Medienmittwoch: DOKAPI

Audio | CC BY Jonathan Dehn

Audio | CC BY Jonathan Dehn

Eigentlich wollte DOKAPI im Frühjahr 2014 ein neues Album veröffentlichen. Das lässt leider auf sich warten, deshalb greifen wir auf eine ältere Veröffentlichung zurück: Nicht mehr ganz neu, aber immer noch hörenswert, ist das Album “Harmonic Waves” vom März 2006. Wunderbar atmosphärische Downtempo Jazz-Rock Musik mit starken Melodien und gefühlvollen Solos – Gitarre und Piano als Lead-Instrumente. Einige der Tracks wurden unter einer CC-Lizenz veröffentlicht. Am besten am Strand zu hören.

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In 80 Tagen zum ersten Basisentscheid

Abstimmungsdokument | CC BY SA 2.0 maha-online

Abstimmungsdokument | CC BY SA 2.0 maha-online

Der aktuelle Stand beim Projekt BEO sieht so aus, dass das Konzept für die Urnen und Briefabstimmung fertig ist und in Entscheidungsordnung 2.0 ausformuliert ist. Testweise steht auch schon ein Portal zur Verfügung, es dient als Hauptanwendung für Benutzer und deren Verwaltung, für das Einreichen und das Unterstützen und die Veröffentlichung von Anträgen sowie den Verwaltungsaufgaben. Im Portal können jetzt schon Anträge und Unterstützer gesammelt werden. Momentan wird aber noch an der Gestaltung der Oberfläche per CSS/HTML gearbeitet. Zur Unterstützung der Software werden noch Leute gesucht. Zur Zeit ist die OAuth-Anbindung und Benutzerverwaltung fertig, an der Wikiarguments Anbindung für Diskussionen und Abstimmungen wird gerade gearbeitet. Für Debatten muss zunächst Wikiarguments herhalten, das wird mittels OAuth2.0 Anbindung integriert, die Verifizierung wird dezentral ablaufen.

Bei der BayernIT läuft bereits ein ID-Testserver, der für den Benutzer-Login,  Registrierung, Verifizierung und für Anwendungsdienste benötigt wird. Sobald der ID-Server endgültig fertiggestellt ist, werden alle Parteimitglieder aufgefordert sich zu registrieren. Bevor es jedoch zur ersten Basisentscheidung geht, findet ein Penetrationstest statt um die Sicherheit des Systems zu testen. Momentan ist jedoch für den Anfang geplant, dass wir aus zeitlichen Gründen erst die Offline-Variante mit Wahlurnen in ganz Deutschland nutzen und kurz danach in die Online-Abstimmung übergehen. Zum einen, weil wir die Erfahrung brauchen, sammeln und festhalten wollen und weil wir es als Test für mögliche Technikprobleme im Einsatz sowie die Verbindlichkeit testen wollen.

Stefan Körner, der den BEO 100 Tage nach dem BPT versprach, ist zuversichtlich das selbstgesteckte Ziel auch erreichen zu können.

Flaschenpost: Kommt der BEO wie versprochen 100 Tagen nach dem BPT, also in knapp 80 Tagen von jetzt an? Kann er dazu beitragen die Harmonie in der Partei zu verbessern?

Stefan: Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass es klappt, das erste Basisvotum der Piratenpartei auch tatschlich in den ersten 100 Tagen unserer Amtszeit auf den Weg zu bringen. Ich bin davon überzeugt, dass es ein wichtiger Baustein für die Zukunft unserer Partei ist, für alle Mitglieder der Piratenpartei die Möglichkeit zu schaffen, an Enscheidungen teilzuhaben.

Flaschenpost: Kommt erst der Offline-BEO?

Stefan: Ich halte es für nicht möglich, dass die Software mit all den Anforderungen in den nächsten drei Monaten fertig, getestet und einsatzfähig sein wird.

Flaschenpost: Also ist in knapp 80 Tagen doch nur Offline-Entscheid möglich?

Stefan: Ja, wir werden eine Möglichkeit schaffen, die Stimmen in Papierform abzugeben. Details werden gerade ausgearbetet, mehr dazu werden wir in den nächsten Tagen von unseren drei Generalsekretären bekommen. Es bleibt also noch ein bisschen spannend.

Übrigens sucht der Bundesvorstand für das Projekt einen Vorstandsassistenten oder ein Team auf ehrenamtlicher Basis. Die Aufgaben umfassen:

  • einen allgemeinen Überblick über das Projekt zu erarbeiten,
  • sich mit den verschiedenen Projektteams auszutauschen,
  • an Mumble-Treffen der Projektgruppe teilzunehmen und
  • regelmäßig Bundesvorstand und Mitgliedern zu berichten.

Die Bewebungsfrist endet zunächst am 31. Juli 2014, Bewerbungen an den Vorstand vorstand@piratenpartei.de.

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Gaza

Ambulance, Gaza CC BY 2.0 Gigi Ibrahim

Ambulance, Gaza CC BY 2.0 Gigi Ibrahim

Israel marschiert in den Gazastreifen ein, um die Tunnel nach Ägypten und Israel zu zerstören, mit denen die Hamas Angriffe nach Israel durchführt. Die Tunnel nach Ägypten dienen eigentich der Versorgung der Bevölkerung in Gaza, und leider versorgt sich die Hamas damit auch mit Waffen. Ganz klar: Israel hat das Recht, sich zu verteidigen. Doch ist Gaza dicht besiedelt, dort sterben viele Unschuldige und dies schürt neuen Hass. Dass jetzt viele Menschen gegen Israel demonstrieren, ist nicht primär auf Antisemitismus in Europa zurückzuführen. Israel geht propagandistisch unklug vor, was die Proteste teilweise erst hervorruft.

Bei einem gefühlten Kampf “David gegen Goliath” solidarisieren sich viele mit den Schwächeren. Dabei wird die Hamas nicht kritisch gesehen, auch gerät dabei das Recht Israels auf Frieden aus dem Blick. Die Regierung Israels ist auch durch Teile ihrer Koalition sehr radikal eingestellt und kann nicht anders, als aus innenpolitischen Gründen zur Gewalt zu greifen. Das Wahlsystem in Israel lässt auch radikale Parteien ins Parlament einziehen, was zu instabilen Regierungen führt. Die kleinen, rechtsgerichteten Parteien zwingen die Regierung zu Härte. Jedoch würde jeder Staat der Erde ähnlich wie Israel reagieren, wenn täglich Dutzende Raketen ins Grenzgebiet abgefeuert werden. Dennoch sorgt der Gegenangriff auf Gaza für eine Stärkung der Radikalen in Palästina, die Anzahl der auf Israel abgefeuerten Raketen wird mittelfristig wieder grösser werden. Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist ein schwieriges Anliegen der Außenpolitik. Der Konflikt ist ein Erbe des europäischen Kolonialismus und mehrerer Kriege seit der Staatsgründung 1948. Jetzt will Israel Stärke nach Innen zeigen. Um die Hamas zu schwächen, muss Israel ihnen aber den Nachwuchs entziehen. Dies geht nur durch wirtschaftliche Entwicklung von Palästina und dem Einbinden in eine kluge Politik, zu der Israel, auch wenn es will, derzeit anscheinend innenpolitisch nicht in der Lage ist. Es gibt kein Rezept für diese Situation. Aber wenn der Westen mit dem Iran, im nahen Osten durchaus ein Machtfaktor, kooperierte und der Iran seine bisherige Politik revidierte, weil er so mehr gewinnen könnte als verlieren, verlöre die Hamas an Stärke. Die Verhandlungen mit dem Iran nutzen daher Israel enorm, auch wenn die Regierung in Israel es nicht so sieht.

Wir Piraten können in diesem Konflikt nicht viel direkt machen. Wir müssen mit den jungen Menschen vor Ort reden und ihnen helfen, selbst eine neue Idee und eine Lösung zu entwickeln und einen Dialog im Kleinen einzugehen. Wenn man sich kennt, kann man schwerer hassen. Das ermöglicht es moderaten Kräften, in die Politik zu kommen. Dabei brauchen wir Piraten im nahen Osten, die neue Ideen haben, und müssen unseren Traum nach sozialer Gerechtigkeit und Freiheit mit ihnen teilen und ihnen helfen, weil wir dieselben Träume haben.

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Fla(ttr)schenpost – Juni

Die Einnahmen via Flattr für den Monat Juni stehen fest. Insgesamt wurden 23 Dinge 45 mal von 26 Leuten geflattrt. Für die Flaschenpost kommen somit 13,13 Euro Gesamteinnahmen zusammen. Die folgende Tabelle veranschaulicht die Einnahmen. Das Team der Flaschenpost dankt jedem Einzelnen von Euch, insbesondere all denen, die uns bei Flattr abonniert haben und somit jeden Monat automatisch flattern.

