bei der Suche nach einer Location für den nächsten Stammtisch. Am besten wäre es, wenn alle barrierefrei ist und man auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln die Möglichkeit hat hinzukommen. Wichtig ist, dass Freitag Abends nach Möglichkeit nicht so viel los ist oder eben genügend Platz ist (evtl. Nebenraum) um sich zur Not verdrücken zu können und Diskussionen möglich sind.
//_sahne
Ergebnis der Landratswahl Weißenburg-Gunzenhausen
Gerhard Wägemann wird im ersten Wahlgang neuer Landrat im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.
- Gerhard Wägemann, CSU 51,2% (17.450 Stimmen)
- Uwe Döbler , SPD 32,1% (10.952 Stimmen)
- Wolfgang Hauber, FW 13,5% (4.588 Stimmen)
- Sigrid Niesta-Weiser, FDP 3,3% (1.107 Stimmen)
Die Wahlbeteiligung war mit 46,7% sehr niedrig.
Eine kleine Überraschung war es für mich schon, dass es zu keiner Stichwahl gekommen ist. Eine Stichwahl würde dann stattfinden, wenn keiner der Kandidaten über 50% der Stimmen erhält.
Ansonsten ist das Ergebnis fast wie erwartet: Wägemann gewinnt, Döbler auf Platz 2 und Niesta-Weiser fernab von Relevanz. Ich hätte damit gerechnet, dass Döbler und Wägemann näher beieinander liegen und eine Stichwahl stattfinden würde.
Aus welchen Beweggründen Niesta-Weiser überhaupt kandidiert hat ist mir sowieso ein Rätsel. Wahlkampf war de facto nicht vorhanden und zur Verkündung des Ergebnisses war sie erst gar nicht anwesend. Wenn man es nicht ernst meint, bitte gleich sein lassen!
Uwe Döbler zog aus der Wahl Konsequenzen, hierzu schreib er auf seiner Website:
Ich werde alle überörtlichen politischen Ämter in der Partei und auch den Fraktionsvorsitz im Kreistag abgeben.
Ich werde mich zukünftig bei meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten auf den Beitrag zur Energiewende, Mitarbeit in Stiftungen und Verbänden konzentrieren.
Anschließend noch eine Liste der Wahlergebnisse nach Gemeinden aufgeschlüsselt. Alle Daten gibt es auf der Website des Landkreises:
Wahlergebnisse der einzelnen Gemeinden im Überblick
- Absberg: Wägemann 55,5%, Döbler 18,4%, Hauber 20,4%, Niesta-Weiser 5,6%, Wahlbeteiligung 46,3%
- Alesheim: Wägemann 47,0%, Döbler 36,1%, Hauber 13,4%, Niesta-Weiser 3,5%, Wahlbeteiligung 62,6%
- Bergen: Wägemann 69,2%, Döbler 18,9%, Hauber 10,6%, Niesta-Weiser 1,3%, Wahlbeteiligung 63,0%
- Burgsalach: Wägemann 61,8%, Döbler 25,0%, Hauber 11,7%, Niesta-Weiser 1,4%, Wahlbeteiligung 61,8%
- Dittenheim: Wägemann 56,6%, Döbler 26,2%, Hauber 14,5%, Niesta-Weiser 2,6%, Wahlbeteiligung 57,4%
- Ellingen: Wägemann 49,7%, Döbler 32,9%, Hauber 15,8%, Niesta-Weiser 1,6%, Wahlbeteiligung 55,1%
- Ettenstatt: Wägemann 71,1%, Döbler 19,2%, Hauber 8,3%, Niesta-Weiser 1,2%, Wahlbeteiligung 61,5%
- Gnotzheim: Wägemann 57,8%, Döbler 29,9%, Hauber 10,6%, Niesta-Weiser 1,7%, Wahlbeteiligung 51,7%
