Apple und die Steuern
Die Experten beziffert die Steuern, die Apple von 2009 bis 2012 gespart hat, auf mindestens 74 Milliarden US-Dollar, die auf Auslandsgewinne hätten gezahlt werden müssen.
Wow. Mehr kann ich dazu nicht sagen.
(via golem.de)
Geany-Minorrelease 1.23.1 ist da!
Pünktlich zu Pfingsten wurde die Version 1.23.1 von Geany veröffentlicht.
Die neue Version behebt dabei ein Fehler unter KDE, durch den geänderte Dateien über die Reiter nicht mehr eindeutig erkennbar waren. Ferner wird ein Problem unter Windows damit behoben, durch welches eine Datei via Kommandozeile nicht mehr geöffnet werden konnte.
#Drosselkom am Schlagzeug
Robert zeigt, was die Telekom mit ihrem Vorstoss zu der Aufgabe der echten Flaterate bedeutet und zeigt ein paar Hintergründe auf. Einfach Video ansehen:
Die Heiligkeit des Scheins
Horst T, besser bekannt als “Derrick”, war bei der Waffen-SS. Ungefähr 4 Jahre nach des Schauspielers Tod wird die “schockierende Neuigkeit” wie eine Sau durchs Dorf getreiben. Sender reagieren darauf und setzen Wiederholungen von Derrick deshalb aus. Schon putzig, wenn man z.B. an Grundlagen anderer Institutionen so denkt
Jetzt mal im Ernst: Verbrechen, die im Rahmen des Nationalsozialismus begangen wurden, gehören aufgeklärt und geahndet. Menschen, die in Russland, im ferner Afrika oder in Kleinpummelsdorf um die Ecke, Menschen im Rahmen einer verkorksten Idiologie hingerichtet haben und dabei geholfen haben, gehören vor ein ordentlichen Gericht, so dass die Gesellschaft entscheiden kann, wie ihre Taten zu beurteilen sind. Geht schwer, wenn dar vermeintliche Täter bereits Tod ist, oder?
Aber man muss auch die anprangern, die später noch Ministerpräsidenten, Kanzler, BND-Funktionäre, Papst, ….
Das zählt auch für Verbrechen die im Rahmen der Stasi, in Guantanamo oder wo auch imemr passieren. Nur allein, nach dem Tod jemanden azuurteilen ist unter einem Niveau – aber gut, Nazis verkaufen sich immer. Wissen wir seit de Tagebüchern. Aber könnte die BILD nicht den Platz auf der Titelseite dazu nutzen, auf den Klüngel in der bayrischen CSU zu “berichten”? Also wie zum Beispiel bei der Augsburger Allgemeine?
Mit Fahrrad und Bus
Och ja… recht häufig meckere ich ja hier. Aber den Bericht der OTZ finde ich gut. Also nicht den Bericht … sondern die Sache ;)
Die KomBus — regionaler Überlandbus im Saale-Orla-Kreis und in Saalfeld-Rudolstadt — baut an ihre Busse Fahrradträger und bietet zumindest in den Sommermonaten übers Wochenende eine bessere Mitnahme von Fahrrädern an.
Mich begeisterte das schon vor Jahren in Mähren als ich es das erste Mal gesehen und mich begeistert. Dort gibt es richtige »Cyclobusy«, frei übersetzt mit Fahrradbusse, die beliebte Fahrradrouten an- und abfahren.
Ich verlinke mal eine Google-Bilder-Suche um einen Eindruck zu vermitteln, wie so etwas aussehen kann. Klickst Du hier.
Dummheit kann man nicht verbieten
Heute morgen hörte ich mal wieder einen Bericht über den (nicht)-Entschluss des Bundestages, einen neuen Verbotsantrag für die NPD zu stellen.
Auf der einen Seite wäre es sicher gut, wenn eine solche Organisation kein Geld aus dem Steuersäcken aka Parteifinanzierung erhält, auf der anderen Seite das Problem, dessen Symptom die NPD ist, durch ein Verbot gelöst.
Und wie ich da so sitze, kommt mir ein Song von “Dritte Wahl” aus 2001 wieder in den Sinn — irgendwie immer noch aktuell. Ich packe da mal nen Livemitschnitt via youtube rein:
Aber das funktioniert halt nicht, wenn man die (Schul-)Bildung zu einem Privileg von wenigen verkommen lässt und die alltägliche Xenophobie eben alltäglich ist.
Telekom ändert Tarifstruktur fürs Festnetz
Das klingt ja echt vornehm. Irgendwie. Doch was das bedeutet weis kaum wer. Viele werden wieder denken, och 75 Gigabyte das reicht doch Dicke für uns hier. Und ja, das reicht auch, aber es ist eine Zeitenwende. Ein Brief reichte ja auch zum Informationsaustausch, ebenso wie Rauchwolken und Brieftauben. Und ein Telefon am Analoganschluss hat auch immer gereicht, damit konnte man sogar in Echtzeit miteinander reden. Man erreicht damit auch heute noch jeden weltweit. Doch die Welt und die Entwicklung dreht weiter und wenn wir mal ehrlich sind, ist das nicht nur ein weiterer Schritt in die Kommerzialisierung und ein Beschneiden freier Kommunikation die der Entwicklung einer freien Bürgergesellschaft im Weg steht.
Freie und unüberwachte Kommunikation ohne Beschränkung ist essentiell für eine Gesellschaft wie ich sie wir wünsche.
Ich leben am Land, genauer am #AdW und ich bin noch immer glücklich, dass ich wenigsten 1536 kB/s dsl habe und meine ISDN Router stilllegen konnte. Ist gar noch nicht so lange her.
Aber das was da jetzt von dem Rosa Riesen eingeführt wird ist vergleichbar mit einer Beschränkung der Anzahl von Briefen die man pro Monat in den gelben Postkasten werfen darf, oder die Anzahl an Telefonminuten, die einen andere Leute anrufen dürfen. Stellt euch vor, wir würden nur noch 10 mal im Monat über die Autobahn fahren dürfen oder 500 km im Monat!
Das ist was die Telekom letztendlich einführt.
Es fällt also in die Kategorie “geht gar nicht”.
Und die Telekom spielt mit ihrer Übermacht. Ein sofortiger Wechsel kann eigentlich nur die Antwort sein, leider habe ich hier am #AdW nicht wirklich Alternativen.
((
Dass dies Ganze natürlich auf die zunehmenden Wachstumsraten durch IP TV und Streamingdienste ausgelegt ist und auf den damit zusätzlich möglichen Profit ist völlig klar.
Die Politik muss endlich das Internet als Kommunikationsraum anerkennen der unlimitiert und ohne Kontrolle der Inhalte die über das auch in anderen Medien zuulässige hinaus geht akzeptieren und wenn Wirtschaftsunternehmen derart agieren schnellstens gegensteuern.
Wenn nicht, lasst es uns selber tun. Seit Jahren reden wir vom eigenen Netz. Lasst es uns bauen. Die Infrastruktur wie auch die soziale Software für ein dezentrale soziales Netz. jetzt. Bitte.
Und wir streichen Japan von der Karte der freiheitlichen Staaten
Die japanische Polizeibehörde NPA will möglicherweise Internet-Provider dazu auffordern, das Anonymisierungsnetzwerk Tor zu blockieren.
(via heise.de)
Und täglich riecht es ein wenig nach Alltagsrassismus
Ob hier wirklich Rassismus im Spiel ist, kann ich nicht sagen…. Es riecht aber gewalt: SpOn: Russische Studentin wird per BundesgrenzschutzBundespolizei aus Zug begleitet
(Und jetzt mal Ernsthaft… Was soll das unprofessionelle Kindergartengezerre an der Frau? Entwerder es gibt einen brauchbaren Grund zum Entzug der Freiheit, dann Handschellen dran oder anders sauber fixiert — Aber doch nicht fünf Minuten am Arm rumgezerrt. Gibt es keinen Grund dafür, dann kann man die Frau auch in Ruhe lassen.
Mein Gefühl tendiert ja ehr zum Zweiteren)
Vielleicht mal einfach nicht nach Hummern fischen?
Die wenigen Tiere haben Probleme, einen Partner zu finden. Den Fischern gehen gerade noch 300 bis 500 Hummer pro Jahr in die Körbe.
(via SpOn)
Dem entgegen zu wirken, gibt es ein teures Aufzuchtprogramm.
Etwas anders ist eine Idee, dass Geld an Windparkbetreiber gegeben wird, damit die Höhlen für die Viechers bauen können.