Thing: Clicks: Revenue:
Flaschenpost – Das Nachrichtenmagazin der Piratenpartei 15 5.282
Flaschenpost on Flattr 4 1.247
Wir brauchen Flügel – um zu fliegen! 2 0.810
Richtungsstreit? 3 0.637
Was ist los mit der Piratenpartei Deutschland? 2 0.601
Meckern nach der Wahl 2 0.601
Matchcon – Die Pille danach 1 0.500
Fla(ttr)schenpost – Juli 1 0.434
Warum die soziale Frage uns Piraten etwas angeht! 1 0.416
Wie laufen Parteitage? 1 0.416
Maik Saunus – Versammlungsleiter in Halle? 1 0.416
Medienmittwoch: Stanleys Parabel 1 0.416
Netzpolitik bleibt Kernkompetenz 1 0.416
Ich packe meine Koffer zum aBPT 1 0.416
Medienmittwoch: Freak Fandango Orchestra: Wild goats and useless heroes + Interview 1 0.416
Die Krise der Ukraine und was wir Piraten tun können 1 0.416
Fla(ttr)schenpost – Mai 1 0.185
Kommunalwahl 2014 – Die Wahlerfolge der Piraten 1 0.185
Kandidateninterviews: Die Vorsitzenden 1 0.185
Kandidateninterviews: Die politischen Geschäftsführer 1 0.185
Kandidateninterviews: Die Schatzmeister 1 0.185
Der aBPT in Halle 1 0.129
Flaschentalk #60 – Daniel Düngel, vierter Vizepräsident des Landtages von NRW 1 0.083
Flattr fee - 1.458
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Verschwörungstheorien statt Antworten

Verschwörungstheorien statt Antworten – So lautet der Titel eines Beitrages in SPIEGEL ONLINE. Aber es ist nicht nur die russische Regierung, die an Verschwörungstheorien strickt.

Was wissen wir denn wirklich? Nur dass eine Boeing 777-200ER der Malaysia Airlines über der Ost-Ukraine ca. 50 bis 60 Kilometer von der russischen Grenze entfernt abgestürzt ist und dabei 298 Menschen den Tod gefunden haben. Alles andere ist Spekulation. Sollten amerikanische Geheimdienste tatsächlich Beweise dafür haben, dass das Flugzeug abgeschossen worden ist, dann sollen sie sie öffentlich vorlegen. Das tun sie aber bislang nicht.

Es gibt die Black Boxes und es gibt das Trümmerfeld, korrumpiert, weil nicht sachverständige Leute es betreten haben. Man kann aus den Daten der Flugschreiber und der Rekonstruktion der Maschine aus den Trümmerteilen manchmal die Ursache der Katastrophe genau ermitteln. So zum Beispiel beim Flug TWA800. Damals gab es Augenzeugen für einen Abschuss. Tatsächlich aber war der Haupttank der Boeing 747 (Jumbojet) explodiert..

Aber alle Welt geht davon aus, dass dieses Flugzeug mit der Flugnummer MH17 auf dem Wege von Amsterdam nach Kuala Lumpur abgeschossen worden ist. Nur zur Erinnerung: Im März dieses Jahres ist eine Maschine genau gleichen Typs derselben Airline verloren gegangen (wir haben darüber berichtet). Sind aus irgendwelchen Gründen die Maschinen, die Boeing an Malaysia Airlines ausgeliefert hat, mangelhaft? Oder kann Malaysia Airlines mit der Triple Seven nicht korrekt umgehen? Ich will nichts unterstellen, aber auch das sind Denkmöglichkeiten.

Aber darum geht es den Akteuren auf dem internationalen Parkett gar nicht. Es geht um Schuldzuweisungen, weil der Konflikt in der Ost-Ukraine endgültig außer Kontrolle zu geraten scheint. Um das zu verhindern, klammert man sich an ein Ereignis. „Ihr habt ein unschuldiges Flugzeug abgeschossen! Jetzt muss ein Waffenstillstand her! Damit so etwas nicht wieder passiert!“, schreien sie.

Die Aufklärung eines schwerwiegenden Flugunfalles dauert in der Regel ein Jahr oder länger. Warten wollen die politischen Akteure nicht, denn dann würde ihr Versagen, Frieden im Ukraine-Konflikt herbeizuführen, nur allzu offensichtlich.

Allerdings gibt es in der Politik manchmal auch Einsichten. So, wenn Russland sagt, es werde nicht einseitig die Black Boxes auswerten, sondern man wolle dies nur in internationaler Zusammenarbeit tun.

Wenn ich Christopher Clark („Die Schlafwandler“) richtig verstehe, ist 1914 die Kriegsschuldfrage bereits diskutiert worden, bevor der Krieg tatsächlich ausgebrochen war. Es war den damaligen Akteuren bereits klar, dass der Doppelmord in Sarajevo nur ein Anlass sein würde, die Ursachen eines möglichen Krieges aber woanders lagen, ja längst angelegt waren. Nur verhindern wollte niemand den Krieg.

Kommen wir einem großen Krieg jetzt näher? Nein, das glaube ich nicht. Die Welt im Jahre 2014 gleicht in entscheidenden Hinsichten nicht dem Europa von 1914. Ist aber die internationale Politik heute klüger als damals? Daran habe ich Zweifel. Das ist ein guter Grund, Politik anders zu machen als die Etablierten. Und Journalismus anders zu machen als die Medien, die in den Abendnachrichten so tun, als sei bestätigt, dass MH17 abgeschossen worden sei. Genau das ist es aber nach heutigem Kenntnisstand nicht. Auch wenn es menschlich und psychologisch verständlich ist, dass Ereignisse zum Anlass für Handlungen genommen werden, verantwortliche, nachhaltige Politik ist etwas anderes.

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Kompass Links 20. July 2014

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Auf großer Fahrt in ein Abenteuer – mit den Piraten

Ein Gastbeitrag von Marion

Die Piratenpartei - schräg von vorn | CC BY 3.0 @Leuchtfeuerfunk

Die Piratenpartei – schräg von vorn | CC BY 3.0 @Leuchtfeuerfunk

Am 28./29. 06. war es soweit; nach einer Anreise von Nürnberg zum aBPT in Halle. Beim Einchecken an Bord stellte sich heraus, dass mein Bordausweis noch nicht erstellt war. Nach längerem Warten durfte ich dann – vorerst als blinde Passagierin – an Bord. Wie überall an Bord war auch hier eine Menge los. Viele Leute begegneten mir, die beschäftigt hin und her liefen. Zum Teil mit Rollern oder mit Fahrrad. Familien, Kinder und sogar Hunde waren herzlich willkommen. Ich fühlte mich wie auf einer kleinen Insel.

Ich kam in eine Messehalle, wo ich dann nur noch staunte. Unmengen erscheinend viele Tischreihen mit Stühlen, überall am Boden Kabelschlangen, die sich auf den Tischen sammelten und zwischen drin noch laminierte Schilder. Eine Bühne im perfekten Licht und Kameras. Nun stellte ich mir die Frage: Ist das hier wirklich so wichtig?? Ich ging dann “Backstage”. Hier erkannte ich sofort, dass das wohl auf einem Schiff die “Brücke” gewesen wäre. Computer über Computer überall, Übertragungsgeräte was auf der Bühne passiert und viele Helfer, die für einen reibungslosen Ablauf garantierten. So viel Herzblut habe ich selten gesehen.

Dann ging es los. Ich hatte das Gefühl, dass alle nur auf diese Tage hin fieberten. Die Halle war voll Erwartungen, Aufregung und Tatendrang. Die Wahl des Vorstands und mehrere Ämter waren zu vergeben. Ohne es beeinflussen zu können, erfasste mich auch eine Spannung und ich haftete mit meinen Blicken an der Bühne. Plötzlich entdeckte ich auf der linken Seite der Bühne eine Leinwand, auf der alles in Gebärdensprache übersetzt wurde. Wahnsinn!! Das hätte ich nie gedacht, dass so etwas bei einem BPT wichtig sein wird. Ich bin schwer beeindruckt und hier ein dickes Lob.

Ah, mein Bordausweis. Nun war ich offiziell an Bord.

Ich sah Rednerinnen und Redner, ich lauschte gespannt den Worten und mich packte das Gefühl der Euphorie. Jetzt spürte ich es: Es entsteht ein neuer Kurs, auf große Fahrt soll es gehen.

Plötzlich wandelte sich die Stimmung im Saal, es kam zu Zwischenrufen, Pöbeleien und Wellen der Aggression schwappten durch die Halle. Mich erfasste ein Gefühl der Unbehaglichkeit und Angst stieg in mir auf. Ich ertappte mich dabei, wie ich nach einem möglichst schnellen Fluchtweg Ausschau hielt, wenn es nun Tumult in der Halle geben würde. Mit den geöffneten Flügeltüren auf der linken Seite beruhigte ich mich langsam wieder. Die euphorische Stimmung in der Halle war verflogen. Es war eisigkalt, aggressiv und ich hatte das Gefühl, nach mehreren verbalen Angriffen, es steht kurz vor Übergriffen. Für mich als Außenstehende wirkte dies sehr bedrohlich. Keine wirklichen Angreifer zu erkennen, jedoch Zerrissenheit, Wut, Enttäuschung und stets das Gefühl, gleich geht es los. Was war passiert? Was war mit “einem Kurs in die Zukunft”? Was war plötzlich mit der großen Fahrt?? Ich fühlte mich so unwohl, dass ich die Halle erst einmal verlassen musste.