- Gunzenhausen: Wägemann 46,5%, Döbler 33,8%, Hauber 12,5%, Niesta-Weiser 7,3%, Wahlbeteiligung 40,2%
- Haundorf: Wägemann 42,6%, Döbler 34,6%, Hauber 15,6%, Niesta-Weiser 7,1%, Wahlbeteiligung 40,6%
- Heidenheim: Wägemann 54,5%, Döbler 25,7%, Hauber 16,6%, Niesta-Weiser 3,1%, Wahlbeteiligung 46,4%
- Höttingen: Wägemann 52,7%, Döbler 26,6%, Hauber 13,0%, Niesta-Weiser 7,7%, Wahlbeteiligung 61,8%
- Langenaltheim: Wägemann 49,1%, Döbler 28,1%, Hauber 20,8%, Niesta-Weiser 2,0%, Wahlbeteiligung 43,9%
- Markt Berolzheim: Wägemann 37,2%, Döbler 46,3%, Hauber 12,7%, Niesta-Weiser 3,5%, Wahlbeteiligung 46,5%
- Meinheim: Wägemann 52,3%, Döbler 32,8%, Hauber 13,0%, Niesta-Weiser 1,9%, Wahlbeteiligung: 61,0%
- Muhr am See: Wägemann 38,7%, Döbler 37,4%, Hauber 18,6%, Niesta-Weiser 5,6%, Wahlbeteiligung 40,4%
- Nennslingen: Wägemann 55,1%, Döbler 33,6%, Hauber 9,1%, Niesta-Weiser 2,1%, Wahlbeteiligung 54,6%
- Pappenheim: Wägemann 51,0%, Döbler 32,3%, Hauber 15,1%, Niesta-Weiser 1,6%, Wahlbeteiligung 47,5%
- Pfofeld: Wägemann 45,5%, Döbler 38,9%, Hauber 12,2%, Niesta-Weiser 3,4%, Wahlbeteiligung 46,2%
- Pleinfeld: Wägemann 55,0%, Döbler 26,5%, Hauber 15,3%, Niesta-Weiser 3,2%, Wahlbeteiligung 45,3%
- Polsingen: Wägemann 57,2%, Döbler 25,3%, Hauber 13,6%, Niesta-Weiser 4,0%, Wahlbeteiligung 35,7%
- Raitenbuch: Wägemann 58,3%, Döbler 22,3%, Hauber 16,7%, Niesta-Weiser 2,7%, Wahlbeteiligung 50,0%
- Solnhofen: Wägemann 44,2%, Döbler 37,2%, Hauber 16,6%, Niesta-Weiser 2,0%, Wahlbeteiligung 40,8%
- Theilenhofen: Wägemann 47,6%, Döbler 37,0%, Hauber 12,6%, Niesta-Weiser 2,8%, Wahlbeteiligung 61,5%
- Treuchtlingen: Wägemann 48,9%, Döbler 36,8%, Hauber 12,0%, Niesta-Weiser 2,3%, Wahlbeteiligung 40,1%
- Weißenburg: Wägemann 53,3%, Döbler 33,8%, Hauber 11,7%, Niesta-Weiser 1,2%, Wahlbeteiligung 51,2%
- Westheim: Wägemann 50,3%, Döbler 29,8%, Hauber 15,7%, Niesta-Weiser 4,2%, Wahlbeteiligung 51,7%
//_sahne
Kandidaten-Check: Uwe Döbler
Mir ist klar, dass die Wahl bereits gelaufen, ich habe es zeitlich leider nicht mehr geschafft den Artikel rechtzeitig fertig zu stellen, der Vollständigkeit halber veröffentliche ich ihn aber jetzt noch in aller Kürze!
Nachdem ich mich bereits mit den Kandidaten der CSU, Gerhard Wägemann und dem der Freien Wähler, Wolfgang Hauber beschäftigt habe, komme ich heute zu Uwe Döbler, dem Landrats-Kandidaten der SPD.
Döbler trat bereits 2008 bei den Landratswahl gegen Franz Xaver Uhl an und unterlag ihm knapp mit 47% der Stimmen. Uwe Döbler ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat 2 Kinder. Er kommt aus Weißenburg und sitzt dort auch im Stadtrat, außerdem ist er im Kreisrat.
Sein Wahlkampf-Motto lautet “Jeder kann was tun”, hierzu hatte er wohl sogar Kino-Werbung geschaltet. Ich möchte euch diese nicht vorenthalten, bitteschön:
Was man von dem Spot nun halten mag, sei jedem selbst überlassen
Welche Projekte plant Uwe Döbler für die Zukunft?