Man könnte auch einfach mal eine oder zwei Jahre keine fangen
Die AfD, die Piraten und ich
In den letzten Tagen werde ich viel auf die neugegründete Alternative für Deutschland (AfD), angesprochen. Mir wird in diesem Zusammenhang häufig gesagt: “Die machen das richtig”, und “fordern das Richtige”.
Ich bin nicht verwundert, dies zu hören.
Vorweg, ich bin für Europa, die Europäische Union als Staatenbund. Ich erachte es als überragende Errungenschaft auf die ich nicht verzichten will, dass wir mit in unseren 27 Staaten friedlich zusammen leben und dies über viele Jahrzehnte inzwischen. Dies steht über allem.
27 Staaten leben seit Jahrzehnten friedlich zusammen. Für mich ist das eine überragen Errungenschaft. Und sie ist – wie die von Kriegen gezeichnete Geschichte zeigt – keine Selbstverständlichkeit.
Ich bin aber ebenso ein EU-Kritiker, denn bei diesem Staatenverbund läuft vieles verkehrt. Wir haben als Staaten auf Gestaltungsfreiheiten verzichtet und diese an die EU-Ebene abgetreten. Es wurde jedoch versäumt, den Verlust an nationaler demokratischer Mitbestimmung auf europäischer Ebene einen Ausgleich zu verschaffen.
Der europäische Rat, als Vertretung der Regierungen, hat kein Gegengewicht in der Europäische Kommission gefunden. Die Kommission selbst ist eine Vertretung für Handlanger der Regierungen und Lobbyisten, denen eine demokratische Legitimierung fehlt. Das demokratisch gewählte europäische Parlament ist gegenüber beiden zu machtlos. Angefüllt sind die Organe der EU mit einem “überbezahlten” Mitarbeiterstab der hörig und zu oft von Lobbyisten beeinflusst die eigentliche Arbeit leistet.
Eines der größten Probleme stellen teilweise die Nationalen Regierungen. Sie versuchen auf Kosten der Gemeinschaft sich Vorteile zu verschaffen, ohne Rücksicht auf das Gesamtgebilde Europäische Union. Diese Politik haben uns an eine Grenze des Ertragbaren gebracht und den Nährboden für anti-europäiche Tendenzen in der Bevölkerung geschaffen.
Es ein Leichtes für eine anti-europische Partei Fuss zu fassen und die Unzufriedenheit auf einen einfachen Nenner zu reduzieren, wie die AfD in ihrem Programm schreibt:
Wir fordern eine geordnete Auflösung des Euro-Währungsgebietes. Deutschland braucht den Euro nicht. Anderen Ländern schadet der Euro.
Richtig ist: Wir haben eine sehr schwierige Zeit vor uns und Deutschland wird darin eine zentrale Rolle zuteil. Dabei geht es uns in Deutschland relativ gut.
Schauen wir kurz auf die Forderungen der AfD. Was passiert wenn Deutschland sich vom Euro abwendet?
Führen wir wieder eine nationale Währung ein, wird dies eine starke Währung sein. Das erwarten auch die Kritiker. Die Mähr vom schwachen Euro ist frei erfunden. Der Euro ist insgesamt gesehen eine harte Währung, vergleicht man ihn mit den anderen Währungen. alternativ: Vergleicht man den Euro mit anderen Währungen, stellt man schnell fest: Der Euro ist eine harte Währung.
Eine starke Deutsche Währung wird uns wirtschaftlichhart treffen. Deutschland ist schließlich eine Exportnation. 57% der deutschen Exporte gehen in die EU-Mitgliedstaaten, Frankreich steht dabei an vorderster Stelle. Unser Aussenhandelsüberschuss ist weiterhin hoch, womöglich zu hoch für eine harmonische Gemeinschaft.
Bild-Quelle: Wikimedia.org; http://www.boeckler.de/
Diese Exportleistung hält uns wirtschaftlich in Deutschland noch auf den Beinen. Die Binnenkonjunktur hingegen lahmt seit Jahren. Eröglicht wird dies durch die geringen Lohnstückkosten unserer Wirtschaft. Dies geht größtenteils auf Kosten der Arbeiter, denn das Lohnniveau ist seit Jahren nicht gestiegen. Hartz4, Lohndumping und Leiharbeit verschärfen die Situation zunehmend. Eine Stärkung der Binnenwirtschaft ist dringend notwendig.
Dies fordern Experten wie Gert Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) seit langem. Lohnsteigerungen, um den Inlandskonsum anzukurbeln und unsere Wirtschaft exportunabhängiger zu machen, sind unumgänglich.
Damit lässt sich leicht erahnen, wie einfach gestrickt die Antworten der AfD sind. Ohne Rücksicht auf die Folgen werden Forderungen aufgestellt, die sich einfach auf den Stammtischen im Land verbreiten lassen. Das Ergebnis ist ein rücksichtsloser Wahlkampf um Wähler zu gewinnen – die poltischen Folgen für Europa werden geflissentlich ignoriert.
Doch es geht weiter und wird kaum besser:
Wir fordern, dass die Kosten der so genannten Rettungspolitik nicht vom Steuerzahler getragen werden. Banken, Hedge-Fonds und private Großanleger sind die Nutznießer dieser Politik
Diese Forderung ist kaum besser. Richtig ist: Die berühmte Schere zwischen Arm und Reich ist in Deutschland weit aufgegangen. Die Folgen der rot-grünen Regierung unter Schröder wirken bis heute nach. Der Spitzensteuersatz wurde abgesenkt, und so die Leitungsfähigen in der Gesellschaft auf Kosten der geringen Einkommen hofiert. Wo einst der Spitzensteuersatz bei Spitzenverdienern zum Tragen kommt, betrifft er heute schon mittlere Einkommen. Dies ist eine faktische Entlastung der wirklich hohen Einkommen. Eine Steuerreform ist deswegen dringend angebracht. Arbeitseinkommen muss den Kapitaleinkünften gleich gestellt sein. Starke Schultern müssen mehr tragen als Schwache.
Doch zurück zu den Forderungen des AfD und der Rettungspolitik im Bereich der” Finanzmarktprodukte”.
Leider sind die privaten Krankenversicherungen, die Rentenversicherung und natürlich die vielen anderen anderen “Geldprodukte” von uns in diesen System der Finanzmarktprodukte zu finden. Deswegen würden bei einer Umsetzung der Forderung der AfD sehr schnell massive Probleme bereiten. Was passiert, wenn die Rentner monatelang drastische Rentenkürzungen hin nehmen müssen, beispielsweise bis zu 60% wie jetzt die Sparer in Zypern?
Ja, es sind die wenigen Familien die Milliarden in Deutschland an Privatvermögen besitzen und damit auch Macht ausüben, doch noch viel mehr Milliarden haben wir alle zusammen in unserer Rentenversicherung, etc. angelegt. So werden die “normalen Menschen” in Deutschland die Folgen der vom AfD geforderten Maßnahmen zu spüren bekommen und letztendlich sind wir alle die Leidtragenden.
Diese undurchdachten Konsequenzen ziehen sich wie ein Roter Faden durch die programmatischen Forderungen. Vordergründig einfache und populistische Forderungen die aktuell gut ankommen, jedoch keine echten Lösungen darstellen.
Die eigentlichen Probleme müssen endlich angegangen werden
Das Demokratiedefizit in Europa muss beseitigt werden. Es muss ein Europa für die Bürger entstehen. Wir Bürger müssen Zugang zu allen Informationen staatlicher Entscheidungen bekommen, die berühmte Transparenz, die Grundvoraussetzung für eine Teilhabe am politischen Prozess ist.
Wir müssen dem europäischen Parlament mehr Rechte einräumen und nationalstaatliche Interessen zurück drängen.
Und wir müssen klar regeln, was die Europäischen Gemeinschaft zu regeln hat, und was nicht. Heute sind viel zu viele Entscheidung bürgerfern. Vieles könnte vor Ort, in unseren Gemeinden, im Kreis oder im Land entschieden werden. Wir wissen doch am besten, wie wir vor Ort unsere Probleme lösen. Ein EU-Beamter weiß das nicht.
Wir müssen endlich unsere Wirtschaftspolitik, ebenso wie die Sozial- und Finanzpolitik aufeinander abstimmen. Wir müssen uns im globalen Zusammenhang sehen und erkennen, dass aufstrebende Volkswirtschaften insbesondere in Asien in wenigen Jahren unseren in Deutschland noch vorhandenen Vorsprung aufgeholt haben und mit ihrer unglaublichen Potential die Märkte verändern werden in denen wir heute noch stark sind.