Als ich wieder kam, hatte ich das Gefühl, dass es sich etwas beruhigt hatte. Ein Meer an grünen und roten Karten war zu sehen, zufriedene Gesichter und auch wieder Gespräche hatten sich zwischen den Wählern ergeben. So wie es aussah, waren die Mitglieder mit den Wahlen zufrieden. Die Stimmung im Saal wurde ruhiger und ausgeglichener, Zuversicht, Hoffnung und Motivation waren zu spüren. Ich sah die Piraten schon mit gehissten Flaggen wieder auf großer Fahrt. Schlagartig wurde mir klar: Ja, der aBPT ist wichtig, sogar sehr wichtig.

Plötzlich riss mich ein Mann aus meiner Phantasie. Er erschien im Anzug und es herrschte sofort Wirbel in der Halle. Zwischen Gelächter und Anfeuerungsrufen stand der Mann auf der Bühne. Ich wollte jetzt eigentlich gehen, als ich mich dabei ertappte wie ich mich köstlich darüber amüsierte. Ich lachte mich fast krumm. Jede Frage wurde geschickt umschifft oder ohne Antwort versenkt. Die Halle grölte, ob Zurufe oder Auspfeifen. Ich musste noch bleiben!! So einen Spaß hatte ich. Die Rede im korrekten Zeitfenster und ich hatte das Gefühl irgendwie erinnert mich dieser Mann an einen Alleinunterhalter. Einfach klasse!! Bis heute ist mir nicht klar: War das jetzt ein wirkliches Mitglied oder war er als Komödiant zum Aufheitern der Allgemeinheit engagiert worden? Egal, es war wohl für mehrere ein Auftritt mit Spaßfaktor.

Ich verabschiedete mich von den Piraten, die ich auf meiner Fahrt kennen gelernt habe und verließ den kleinen Inselstaat. Für mich waren es viele Eindrücke und Erlebnisse und ich bin mir sicher, die Piraten sind nach kurzem Stopp wieder voll auf Fahrt, die Segel gehisst und stets Wasser unter dem Kiel. Eine klasse Mannschaft wird dafür sorgen, den Kurs zu halten und Klippen zu umsegeln.

Ich wünsche den Piraten von ganzem Herzen eine gute Fahrt und verabschiede mich mit

Ahoi

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Wer kann TTIP stoppen?

GroKo versenkt unsere Standards | CC BY 2.0 Grüne Bundestagsfranktion

GroKo versenkt unsere Standards | CC BY 2.0 Grüne Bundestagsfranktion

Die negativen Auswirkungen des geplanten transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) sind hinlänglich bekannt. Umweltschutz, Verbraucherschutz, Sozialstandards, alles steht zur Disposition, wenn TTIP erfolgreich verhandelt wird und nebst Investorenschutzklausel in Kraft tritt.

Diese Aussichten erscheinen den meisten Menschen noch schlimmer als die intransparenten Verhandlungen, die EU-Bürger ihre politische Machtlosigkeit frustrierend stark spüren lassen.

Welche Möglichkeiten haben wir, TTIP zu stoppen und gleichzeitig deutlich zu machen, dass die Dreistigkeit, mit der der Wille vieler Menschen ignoriert wird, nicht hingenommen wird?

In dem EU-Vertrag von Lissabon ist ein kleines Schlupfloch zur Bürgerbeteiligung vorgesehen, das – versehen mit schwer zu erfüllenden Bedingungen – kaum direkte Bürgerbeteiligung genannt werden kann, aber eine Chance bietet, dem Widerstand gegen TTIP unüberhörbar an die EU-Kommission heranzutragen: Eine Europäische Bürgerinitiative (EPI) muss gegründet werden, die eine Millionen Unterschriften innerhalb eines Jahres aus einem Viertel der Mitgliedsstaaten sammelt.

Campact” hat diese ersten Schritte geschafft und die Europäische Bürgerinitiative “Stop TTIP” am 15. Juli in Brüssel zur Überprüfung einreicht. Nach zwei Monaten erfolgt die Genehmigung und das Unterschriften sammeln kann los gehen.

Quelle: Mehr Demokratie e.V. | CC-BY-NC 2.0

Quelle: Mehr Demokratie e.V. | CC-BY-NC 2.0

Ziel der europäische Bürgerinitiative “Stop  TTIP” ist die Aufhebung des Verhandlungsmandats über das Transatlantische Freihandelsabkommen und die Nichtratifikation des kanadisch-europäischen Freihandelsabkommens CETA in kümmerlichen 200 Zeichen. So ist das vorgeschrieben. Stefan Körner und Bruno Kramm haben die Unterstützung der EBI bereits zugesagt, obwohl die Gründer keine Piraten sind.

Warum?

Wir wollen Hoffnung setzen gegen die scheinbare Hoffnungslosigkeit, die wir immer wieder spüren. Dafür müssen wir offensichtlich kämpfen mit all unser Tatkraft und durch Engagement zeigen, dass wir sie wirklich wollen, die direkte Bürgerbeteiligung.

Wer stoppt TTIP? Wir alle, wenn wir viele werden.

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Babyboomer, was geht? / Text von Katharina Nocun

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Piratenpartei unterstützt europäische Bürgerinitiative EBI gegen Freihandelsabkommen TTIP und CETA

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Gesucht: Namen für eine neue Mini-Buchreihe

Soviele Jahre KOMPASS, soviele Themen. Demnächst auch in anderer Verpackung: für den Herbst 2014 möchten wir eine “Minibuchreihe” starten.

Geplant sind 20- bis 40-seitige Broschüren jeweils einem Einzel-Thema, das Piraten bewegt. Wie etwa:

  • Bürgerrechte
  • Freihandelsabkommen
  • Kryptotipps gegen NSA, BND & Kollegen
  • Piraten-Grundwerte
  • Fracking
  • Bedingungsloses Grundeinkommen
  • Weltraumaufzug Service Manual
  • und was eben an uns herangetragen wird.

Denn verantwortliche Herausgeber sollen die jeweiligen Autoren(kollektive) sein: Arbeitsgemeinschaften, Themenspezialisten usw. Wir selbst von der AG Piratenzeitung/Denk Selbst e.V. kümmern uns ums Vor-Finanzieren, Layout, Drucken und Verteilen.

Dank einem leistungsfähigen Anbieter sind auch sehr kleine Auflagen kostengünstig machbar. Diese schwanken zwischen ganz wenigen 100 und vielen 1.000, je nach Thema.

Wir möchten damit den Aktiven am Infostand neben den üblichen Broschüren etwas thematisch tiefergehendes in die Hand geben. Zur Orientierung: Der Preis für 10 Stück wird um die 3 Euro + Porto zu euch liegen.

Aber jetzt geht es ersteinmal um den Namen:

hast du einen guten, dann notier ihn hier im PAD:

https://piratenmagazin.piratenpad.de/MiniBuchNamen

PS.: Wir suchen auch noch einen “Hut-Träger”, der das mit den Minibüchern koordinieren möchte. Kontakt über die Mailingliste der AG Piratenzeitung: 

ag-piratenzeitung@lists.piratenpartei.de 

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“Britische” Wahnvorstellungen

Der geneigte Leser von Science Fiction kennt britische SF – sie hat, im Gegensatz zur amerikanischen oder deutschen SF, einen  stärker dystopischen Ansatz, nicht selten sind es Dystopien im Wortsinne.

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Peter aka anemoneprojectors | CC BY-SA 2.0

Neben klassischen oder auch surrealen Weltuntergangs-Szenarien (z.B. von J. G. Ballard) sowie Zombie-Apokalypsen findet sich hier eine Thematik, die fast als typisch für britische SF gilt: Die Angst vor totaler Überwachung oder das Leben im Überwachungsstaat – exemplarisch seien hier nur George Orwell und Aldous Huxley genannt.

Doch woher kommt diese Affinität für genau dieses Thema, gerade in Großbritannien? Ist es ein Meme, das sich ungehindert fortpflanzt? Spinnen diese Briten? Oder verarbeiten die Autoren ihre Erfahrungen mit der Mentalität der Herrschenden?

Es liegt wohl an letzterem. Nachdem der EuGH die britische Version der Vorratsdatenspeicherung für illegal erklärte, hatte das dortige Parlament nichts Besseres zu tun, als sofort ein neues Gesetz durch Unter- und Oberhaus zu peitschen. Völlig ohne Schamgefühle und in vollkommenem grenzenlosem Wahn, dass mehr Überwachung auch mehr Sicherheit bedeuten würde, werden grundlegende Regeln des Anstandes und der Moral, nicht zu vergessen das Recht auf Privatsphäre ignoriert.