- Freies WLAN-In den Fußgängerzonen und um den See herum
Finanzierung durch Vermarktung der Landingpage - Förderung der Kreativ-Wirtschaft
Arbeitsräume für kreative Selbstständige und kleine Firmen im Landkreis schaffen
Wie steht Uwe Döbler zum “Bayern-Trojaner” ?
Er sieht den Skandal sehr kritisch und als eine Sauerei. Er würde soweit gehen, dass Trojaner nicht mehr eingesetzt werden dürfen da ein Missbrauch nicht auszuschließen bzw. nicht zu kontrollieren ist.
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Der “War on Drugs” als antiintellektuelles Phänomen
Wir wussten es ja schon lange:
Diejenigen, die hinter dem Krieg gegen die illegalen Drogen stehen, aber die Herstellung, den Vertrieb und den Konsum legaler, aber mindestens ebenso schädlichen Drogen wie Alkohol oder Nikotin verteidigen, müssen sich nicht nur damit konfrontieren, dass sie indirekt die organisierte Kriminalität, einen großen Schwarzmarkt, die Ursache von massenhafter Gewalt und die Kriminalisierung von vielen harmlosen Konsumenten fördern. Klammheimlich könnte es sich beim Krieg gegen die Drogen auch um einen gegen die intelligenten Menschen handeln. (TP)
Jetzt müssten Realitäten und Fakten nur noch handlungsrelevant für die Politik sein …
Magic and Politics
Mal wieder Magic-Bezug: Beim Planeten findet sich ein Interview mit dem vermutlich ersten Magic-spielenden Parlamentsmitglied in Deutschland (Gegenbeweise gerne willkommen!). Schöne Vergleiche:
Im Wahlkampf merkt man das besonders stark. Da geht es kaum noch um Ehrlichkeit. Schon ein Jahr vorher wird eine Agentur damit beauftragt, die Wünsche und Ziele der Bevölkerung zu analysieren (quasi das Metagame sichten), um daraus eine entsprechende Kampagne auszuarbeiten (ein Deck zu bauen), mit dem die Partei dann in den Wahlkampf startet (am Turnier teilnimmt). Aber wie auch bei Magic merkt man bei der Politik immer stärker: Beim Testen ist man am besten selbst dabei, sonst spielt es sich auf dem Turnier immer etwas komisch. Und genau das ist wohl Renate Künast, der Bürgermeisterkandidatin der Grünen passiert, die in einem ungewohnten Spielumfeld mit einer unpassenden Strategie saß.
Kandidaten-Check: Gerhard Wägemann #Update
Nachdem ich mich mit einer E-Mail an Herrn Wägemann gewand habe, bekam ich heute Morgen eine Antwort auf mein Schreiben.
Herr Wägemann war vorsichtig einer Veröffentlichung zuzustimmen da er nicht wusste wer ich denn bin und in der heißen Endphase der Wahl teilweise auch mit Mitteln gearbeitet werde, die er persönlich ablehne. Dennoch ging er kurz auf ein paar Punkte meiner Mail ein und hat seine Gesprächsbereitschaft bei einem seiner Wahlveranstaltungen oder per Telefon signalisiert. Also rief ich Ihn an und habe Gespräch meine Fragen gestellt.
Zu Beginn des Gesprächs räumte er direkt ein, dass er ,nachdem er nun die Zeitung gelesen habe, sich schon denken kann wer ich denn bin. Heute erschien mein Interview zu den Piraten im Weißenburger Tagblatt, das er mit Interesse gelesen hat. Ich stelle folgend meine Fragen aus der Mail einer Zusammenfassung dessen was Herr Wägemann dazu gesagt und geschrieben hat entgegen.
Herr Wägemann, Sie bitten auf Ihrem Flyer um das Vertrauen und die Stimme der Wähler. Verletzten Sie mit einer Kandidatur zum Landrat nicht das Vertrauen all der Wähler die Sie 2008 erneut für 5 weitere Jahre in den Landtag gewählt haben? Schließlich wollen Sie dieses Amt nun aufgeben.
Herr Wägemann schilderte, dass der plötzliche Tod unseres Landrats zu einer besonderen Situation im Landkreis geführt hat. Nach reiflichen Überlegungen habe er sich entschlossen, als engster politischer Weggefährte Uhls, zu kandidieren um die erfolgreiche Arbeit weiterführen zu können. Das Vertrauen der Wähler sieht er nicht verletzt, schließlich gibt er das Amt nur auf, wenn er zum Landrat gewählt wird und somit habe der Wähler selbst die Entscheidung.