Ich will, dass wir in Europa ein Vorreiter für unsere Zukunft bleiben. Ich will dass auch meine Kinder eine hohen Lebensstandard geniesen können, ohne dies auf Kosten von anderen Menschen, Ländern und der Umwelt zu tun. Wir müssen technologische Innovationen voran bringen, um die Energiewende weg von den verbrauchenden Energieressourcen weltweit zu etablieren. Wir müssen einen anderen Umgang mit ausgedienten Produkten und eine Kreislaufwirtschaft schaffen und wir brauchen dazu starke Partner. Diese finden wir in der EU. Wir sind in der EU über 500 Millionen Menschen die friedlich vereint leben.
Ich bin Pirat weil ich Lösungen anstrebe, die echte Lösungen für unsere Zukunft sind. Auf die komplexen Probleme sind dies leider oft nicht die einfachen Antworten, die man in zwei Sätzen formulieren kann und sie die AfD vorgibt zu liefern.
Die Bestandsdatenauskunft muss gestoppt werden!
Du glaubst deine Passwörter sind sicher?
Du glaubst dein Handy behält die Kommunikation für sich?
Dann wird es Zeit, dass du dich informierst. Dann wird es Zeit, dass auch du weist, dass sowohl die SPD als auch die CDU dafür gesorgt haben, dass eine einfache Ordnungswidrigkeit ausreicht, dass deine Passwörter aufgedeckt werden und deine Daten angezapft werden können.
Geh auf die Strasse. Bundesweit in über 25 Städten.
Schau dir folgendes Video an:
nach, wo du am 14.4.2013 mit auf die Straße gehen kannst um den Bestandsdatenauskunftschaoten im Bundestag die Rote Karte zu zeigen!
***EIL***: Piratenpartei benennt sich um! **EIL**
Wie auf der Homepage der Piratenpartei zu lesen ist…
“Die Piratenpartei Deutschland beschloss in einer nächtlichen Sondersitzung des Bundesvorstands die Umbenennung in Pony-Partei. Gleichzeitig wurden einige wesentliche Änderungen im offiziellen Corporate Design geändert.
Seit heute präsentiert sich die Pony-Partei, ehemals Piratenpartei Deutschland, in einem neuen Look. Hintergrund der Umbenennung und dessen gewandeltes Erscheinungsbild ist die dringend notwendige Neuausrichtung der Partei. Ein kompletter Neustart wurde insbesondere mit Hinblick auf das kürzliche beschlossene Leistungsschutzrecht und der Bestandsdatenauskunft nötig.
Dazu der Bundesvorsitzende Bernd Schlömer hierzu:
»Durch das Leistungsschutzrecht, welches allein dazu bestimmt war Verlegern eine Art Maut auf Webartikel in die Hände zu geben und durch ein rückwärtsgerichtetes Auskunftgesetz für die Polizei, hat Deutschland sich endgültig zur Bananenrepublik des Internets gemacht.
Dies ist jedoch eine nicht zulässige Beleidigung für Staaten die tatsächlich vom Bananenanbau leben. Offensichtlich ist den Politikern im deutschen Bundestag jegliches Gefühl für die Realität abhanden gekommen. Wie weit diese Politiker Tugenden wie Fleiß und Verantwortung in Wirklichkeit gehen, kann jeder anhand der Beteiligung unserer dafür gewählten Volksvertreter bei wichtigen Abstimmungen sehen.
Für Politker etablierter Parteien, die sich allein auf oder oder zwei Parteifunktionäre verlassen und dann unter Vorwand des Fraktionszwanges jegliches eigenes Denken einstellen, scheint Deutschland als ganzes und Politik im besonderen ein Ponyhof zu sein.
Daher ist es nur folgerichtig, wenn die Piratenpartei dieser Entwicklung Rechnung trägt und sich den Gegebenheiten anpasst.
Die Piratenpartei Deutschland wird somit ab heute die Pony-Partei Deutschlands.«”
Quelle: Piratenpartei.de
Das Versagen der Netzgemeinde
Ja. Leistungsschutzrecht. Netzpolitik im allgemein.
Dazu möchte ich auf 2 Postings mal verweisen, die die aktuelle Situation für mich recht gut zusammen fassen:
Zuerst Sascha Lobo und dann noch einen bei fefe.
Patentunsinn
Der Jojo hat eine epische Zusammenfassung des Patentwahnsinns zu Pixel gebracht.
Ich will…
Ich will – normal fange ich so nie an.
Ich will aber wirklich. Ich will einen #Piratentag machen. Ich will, dass wir Piraten uns alle an einem Tag versammeln. Einfach so.
Miteinander reden, diskutieren und über vieles einfach mal reden. Natürlich wird es ein paar vorbereitete Themen und Beiträge geben, aber das muss alles erst noch geplant werden.
Ich will den #Piratentag.
Und zwar online. Ich will dass wir uns in der Grössenordnung der Beteiligung eines Bundesparteitages online treffen. Miteinander sprechen und Dinge™ tun.
Ich will das nicht erst in ein paar Monaten, sondern in ein paar Wochen. Wir machen das mit mumble und der NRW Technik. Die werden das schon schaffen
An einem Samstag oder Sonntag Nachmittag werden wir uns da treffen, hunderte, nein tausende und werden die grösste Onlineversammlung abhalten die es je gab. Wir können das. Sicher.
Wer ist dabei?
Menschen begehen Straftaten, nicht das Medium
Sehr schön,was bei neusprech.org zu lesen war:
[..] Denn das Internet ist neutral, genau wie Briefe, Rohrpostsendungen, Autos und Postkutschen. Menschen begehen die Urheberrechtsverletzung, den Betrug oder die Erpressung. Nicht das Netz.
Ahmen.
Freie Software und der Support
Ich bin seit ca. 10 Jahren im Bereich der freien Software unterwegs. Angefangen mit einer Pappbox eines Distributors aus Nürnberg, umgeben mich heute Geany, RedHat, Debian, Apache, OpenSSH, Pidgin und wie sie sich nicht alle nennen, den ganzen Tag. Es könnte schlimmer sein ;)
Es freut mich, dass der Gedanke von freier Software immer beliebter wird und inzwischen auch der ganz ‘normale’ Mensch, freie Software nutzen kann und es an vielen Stellen auch ohne es zu wissen sogar tut. Doch gibt es da einen Punkt, der mir weniger gut gefällt, ja mitunter sogar ein wenig sauer aufstößt: Der Support.
In der Regel haben Projekte der freien Software eine Mailingliste, auf der sich User austauschen können. Ab und an kommt es aber vor, dass Nutzer diese als Support-System missverstehen und es so nutzen, als würden sie dafür zahlen. Tun sie aber oftmals dafür nicht. Im Gegenteil.
Gema und die Gema-Vermutung
Was sind das für Zeiten? Da veröffentlicht ein Künstler ein Musikstück unter einen freien Lizenz und möchte dabei nicht erkannt werden. Ein Anderer spielt dieses Musikstück und muss nachweisen, dass das keine Gema-Musik ist. Kann er ja aber nicht, da er keine Chance hat, dass zu überprüfen.
(Übrigens: Selbst, wenn man möchte, kann man das Urheberrecht in Deutschland nicht abtreten. Man muss aktiv werden, wenn man ein Werk unter der Bedingung »Mir doch verdammt nochmal egal, was damit passiert« veröffentlichen will.)
Geany-Plugins 1.23 sind da
Passend zum Geany-Release gibt es jetzt auch die Geany-Plugins-Sammlung in Version 1.23. Dabei hat sich einiges getan:
Die Plugin-Sammlung wurden um 3 neue Plugins ergänzt:
- Commander: Ein Plugin, dass alle(tm) Funktionen von Geany über ein durchsuchbares Menü verfügbar macht
- markdown: Ein Plugin zur Unterstützung beim Schreiben von Dokumentation mit markdown (inkl. Vorschaufunktion)
- Scope: Ein weiteres Plugin zum Debuggen von Code
Dazu kommen eine Menge an größeren und kleineren Änderungen sowie Verbesserungen. Eine ausführliche Liste gibt es bei github.
Downloads gibt es auf der Homepage.
Geany Version 1.23 veröffentlicht
Nach gut 9 Monaten Entwicklungsarbeit wurde nun Geany 1.23 veröffentlicht. Neben einer Menge von kleinen Verbesserungen und Fehlerkorrekturen, kann die Version aber auch mit neuen Funktionen aufwarten. So sind die Highlights des neuen Releases:
- Komplette Überarbeitung der Druckerschnittstelle
- Aktualisierung von Scintilla zu Version 3.2.3.
- Anzeige von Text immer von Links-nach-Rechts (besonders interessant bei gemischten Unicode-Texten …)
- Erinnern an Datei-Zeichenkodieren beim erneuten öffnen
- Verbesserungen im JavaScript-Parser
- Neue Dateitypen: AsciiDoc and Go
- Neue Übersetzungen: et, eu, he, hi, sr
Mehr gibt es in den Release-Notizen.