Dieser moralische Mangel ist aber nicht auf Großbritannien beschränkt, er feiert auch bei uns fröhliche Urstände. Wir kennen ihn schon lange aus den Reihen der CDU/CSU, der GrünInnen, der SPD (vor allem seit der Schröder’schen Wende hin zur desozial-undemokratischen Partei) und auch aus den Reihen der FDP. Selbst die LINKE, die sich als Bürgerrechtspartei geriert, hat in ihren Reihen Jung- und Alt-Stalinisten, für die der Zweck schon immer die Mittel heiligte – ganz in der Tradition linker Bewegungen, die, so bald sie an die Macht kamen, Gegner  überwachen oder gleich um die Ecke bringen ließen. Gut, mit Ausnahme des Staates Israel, dort funktionieren die sozialistischen Kibuzze auch ohne Schnellgerichte und Erschießungskommandos (was wohl am ethischen Fundament des Judentums liegt).

Insgesamt sind die Anstrengungen der in Deutschland aktuell herrschenden politischen Kaste auch bei uns die flächendeckende Bespitzelung einzuführen bzw. zu legalisieren, ein Paradebeispiel für ihre moralische und ethische Verkommenheit. Und für deren geknickten Blick auf die Gesellschaft. Und ganz allgemein ein Beispiel für ihre Version der Realität in der Anonymität in der Öffentlichkeit (und damit Rede-, Bewegungs- und Meinungsfreiheit) ein verhandelbares Gut ist.

Was können wir also tun? Nun, neben der Möglichkeit, alle paar Jahre seine Stimme abzugeben und jemanden zu wählen, der das nicht so will, können wir nur eines tun: Die Kommunikation verschlüsseln, Menschen über die Vorgänge aufklären, Abgeordnete belagern und – wegen der Fernsehbilder, die in unseren Mediendemokratie sehr viel Macht haben – Großdemonstrationen durchführen oder daran teilnehmen (zum Beispiel die FSA).

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“Mehr Demokratie” um TTIP und TAFTA: Europäische Bürgerinitiative wurde angemeldet

In ihrem aktuellen Newsletter teilt Mehr Demokratie e.V. mit:

Dienstag, zwölf Uhr in Brüssel: Pressekonferenz des internationalen Bündnisses gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Anlass: Die Anmeldung einer Europäischen Bürgerinitiative (EBI) bei der EU-Kommission (Amtliches Register der EBIs -red).

Über 150 Organisationen sind entschlossen, gemeinsam die notwendigen Unterschriften, europaweit eine Million, zu sammeln. Die Medienresonanz ist riesig, der Saal voll mit Journalisten. Ein ermutigender Auftakt. Innerhalb von zwei Monaten muss die Kommission nun prüfen, ob die Registrierung zulässig ist.

Wir werden diese Zeit nicht ungenutzt lassen und sammeln bereits jetzt Unterstützer/innen für die EBI. Auf dieser Seite können Sie sich anmelden, wenn Sie mithelfen und im Freundes- und Bekanntenkreis Unterschriften sammeln wollen: https://www.mehr-demokratie.de/stoppttip.html

Ein Spaziergang wird die Sammlung von mindestens einer Million Unterschriften aus sieben Mitgliedstaaten nicht. 75.000 davon will Mehr Demokratie allein in Deutschland sammeln – ein ehrgeiziges Ziel. Dafür brauchen wir jetzt Ihre Unterstützung: https://www.mehr-demokratie.de/ssl-spenden.html

Das Thema Freihandelsabkommen wird also im Sommer und Herbst frisch bleiben.

 

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Piratenpartei kommentiert Kommunikation der US-Regierung zum Thema digitales Urheberrecht und unterstützt Aktivitäten von The Pirate Bay

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Nichts oder Null

BLACK

JS – eigene Grafik – gemeinfrei

Heute teilt Jürgen Stock seine Gedanken zu zwei lesenswerten Büchern von Marc Elsberg mit uns: Zum einen ist das „Blackout – Morgen ist es zu spät“, München 2012, zum anderen „Zero – Sie wisswn, was Du tust“, München 2014. Vor allem das zweite empfiehlt er unseren (fast erwachsenen) Kindern.

In „Blackout – Morgen ist es zu spät“ kommt es zu einem terroristischer Akt.

Man stelle sich vor, in Europa ginge das Licht aus. Nein, das ist nicht der Spruch der Atom-Lobby aus den 1970er Jahren, „Wenn wir keine Atomkraftwerke bauen, geht das Licht aus.“ Auch meine ich nicht die Licht-aus-Nacht, damit wir einmal mehr Sterne sehen können. Was passiert, wenn in Europa auf einmal kein Strom mehr da ist?

Nach zwei Wochen sind alle zivilisatorischen Errungenschaften Europas zerfallen. Gewalt, Raub und Mord herrschen.

Das Szenario ist nicht absurd. Das hat mir ein Bekannter bestätigt, als er sagte, sie haben das nur verhindert, weil zwei an Land aufgebaute, Jahrzehnte alte MAN-Schiffsdiesel instantan angesprungen sind und Strom für eine Schaltzentrale geliefert haben. Da war ein Unfall passiert und nicht wie in dem Roman ein terroristischer Akt. Aber ein totaler, lokal nicht beschränkter Blackout ist möglich. Ich kenne Leute, die angefangen haben, getrocknete Hülsenfrüchte, jede Menge Nudeln und Mineralwasser einzulagern.

 

Null

JS – eigene Grafik – gemeinfrei

Falls es nicht zum Blackout kommt, was passiert, indem sich das, was heute schon da ist, weiterentwickelt und Daten weiter für Werbezwecke von Gugel und Co. oder dem Spion der siebenfachen Hartfaserfrisur abgeschöpft werden? Den Spion braucht die wiederum, weil das Handy von Tina abgehört wurde und sie Tinas Nachfolgerin werden will. Auch ein Rollstuhltäter positioniert sich und schickt einen Spion. Dominiert es auch die Tagesdiskussion, hängt unsere Zukunft davon nicht ab.

Aber was, wenn die User von Fazzebuk und Co. ihre Daten verkaufen, um damit ihren persönlichen Wert im digitalen Universum zu sichern, zu steigern? Ihr Wert, der Wert eines Menschen wäre dann Null. So nachzulesen in “Zero”, ebenfalls von Marc Elsberg.

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Medienmittwoch: Soundstatues

Audio | CC BY Jonathan Dehn

Audio | CC BY Jonathan Dehn

Emotional bringen wir euch über den Mittwoch. Soundstatues, die Band, die wir euch beim heutigen Medienmittwoch vorstellen, macht tiefgreifende Musik mit nachdenklichen Texten. Dabei setzen Soundstatues vor allem auf einfache akkustische Melodien. Auf der Selftitled-Platte sind insgesamt vier Lieder und bei jedem einzigen kann man die Gedanken gleiten lassen, von den einprägsamen Rhythmen und der angenehmen Stimme des Sängers getragen.

Wenn man nicht gerade allzu komplizierte Sachen nebenher erledigt, sollte man außerdem auf die Texte achten, die viel mehr sind als der übliche Pop-Einheitsbrei. Tief emotional und traurig geht es passend zur musikalischen Begleitung um Freunde, Erinnerungen, Schuld und vieles mehr. Also auf jeden Fall ein Ohr wert! Das Album der Soundstatues ist wie immer auf Jamendo zu finden.

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Wo ist gleich der Unterschied zu “Unrechtsstaaten” wie China

… frage ich mich, wenn ich so etwas lese:

Der britische Geheimdienst GCHQ kann mit eigenen Programmen Inhalte im Internet beeinflussen. So besitze die Organisation etwa die Fähigkeiten, Online-Abstimmungen und Klickzahlen zu manipulieren, das Netz mit Propaganda zu fluten sowie Inhalte auf Videoplattformen zu zensieren.

(via SpOn)

Ich mein, es ist klar, dass man in sozialen Medien mit ein wenig Geld und Manpower, viel anrichten kann. Wenn man dann noch die Kontrolle über ein wenig Infrastruktur hat, kann man natürlich Meinungsäußerungen steuern. Aber im Ernst: Was unterscheidet uns damit von Staaten wie China, die wir genau dafür kritisieren? vielleicht, dass sie es weniger Subtil und im Hintergrund machen.

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TTIP: Verhandlungsrunde läuft während WM-Siegesfeier

Unsere “Fußball-Helden” feiern heute am Brandenburger Tor, die “US/EU-Wirtschafts-Helden” ackern an ihrem nächsten Projekt.

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Kompass Links 13. July 2014

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Chemiewaffen im Irak …

Die Extremistengruppe “Islamischer Staat” (IS) hat eine frühere Chemiewaffenanlage im Nordwesten Bagdads eingenommen. Dort seien unter anderem 2500 Raketen gelagert, die mit dem Nervengas Sarin oder dessen Reststoffen gefüllt sind, teilte der irakische Uno-Botschafter Mohammed Ali Alhakim in einem Brief an Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon mit. Das Schreiben wurde am Dienstag veröffentlicht.

(via SpOn)

Da stellt sich natürlich so die Frage: Wieso lagert da noch eine einsatzfähige Chemiewaffe? So überhaupt? Ich dachte, die sollten mit dem letzten Irakkrieg vernichtet werden?