Ich tue mich momentan noch etwas schwer einzuschätzen welche Schwerpunkte Ihre Politik haben wird. Ich habe viel davon gelesen, dass sie den Weg von Franz Xaver Uhl fortsetzen, jedoch auch eigene Akzente setzen wollen. Als Ihre Ziele beanspruchen sie fast alle Bereiche, jedoch denke ich, dass auch sie ein paar Themen als besonders wichtig für den Landkreis ansehen. Welche sind das?
Das Technologietransferzentrum für Kunststofftechnologie, welches in Kooperation mit den Hochschulen in Ansbach und Deggendorf entstehen soll, sieht er zusammen mit dem Studienzentrum in Weißenburg als besonders wichtig an, hier muss schnell was getan werden. Das TTF soll durch durch Qualifiaktionsmöglichkeiten das Kunststoffgewerbe der Region fördern. Außerdem sieht er eine Herausforderung in der Energiewende und möchte auch die Wirtschaft nicht vernachlässigen.
Anschließend habe ich noch ein paar Fragen zu Ihrer Position bezüglich der aktuellen Entwicklung in der Sicherheitspolitik auf Landes und Bundesebene. Wie beurteilen Sie den aktuellen Skandale um den ”Bayern-Trojaner”? Es wurde vor allem Kritik am Innenminister Joachim Herrmann laut, wie stehen Sie zu dem Thema?
Sehen Sie der Entwicklung zu mehr Überwachung kritisch entgegen oder ist es ein notwendiges Übel an das sich die Bevölkerung gewöhnen sollte?
Vorweg räumte Wägemann ein, dass er den Skandal um den “Bayern-Trojaner” größtenteils nur über die Zeitungen mitbekommen habe. Jedoch wurden schon innerhalb der Partei Stimmen laut, dass man sehr vorsichtig sein muss mit dem was man tut, damit der Bürger sich noch sicher und wohl fühlt. Mit dem Trojaner habe man unter Umständen schon zu viel getan, jedoch sei die IT nicht sein Fachgebiet. Er vertraut bei solchen Fragen lieber auf die Ratschläge von Vertrauten.
Ja es stimmt, dass die CSU bei der Sicherheitspolitik eine klare Linie fährt. Er ist selbst etwas skeptisch über den Kurs betonte aber nochmals, dass er mit dem Thema nicht genug vertaut sei, jedoch sehr großes Vertrauen in den Innenminister Herrmann hat.
Wägemann ist überzeugt davon, dass die Piraten, ähnlich wie damals die Grünen, etwas in der Politik bewirken werden. Er stellte dabei aber nochmal den Unterschied zwischen theoretischen Konzepten und der Praxis klar. Was aus den Ideen der Piraten am Ende wird muss man sehen.
Fazit:
Ich muss sagen, dass ich über die unkomplizierte Kommunikation und das doch recht sympatische Gespräch angenehm überrascht war. Es verwundert mich sehr, dass auch er als Landtagsabgeordneter sich nicht tiefer mit dem Trojaner befasst hat, ist das nicht irgendwie seine Aufgabe?
Ich hoffe ich schaffe es zeitlich noch Uwe Döbler, den Kandidaten der SPD, hier im Blog zu behandeln und anschließend beide Kandidaten gegenüber zustellen.
//_sahne
Piratenkleider
+Korbinian Polk hat im Rahmen eines Designwettbewerbs ein sehr schönes Template für Websites der Piraten gemacht (Link siehe unten).
Sehr vorbildlich finde ich, daß er auf seiner Website auch Struktur und Farbpalette mal ordentlich beschreibt.
Eine Live-Umsetzung davon ist auch zu sehen bei der Website der Piratenpartei SH: http://piratenpartei-sh.de/ .
Leider ist das Template derzeit nur für Joomla vorhanden; Aber eine Umsetzung in WordPress dürfte so schwer nun auch wieder nicht sein. (So eine hab ich kürzlich auch selbst gemacht bei meinen Blog). Hm… mal sehen ob ich nächste Woche dazu Zeit finde; Wenn es sonst keiner macht…
Dieser Artikel wurde erstmalig auf G+ publiziert.
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