Wie gewohnt, kann das Release von geany.org herunter geladen werden.
#nofrack Fracking Nein Danke!
Ich lehen Fracking ab. Ein Video das Probleme aufzeigt:
Fahrradklauen wie die Raaben
Als ich heute morgen mal wieder mein Fahrrad aus dem Keller geholt habe und so beim die Treppe hinaufsteigen war, musste ich einfach dran denken: Seitdem ich in Jena bin, konnten mindestens dreimal die Leute nicht die Finger von meinem Rad lassen.
Das erste Mal war das vor rund 7 Jahren. Frisch aus dem osteuropäischen Ausland zurückgekehrt, wo ich mein Fahrrad gut ein halbes Jahr kaum bis gar nicht angeschlossen habe, wird mir binnen 24h in Jena das Vorderrad heraus geklaut. WTF? dachte ich mir da damals und so etwas wie “von wegen die Polen”. Konnte mich aber damit beruhigen, dass ich es eh auf Grund eine Schlags tauschen wollte und sich der Strolch hoffentlich damit ordentlich auf die Nase gelegt hat. Ärgerlich war’s trotzdem.
Das zweite Mal dann direkt vor unserem schönen Turm zu Jena. Ich hatte mir ein recht cooles Felt Nine Comp gekauft und mit einem, wie ich damals dachte, geeigneten Kabelschloss vor dem Turm am Eichplatz angeschlossen. Nach der Arbeit war da nur noch das aufgeschnittene Schloss und das Fahrrad weg. Trotz einer Videoüberwachung die beim popeln Unterstützung geben könnte, keine Spur vom Fahrrad oder Täter.
Neulich erst habe ich nun meine Innenstadtsch^H^H mein Innenstadtrad am Paradiesbahnhof abgestellt. Als ich zurück kam, fehlte das Hinterrad. OK. Vorderrad klauen geht einfach und könnte als lustig empfunden werden, wenn man betrunken ist… aber echt mal: Wer klaut sich ein total versifftes Hinterrad mit halb abgefahrenen Ritzelsatz, komplett heruntergefahrenen Reifen und billigen Stahlfelgen…?
Wie dem auch sei: Für dieses Jahr gilt:
Finger weg, oder Finger ab!
Wir können zehn Prozent und mehr!
7 simple Punkte für eine erfolgreiche Piratenpartei in der Bundestagswahl
Pkt. Eins
Es ist irrelevant, ob wir selbst Wert auf innerparteiliche Hierarchien legen oder nicht, die (mediale) Öffentlichkeit tut es für uns. Und wenn wir unsere Bundesvorstände noch so gern als Arbeitstiere und Sachverwalter sehen wollen, sie werden immer unsere Aushängeschilder und Identifikationsmarken sein, an denen wir gemessen werden. Niemand kann sich mit einem Parteiprogramm emotional identifizieren, mit Menschen dagegen schon. Daher müssen wir zwangsläufig und umgehend alle Personaldebatten, Streitigkeiten und Querelen im Bundesvorstand und in anderen wichtigen Gremien der Partei beenden. Da sich die Vorstände offenbar dieser Konsequenz verweigern, muss es die Basis tun. Neuwahl des kompletten Bundesvorstands auf dem Parteitag im Mai. Durchatmen. Neustart.
Pkt. Zwei
Eine große Stärke der Piratenpartei besteht darin, dass sie ihre Kreativität und ihre Kraft aus vielen verschiedenen Menschen völlig unterschiedlicher Weltanschauung, Ausbildung, Herkunft und Berufung bezieht. Die Piraten repräsentieren die Menschen so, wie sie in diesem Land leben, mit ihren Stärken und Schwächen und ihren Sorgen und Ängsten. Entziehen wir all jenen in der Partei die reale oder eingebildete Macht, die die Piratenbewegung nach ihrem Bilde formen wollen. Kein Fußbreit den Ideologen, Agitatoren, Meinungsmachern und Schreihälsen. Euch sind die Piraten nicht links genug? Kein Problem, es gibt weitere Parteien, die deutlich weiter links stehen. Ihr träumt von einer neoliberalen FDP-Ersatzpartei oder der ultimativ-antisexistischen Radikalfeminismuspartei? Nun, noch gibt es die FDP und ihr könnt euch dort austoben oder eine eigene Partei gründen, die bestimmt alle Probleme dieses Planeten lösen wird. Die Piraten brauchen allerdings euren ideologischen Stempel nicht und die Bürgerinnen und Bürger wollen den auch nicht. Führt eure Scheindebatten und heiligen Kriege für oder gegen was auch immer woanders. Kurz zusammengefasst: einfach mal die Kresse halten oder vom Acker machen.
Pkt. Drei
Sich auf das Wesentliche, d.h. das Wesen der Piratenpartei, zu besinnen, ist unumgänglich. Wir streiten für die individuelle Freiheit jedes Einzelnen und seine Vorstellung von Leben, Arbeit und Glück. Wir streiten für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Demokratie im Sinne der Beteiligung und Mitbestimmung möglichst vieler Menschen. Wir streiten für möglichst freien Zugang zu Wissen, Bildung und Information. Wir setzen uns nicht zuletzt für einen sozialen Ausgleich ein, der es jedem Menschen ermöglicht, an der Gesellschaft und ihren Errungenschaften teilzuhaben. Wir sind kompromisslose Gegner des Überwachungsstaats und seinen Auswüchsen. Wir kämpfen gegen Datenmissbrauch, Hinterzimmerpolitik, Korruption, Lobbyismus und die Hybris der derzeit herrschenden Politkaste. Mit uns wird es keinen weiteren Abbau von Bürgerrechten geben. Punkt.
Pkt. Vier
Wir sind die mit den Fragen, ihr seid die mit den Antworten! Schon vergessen? Hören wir mit dieser sinnlosen programmatischen Krümelkackerei auf. Hören wir auf, unsere Ressourcen und unsere Energie und Zeit damit zu verschwenden, jedes Detailproblem, jede gesellschaftliche Einzelfrage, jede aktuelle politische Debatte im Programm abbilden zu wollen. Es sollte für jeden klar wie Kloßbrühe sein, dass wir für den Inhalt von Pkt. Drei stehen. Alles andere kann man daraus ohne jede Mühe ableiten. Doch das Fragen müssen wir neu lernen. Wir machen Politik nicht als Selbstzweck, sondern für die Menschen in Deutschland, letztendlich für alle Menschen auf diesem Planeten. Wenn wir nicht wissen, was diese Menschen wollen, dann müssen wir uns dorthin begeben, wo diese Menschen sind und immer wieder neu fragen. Mehr Demokratie, mehr Mitbestimmung, Bürgerbegehren, Volksentscheide, Ratsbegehren, Bürgerversammlungen und –foren, Zukunftswerkstätten, Bürgerhaushalte, Befragungen, Bürgerportale im Internet usw. sind ein guter Weg dahin. Wer Angst vorm Bürgerwillen hat, ist bei den Piraten fehl am Platz.
Pkt. Fünf
Schluss mit dem Kuschelkurs. Wie wäre es endlich mal mit klaren Ansagen gegenüber denjenigen, die unser Land immer weiter in die Scheiße reiten? Schluss mit den glattgebügelten Pressemitteilungen, die sowieso niemand liest. Schluss mit dem „Wir sind jetzt auch Politiker”-Gebaren. Schluss mit der Langweiligkeit, Bravheit, der Angepasstheit und der Zurückhaltung. Wovor haben wir Angst? Die Leute erwarten von uns deutliche Worte und keinen rhetorischen Dünnschiss. Wenn wir uns wie herkömmliche Politiker verhalten, brauchen wir uns auch nicht wundern, wenn die Politikerverdrossenheit uns genauso trifft. Niemand braucht eine weitere Partei wie alle anderen. Wir haben jedes Recht der Welt, denjenigen einzuheizen, die uns unsere Freiheit und unsere Bürgerrechte nehmen wollen! Wann rufen wir den L.m.a.A.-Day für Deutschland aus?