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Doppelagententum im BND

Irgendwie hat mich etwas an der Meldung gestört vom Wochenende, dass ein BND-Mensch den NSA-Ausschuss für die Amerikaner ausspioniert haben soll und dann den Russen via Gmail eine Mail mit Daten schickt. Gmail? Würde mich wundern, wenn das nicht komplett überwacht wird. Nun … Fefe hat ich da offensichtlich auch gwundert. Guckst Du hier.

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„Jetzt reicht’s auch einmal.”

Der Super-Gau in Sachen Sicherheit und Datenschutz beschäftigt die Regierung. Der CyberWar hat Deutschland erreicht und in die Knie gezwungen. Eine Krisensitzung jagt die andere. Dauerberatungen im Außen– und Verteidigungsministerium. 80 Millionen Deutsche werden in ihrer gesamten elektronischen Kommunikation durch einen ausländischen Geheimdienst überwacht! Privateste Daten werden aufgezeichnet und gespeichert. Das Handy der Kanzlerin jahrelang ausgespäht! Angela Merkel ist entsetzt, dass ein außerhalb jeglicher Grundrechte agierender Geheimdienst nun ihren AngryBirds-Spielstand kennt. Jetzt wissen die ranghöchsten Verbündeten, dass die eisenharte Kanzlerin kein einziges Huhn trifft. Eine strategische Katastrophe. Erstmal unsere Freundschaft betonen. Das hilft meistens — naja, ein bisschen vielleicht. Dann die transatlantische Partnerschaft beschwören — zur Sicherheit, versteht sich. Ein paar grüne Mitglieder der Atlantik-Brücke bieten sich als Vermittler an. Sie wissen, welchen Burger Obama besonders gern mag. Die Kanzlerin lehnt dankend ab. Noch hat sie die Situation selbst im Griff. Sooooo schlimm wie damals bei Willy Brandt ist das Ganze noch nicht. Ein Rücktritt kommt nicht in Frage.

Aber der Super-Gau ist in Wirklichkeit ein Super-Super-Gau. Denn der Bundestag und seine Ausschüsse stehen auch im Visier der NSA. Das EU-Parlament ebenso. Botschaften werden abgehört. Internationale Konferenzen belauscht. Agenten eingeschleust, um Untersuchungsausschüsse auszuhorchen und vertrauliche Dokumente weiter zu reichen. Der Innenminister fragt sich ernsthaft, ob er denn jetzt noch unbesorgt nach teuren Herrenanzügen im Netz googeln kann. Experten wissen keine Antwort. Der treueste Verbündete, unser Befreier, der Garant für Demokratie und Freiheit — tritt unsere Rechte mit Füßen! Er schert sich einen Dreck um unsere nationale Souveränität. Angela Merkel zeigt sich „beunruhigt”, versucht aber ihrem normalen Tagesablauf nachzugehen. Eine interne Anfrage an das Kanzleramt soll klären, ob die Sache Auswirkungen auf die Lieferung von amerikanischen CornFlakes für das Frühstück der Kanzlerin hat. Alle PR-Berater zitieren das alte deutsche Sprichwort: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Die Kanzlerin schweigt. Das hat bisher immer geklappt. Eine höflich-devote Anfrage des BND an die CIA, ob es denn noch andere Agenten im Umfeld der Regierung gibt, bleibt unbeantwortet. Obama lässt beim Golfspielen leicht ärgerlich durchblicken, dass er nicht erwartet hätte, dass die Scheinregierung eines abhängigen Vasallenstaates sich sooooo aufregt. Die Bundesregierung entschuldigt sich sofort und schickt zur Versöhnung einen Vorschlag, dass man doch, statt sich zu streiten, gemeinsam Russland plattmachen könnte.

Doch immer neue Details kommen ans Licht, eines schlimmer als das andere. Auch nach Monaten ignoriert die amerikanische Regierung die Fragen der Deutschen zur Aufklärung des Abhörskandals. Der germanische Ur-Zorn bricht sich Bahn. Angela Merkel bekommt bei einem Besuch in einer chinesischen Kochschule den Schluckauf und sagt die Worte „erstaunt” und „enttäuscht”. Aus dem Rektum der USA heraus sind sie jedoch schwer zu verstehen und gehen in lauten diplomatischen Furzgeräuschen unter. Den aus aller Welt angereisten Journalisten klappt die Kinnlade herunter. Soviel Chuzpe hatten sie nicht erwartet! Der Außenminister Frank Walter-Steinmeier zitiert den amerikanischen Botschafter ins Auswärtige Amt. Nachdem er ihn aufgefordert hat, „zügig” zur „Aufklärung” beizutragen, gehen sie unbestätigten Angaben zufolge hinterher ordentlich einen trinken.

Ende letzter Woche ist allerdings Schluß mit lustig! Die Autorität aller Autoritäten, die moralische Instanz an sich, unser Bundespräsident (der olle Stasi-Fänger, hihi) legt sich jetzt ins Zeug. Da kriegt die Kanzlerin einen Hörsturz und der Innenminister Verstopfung. Zwischen zwei Repräsentationsbesuchen in einem Seniorenheim und bei einem Drohnenhersteller haute Gauck mit der Faust auf den Tisch, dass die Buletten nach allen Seiten flogen und äußerte seinen präsidialen Unmut mit dem überragenden Satz: „Jetzt reicht’s auch einmal.”

Vor Schreck schlug der amerikanische Präsident beim Golfspielen einmal daneben und befahl sofort dem amerikanischen Botschafter in Berlin, nochmal mit Steinmeier einen trinken zu gehen. Dieses Mal allerdings in einer nicht ganz so teuren Bar, damit die Spesen nicht so hoch sind. In einem ausführlichen Schreiben an das Bundeskanzleramt betonte Obama über zwei Seiten die langjährigen freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaaten und die gemeinsamen wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Interessen. Aus einer geheimen Quelle sickerte jedoch durch, dass am Ende des Briefes zu lesen war: „Lovely Angela, fuck you! And my shoes are not cleaned!” Die Bundeskanzlerin antwortete mit einer weiteren freundschaftlichen Einladung zum gemeinsamen Plattmachen der Russen.

Gauck legte nun am Samstag noch einmal nach. In einem ungeheuerlich aggressiven rhetorischen Angriff auf die Entgleisungen der USA verstieg sich der Bundespräsident zu dem Satz, es sei „Zeit für klare Worte Richtung Washington”. In diesem Augenblick bebte die Erde und an der Wallstreet brachen die Kurse für eine Millisekunde um 0,000035 % ein. Neuesten Informationen zufolge wird nun über die Verhängung erster Sanktionen gegen die USA beraten. Man ist sich allerdings noch nicht einig, ob das Einfuhrverbot traditionelle Indianerfedern oder doch lieber Schaufelstiele aus Idaho betreffen soll.

Fernwartungssoftware …

… ist immer so ein spannendes Thema. Man hat einen einfachen Client, den man sich runterladen kann und auch bei Oma/Mutter/Freundin/Kollege/Projektpartner/* starten kann — und schwupps kann man sich den Desktop teilen und sehen, was der andere macht und aktiv eingreifen.

Die wohl bekannteste Software, zumindest in meinem Sozialisierungsbereich dafür ist TeamViewer — irgendwie wird das immer und überall genutzt.

Es verbindet sich über einen Proxyserver irgendwo im WWW und stellt so die Verbindung zwischen den Rechnern her. Spannend dabei ist natürlich, dass der Service für Privatpersonen kostenlos ist (und man auch nicht wirklich gezwungen wird, eine Lizenz zu kaufen) und die Software an sich proprietär ist. Fragte mich schon immer — analog zu WinRAR –, wie die ihr Geld verdienen. Nun, offensichtlich tun sie das: Denn TeamViewer wurde für ein ordentliches Sümmchen verkauft. Still und heimlich … für den normalen Nutzer. (Bin auch nur durch einen Bericht von heise.de drauf gestoßen.

dass die TeamViewer GmbH bereits seit Anfang Mai einen neuen Besitzer hat. So soll nach Insiderangaben das Londoner Private-Equity-Unternehmen Permira dem bisherigen Eigentümer GFI Software für den Göppinger Fernwartungsspezialisten 1,1 Milliarden Dollar gezahlt haben.

Das man mit der Software die kompletten Rechte des ausführenden Nutzers hat, muss ich wohl nicht sagen. Dazu kommt noch der Faktor, dass man es installieren und als Systemdienst laufen lassen kann. Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Dabei gibt es für Firmen durchaus mit vertretbaren Aufwand, brauchbare selbst gehostete Lösungen:

Neulich habe ich selbst erst ein Setup aufgesetzt, bei dem ich über x11vnc + SSH-Tunnel + lightdm einen Linux-Desktop für einen SSH-Nutzer freigegeben habe. Für die Referenzen: Basierte auf diesem HowTo.

Kostenfaktor: 0€ da alles Freie Software. Arbeitsaufwand, nachdem man das erste Mal das gemacht hat? Ca 10 min um den SSH-Key auszutauschen und einen passenden Benutzer einzurichten auf dem Zielsystem — da gibt es doch aber auch sicher was über $Domain.