Pkt. Sechs
Leider neigen wir dazu, des öfteren das Werkzeug mit dem Ziel zu verwechseln. Abstimmungstools, Social Media, Liquid Democracy, Mumble, Pads & Co. sind kein Selbstzweck, sondern hervorragende Mittel zur Verwirklichung und Umsetzung unserer politischen Inhalte. Politische Sauereien schafft man jedoch nicht dadurch ab, dass man ein paar Tweets dazu absetzt. Wir können nächtelang im Mumble diskutieren und am nächsten Morgen stehen wir vor genau denselben Problemen wie am Tag zuvor. EmpörtEuch-Wellen können manchmal etwas bewirken, aber in der Regel schaffen sie nur den Empörten ein gutes Gewissen. Sich in piratigen Filterbubbles zu bewegen, macht Spass und bestätigt die eigene Sicht der Dinge. Aber Menschen, die uns wählen sollen (und eigentlich sogar wollen!), erwarten uns nicht im Liquid Feedback und nicht in der Ständigen Mitgliederversammlung. Sie erwarten uns an Infoständen, auf Bürgerversammlungen und Diskussionsveranstaltungen, auf Demonstrationen, auf Stammtischen, in Kommunalparlamenten und Bürgerinitiativen — an ihrer Seite.
Pkt. Sieben
Kokettieren mit dem Verliererstatus ist kontraproduktiv. Sind wir überhaupt bereit für die Verantwortung? Wir wollen die Demokratie retten, aber nicht an ihr teilnehmen? Wir wollen in eine Bundestagswahl gehen und gleichzeitig so tun, als hätten wir die Teilhabe an der politischen Macht nicht nötig? Wir sind nicht ohne Grund eine Partei geworden. Dies bringt die Aufgabe und den Anspruch mit sich, das politische System von innen her umzukrempeln. Dies können wir nur in den Parlamenten tun, dort wo täglich die Entscheidungen für unsere Zukunft getroffen werden. Sind die Wähler von uns enttäuscht, liegt das nicht am Wähler (und auch nicht an der Presse), sondern an uns. Die Piraten sind nicht vom Himmel gefallen und auch keine Kunstschöpfung. Sie sind Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandlungsprozesses, der in seiner Bedeutung kaum zu überschätzen ist. Wir können die Aufgabe annehmen und mit Herz und Verstand für einen positiven Horizont dieses Prozesses streiten — oder wir können versagen und zu einer Randnotiz der Geschichte werden. Jeder kann sich überlegen, was er bevorzugt.
Ich plädiere deutlich für die erste Option.
Ich bin Pirat
Ich wollte ja nicht schon wieder was schreiben, doch “Ich war Pirat” und “Ein missglücktes Experiment” zeigt mir die Notwendigkeit dies zu tun.
Sowohl die Zeit aber insbesondere auch die Stuttgarter Zeitung zeigen, dass sie gerne schreiben, ohne tiefer zu blicken. Schade. Da gäbe es bei den Piraten viel mehr zu finden, als Lauers laute SMS, oder der Abgesang eines Ex-Mitgliedes.
Ja, viele dachten, sie machen bei uns mit und plötzlich fangen alle an genau das zu tun was derjenige will. Ne, so läuft das nicht in der Piratenpartei und auch nicht in der Demokratie. Es geht nicht nur nach meiner Nase, das ist eine der Grunderkenntnisse die man verinnerlichen muss, wenn man kein Einzelkämpfer sein will.
Ich hab mein Leben lang meine Sachen selbst gemacht, eine Woche nach dem Abi “professionell” Geld verdient, davor halt inoffiziell. Ich hatte nie nen Chef, ausser während irgendwelchen Praktika. Und so ging es immer bis ich ca. 2005 keine Lust mehr hatte alles alleine zu machen.
Da hab ich dann mit ein paar anderen Sachen aufgebaut die gut und wichtig für die Zeit waren. Egal. Darum geht es nicht.
Es geht um das Mitmachen, das miteinander machen. Und wir machen das alles seit langem online, zumindest viele. Ausnahmen gibts und man mumkelt, dass gerade die LQFB- posaunenden Berliner das meiste ausserhalb dieses Online- nicht-ganz Abstimmungstool machen.
Vergangenen Woche hab ich das mehrfach erzählt, wenn auch nicht zum ersten Mal. Fast 4000 Einwohner drängen sich in Berlin auf dem Quadratkilometer. In kurzer Zeit ist man ohne viel Aufwand kreuz und quer in der Stadt überall und kann sich mit allen treffen. Bei diesen regelmässigen Treffen, da wird gesprochen, diskutiert und Meinung gebildet. Und dann, reichen ein paar Klicks im LQFB und es kann klappen.
Niedersachsen wurde gerne als besonders schwierig bezeichnet, da die Piraten dort wegen dem Flächenland es besonders schwierig im Wahlkampf hatten. 166 E/km2 zählen sie dort im Schnitt. Kuck ich mal nach Thüringen, dann sind wir nur noch bei 137 E/km2, doch damit ist das noch nicht zu Ende, denn schau ich hier nach Südthüringen, also dorthin wo keine Zentren wie Erfurt oder Jena liegen, halbieren sich die Werte auf 71 E/km2.
Und da wo ich letztendlich lebe, der #AdW, die Verwaltungsgemeinschaft hat gerade noch 32 E/km2. Kann sich jetzt jemand vorstellen, wie viele Piraten ich hier am Abend mal schnell treffen kann um ein Thema zu diskutieren?
Alles klar oder?
Und wir machen das. Wir machen das sogar verdammt toll, denn ich treffe jeden Abend Piraten und diskutiere online. Ich schreib´ mit ihnen Texte online, ich spreche mit ihnen online, ich lache mit ihnen und ich läster´ mit ihnen online. Ganz so wie am Stammtisch oder sonst wo. Nur dass keiner sieht, dass ich grad beim zuhören mit meine Schüssel Milchkaffee trinke oder was auch immer nebenbei tue.
Wir treffen uns online, da aber nicht nur zum smaltalk, sondern wir überwinden mit unseren Tools Raum und Zeit und weltweite Entfernungen schrumpfen auf die Millisekunden des Ping zusammen, und ja, vom #AdW aus dauert das manchmal länger, aber immer noch im Sekundenspeed.
So erarbeiten wir Pressemitteilungen, so lernen wir die Meinung vieler andere Piraten und Gästen kennen und schreiben letztendlich zusammen an Programmanträgen für die Parteitage.
Dazwischen stellen wir Sachen ins berühmte wiki, wir twittern schnell nach Kompetenz, stellen auch mal ne LQFB-Ini dazu ein oder organisieren Barcamps und Antragskonferenzen fürs Reallive. Alles online.
Die große Idee von der Veränderung demokratischer Prozesse wird zerstört, weil sich die Piraten nicht einmal intern auf eine Abstimmungssoftware oder auf so etwas Reizvolles wie eine Ständige Mitgliederversammlung im Netz einigen können.
Und ich finde es echt übermässig beschissen, dass unsere Leute, – die, die das mit der Aussenkommunikation machen-, also Vorstände und Co immernoch laufend erzählen, wir haben nix ums online miteinander zu machen.
He, die anderen Parteien haben nichts ausser Neid, wenn sie von unserer Arbeitsweise erfahren. Nicht ganz, die Grünen haben die Pads schon kompiert. Mal sehen, ob das ihnen bei “der besseren Politik” behilflich ist. Lokal weis ich, dass die Frau von den Grünen ehr in die Kategorie Computerhasser, zumindest massiver Ablehnerin passt und kaum jemals ein Pad von innen sehen wird.
Auch nicht schlimm. Ist halt so.
Aber wir haben die besten Tools die es gerade gibt und wir nutzen sie intensiv und das soll einfach mal jeder wissen.
Wir brauchen da keine Delegationen, wer mitmachen will soll es tun und die anderen sollen einfach was anderes tun und Vertrauen haben. Geht was komplett daneben, dann sagt das schon bald einer und man kann ja nochmals nachdenken. Und genau das praktizieren wir, natürlich online.
Wir diskutieren, teilweise hart, aber wir machen das zusammen. Und die Aktionsgemeinschaft Schulterschluss hat es gezeigt, das kann bis zum beschlossenen Antrag kommen. Wir haben in 22 Minuten ein ganzes Bündel guter Anträge am BPT in Bochum zu einem kompletten Themenfeld diskutiert und abgestimmt. Und angenommen!
Und wer spricht darüber?
Wer sagt, dass der PA188 ein Prototyp war? Wer sagt, wie Parteitage effizient sein können und mit einer grossen Basis zusammen Dinge™ beschlossen werden können?
Niemand von den Lauten!
Sie schreien lieber, wie haben keine SMV oder wir müssen LQFB, und merken nicht, wie sie vor Jahren das Tool leider bei vielen einfach verbrannt haben, ohne die wirklichen Qualitäten zu erkennen.
Und so verbrennen sie jetzt auch die SMV ebenso, und das Feuer wurde spätestens hochoffiziell bei einer Umfrage zur BuVo Neuwahl angezündet.
Was bitte hat ein neuer Vorstand und die Frage danach, die einfach mit “Ja” oder “Nein” zu beantworten wäre, mit der SMV zu tun?