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Kein Anfangsverdacht …

… der Flächendeckende Überwachung durch ausländische Geheimdienste:

Die NSA späht gezielt Deutsche aus, die sich mit Verschlüsselung im Internet beschäftigen. Das geht aus einem geheimen Quellcode hervor, der NDR und WDR vorliegt. NSA-Opfer lassen sich damit namentlich identifizieren.

Menr: tagesschau.de

Und das sind nur ein paar Zeilen Code des Tools. Für mich sieht das wie ein handfester Anfangsverdacht für eine Straftat aus.

Update: Und auch wenn es sich so liest: Das ist kein Grund auf Dinge wie Tor zu verzichten. Für mich ist es eher ein Zeichen für das Gegentum.

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Die Harry-Lauer-Show

Sich auf die offizielle Mailingliste der PIRATEN Thüringen zu verirren, ist ungefähr so, als ob man in einer Großstadt nichtsahnend ein öffentliches Pissoir betritt und in einem Haufen Scheiße ausrutscht. Derjenige, der für die Scheißhaufen verantwortlich ist, heißt Harald Peters, liebevoll Harry genannt. Er ist der Troll der Thüringer Piraten und das schon seit mehreren Jahren, ihr Alptraum, ihre andauernde Toleranzübung, ihr Hass– und Liebesobjekt zugleich. Immer dann, wenn die Mailingliste moderiert wurde, verwarnte und sperrte man ihn für unterschiedlich lange Zeiträume oder warf ihn ganz von der Liste. Aber sobald die Sperrzeit abgelaufen oder die Mailingliste — durch Parteitagsbeschluss — wieder unmoderiert war — erschien auch Harry und stürzte alles erneut ins Chaos. Während langjährige und ernsthaft politisch arbeitende Mitglieder des Landesverbandes ihr Listen-Abo kündigten, die Mailingliste verließen oder sie fortan ignorierten, war Harry die Konstante, die blieb.

Harry ist ausgesprochen intelligent. Er ist belesen, kennt sich in Politik, Psychologie und Soziologie aus, kann sich rhetorisch beeindruckend ausdrücken und weiß polemisch ordentlich auszuteilen. Dieses Austeilen entgleist regelmäßig in persönliche Anfeindungen, gezielte Provokationen, Beleidigungen und Hasstiraden. Sein Hobby ist es, jemanden so lange bis aufs Blut zu piesacken, bis derjenige austickt. Klar, er ist ja der Troll der Liste. Das ist sein Ding.

Obwohl die Situation auf einem Hauptkommunikationsmedium des Landesverbandes so evident krass ist, sind die Piraten weit davon entfernt, das Problem zu lösen. Das liegt vor allem daran, dass Piraten gute Menschen sein wollen. Jeder weiß, dass jemand wie Harry ein schwerwiegendes psychisches Problem hat. Aber statt zu sagen: he, der Typ hat einen gewaltig an der Klatsche und ist behandlungsbedürftig und anschließend eine Dauersperre auf der Liste einzurichten, passiert das genaue Gegenteil. Man sitzt wie das Kaninchen vor der Schlange, gelähmt und beeindruckt zugleich, mit offener Kinnlade und schmerzverzerrtem Gesicht, aber völlig unfähig zu handeln. Schuld daran ist die Toleranz, wahlweise die Meinungsfreiheit, auch die Inklusion, die Gleichberechtigung von wie auch immer Eingeschränkten oder wie man heute politisch korrekt sagt „Besonders Befähigten”, die Menschenliebe, die utopische Gesellschaft, die Mitmach-Partei, die Basisdemokratie, die Teilhabe, der heilige politische Piratengeist oder was auch immer. Harry ist in der Tat besonders befähigt und er führt einen ganzen Landesverband an der Nase herum. Weil er es kann.

Szenenwechsel. Außerordentlicher Bundesparteitag der Piratenpartei in Halle. Nach dem Rücktritt eines Teils des alten Vorstands und dem für jeden offensichtlichen desolaten Zustand der gesamten Partei wird ein neuer Vorstand gewählt. Jeder weiß, wenn die Piraten es nicht endlich schaffen, aus ihrem Chaos herauszufinden und weiterhin nicht zeigen können, dass sie wissen, wohin sie gemeinsam als Partei wollen, werden sie endgültig in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Die bei den Vorstandswahlen erzielten Mehrheiten für gemäßigte Piraten einer bestimmten politischen Ausrichtung sind so klar wie Kloßbrühe. Weder sind sie knapp, noch kommen sie durch Stichwahlen zustande. Ganz im Gegenteil liegen sie über 60 %. Im normalen politischen Betrieb ist das mehr als nur ein Hinweis darauf, dass die Mehrheit hinter diesen Leuten steht und dem, was sie inhaltlich und in ihrer politischen Ausrichtung repräsentieren.

Doch kurz nach der Wahl des neuen Vorsitzenden (und des Schatzmeisters) betritt Christopher Lauer die Bühne und nutzt eine Pseudo-Kandidatenvorstellung dafür, den gerade erst gewählten Vorsitzenden von der Seite anzukacken. Für jeden erkennbar besteht sein Ziel nicht darin, im neuen Vorstand mitzuarbeiten oder den neuen Vorsitzenden nach Leibeskräften zu unterstützen, die Partei aus dem Jammertal herauszuführen. Sein Ziel ist es, so heftig zu trollen wie es nur geht. Er schmäht und beleidigt, er verdreht Tatsachen, er vergleicht Äpfel mit Birnen (die vermeintlichen Erfolge des Berliner LV gegenüber den Ergebnissen in Bayern), er provoziert ohne Ende und gefällt sich bei seinem wunderbar infantilen Egotrip. Frenetischen Beifall bekommt er nur von den Tischen des Berliner Landesverbandes. Der restliche Saal — von ein paar Buhrufen an einigen Stellen seiner Rede abgesehen — schweigt wie gelähmt. Twitter belehrt die Parteitagsteilnehmer sofort, dass diese Buhrufe nicht fair sind, wir hier einen brillanten Redner erleben, ein Polit-Talent, das man mögen muss. Die Piraten sind gute Menschen, aber oft auch graue unsichere Nerd-Mäuse, die fasziniert auf die Welt der Schlangen schauen und sich wünschen, sie wären auch so charismatisch und brachial wie diese. Hätte ein Christopher Lauer auf einem Bundesparteitag einer etablierten Partei eine Chance für so einen egomanischen Trollauftritt bekommen? Ein Auftritt, bei dem ein gerade erst mit großer Mehrheit gewählter Vorsitzender auf derart unterirdische Weise angegangen wird? Möglicherweise, aber seine politische Karriere wäre danach beendet gewesen. So einfach kann das sein.

Werden die extremen Linken, die sich jetzt die „Progressiven” nennen, demokratische Mehrheiten akzeptieren und ihre politische Niederlage anerkennen? Diese Frage ist nach Christopher Lauers Auftritt sinnlos. Sie ist genauso sinnlos, wie zu fragen, ab wann Harry sich ändern wird, um gemeinsam mit allen anderen politisch sinnvolle Arbeit zu leisten. Sie ist genauso sinnlos, wie Theaterschauspieler zu fragen, ob sie nicht lieber in die Putzkolonne wechseln wollen. Oder Selbstmordattentäter, ob es nicht besser wäre für ein Parlament zu kandidieren, anstatt sich mit 20 unschuldigen Menschen auf einem Marktplatz in die Luft zu sprengen. Diese Leute sind bei den Piraten, weil die Piraten sie dort lassen und ihnen die Bühne bieten, die sie benötigen. Und sie werden dort solange bleiben, wie diese Bühne existiert. Und solange es Kaninchen und Mäuse gibt.

Die Wahlergebnisse des Bundesparteitags lassen hoffen, dass das Ende der Piratenpartei noch nicht erreicht ist. Aber die Harry-Lauer-Show wird weitergehen. Solange bis die Piraten begreifen, dass sie sich mit ihrer politischen Korrektheit und ihren Bällebädern selber im Wege stehen. Eine Einladung an alle Kräfte, Flügel und Strömungen innerhalb der Partei, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und die Partei endlich wieder aus dem Sumpf zu holen, ist prima. Aber die Mitgliederversammlung hat auch diejenigen nicht in Ämter gewählt, die es bei schöner Harmonierhetorik und Flausch-Appellen belassen wollen. Das ist eine interessante Botschaft an den neuen Bundesvorstand. Ich bin sehr gespannt, ob sie ankommt und was er daraus macht.

Schauen wir mal, es bleibt spannend.

 


Und um Mißverständnissen vorzubeugen:

Nein, in diesem Blogpost geht es nicht um „Schmidtlepp”. Und nein, auch nicht darum, ihn mit Harry zu vergleichen oder zu behaupten, er hätte ein gravierendes psychisches Problem. Und eine Partei ist kein Käsekuchen, von dem man jedem, der gerade vorbeikommt ein Stück zum Verzehr anbieten muss, bis davon nichts mehr übrig ist.