Sind wir bei der Vertrauensfrage à la Schröderscher Kanzlerdemokratie angekommen? Ziehen wir gerade in das Afghanistan der Piratenpartei oder was?
Nein. Ich nicht. Viele andere auch nicht.
Es geht um viel, um was hatte ich im letzten Blogpost geschrieben. Wir sind wichtig. Und irgendwer™ versaut gerade den schnellen, einfachen Weg, aber wir gehen auch den Umweg weiter.
Da müssen nicht alle mitgehen – no prob.
Wir werden aber ankommen, das bin ich bisher immer. Und Piraten kommen mit, ob das auch alles Piratenparteimitglieder sind oder die Partei an sich, liegt an euch.
Ihr entscheidet, jeder für sich. Miteinander machen oder halt net.
Piraten – Wir sind wichtig!
Es ist ein Trauerspiel mit uns – liest man in der Presse – und ich muss zugegeben, dass dies nicht ganz falsch ist. Jedoch ist dieses Bild nur ein winziger Ausschnitt, das nur mittels eines stark fokussierten Spotes sichtbar wird. Dieser Spot überstrahlt vieles was bei den Piraten getan wird. Hunderte, ja tausende Piraten arbeiten jeden Tag an unserem Themen. Sie treffen sich vor Ort, sie organisieren Aktionen besonders auffällig in Berlin oder bundesweit jetzt mit den #idp13 “Internationale Tag für deine Privatsphäre“.
Online arbeiten in den unterschiedlichen Tools wie mumble jeden Abend bis tief in die Nacht Piraten, sie diskutieren so viele Themen, welche die Bürger bewegen oder für unser aller Zukunft wichtig sind.
Wir Piraten sind eine wichtige Kraft für unser aller Zukunft. Und wir werden nicht an Umfragewerte gemessen, sondern an den Ideen die unsere Gesellschaft in die Zukunft der 21. Jahrhunderts führen wird.
Netzwerke sind entscheidend, das Internet hat uns geprägt und wir stehen nicht umsonst für die Freiheit im Netz.
Lasst uns kurz bewusst machen was eigentlich auf dieser Welt lost ist.
Die Welt ist geschrumpft, Düsenflieger haben Entfernungen schrumpfen lassen, Videokonferenzen und das Datennetz haben Unternehmen in Echtheit über die Kontinente hinweg verbunden, und selbst die Produktion läuft weltweit just in time.
Doch es geht noch weiter. Das weltweite Finanzsystem ist schneller als ein Lidschlag getaktet. Nanosekundenhandel bestimmt weltweit nicht nur über Milliardengewinne, sondern bestimmt über den Niedergang ganzer Volkswirtschaften. Wie schwer damit umzugehen ist, zeigt das Drama innerhalb der EU mit Griechenland und den anderen Wackelkandidaten.
Grundlage all dieser Dinge™ ist das Netzwerk, das Internet und sowohl die Realwirtschaft als auch die Finanzwirtschaft nutzen es auf brutalst- möglichste Weise.
Sie nutzen es gegen die Menschen, die Länder und unsere Gesellschaften agieren mit den Mitteln des 19. Jahrhunderts dagegen.
Wir Piraten sind die erste und einzige Partei die erkennt hat, dass wir Menschen uns weltweit gleichberechtigt vernetzten müssen und dieses Netz muss frei sein, damit wir einen Ausgleich schaffen können. Wir sind alle gleich, wie steht es in unserer Satzung?
“Sie vereinigt Piraten ohne Unterschied der Staatsangehörigkeit, des Standes, der Herkunft, der ethnischen Zugehörigkeit, des Geschlechts, der sexuellen Orientierung und des Bekenntnisses, die beim Aufbau und Ausbau eines demokratischen Rechtsstaates und einer modernen freiheitlichen Gesellschaftsordnung geprägt vom Geiste sozialer Gerechtigkeit mitwirken wollen.”
Die Piratenpartei vereinigt Piraten, Piraten vereinigen die Menschen dieser Welt!
Wir müssen miteinander uns diese Welt zurück holen, wir Menschen leben hier und unsere Kinder haben einen Anspruch, dass wir ihnen eine Welt hinterlassen, in der auch sie ein vernünftiges Leben führen können.
Wir müssen mittels Transparenz sicherstellen, dass wir alle notwendigen Informationen für verantwortlichen Entscheidungen bekommen. Wir müssen die Teilhabe am politischen Prozess ermöglichen. Jeder der sich einbringen will muss dies schwellenarm tun können. Wir müssen für Vertrauen werben und dafür sorgen, dass jeder verantwortlich mit den durch alle zur Verfügung gestellten Möglichkeiten umgehen.
Unsere Aufgabe ist es nicht, ein altes System zu reparieren, sondern ein neues System entwerfen, das frei von dem alten “Herrsche und Teile” Prinzip ist. Natürlich müssen wir einen Weg dahin entwerfen und kommen nicht umhin, damit auch aktuelle Probleme aufzugreifen. Unsere Umwelt, unser Ressourcenverbrauch zwingen uns zum Umdenken, aber ebenso die weltweiten Missstände im Bereich der Produktion. Die Werkbank der Welt China, Kinderarbeit und Lohnsklaverei damit wir hier Luxusprodukte im Jahreswechsel konsumieren können erzwingen Veränderung hin zu einer gerechteren Welt.
So müssen wir den Menschen von dem Ziel erzählen, die Sehnsucht wecken, aber eben auch die ersten Schritte auf dem Weg erklären. Wir müssen uns gegen die Netzzensur stellen und viele der anderen wichtigen Dinge™ die uns Piraten ausmachen. Patenwesen, Urheberrechtsreform all diese Kernthemen sind mehr als eine Begleiterscheinung, sie sind essentielle Bestandteile für diese neue Gesellschaft, die oft als Informations- und Wissensgesellschaft bezeichnet wird.
Lasst es uns zusammen tun, lasst uns den Mut haben den Weg zu gehen. Fangen wir bei uns an, öffnen wir unsere Prozesse die in den letzten Jahren aus praktischen Gründen in herkömmlicher Weise gehandhabt wurden.
Wir können das – zusammen!
Für die Armen isses gut genug
Ich appelliere an die Branche die eingezogen Lebensmittel nicht aus vorauseilendem Gehorsam und Panikmache zu vernichten. Es handelt sich bei den in Deutschland gefundenen Artikeln um qualitativ hochwertige und nicht gesundheitsgefährdende Lebensmittel. Diese sind umfassend weiter für den Verzehr geeignet!“
Welch guten Ansatz Hartwig Fischer da vertritt. Berichtet wird darüber u.a. hier und bei BILD. Das verlinke ich aber nicht.
Wenn das Zeug so in Ordnung ist, wieso wird es dann einkassiert? Wieso macht er sich nicht selber Mittag draus?
Klar. Man kann nichts über die wirkliche Qualität sagen. Aber es den Reichen wegnehmen, weil es gefährlich sein könnte, es aber dann den Armen geben — besser als nichts — zeugt von einem doch recht seltsamen Menschenbild.
Irgendwie kommt da mir das von Umberto Eco in “Der Name der Rose” beschriebene Bild der großzügigen Spende der Kirchen ins Gedächtnis.
Das große Saubermachen (Teil 2)
„Erziehung ist organisierte Verteidigung der Erwachsenen gegen die Jugend.” (Mark Twain)
Im ersten Teil unserer vergnüglichen Tour durch die Seelenqualen von Kindern, die mit bösen Wörtern gefoltert auf die schiefe Bahn geraten, ging es um dringend nötige Korrekturen in Kinderbüchern. Dabei handelte es sich – wenn wir ehrlich sind – um Kinderbücher, die Eltern sowieso noch nie leiden konnten, denn die Kinder in ihnen verhalten sich aufsässig, laut, frech, viel zu scharfsinnig für „liebe Kleine” und halten gern den selbstgerechten Großen den Spiegel vor. Wer mag das schon, hmm?
Wirklich richtig zur Sache geht es aber erst, wenn es zur Sache geht – sprich um Sex. Wir leben in einer Kultur der Verdrängung und wir haben obendrein verdrängt, dass wir das tun.