Datenträger benennen

Da treffen die beiden Welten wieder einmal zusammen:

Unter Windows kann man seinen Festplatten und USB-Sticks Namen geben. Das geht relativ einfach und schnell über den Windows Explorer. So heißen dann Festplatten/Partitionen “John” oder “Helge”, “Keks” oder “Kuchen”.

Erstellt man eine Partition unter Linux mit fdisk und mkfs ist eine solche Benamung nicht unbedingt im Standard vorgesehen. Das beudetet aber nicht, dass es nicht auch geht:

Hat man zum Beispiel eine FAT-Partition (vfat32) — typischerweise wird das ja bei USB-Sticks und SD-Karten verwendet — kann man den Namen einfach über:

dosfslabel /dev/XXX label

setzen. Wobei natürlich XXX und label gegen die ‘richtigen’ Werte getauscht werden muss. Das Tool befindet sich in den dosfstools.

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5 Jahre Ereignisblick

… verdammter Mist. Hätte nicht gedacht, dass sich der neumodische Kram so durchsetzt und dann auch zum Alten Eisen wird.

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Brief mit LaTeX … ein Beispiel

Vor ein paar Jahren habe ich mir einmal eine Art Template für Briefe erstellt. Da ich ab und an gefragt wurde, wie das aussieht, hier einmal der Code:

\documentclass[fontsize=10pt,paper=a4,DIN]{scrlttr2}
\usepackage[T1]{fontenc}
\usepackage{charter}
\usepackage{lmodern}
\usepackage{nicefrac}
\usepackage[ngerman]{babel}
\usepackage[utf8]{inputenc}
\usepackage{pdfpages}

\newcommand*{\ac}[1]{\mbox{#1}}

% Setzen der persönlichen Daten
\setkomavar{fromaddress}{Adresse}
\setkomavar{fromname}{Name}
\setkomavar{fromemail}{Email}
\setkomavar{fromphone}{Telefon}
\setkomavar{place}{Ort}
\setkomavar{signature}{Signaturname}

%KOMAscript schön machen
\KOMAoptions{headsepline,%
pagenumber=topright,%
fromalign=center,%
fromrule=on,%
foldmarks=off,%
backaddress=off,%
firstfoot=off,
locfield=wide,%
enlargefirstpage=on,%
parskip=half%
}

%\addtokomafont{fromaddress}{\Large}
\addtokomafont{fromname}{\Large}
\makeatletter
\@setplength{locwidth}{.\textwidth}
\makeatother


\setkomavar{location}{\raggedleft
  \usekomavar*{fromemail}\usekomavar{fromemail}\\
  \usekomavar*{fromphone}\usekomavar{fromphone}\par
}

\newcommand{\up}[1]{\ensuremath{^{\textrm{\tiny#1}}}}

\begin{document}

\begin{letter}{Adresse}

\setkomavar{subject}{Betreff }

\opening{Sehr geehrte ...,}


\closing{Mit freundlichen Grüßen}

%\encl{irgendwas}

\end{letter}
\end{document}

Vielleicht nutzt es ja wem ;)

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Radfahren und Helm

Das BGH hat entschieden, dass Schadensersatzansprüche nicht vom Tragen eines Helmes abhängt. (u.a. SpOn). Rechtlich wahrscheinlich die richtige Entscheidung, weil ein Helm in den konkreten Fall den Sturz wahrscheinlich nicht verhindert hätte… wenn wohl eventuell möglichweise die Folgen gemindert.

Der Fahrradfahrer-Verband ADFC hatte noch kurz vor der BGH-Entscheidung eine Diskussion darüber gefordert, wie Radfahren in Deutschland allgemein sicherer gemacht werden könne. Eine Helmpflicht lehnt der Verband ab. “Dass man mit dem Kopf aufs Pflaster knallt, verhindert auch kein Helm”, sagte ADFC-Geschäftsführer Burkhard Stork im Radiosender hr-Info.

Ändert aber nichts an der Sache: Ich finde, wer ohne Helm fährt, handelt nicht wirklich schlau. Persönlich hat mich ein Helm schon vor der ein oder anderen Beule geschützt.

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Über den Umgang mit uns selbst

Am Wochenende hatte ich eine Diskussion über das Menschenbild und das Gefühl der Angst, welches durch unser Sozialsystem gestreut wird. Konkret geht es um das Gefühl der Machlosigkeit, wleches man gerne gegenüber einem Bescheid zum ALGII z.B. verspührt.

Sehr spannend in dem Kontext is dabei das, was ich beim SpOn gefunden habe.

In 42 Prozent der Verfahren gegen Sanktionen geben Gerichte dem Arbeitslosen recht, heißt es dem Bericht zufolge in einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei. Von 6367 entschiedenen Klagen wurden 2708 vollständig oder teilweise zugunsten der Betroffenen entschieden. Von 61.498 Widersprüchen gegen Sanktionen bei Hartz IV wurden 22.414 vollständig oder teilweise zugunsten der Betroffenen entschieden. Das sind über 36 Prozent.

Ich will ja garnicht wissen, wie viele nicht erst kalgen, sondern die Bescheide in Verzweiflung hinnehmen. Auch entstehen dadurch immense Kosten:

Die Bundesagentur für Arbeit gab 2012 fast 40 Millionen Euro für Anwaltshonorare von Hilfsempfängern aus, die Fälle häufen sich besonders in Berlin.

Wir haben also eine extrem große Zahl an falschen Bescheiden und hohe Kosten auf der einen Seite, auf der anderen Seite viele Menschen, die eingeschüchtert durch “das Amt” dahin vegetieren. Wollen wir das als Gesellschaft wirklich?

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Personenerkennung durch die Wand

Früher konnte man schon über Felder heraus finden, was so auf dem Monitor steht. Heute geht es weiter:

aber dem MIT ist es gelungen, die Atmung und die Bewegung von Menschen mit Hilfe eines extrem schwachen Signals durch Wände hindurch zu erkennen.

(via golem.de)

Das geht wohl soweit, dass sie Herzfrequenz messen können.

Ob das auch in der Platte tut?

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Was wird wohl dieses Jahr zur WM beschlossen….?

… ich tippe ja mal auf Fra[ck|gg]ing — wahrscheinlich mit ganz doll vielen Ausnahmen und viel Bauchweh. Immerhin kriselt es ja jetzt mit Russland, welches einen Großteil des deutschen Gases liefert. Da muss man einfach unabhängig von werden ….

Update 2014-06-16: Es sieht gut aus. In den Medien wird die Angst geschürrt, dass Russland den “Gashahn” für die Ukraine zudrehen könnte …. z.B. beim SpOn

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Krankenkassen machen Miese

Diese Entwicklung ist jedoch keineswegs überraschend. Obwohl die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in den letzten Jahren hohe Rücklagen bilden konnte, haben Experten und Branchenkenner immer wieder vor erneuten Verlusten bei den Krankenkassen gewarnt. Dies liegt an mehreren Faktoren. Zum einen überaltert die deutsche Gesellschaft. Die steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenraten führen dazu, dass immer mehr Ausgaben immer weniger Versicherungsbeiträgen gegenüberstehen. Auch die medizinischen Leistungen und Kosten im Gesundheitssystem selbst verteuern sich. Die Folge: Die Krankenkassen beklagen weniger Einnahmen, müssen aber gleichzeitig mehr Ausgaben stemmen.

(Quelle)

Dazu kommt noch, dass die Beitragsbemessungsgreze + Privatversicherungsmöglichkeit immer früher greift.

Bin ja für eine gesetzliche Pflichtversicherung für alle auf braucbaren Niveau, gergelt nach Einkommen, und Abschaffung der Beitragsbemessungsgrenze wie auch Sozialversicherungspflicht auf Kapitaleinkünfte.

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Richtige Einstellung des Papstes Franziskus

Dem Papst gefällt sein Panzerwagen nicht so recht:

“Es stimmt, dass mir etwas zustoßen könnte – aber seien wir realistisch, in meinem Alter habe ich nicht viel zu verlieren”, sagte Franziskus der Zeitung. “Es liegt in Gottes Hand.”

(via SpOn)

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Vodafone lässt mithören

Der Provider Vodafone hat einen Bericht zur Zusammenarbeit mit Strafverfolgern veröffentlicht und geht darin auf 29 Länder ein, in denen man vertreten sei. In einigen hätten Behörden direkten Zugang zu den Netzen. Welche das sind, dürfe man nicht sagen.

(via heise.de)

Na für Deutschland isses klar. Dort gibt es ja eindeutige Regelungen, das Vodafone Abhören anbieten muss.

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Alle tun es — nur Lehrer nicht!

Die deutschen Pädagogen sind empört, ja sogar „alarmiert”. Nein, nicht über die desolate Finanzierung der Schulen und anderen Bildungseinrichtungen in diesem Land, auch nicht über fehlende Ausstattung, Computer, Lehrbücher und Anschauungsmaterialien. Erstrecht nicht über die katastrophale Toiletten-Situation in deutschen Schulen oder ungenießbares Schulessen. Noch nicht einmal über Politiker, die lieber 300 Millionen Euro in die Stasi-Großmachtphantasien des BND investieren statt in die Zukunft unserer Kinder. Was den Lehrern den Schlaf raubt und ihnen den moralinsauren Schweiß auf die Stirn treibt, sind die gefährlichen Abgründe der Online-Enzyklopädie Wikipedia.

In einer kürzlich veröffentlichten Stellungnahme hat nämlich der Deutsche Lehrerverband  in der Wikipedia „Porno-Links” ausgemacht und sieht nun die seelische Gesundheit, Leib und Leben unserer Kinder in Gefahr. Bei genauerem Hinsehen greifen die immerfort Besorgten auf eine Recherche des „Bildungsmagazins” News4Teachers zurück, bei der in den verabscheuungswürdigen Untiefen des allzeit üblen Internets Erschreckendes entdeckt wurde. So bietet beispielsweise das Stichwort Ejakulation nicht nur eine ausführliche Erklärung des physiologischen Vorgangs, gesundheitliche Aspekte, Begriffsklärungen, Einzelnachweise und Weblinks an (Ooooh!!!), sondern zeigt das Ganze auch in einer Fotoserie (Gott!!!). Den Gipfel der Schamlosigkeit bildet jedoch ein Verweis auf eine Seite der Mediendatenbank Wikimedia Commons, die zum Stichwort unter anderem auch Videos bereithält (Nein!!!). Das kann man/frau/kind natürlich auch mit anderen Stichworten aus dem Bereich der genitalen Anatomie oder des menschlichen Sexualverhaltens ausprobieren und erhält so einen nicht immer hochqualitativen, aber doch repräsentativen, manchmal auch skurrilen Anschauungsunterricht zu diesen interessanten Dingen des Lebens.

Bei dem Gedanken, dass ein Artikel über die Vulva auch Vulvas zeigt, einer über den Anus munter diverse Popos abbildet und unter dem Stichwort Hentai auch wirklich Hentai zu finden ist, wird dem Lehrer nach deutschem Reinheitsgebot übel. Das konnte man so nun wirklich nicht erwarten. Stattdessen hätte man ja farbreduzierte Schemata, abstrahierte Strichzeichnungen oder Bienen, Schmetterlinge und Blütenstaub abbilden können. Dieses unter pädagogischen Gesichtspunkten absolute Fehlverhalten geißelt der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus mit den Worten, es sei „höchste Zeit, dass Wikipedia als Ausweis vermeintlicher Schwarm-Intelligenz entzaubert wird”.

Nun wissen wir ja — auch ohne Wikipedia -, dass es keine Tugend ist, die eigene Blödheit so weit heraushängen zu lassen, aber nichtsdestotrotz kann man aus derartig verzweifelten Protestnoten des Biedermeier-Bürgertums noch einiges lernen. Zum Beispiel, dass man das, was man selbst nicht versteht, am besten zum Bösen an sich erklärt. Da ist das Internet, das immer an allem schuld ist. Da sind frei zugängliche digitale Medien, aus denen man sich nach eigenem Gutdünken informieren kann, ohne einen Lehrer vorher fragen zu müssen. Da ist der Anspruch eines eifersüchtig gehüteten Bildungsmonopols, das es so schon lange nicht mehr gibt und vielleicht nie gegeben hat. Natürlich bekommen wir — wieder einmal — unter die Nase gerieben, dass Sex böse ist und einer gesunden Entwicklung abträglich und wie groß die Ignoranz gegenüber einem ganzen Stapel von Untersuchungen sein kann, die das Gegenteil nachweisen. Wir lernen etwas darüber, dass der mittelalterliche Sündenpfuhl der schmutzigen Leiblichkeit im 21. Jahrhundert ganz säkular und modern verpackt daherkommen kann. Wir lernen auch, dass Lehrer nur bedingt lernfähig sind. Nun ja, das ist keine Neuigkeit. Wir sind ja alle auf irgendeine Schule gegangen.

Schon vor 3000 Jahren haben die Menschen Abbildungen erigierter Phalli auf Felsplatten geritzt und eine der ersten figürlichen Werke überhaupt ist die Darstellung einer Frau mit großen Brüsten und einem prächtigen Schlitz. Der aus Stein geformte Phallus von Schelklingen ist 30000 Jahre alt. Abertausende von Generationen haben ihren eigenen Ausdruck von Sexualität und Lust gesucht und genossen, ihre eigene Art von Doktorspielen gespielt, Kinder gezeugt und Zeugungen verhütet, Liebesinstrumente angefertigt und jedwede denkbare Methode der Befriedigung in die Tat umgesetzt, beschrieben, erzählt, besungen oder abgebildet. Aber ihr kleinen erbärmlichen Lehrerlein des Jahres 2014 in eurem biederen Jammerverein wollt uns und unseren Kindern immer noch erzählen, was moralisch gerechtfertigt ist und was nicht. Dank Wikipedia kann sich nun jeder frei darüber informieren, was für ein wundervolles Organ eine weibliche Klitoris ist oder dass bereits männliche Föten Erektionen haben können. Die von euch schamvoll zurechtgebogenen, kleinen Vorsicht-, Angst– und „Ich weiß was gut für dich ist”-Häppchen eures Sexualkunde-Unterrichts können da wohl leider nicht mithalten. Das ist nicht unsere Schuld und erstrecht nicht die unserer Kinder.

Lieber Josef Kraus, liebe Lehrer des Deutschen Lehrerverbandes. Wenn Sie mal wieder — selbstverständlich nur aus pädagogisch-kritischen Aspekten — sich über richtig üble Pornografie erzürnen wollen, dann müssen Sie nicht das Internet und schon gar nicht die brave Wikipedia bemühen. Stellen Sie sich einfach zu Hause im stillen Kämmerlein vor einen ausreichend großen Spiegel und lassen die Hose herunter.

Und wenn Sie mal wieder — neben Ihrer aufopferungsvollen Tätigkeit zur moralischen Formung unserer Kinder — ganz viel Zeit haben, dann bringen Sie sich doch bitte (bitte!) einfach auf den neuesten Stand in Sachen Sexualethik, Aufklärung, Medien, Informationstechnologie, digitales Zeitalter, Freizeitaktivitäten, sexuelle Spielarten, Buttplugs, Manga und Anime, Computerspiele, Social Media und zwei Dutzend weiteren Dingen, von denen Sie keinen blassen Schimmer haben und Kinder mittlerweile mehr verstehen als Sie.

Dafür schonmal meinen besten Dank. Setzen.


 

Interessant auch die Kommentare zum Thema:
http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Lehrerverband-erzuernt-ueber-Porno-Links-in-Wikipedia/forum-280594/list/

Ergänzung:
Herr Kraus scheint nicht ganz unbeleckt im Moralapostelspielen zu sein. Als CDU-Mann hat man da so seine Erfahrung.
siehe: http://www.heise.de/newsticker/foren/S-DL-Praesident-Josef-Kraus-ist-ein-rechtskonservativer-Fundi-und-CDU-Politiker/forum-280594/msg-25310833/read/

An den Straßen und den Schulen erkennt man den Zustand eines Landes ..

sagte ein von mir geschätzer Mensch. Und recht hatter wie ich mein. Leider sind da so die Zeichen aktuell ehr Schlecht für Deutschland: viele Brücken laut ADAC stark problematisch sowie müssen Schulen in Eigenregie gestrichen werden.

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Kohl und die Spenden

Über den CDU-Parteispendenskandal sagt sie, sie habe den Umgang mit ihrem Mann “gemessen an dem Fehler, den er gemacht hat, unverhältnismäßig und falsch” gefunden, “menschlich furchtbar” sogar. Letztlich habe die CDU ihrem langjährigen Vorsitzenden “unrecht” getan und selbst am meisten Schaden genommen. “Man hätte Helmut Kohl besser in der Mitte der Partei gelassen.” Dass es anders gekommen sei, müsse “jeder mit sich selber ausmachen”.

Unter vier Augen habe ihr Mann einmal über die Spendenaffäre gesagt: “‘Die war sehr deutsch, sehr deutsch in dem, wie einer verfolgt wird. Es war blanke Rache. Es kommt gar nicht darauf an, was einer gemacht hat, sondern wie es dargestellt wird.’”

(via SpOn)

Kohl hat Schwarzgeld angenommen (also Schwarzgeld für die Partei auf jeden Fall). Ähnlich wie Schäuble. Beharrt aber darauf, wegen eines Ehrenwortes nichts zu sagen, wo das Geld her kommt. Das ist zu tiefst asoziales Verhalten. Ich habe da wenig Mitleid und hätte es gerne gesehen, wenn da noch grober angefasst wurden wäre. Also überhaupt mal angefasst.

Aber Recht hat sie schon: Es ging da weniger um echte Aufklärng, auch intern, sondern um Macht und Rache. Also zumindest anders kann ich mir nicht erklären, wieso Mister “Wiedervereinigung mit Mitteldeutschland” trotz vergessens von 100.000DM Finazminister werden konnte.

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