Das wussten schon die Brüder Grimm. In deren „Kinder– und Hausmärchen” konnten noch Mütter verbrannt, Kinder ausgesetzt, Tiere gegen die Wand geklatscht und Menschen nach Herzenslust entführt, gefressen, eingesperrt, vergiftet und totgeschlagen werden (die waren damals noch nicht so weit wie wir heute, klar?), aber offene sexuelle Bezüge sucht man vergeblich. Kein Wunder, denn die Grimms hatten die oft aus dem Französischen stammenden und eher deftigen Ursprungsversionen ihrer Märchen etwas entschärft. Ein Grundgesetz, das Zensur verbietet, gab es noch nicht und so erschien das niemandem weiter schlimm. Ja, in einer biedermeierlich-protestantischen Bildungsbürgerkultur war diese Art von Eingriff sogar ausgesprochen erwünscht. So wurde beispielsweise aus einem Adligen, der gewaltsam durch eine schützende Hecke in ein Schloss eindringt und dort eine schlafende Schönheit vergewaltigt, ein liebreizender Prinz, der Dornröschen mit einem Kuss entzaubert. Dabei hatte man zu jener Zeit vermutlich keine größeren Probleme mit einer Vergewaltigung, wohl aber mit der Tatsache des offensichtlichen Beiwohnens, die man den Kindern schlecht erklären konnte oder wollte.
150 Jahre später hat sich daran komischerweise nichts groß geändert. Ach ja, wir haben jetzt ein Grundgesetz, das Zensur verbietet. Zensieren tut man trotzdem. Ich hab ja gesagt, es hat sich nichts geändert. Ein junger Mensch, der gerade in die Pubertät kommt und die aufregenden Energien des Sexus über sich hereinbrechen fühlt, hat in seinem bisherigen Leben ein paar Tausend Fernsehmorde und andere Grausamkeiten gesehen. Niemand in diesem Land hat ein Problem damit, wenn er sich Splatter, Horror, Folter, Verbrechen und Kriege reinzieht. Jedoch sind sich unsere Gesetzeshüter und Jugendschützer absolut einig, dass er beim Anblick eines erigierten männlichen Geschlechtsteils oder einer nicht retuschierten Möse schweren psychischen Schaden davonträgt.
Schon weit vor der gegenwärtigen Abscheulichkeiten-in-Kinderbüchern-Debatte hatte man hier und da schonmal angefangen, ein bisschen aufzuräumen, um die armen Kleinen nicht allzu sehr mit den Dingen des Lebens zu konfrontieren. Ein gutes Beispiel für diese vorbildlichen Bereinigungsversuche sind die allen Kindern bekannten Bücher der britischen Autorin Enid Blyton, die mit ihren „Fünf Freunden”, den „Verwegenen Vier” oder den Dolly-Titeln weltberühmt wurde. Aus der Lehrerin Slap machte man eine Snap, um die Anklänge an Slapper (engl. Slang für Nutte) zu eliminieren und aus Fanny und Dick wurden Franny und Rick, da die ersten beiden Namen im englischen Slang auch gern zur Umschreibung des weiblichen und männlichen Geschlechtsteils Verwendung finden. Nebenbei fiel auch noch das hier und da vorkommende queer der Homophobie zum Opfer und wurde durch odd ersetzt, genauso wie — dieses Mal allerdings nur dem amerikanischen Absatzmarkt geschuldet — biscuits durch cookies.
Das Potsdamer Mitglied der Piratenpartei Thomas Goede erdreistete sich vor nicht allzu langer Zeit folgenden Tweet abzusetzen:
Das Ergebnis dieser Unvorsichtigkeit war der sattsam bekannte Shitstorm, der unbarmherzig über jeden hereinbricht, der den Nicht-sauber-sondern-rein-Ambitionen der Saubermänner und –frauen zuwider läuft. Sexismus war das Mindeste, was ihm vorzuwerfen war, natürlich gefolgt von Diskriminierung. Man ließ sogar durchblicken, dass jemand wie er die Partei verlassen sollte! Die am besten funktionierende Zensur ist die, die keine Zensoren mehr benötigt. Die Zensur der Realität hat sich in einen selbsterfüllenden Prozess der Eigenzensur aller Gedanken verwandelt und die Selbstgerechten sind so inbrünstig wie Scientology-Jünger davon überzeugt, für das Gute zu streiten. Ziel ist ein automatisierter Filter zwischen den allzeit sündigen Gedanken und dem, was wir uns gestatten auszusprechen oder gar zu tun. Willkommen im Viktorianismus des 21. Jahrhunderts.
174 verschiedene Bezeichnungen, Synonyme und Euphemismen für die weiblichen Brüste und 58 Bezeichnungen für „mammal-erotische” Vergnügungen führt „Der obszöne Sprachschatz der Deutschen” auf, aber wir sind der festen Überzeugung, jemandem aus moralischen Gründen verbieten zu müssen, Pfannkuchen mit Brüsten zu vergleichen.
Karl Kraus schrieb einmal: „Als die christliche Nacht hereinbrach und die Menschheit auf Zehen zur Liebe schleichen mußte, da begann sie sich dessen zu schämen, was sie tat.” Ich kann jede Art von Anti-Sexismus nicht ernst nehmen, solange sie beharrlich vermeidet, auch nur ein einziges Wort über die Katastrophe der Christianisierung, die zweitausendjährige Geschichte der christlichen Leib– und Lustfeindlichkeit und der damit eng in Verbindung stehenden Verteufelung der Frau zu verlieren! Es ist bezeichnend, dass dieses mit Feuer und Schwert ins kollektive Unbewußte eingebrannte Erbe (oder sollte man lieber Fluch sagen?) immer noch und fortwährend unseren ach so aufgeklärten, modernen und atheistischen Geist vernebelt und vergiftet.
Wir sind so aufgeklärt, dass wir uns über orthodox-islamische Länder wie Saudi-Arabien oder Malaysia lustig machen, in denen es sogar bei Strafe verboten ist, sich auf der Straße zu küssen. Dabei wissen wir beispielsweise nicht, dass noch nach dem Zweiten Weltkrieg die Amerikaner als Besatzungstruppen in Tokyo ebenso das Küssen auf offener Straße per Dekret verboten hatten – während sie gleichzeitig die Prostitution förderten.
Wir sind so aufgeklärt, dass wir unseren Kindern in der Schule alles über die geistigen, literarischen, künstlerischen und technischen Errungenschaften der europäischen Antike beibringen, aber rein zufällig dabei weglassen, wie selbstverständlich Nacktheit und das Ausleben sexueller Lust das Alltagsleben vieler Menschen der Alten Welt prägte, ohne dafür Strafe und metaphysische Verdammnis fürchten zu müssen. Wenn man heute jemandem erzählt, dass auf vielen antiken Marktplätzen in der Mitte der Gesellschaft nackte Liebesgöttinnen und Priapus– oder Hermesstatuen mit erigiertem Glied standen, dann hält die eine Hälfte das für einen zotigen Witz und die andere Hälfte für schamlos und sündhaft. „Das Christentum gab dem Eros Gift zu trinken: – er starb zwar nicht daran, aber entartete zum Laster.” (Friedrich Nietzsche) Man könnte hinzufügen: Laster und Zensur ergänzen sich gegenseitig ganz vorzüglich.
Aber das alles ist doch Vergangenheit, nicht? Es gab doch eine sexuelle Revolution! Was ist denn mit den Achtundsechzigern? Nun, nach jeder Revolution folgt fast gesetzmäßig Reaktion und Repression. Und die Achtundsechziger sind heute Grüne, die ohne zu Zögern der Genitalverstümmelung von Jungen zustimmen und das für einen tollen Beweis für die religiöse Freiheit in diesem Land halten. Die dichotomische Spaltung der Gesellschaft, des Denkens und Erlebens in die Hochkultur, das Geistige, Reine und Unbefleckte und das Niedere, Lasterhafte, Schmutzige, Sündhafte besteht weiter fort, nicht zuletzt in moralinsauren Bereinigungs– und Antidiskriminierungs-kampagnen.
Daran hat sich bis zum heutigen Tag nichts, aber auch überhaupt nichts geändert. Man muss es fast brutal vor Augen gehalten bekommen, damit man es überhaupt für möglich und wahr hält. In der 2006 auf ARTE ausgestrahlten Dokumentation „Erotik unter Verschluss” erzählt ein Kurator, dass er sich 30 Jahre lang vergeblich darum gemüht hat, eine umfängliche Ausstellung mit Picassos pornographischem Spätwerk zu organisieren. Die meisten braven Picasso-Liebhaber auf dieser bereinigten Welt dürften bis zum heutigen Tag noch nicht einmal wissen, dass es überhaupt ein pornographisches Spätwerk des Meisters gibt.
In Skandinavien ist es nicht Picasso, sondern der schwedische Maler Anders Zorn (1860–1920), der über alle Maßen verehrt auf dem Thron des künstlerischen Olymps sitzt. Anders Zorn hat vollendet Adlige, Industrielle und Damen der feinen Gesellschaft gemalt, ja sogar für das Weiße Haus Präsidenten portraitiert. Es ist nur wenige Jahre her, dass überraschend eine Kunsthändlerin an Sammler herantrat und eine Mappe von Zeichnungen Zorns zu veräußern suchte, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. Zorn ein Pornograph? Das durfte nicht sein. Nach ihren Angaben hatte sie die Zeichnungen bedeutenden Museen zum Kauf angeboten, die alle abgelehnt hatten. Ein bekanntes schwedisches Museum verstieg sich ihr gegenüber allen Ernstes zu der Aussage, dass man die Zeichnungen nur erwerben würde ... um sie zu vernichten.
Die Liste der Beispiele ließe sich beliebig fortsetzen.
Niemand kann vernünftig erklären, warum man Geschlechtsorgane mit lateinischen Worten bezeichnet, Arme, Beine und Ohren aber nicht. Niemand kann erklären, warum sexuelle Sprache überhaupt als schmutzig gilt und aus der Hochkultur entfernt werden muss, von Kinderbüchern natürlich ganz zu schweigen. Irgendetwas stimmt daran nicht. Das sieht man schon daran, dass wir uns verkrampft bemühen, schmutzige Worte einer angeblichen Gossensprache zu tilgen, zu umschreiben und überhaupt zu vermeiden, während wir auf der anderen Seite alle diese Worte kennen und sie eine unwiderstehliche Faszination auf uns ausüben. Es ist die Faszination des Tabus und nichts ist schöner, als ein Tabu zu brechen. Auch das ist jedem Menschen bekannt, der beim Liebesspiel die Kontrolle über das gute Benehmen verloren und ausnahmsweise mal nicht lateinisch gesprochen hat. Dabei entfesselt sich eine wunderbare Energie, weil wir uns eben wirklich be-freien — befreien von all der verquasten Moralscheiße längst vergangener Jahrhunderte und menschenverachtender Monotheismen. Leute, wir leben mittlerweile in einer Gesellschaft, in der die weinselige Anzüglichkeit eines entzückten alten Mannes gegenüber einer jungen Frau („Sie können ein Dirndl auch ausfüllen.”) zu einem Entrüstungssturm und Skandal allerersten Ranges führt! Über Taliban und Burka muss sich hier wohl niemand mehr aufregen.
Das alles sind im Grunde Banalitäten, weil zum ganz normalen Menschsein gehörig. Alle kennen es, alle wissen es, alle denken es, alle machen es. Und trotzdem ist es um des lieben Seelenheils willen verpönt, dies offen und natürlich – und mit einer Prise Humor – zu tun. Alles muss unter einer dumpfen Decke der Scheinmoral dahinmodern und alle noch so „reformierten” Pädagogen überbieten sich gegenseitig darin, unseren Kindern so schnell und effizient wie möglich die Paranoia der Großen überzuhelfen. Daran wird sich so bald nichts ändern, eher im Gegenteil. Und selbst das angeblich so freie, aber schon längst zensierte Internet mit seinen pornographischen Katakomben zementiert die Krankheit noch, weil alles feinsäuberlich mit dem Schmutz-Stempel versehen und gebannt ist.
Und während früher das Seelenheil darin bestand, in einen imaginären Himmel aufzusteigen (in dem schon die heiligen Jungfrauen auf einen warteten, um ... tja was zu tun?), besteht das Seelenheil heute darin, auf der Seite der Reinen, Guten, Gebildeten und Schönen zu sein, der Seite der Saubermänner und –frauen.
Unter solchen unerfreulichen Verhältnissen halte ich es lieber mit Joseph Joubert, von dem der Satz stammt: „Die das Laster liebenswürdig machen, schätze ich doch höher als die, welche die Tugend erniedrigen.” Und natürlich schätze ich die Henry Millers und Anais Nins und Charles Bukowskis und Michel Houellebecqs dieser Welt in ihrer Ehrlichkeit und Authentizität tausendmal mehr als die weichgespülten und bereinigten Bildungsroman-Ausgaben für christliche Landfrauenverbände und Literatensofas.
Und wie eh und je entwickelt das Zensierte und Unterdrückte ein herrliches Eigenleben. Ihr wisst, wovon ich spreche.
Stärkung Adoptionsrecht
Das Bundesverfassungsgericht hat Beschränkungen beim Adoptionsrecht für homosexuelle Lebenspartner für verfassungswidrig erklärt. Homosexuelle, die in einer eingetragenen Partnerschaft leben, dürfen nach der Entscheidung des Gerichts künftig ein von ihrem Partner zuvor angenommenes Kind adoptieren.
(via SpOn.)
Finde ich gut. Bin gespannt, wie die Gesetzesänderungen dann aussehen werden.
Kontaktaufnahme via Twitter
Wow. Ich sehe ja Twitter und Idendi.ca als Broadcast-Medium an: Man wirft ab und an mehr oder weniger sinnvolle Meldungen in die weite Welt. Vielleicht liest sie ja jemand. Die Verlinkung mit @
Ja, ab und an tippe auch ich eine Antwort auf einen Tweet oder ein Posting, aber mit dem Wissen, dass dieser durchaus übersehen wird. Ist ja auch klar: Nutzt man Twitter/Idendi.ca zur Kommunikation, zum Dialog, teilt man sich den Kanal und geht schnell im Rauschen unter.
Andere scheinen das anders zu sehen ;) So bekommen wir für den Krautspace immer mal wieder Anfragen über Twitter und identi.ca rein. Ist natürlich schlecht, wenn das im Rauschen untergeht (liegt zum Teil auch daran, dass Twitter ein recht seltsames Model zur Benachrichtigung bei neuen Nachrichten via Mail fährt. Zumindest habe ich das noch nicht verstanden … )
Es gibt da bessere Wege mit dem Krautspace Kontakt aufzunehmen.
Piraten, Burnout und das Internet
Ich verweise ohne — mit Rücksicht auf “Lex Google” — zu zitieren, mal auf einen recht brauchbare Artikel von Lobo beim SpOn. Durchaus lesenswert.
Geany und Themes
Als wir am Samstag gemeinsam im Krautspace zusammen saßen und an einem Kernel-Modul gebastelt haben, kam das Problem auf, dass mein invertiertes Geany-Standard-Theme nicht besonders gut auf dem Beamer zu lesen war. Invertiert, da ich gerne auf dunklen Hintergrund arbeite.
Geany an sich bietet eine recht einfache (für geeignete Werte von einfach) Möglichkeit an, ein Theme für alle unterstützen Programmiersprachen zu erstellen. So kam man z.B. eine Farbe für einen Kommentar definieren und egal ob nun LaTeX, C oder PHP — Kommentare werden in dieser Farbe gezeigt. Eine Definition von Kommentaren könnte z.B. so aussehen:
comment=#666;;;true
comment_doc=comment
comment_line=comment
comment_line_doc=comment_doc
comment_doc_keyword=comment_doc,bold
comment_doc_keyword_error=comment_doc,italic
Wie man das macht, ist zum Beispiel in der http://www.geany.org/manual/current/index.html#id4 beschrieben. Man mag das aber nicht immer selber schreiben. ;)
Deswegen gbt es von Matthew betreutes Projekt, dass eine Reihe von vordefinierten Themes zur Verfügung stellt.
Das Projekt heißt Geany-Themes und liegt bei github.
Habe den Samstag zum Anlass genommen und mich da nochmal umgesehen. Mein aktuelle Favorit ist »Vibrant« ;)
Generation Twitter
Achja. Letzte Woche sah ich sie einmal wieder: Eine dieser länglichen Diskussion auf Twitter, an dessen Ende nichts Konkretes stand, viel Zeit verblasen und viel Frust erzeugt wurde.
Das ist das digitale “Ich zünde eine Kerze in einer Lichterkette an und mache damit was gegen die Nazis” oder das “Ich gehe nicht Einkaufen am Samstag um es dem bösen Kapitalimus zu zeigen” …
Viel Spaß dabei. Kann ma ja gleich bloggen.
Heino, ein Pseudoskandal, viele freundige Dollerzeichenaugen und ein schöner Hack
Das alles, und noch viel mehr, kann man Heinos neuen Album zuschreiben. Ich finde vor allem den letzten Aspekt großartig:
Alle der neu interpretierten Künstler lassen sich, wenn ich es richtig sehe, durch die Gema vertreten. Dadurch haben sie im Grunde keine Möglichkeit, sich gegen eine Veröffentlichung zu wehren — sie haben den Teil der Rechte ja an die Gema abgetreten. Ehrlich gesagt, kann ich es mir auch nur schwer vorstellen, das sie das überhaupt wollen, da am Ende eine Menge Kleingeld wieder raus fällt. Lustig finde ich es dennoch irgendwie.
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